Schwimmen in der Mosel: erlaubt, aber nicht empfohlen
· 8 Min. Lesezeit

Kurzzusammenfassung
- Ein allgemeines Badeverbot für die Mosel gibt es nicht. Die Landesregierung sieht „keine zwingende Erfordernis, das Baden zu verbieten oder den Gemeingebrauch in sonstiger Weise einzuschränken“.
- Empfohlen wird es trotzdem nicht: Rheinland-Pfalz rät zum Baden ausschließlich in stehenden Gewässern, weil in jeden Fluss des Landes Kläranlagen einleiten.
- Im Badegewässeratlas des Landes steht kein einziges Gewässer aus dem Kreis Cochem-Zell und kein einziger Fluss.
- Die drei Freibäder der Verbandsgemeinde Cochem und das Hallen-Wellenbad gehören alle demselben Betreiber; die Tageskarte im Freibad kostet 6,50 Euro.
Die Antwort auf die Frage, ob man in der Mosel schwimmen darf, fällt in zwei Teile, und der zweite ist der interessantere. Verboten ist es nicht. Für den Verkehr auf der Mosel regelt seit 1962 die Moselkommission als Organ der drei Anliegerstaaten die Moselschifffahrtspolizeiverordnung; die Mosel gilt ihr als internationale Wasserstraße. Deren elf Kapitel handeln von Kennzeichen, Schallzeichen, Fahrregeln, Stillliegen, Hochwasser und Gewässerschutz. Ein Kapitel oder Paragraf zum Baden ist in der Übersicht der Verordnung nicht verzeichnet. Sie richtet sich an Fahrzeuge, nicht an Schwimmer.
Was das Land dazu sagt, und warum es das so sagt
Deutlicher wird das Land Rheinland-Pfalz. Im Badegewässeratlas steht die Position der Landesregierung wörtlich: In Rheinland-Pfalz gebe es Flüsse, die keine Badegewässer im Sinne der EG-Badegewässerrichtlinie darstellen; die Landesregierung gehe davon aus, dass die Bürger sich darüber im Klaren seien, dass die Gewässer nicht abwasserfrei und in hygienischer Hinsicht nicht in jedem Fall unbedenklich sind. Es könne deshalb angenommen werden, dass Badende und Wassersportler die Aufnahme von Wasser tunlichst vermeiden. Unter dieser Voraussetzung bestehe aus Gründen der Volksgesundheit keine zwingende Erfordernis, das Baden zu verbieten.
Das ist keine Empfehlung, sondern deren Gegenteil in Verwaltungsdeutsch. An anderer Stelle sagt derselbe Atlas es direkt: Das Land empfiehlt das Baden lediglich in stehenden Gewässern. Der Grund ist banal und gilt landesweit. In alle Flüsse, die zum Baden in Betracht kämen, werden Abläufe von Kläranlagen eingeleitet; es gebe in Rheinland-Pfalz keinen Haushalt, dessen Abwässer nicht über eine Kläranlage in irgendein Fließgewässer gelangen.
Untersucht wird die Mosel trotzdem. Das Land führt an Rhein, Mosel, Sauer, Our, Ahr, Wied und Lahn dasselbe Überwachungsprogramm durch wie an den gemeldeten Badeseen. Die Proben werden bevorzugt an Campingplätzen genommen, die nahe am Flussufer liegen.
Kein Badegewässer im Kreis, und kein Fluss im ganzen Atlas
Der Badegewässeratlas listet die gemeldeten Gewässer nach Regionen. Für die Eifel sind es sieben: Gemündener Maar, Laacher See, Meerfelder Maar, Pulvermaar, Schalkenmehrener Maar, Waldsee Kruft und Waldsee Rieden. Für den Hunsrück drei: Freibad Simmern, Triolago in Riol und Waldsee Argenthal. Keines davon liegt im Kreis Cochem-Zell.
Zwei Dinge fallen an der Gesamtliste auf. Erstens taucht in keiner der Regionen ein Fluss auf, auch nicht der Rhein. Es sind Seen, Weiher, Baggerseen, Maare und zwei Freibäder. Zweitens ist die Badesaison, in der das Land Messwerte veröffentlicht, gesetzlich auf den 1. Juni bis 31. August festgelegt. Ab September stehen deshalb selbst für die offiziellen Seen keine aktuellen Zahlen mehr im Netz.
