Alf an der Mosel: Fähre nach Bullay, Burg Arras, Eisengeschichte
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Kurzzusammenfassung
- Die Personenfähre nach Bullay verkehrt von März bis Oktober und macht jeden Tag von 12 bis 12.30 Uhr Pause. Im März ruht sie zusätzlich mittwochs und samstags, im April mittwochs.
- Der Bahnhof, an dem man für Alf aussteigt, liegt auf der anderen Moselseite in Bullay. Cochem und Traben-Trarbach erreicht man von dort in rund zehn Minuten.
- Das Dorf- und Heimatmuseum öffnet von Mai bis Oktober nur samstags von 16 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet nichts.
- Zwischen 1824 und 1827 entstand hier das erste Puddel- und Stabeisenwalzwerk Deutschlands. Der Ortsteil Alf-Fabrik heißt bis heute so.
Alf liegt dort, wo der Alfbach in die Mosel mündet, gerahmt vom Hunsrück auf der einen und der Eifel auf der anderen Flussseite. Die Ortsgemeinde beschreibt die eigene Lage als Grenze: Alf trennt die sanfte Mittelmosel von der steilen Terrassenmosel, wo die Trauben noch von Hand in den Steillagen gelesen werden. Flussabwärts beginnt hinter dem Ort die Terrassenmosel.
Praktisch merkt man davon zuerst etwas anderes. Als Bahnanschluss nennt die Ortsgemeinde die Station Bullay, und die liegt auf der anderen Flussseite.
Die Bahn hält gegenüber, die Fähre hat Mittagspause
Die Personenfähre zwischen Alf und Bullay fährt von März bis Oktober und nimmt neben Fußgängern auch Fahrräder mit. Ihre Zeiten wechseln viermal im Jahr, und in zwei Monaten hat sie feste Ruhetage:
| Zeitraum | Montag bis Freitag | Samstag, Sonntag, Feiertage |
|---|---|---|
| März | Mo, Di, Do, Fr 8–17 Uhr, Mi Ruhetag | Sa Ruhetag, So 10–17 Uhr |
| April | Mo, Di, Do, Fr 8–17 Uhr, Mi Ruhetag | 9–17 Uhr |
| Mai bis September | Mo–Do 8–18 Uhr, Fr 8–19 Uhr | 10–19 Uhr |
| Oktober | 8–17 Uhr | 9–17 Uhr |
Die Mittagspause von 12 bis 12.30 Uhr gilt in allen vier Zeiträumen und an jedem Betriebstag (Stand August 2026). Eine halbe Stunde klingt nach wenig, entscheidet aber darüber, ob eine Wanderung von der einen Uferseite zur anderen um die Mittagszeit aufgeht oder nicht. Auskunft gibt der Fährbetrieb unter 0175 8869724.
Der beste Tag für einen Tagesausflug ab Bullay ist im Sommer der Freitag: Dann läuft die Fähre bis 19 Uhr, während sie von Montag bis Donnerstag um 18 Uhr Schluss macht. Im März dagegen liegen die beiden Ruhetage ungünstig für Wochenendgäste, weil samstags gar nichts fährt.
Zur Verbandsgemeindeverwaltung nach Zell sind es rund fünf Kilometer. Cochem und Traben-Trarbach liegen mit dem Auto etwa eine halbe Stunde entfernt, mit dem Zug ab Bullay rund zehn Minuten. Trier und Koblenz sind je eine Fahrstunde weit, Köln rund zwei Stunden, Luxemburg-Stadt anderthalb. Der Moselsteig führt am Ort vorbei.
Burg Arras steht seit über tausend Jahren über dem Dorf
Hoch über Alf, von dichtem Wald umringt, liegt Burg Arras. Die ehemals kaiserliche Anlage ist heute in Privatbesitz und beherbergt nach Angaben der Ortsgemeinde das einzige Burghotel an der Mosel, dazu ein Restaurant mit heimischer Küche und Wildgerichten sowie ein Museum.
