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Ausflugsziele & Sehenswürdigkeiten

Bad Bertrich: Sehenswürdigkeiten mit Preisen und Zeiten 2026

 · 10 Min. Lesezeit

Blick von einem Waldhang hinunter auf Bad Bertrich im Üssbachtal: Kurhäuser zwischen steilen bewaldeten Hängen
Foto: H.Helmlechner, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Bad Bertrich liegt in einem rund 200 Meter tiefen Seitental der Mosel; sein Heilwasser tritt mit 32 °C aus, nach Angabe der Ortsgemeinde in Deutschlands einziger Glaubersalztherme.
  • Die Tageskarte der Vulkaneifel Therme kostet 16,50 Euro für Erwachsene, mit Gästekarte 15,00 Euro. Die Gästekarte verschiebt außerdem die gesamte Preisstaffel um eine Stunde nach oben.
  • Zwei Wanderwege führen zu den bekanntesten Naturzielen, und sie sind sehr ungleich: zur Elfengrotte sind es 2,4 Kilometer und 43 Höhenmeter, zum Klidinger Wasserfall 13,3 Kilometer und 474 Höhenmeter.
  • Der Ortskern ist verkehrsberuhigt. Geparkt wird an den Ortseingängen Ost und West, die Therme hat eine eigene Zufahrt zwischen den Tunneln Diana und Apollo.

Bad Bertrich ist der Sonderfall im Kreis Cochem-Zell. Der Ort liegt nicht an der Mosel, sondern in einem 200 Meter tiefen Seitental, dem Üssbachtal, gehört geologisch zur südlichen Vulkaneifel und wird touristisch vom GesundLand Vulkaneifel vermarktet. Entsprechend anders sieht auch die Liste dessen aus, was man sich hier ansieht: kein Burgberg über dem Fluss, sondern eine Therme, ein Kurgarten und zwei Wege in eine vulkanische Landschaft.

Vulkaneifel Therme: Preise, Zeiten und der Rechenvorteil der Gästekarte

Das Heilwasser kommt aus über 2.000 Metern Tiefe und tritt mit 32 °C aus. Es ist eine Glaubersalztherme, und nach Angabe der Ortsgemeinde die einzige in Deutschland. Die Therme selbst hat über 500 Quadratmeter Wasserfläche innen und außen; dazu kommen sechs Saunen zwischen 50 und 100 °C sowie ein Dampfbad. Im Innenbereich sind das Schiefersauna (90 °C), Lavalichtsauna (60 °C) und Dampfbad (50 °C), draußen Vulkansauna (100 °C), Eifelhütte und Panoramasauna (je 90 °C) und die Vulcanusschmiede (80 °C).

Die Eintrittspreise für Erwachsene, Stand Juli 2026:

Dauer Therme Therme & Sauna Therme mit Gästekarte
2 Stunden 12,00 € 23,00 €
3 Stunden 13,50 € 12,00 €
4 Stunden 15,00 € 13,50 €
Tageskarte 16,50 € 28,00 € 15,00 €

Der interessante Teil steht in der dritten Spalte. Die Gästekarte ist keine Rabattkarte, die man kaufen kann, sondern der Nachweis über den Gästebeitrag, den jeder Übernachtungsgast ohnehin zahlt. Wer sie hat, zahlt für drei Stunden das, was ein Tagesgast für zwei zahlt: Die komplette Staffel rutscht um eine Stunde. Auf die Tageskarte gerechnet sind es 1,50 Euro Ersparnis, auf die Stundenkarten bis zu eine ganze Stunde Badezeit. Denselben Tarif bekommt, wer einen Schwerbehindertenausweis mit einem Grad der Behinderung von 80 vorlegt.