Zu den Risiken nennt das Land nicht die Schifffahrt, sondern das, was auch an flachen Seen passiert: Bodenunebenheiten und Uferabstürze, das Überschätzen der eigenen Kräfte beim Hinausschwimmen, ein Wadenkrampf, der Kopfsprung an unbekannter Stelle ins trübe Wasser, der erhitzte Sprung nach Sonnenbad oder Alkohol. 2023 sind in Rheinland-Pfalz nach Auskunft der DLRG mindestens zehn Menschen ertrunken, ebenso viele wie 2022.
Die Bäder im Kreis gehören alle einem Haus
Wer im Kreis Cochem-Zell in ein Becken will, landet fast zwangsläufig bei der Freizeitzentrum Cochem Betriebs-GmbH in der Moritzburger Straße 1. Sie betreibt das Hallen-Wellen-Erlebnisbad mit Kinderland in Cochem und alle drei Freibäder der Verbandsgemeinde Cochem.
| Bad | Hauptbecken | Dazu | Telefon |
|---|---|---|---|
| Freibad Moselbad Cochem | 50-m-Becken mit Sprunganlage | Nichtschwimmer- und Kinderplanschbecken, Riesenrutsche, Beachvolleyball | 02671 97990 |
| Familien-Freibad Ellenz-Poltersdorf | 25-m-Becken mit Sprungturm | Nichtschwimmer- und Kinderplanschbecken, Torwandschießen, Tischtennis, Federball | 02673 1642 |
| Spiel- und Spaßbad Treis-Karden | 25-m-Becken | 40-m-Rutschbahn, Wasserpilz, Strömungskanal mit Sprühdüsen, zwei Wasserkanonen, Kleinkinderbecken | 02672 7331 |
Die Preise sind in allen drei Freibädern gleich: Tageskarte 6,50 Euro für Erwachsene, 4,50 Euro für Kinder und Jugendliche, 23,00 Euro für die Familienkarte. Die Zehnerkarte kostet 58,00 beziehungsweise 38,00 Euro, die Familiensaisonkarte 150,00 Euro. Kinder unter drei Jahren sind immer frei, an ihrem Geburtstag haben Kinder und Jugendliche freien Eintritt. Im Hallenbad gilt eine Zeitstaffel: zwei Stunden 6,50 Euro, drei Stunden 8,00 Euro, Tageskarte 12,00 Euro, für Kinder und Jugendliche 4,20, 5,70 und 8,70 Euro, die Familientageskarte 35,00 Euro. Stand ist der 15. September 2026.
Das Ellenzer Bad liegt mitten in den Weinbergen und wird mit einer Solarabsorberanlage beheizt. In Treis-Karden zielt die Anlage erkennbar auf jüngere Kinder, in Cochem auf Bahnenschwimmer; ein 50-Meter-Becken hat unter den drei Bädern nur das Cochemer.
Die Freibadsaison beginnt nach Angaben des Betreibers in der Vorsaison Ende Mai und geht in die Hauptsaison ab den rheinland-pfälzischen Sommerferien. Für das Freibad Cochem steht auf der Öffnungszeitenseite bereits „geschlossen“; bei Ellenz-Poltersdorf und Treis-Karden ist das Statusfeld leer. Die Tagesübersicht auf der Startseite desselben Betreibers endet am Donnerstag, dem 3. September. Ein Anruf vor der Fahrt kostet deshalb weniger als die Fahrt selbst, und die Nummern stehen oben in der Tabelle.
Das Hallenbad hat außerhalb der rheinland-pfälzischen Ferien montags geschlossen, dienstags und donnerstags von 10 bis 20 Uhr, mittwochs von 14 bis 20 Uhr, freitags bis 21 Uhr und am Wochenende von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Freitags ab 18 Uhr läuft sportliches Schwimmen ohne Wellenbetrieb. Kassenschluss ist eine Stunde, Badeschluss eine halbe Stunde vor Betriebsschluss, und an Werktagen kann Schulschwimmen den Betrieb einschränken.