Das Burgmuseum ist die eigentliche Überraschung. Es zeigt die einzige Sammlung sämtlicher Grafiken des Mosellaufs, die vor rund zweihundert Jahren erschienen sind, dazu alte Druckerzeugnisse, Rüstungen und Waffen. Im selben Haus steht eine Gedenkstätte für den früheren Bundespräsidenten Heinrich Lübke mit Gastgeschenken und Erinnerungsstücken aus aller Welt. Für ein Dorf mit 850 Einwohnern ist das eine ungewöhnliche Sammlung.
Ein genaues Baujahr für die Burg gibt es nicht. Die Sage nennt 938: Ein Köhler soll mit seinen zwölf Söhnen und den Talbewohnern einen Überfall abgewehrt haben, bis Hilfe des Pfalzgrafen kam, und dafür Ritterschlag und Burg erhalten haben. Urkundlich fassbar wird an dieser Stelle erst 1120 eine Kapelle.
Der Baachspouzer spuckt, das Museum öffnet samstags
Durch den historischen Ortskern führt der Weg zum Lindenplatz „Auf Kockert“ und zum Dorf- und Heimatmuseum, das in der früheren Dorfschule untergebracht ist. Es zeigt den Alltag im Dorf, wie er einmal war, und öffnet von Mai bis Oktober samstags von 16 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Zwei Stunden in der Woche sind ein enges Fenster, und wer den Ort an einem Dienstag besucht, steht vor verschlossener Tür.
Im Museum erfährt man auch, wer der „Alfer Baachspouzer“ ist, dem der Ort eine Figur an der Baachbreck am Kreisel gewidmet hat. Sie spuckt in den Bach. Nicht ständig, sondern in Abständen: Die Ortsgemeinde schreibt, man müsse den richtigen Moment erwischen.
Das Winzerdorf, das Eisen machte
Alf war vor 1824 ein reines Winzerdorf, und wie in fast allen Moselorten waren die Bewohner oft arm. Dann gründeten die Brüder Ferdinand und Louis Remy hier zwischen 1824 und 1827 das erste Puddel- und Stabeisenwalzwerk Deutschlands. Ferdinand Remy, 1788 in Bendorf geboren, brachte das Verfahren aus England mit; die Wasserkraft von Alf- und Üßbach, die Wälder für die Holzkohle und der Schifffahrtsweg Mosel lagen vor der Tür.
Aus acht Puddelöfen kam dehn- und schmiedbares Stahleisen für Maschinenteile, Eisenbahnschienen und Räder, geliefert vor allem an die Königliche Gewehrfabrik in Amberg. Auf Flach-, Quadrat- und Rundeisen stand die Marke „Alf“. Wie schnell das Dorf sich änderte, zeigt eine einzige Zahl: 1823 gab es in Alf ein Fuhrwerk, 1830 waren es dreißig.
Der Aufstieg der Ruhrindustrie beendete das Werk 1880. Danach folgten eine Seilerwaren- und Teppichfabrik ab 1885, ab 1927 eine Spinnerei und Weberei, die 1957 schloss, und ab 1964 die Kunststoffverpackung. Heute gehört der Betrieb zu einem finnischen Konzern, produziert Kartonagen und zählt nach Darstellung der Ortsgemeinde zu den größten Arbeitgebern der Region. Der Ortsteil Alf-Fabrik heißt nach ihm.
Die Einwohnerzahl erzählt dieselbe Geschichte rückwärts: 1905 lebten hier 1.700 Menschen, 1953 noch fast 1.500, heute rund 850. Der Ortsname selbst ist älter als all das. Er stammt vom Alfbach, der bei Hörscheid in der Eifel entspringt und nach 52 Kilometern in die Mosel mündet; das keltische Wort dahinter bedeutet „sumpfiger Fluss“ und steckt auch in der Elbe. 963 taucht der Ort in einer Urkunde als „Eilba“ auf.
Hinauf zum Prinzenkopfturm, hinunter zum Barfußpfad
Vom Dorf führt ein Waldweg hinauf zum Prinzenkopfturm. Von dort sieht man den Fluss, der zwischen Alf und Pünderich eine Wendung um fast 180 Grad macht. Als Ziele nennt die Ortsgemeinde außerdem vier Schutzhütten und Aussichtspunkte: Antoniushütte, Dünwaldhütte, Leofelsen und Sollighütte. Einkehren lässt sich unterwegs an der Drieschhütte auf dem Reiler Hals, zwischen Marienburg, Prinzenkopfturm und Reil.