Kinder von 3 bis 16 Jahren zahlen 9,00 Euro für zwei Stunden und 12,00 Euro für die Tageskarte. Unter drei Jahren kommt niemand hinein, das ist eine Zutrittsregel und keine Preisfrage; Jugendliche unter 14 nur in Begleitung eines Erwachsenen. Die Familienkarte für einen Erwachsenen und ein Kind kostet 20,50 Euro für zwei Stunden, für zwei Erwachsene und ein Kind 31,50 Euro, jedes weitere Familienmitglied bis 16 Jahre 7,50 Euro.

Geöffnet ist die Therme täglich von 9 bis 22 Uhr. Die Sauna zieht montags bis donnerstags erst um 11 Uhr nach, freitags bis sonntags und feiertags öffnet sie zeitgleich um 9 Uhr. Wichtig für die Tagesplanung: Kassenschluss und letzter Einlass liegen eine Stunde vor Betriebsende, das Badeende 20 Minuten davor. Eine Tageskarte endet also praktisch um 21.40 Uhr. Wassergymnastik unter Anleitung gibt es montags bis freitags um 9.30 und 13.30 Uhr, samstags um 9.30 Uhr, und sie ist im Thermeneintritt enthalten. Bademantel (6,00 €), Handtuch (4,00 €) und Saunatuch (4,50 €) lassen sich leihen. Parkplätze gibt es rund 250; mit einem Stundentarif sind zwei Stunden frei, mit der Tageskarte der ganze Tag.

Elfengrotte und Klidinger Wasserfall: zwei sehr ungleiche Wege

Die Elfengrotte, örtlich Käsegrotte genannt, ist ein eingetragenes Naturdenkmal am Ortsrand. Sie entstand, als Basaltlava aus den umliegenden Vulkanen in das Elbesbachtal floss; beim Erkalten erstarrte die Lava zu Säulen, in denen sich horizontale Spannungsrisse bildeten. Die Verwitterung machte daraus etwas, das aussieht wie aufeinandergestapelte Käselaibe. Direkt dahinter stürzt der Elbesbach-Wasserfall in ein Becken.

Der Weg dorthin ist die HeimatSpur Spazierweg Elfengrotte: 2,4 Kilometer, 43 Höhenmeter, 45 Minuten reine Gehzeit, als leicht eingestuft. Die Grotte liegt bei Kilometer 1,2, der Wasserfall bei 1,3. Mit Kinderwagen ist die Grotte erreichbar, allerdings nicht auf dem Rundweg: Man folgt dem Spazierweg bis zum Restaurant Elfenmühle und geht dort an der Straße weiter bis zu einer Brücke über den Üssbach.

Der zweite bekannte Weg trägt einen Titel, der in die Irre führen kann. Die HeimatSpur Wasserfall-Erlebnisroute wurde vom Wandermagazin 2023 zu „Deutschlands schönstem Wanderweg“ in der Kategorie Tagestouren gewählt. Sie ist aber 13,3 Kilometer lang, hat 474 Höhenmeter im Auf- und Abstieg und ist als schwer bis sehr schwer eingestuft, mit rund viereinhalb Stunden Gehzeit. Ziel ist der Klidinger Wasserfall, mit 28 Metern der höchste der Eifel. Und auch der liegt nicht am Weg: Er ist nur über einen Abstecher erreichbar, der auf demselben Weg zurückführt. Start und Ziel sind die GesundLand Tourist Information in der Kurfürstenstraße 32.

Insgesamt führt die Ortsgemeinde sechs HeimatSpuren rund um den Kurort auf, darunter die Geo-Route, den Kurschattensteig und den Erlebnisweg Ritter-Räuber-Römer. Geführte Wanderungen gibt es donnerstags, samstags und sonntags, in den Sommermonaten zusätzlich Abendwanderungen. Die Routen an der Mosel selbst stehen im Überblick der Wanderwege an der Mosel.