Im Zeller Land fehlt das Bad seit über zwei Jahren
Die andere Hälfte des Kreises steht seit dem 1. Mai 2024 ohne Bad da. An diesem Tag wurde das Erlebnisbad Zeller Land geschlossen, seither wird gebaut. Aus dem Ursprungsbau von 1970 bleibt das 25-Meter-Becken erhalten; dazu kommen in der Halle ein Lehrschwimmbecken und ein Planschbecken, draußen ein zweites 25-Meter-Becken, ein naturnaher Wasserspielplatz und eine Riesenrutsche mit eigenem Landebecken. Geheizt wird künftig mit einer Flusswasser-Wärmepumpe, auf den Flachdächern liegt Photovoltaik, und barrierefrei soll das Bad innen wie außen sein.
Bezahlt wird das aus drei Fördertöpfen und der eigenen Kasse: 6 Millionen Euro vom Bund aus dem Programm für kommunale Sport-, Jugend- und Kultureinrichtungen, 1,12 Millionen Euro vom Land aus der Sportanlagenförderung 2024, 25.000 Euro vom Landkreis Cochem-Zell. Bei der Verbandsgemeinde Zell bleiben rund 17,6 Millionen Euro. Ein Eröffnungsdatum nennt die Projektseite der Verbandsgemeinde nicht; ihre Baudokumentation endet im Juli 2026.
Was sich im September noch lohnt
Für die nächsten Wochen ist die Sache eindeutig: Von den Bädern des Kreises hat im September verlässlich nur das Hallen-Wellenbad in Cochem geöffnet. Mit 6,50 Euro für zwei Stunden ist es zugleich die günstige Variante, solange man nicht den ganzen Tag bleibt. Was dort drin ist, steht im Beitrag zum Moselbad Cochem.
Warm statt sportlich geht es in der Vulkaneifel Therme in Bad Bertrich, deren Thermalwasser von der Jahreszeit unabhängig ist; sie steht zusammen mit den übrigen Ausflugszielen an der Mosel im Kreisüberblick. Und für den Sprung in die Mosel selbst gilt, was die Landesregierung in ihrem eigenen Papier zwischen den Zeilen sagt: Sie verbietet ihn nicht, sie geht nur davon aus, dass dabei niemand Wasser schluckt.
Angaben nach dem Badegewässeratlas Rheinland-Pfalz, den Seiten des Freizeitzentrums Cochem, der Projektseite der Verbandsgemeinde Zell und dem Verordnungsverzeichnis von ELWIS, alle abgerufen am 15. September 2026.
Ist das Schwimmen in der Mosel verboten?
Nein. Die Landesregierung Rheinland-Pfalz sieht keine zwingende Erfordernis, das Baden zu verbieten oder den Gemeingebrauch einzuschränken. Die Moselschifffahrtspolizeiverordnung führt in ihrer Kapitelübersicht keinen Paragrafen zum Baden; sie regelt den Verkehr der Fahrzeuge. Örtliche Verbotsschilder an einzelnen Uferabschnitten sind davon unberührt.
Gibt es im Kreis Cochem-Zell ein offizielles Badegewässer?
Nein. Der Badegewässeratlas Rheinland-Pfalz führt für die Eifel sieben und für den Hunsrück drei Gewässer, keines davon im Kreis. Im ganzen Atlas steht kein Fluss, sondern nur Seen, Weiher, Maare und zwei Freibäder.
Welche Freibäder gibt es im Kreis Cochem-Zell?
Drei betreibt das Freizeitzentrum Cochem, alle in der Verbandsgemeinde Cochem: das Freibad des Moselbades in Cochem, das Familien-Freibad Ellenz-Poltersdorf und das Spiel- und Spaßbad Treis-Karden. Die Tageskarte kostet überall 6,50 Euro für Erwachsene und 4,50 Euro für Kinder und Jugendliche.
Wann öffnet das neue Bad in Zell wieder?
Das Erlebnisbad Zeller Land ist seit dem 1. Mai 2024 geschlossen und wird neu gebaut. Ein Eröffnungsdatum nennt die Projektseite der Verbandsgemeinde Zell nicht; ihre Baudokumentation reicht bis Juli 2026.
- #Mosel
- #Baden
- #Cochem-Zell