Unten im Ort steht ein kleiner Barfußpfad am Tretbecken. Das ist kein Ausflugsziel für einen halben Tag, aber es liegt auf dem Weg zurück.
Angeln, Zelten, Campen
Angelscheine für die Mosel gibt es bei der Zeller Land Tourismus GmbH in der Balduinstraße 44 in Zell, Telefon 06542 96220. Der Tagesschein kostet 8 Euro, die Wochenkarte 19 Euro, der Jahresschein für die Stauhaltung 49 Euro und der Gesamtmoselschein 109 Euro (Stand August 2026). Für den Alfbach ist der Moselcampingplatz zuständig, Telefon 06542 9691728: Tageskarte 10 Euro für Erwachsene, 8 Euro für Kinder bis 14 Jahre.
Damit kostet ein Tag am kleinen Alfbach zwei Euro mehr als ein Tag am großen Fluss. Für einen einzelnen Nachmittag ist der Moselschein die günstigere Wahl; ab dem dritten Tag im Jahr lohnt die Wochenkarte, und wer regelmäßig kommt, fährt mit dem Stauhaltungsschein besser als mit dem Gesamtmoselschein, solange er in der Gegend bleibt.
Der Moselcampingplatz Alf liegt Am Mühlenteich 37 am Ufer des Alfbachs und am Fuß der Burg. Er hat rund 100 befestigte Stellplätze für Zelte, Wohnmobile und Wohnwagen. Geöffnet ist von 8 bis 22 Uhr; außerhalb dieser Zeiten läuft die Anmeldung über einen Automaten. Weitere Plätze in der Umgebung stehen im Überblick der Campingplätze im Kreis.
Für Gruppen betreibt die Ortsgemeinde drei Jugendzeltlagerplätze: Buchental, Kaulet und Aue. Die Nutzung braucht eine ausdrückliche Genehmigung der Gemeinde, die auch Ort und Dauer festlegt, und eine Ausfertigung davon muss im Lager liegen. Buchental hat einen Stromanschluss mit höchstens 10 kW zu 0,50 Euro je Kilowattstunde, Kaulet eine Feuerstelle. Die Plätze liegen im Landschaftsschutzgebiet: Trink- und Brauchwasser kommt aus der Leitung, nicht aus dem Üßbach, und die Hanglagen oberhalb der Plätze sind wegen Erosionsgefahr gesperrt. Feuerholz aus dem umliegenden Wald zu sammeln ist nicht erlaubt.
Auskunft zum Ort gibt die Touristinformation Am Ferdinand-Remy-Platz 7 unter 06542 2419.
Quellen: Ortsgemeinde Alf, Stand 1. August 2026.
Wann fährt die Fähre zwischen Alf und Bullay?
Von März bis Oktober. Von Mai bis September montags bis donnerstags 8 bis 18 Uhr, freitags bis 19 Uhr, samstags, sonntags und feiertags 10 bis 19 Uhr. Im März und April ist mittwochs Ruhetag, im März zusätzlich samstags. Täglich von 12 bis 12.30 Uhr Mittagspause. Fahrräder werden mitgenommen.
Wie kommt man mit der Bahn nach Alf?
Über den Bahnhof Bullay auf der gegenüberliegenden Moselseite. Von dort geht es mit der Personenfähre über den Fluss. Cochem und Traben-Trarbach sind ab Bullay in rund zehn Minuten erreichbar.
Wann hat das Heimatmuseum in Alf geöffnet?
Von Mai bis Oktober samstags von 16 bis 18 Uhr, der Eintritt ist kostenlos. Das Museum sitzt in der früheren Dorfschule im historischen Ortskern.
Kann man auf Burg Arras übernachten?
Ja. Die Burg ist in Privatbesitz und beherbergt nach Angaben der Ortsgemeinde das einzige Burghotel an der Mosel, dazu ein Restaurant und ein Museum mit einer Grafiksammlung zum Mosellauf und einer Gedenkstätte für Heinrich Lübke.
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