Römerkessel: sieben Themengärten, und einer davon hat Stufen

Der Landschaftstherapeutische Park Römerkessel wird vom GesundLand Vulkaneifel als erster seiner Art in Europa geführt. Er besteht aus sieben Themengärten: Kräutergarten, Entspannungsgarten, Stiller Garten, Lavagarten, Bewegungsgarten, Terrassengarten und Fürstengarten. Durch das Gelände laufen zusätzlich ein Venenpfad und ein Diabetespfad. Die öffentlichen Toiletten im Park sind täglich geöffnet, jahreszeitlich und witterungsbedingt aber geschlossen.

Der Park ist unter „Barrierefreiheit geprüft“ zertifiziert, im Zeitraum 1. Juni 2025 bis 31. Mai 2028, und die Angaben dazu sind ungewöhnlich ehrlich. Fünf Behindertenparkplätze, stufenloser Zugang, ein Hauptweg mit höchstens 2 Prozent Längsneigung, Wege mindestens 90 Zentimeter breit, zwei behindertengerechte öffentliche WCs. Zwei Einschränkungen stehen ausdrücklich dabei: Der Stille Garten ist nur über Stufen erreichbar, und auf dem Spielplatz gibt es kein Gerät, das für Rollstuhlfahrer nutzbar wäre. Ein Informationsangebot in Leichter Sprache fehlt, ein farbliches Leitsystem ebenfalls.

Was vom Staatsbad übrig ist

Die Römer kannten die Quelle schon: Der Vicus Bertriacum war ein Kurort, bis sie sich nach Darstellung der Ortsgemeinde wegen der Germaneneinfälle zurückzogen. Urkundlich erwähnt wird Bertriacum erstmals 1097, in einer Besitzurkunde des Trierer Erzbischofs Egilbert. Am 24. Oktober 1476 ging das Bad in den Besitz von Kurtrier über und wurde Staatsbad, blieb es aber nicht durchgehend: 1657 verkaufte Kurfürst Carl Caspar von der Leyen es für 320 Gulden an die Gemeinden Bertrich und Kennfus, 1762 kaufte Kurfürst Johann von Walderdorff es für einen Jahreszins von 20 Gulden zurück. 1815 wurde Bad Bertrich im Rahmen des Wiener Kongresses preußisches Staatsbad, 1947 rheinland-pfälzisches. Alexander von Humboldt kam 1845, analysierte das Wasser und nannte den Ort „das milde Karlsbad“.

Zwei Gebäude aus dieser Zeit stehen heute noch. Das Kurfürstliche Schlösschen ließ der letzte Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus 1785 bis 1787 als Sommer- und Jagdresidenz bauen, nach Plänen des Koblenzer Hofbaumeisters Andreas Gaertner und für 11.700 Thaler; im Erdgeschoss lagen 14 Badekabinen. Die Räume wurden 1987 nach Originalbefund restauriert und sind seit 1990 als schutzwürdiges Kulturgut beurkundet. Im Festsaal wurde 1888 der Eifelverein gegründet.

Das Kursaalgebäude von 1928 ist der späte Nachfolger eines Hauses, das eine Katastrophe wegriss. Am 6. Februar 1865 um 10 Uhr vormittags riss ein Bergsturz des Palmbergs das erst 1851 errichtete Badehaus weg. Der damalige Badeinspektor Carl Wilhelm Steffens hatte vor dem Bau an dieser Stelle gewarnt; er starb ein halbes Jahr nach dem Bergsturz, sein Grab liegt an der evangelischen Kirche im Römerkessel. Die Bauarbeiten begannen im Februar 2020, kosteten am Ende mehr als zwei Millionen Euro, und im Frühjahr 2022 wurde der Kursaal wiedereröffnet, mit einer Kapazität von 500 statt 200 Gästen. Im Keller sind seither zwei der ehemals zwölf historischen Badewannen zu sehen. Sie stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, nicht aus der Römerzeit, und die Ortsgruppe Bad Bertrich des Eifelvereins erklärt bei Führungen, warum das immer wieder verwechselt wird.

Der Clara-Viebig-Pavillon in der Kurfürstenstraße 21 erinnert an die Eifeldichterin, die zwischen 1902 und 1930 regelmäßig mehrere Wochen im Jahr hier verbrachte. Er ist nach Angabe des GesundLand Vulkaneifel (Stand 2024) nur zu den Lesungen geöffnet, und dafür ist eine Anmeldung nötig. Spontan hineinschauen lässt sich also nicht.

Anfahrt, Parken, Gästebeitrag

Von der A 48 geht es an der Ausfahrt Laubach ab und über Alflen, Lutzerath und Kennfus in den Ort, von der A 1 an der Ausfahrt Hasborn über Oberscheidweiler und Hontheim, von der A 61 an der Ausfahrt Rheinböllen über Kirchberg, Zell und Alf. Auf eine Umleitung ab dem 8. Juni weist die Ortsgemeinde ausdrücklich hin; wie lange sie gilt, steht dort nicht. Für die Anreise ohne Auto stellt sie die Fahrpläne der Buslinien 750, 795 und 716 bereit.

Der Ort ist verkehrsberuhigt. Wer nicht direkt zur Unterkunft muss, stellt das Auto an den Parkplätzen an den Ortseingängen Ost oder West ab und geht zu Fuß weiter. Die Vulkaneifel Therme hat eine eigene Zufahrt zwischen den Tunneln Diana und Apollo.

Der Gästebeitrag beträgt ganzjährig 2,20 Euro pro Person ab 18 Jahren im Kurgebiet A, also in Bad Bertrich selbst, und 1,50 Euro im Kurgebiet B in Kennfus. An- und Abreisetag zählen zusammen als ein Tag, im Kalenderjahr sind höchstens 66,00 Euro je Person fällig. Kinder bis 18 Jahre und Menschen mit einer Schwerbehinderung von 100 Prozent sind befreit. Eine örtliche Eigenheit zum Schluss: In Bad Bertricher Betrieben wird neben dem Euro auch der Bertricus-Taler angenommen, eine Münze im Gegenwert von 2 Euro. Alle Preise und Zeiten stammen von den Seiten der Ortsgemeinde, der Vulkaneifel Therme und des GesundLand Vulkaneifel, Stand Juli 2026. Weitere Ziele im Kreis stehen in der Übersicht der Ausflugsziele an der Mosel, Touren rund um die Kreisstadt unter Wandern in Cochem.

Was kostet der Eintritt in die Vulkaneifel Therme in Bad Bertrich?

Erwachsene zahlen 12,00 Euro für zwei Stunden und 16,50 Euro für die Tageskarte, mit Sauna 23,00 beziehungsweise 28,00 Euro. Mit Gästekarte kostet die Tageskarte 15,00 Euro. Kinder von 3 bis 16 Jahren zahlen 9,00 Euro für zwei Stunden und 12,00 Euro für den Tag. Stand Juli 2026.

Wie lange dauert der Weg zur Elfengrotte?

Die HeimatSpur Spazierweg Elfengrotte ist 2,4 Kilometer lang, hat 43 Höhenmeter und wird mit 45 Minuten Gehzeit angegeben. Die Grotte liegt bei Kilometer 1,2, der Elbesbach-Wasserfall unmittelbar dahinter.

Wie kommt man mit dem Auto nach Bad Bertrich?

Über die A 48 (Ausfahrt Laubach), die A 1 (Ausfahrt Hasborn) oder die A 61 (Ausfahrt Rheinböllen). Die Ortsgemeinde weist auf eine Umleitung ab dem 8. Juni hin. Der Ortskern ist verkehrsberuhigt, geparkt wird an den Ortseingängen Ost und West; die Therme hat eine eigene Zufahrt zwischen den Tunneln Diana und Apollo.

Was kostet der Gästebeitrag in Bad Bertrich?

2,20 Euro pro Person ab 18 Jahren und Tag im Kurgebiet A, 1,50 Euro im Kurgebiet B (Kennfus). Höchstens 66,00 Euro je Person im Kalenderjahr; Kinder bis 18 Jahre sind befreit.