Beilstein an der Mosel: Burgruine, Ortskern und Anreise
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Kurzzusammenfassung
- Die Burgruine Metternich über dem Ort ist vom 2. April bis 31. Oktober 2026 dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet und kostet Erwachsene 3 Euro, Kinder von 7 bis 16 Jahren 1 Euro; montags ist Ruhetag.
- Einen eigenen Bahnhalt gibt es nicht. Wer ohne Auto anreist, nimmt die Fähre aus Ellenz-Poltersdorf oder das Schiff ab Cochem.
- Der historische Ortskern steht als Ganzes unter Denkmalschutz; das übrige Programm liegt darüber, auf dem Burgberg und auf dem Rammerberg.
Beilstein an der Mosel besteht im Kern aus einer Häuserzeile am Wasser, einem Marktplatz, einem Klosterberg und einer Burgruine darüber. Der Ortskern ist überschaubar, und daraus ergibt sich die häufigste Fehlplanung: Die Anfahrt dauert leicht länger als der Rundgang, wenn man nicht weiß, was noch dazugehört.
Burgruine Metternich: Preise, Zeiten und der Montag
Die Burg über dem Ort ist seit rund 60 Jahren in Familienbesitz und wird zusammen mit dem angeschlossenen Hotel betrieben. Die Saison 2026 läuft laut Betreiber vom 2. April bis 31. Oktober, geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17:30 Uhr. Montag ist Ruhetag. Das ist der einzige Punkt, an dem eine Tagesplanung hier wirklich scheitern kann, denn ohne die Burg bleibt vom Programm nur der Ortskern übrig.
| Ticket | Preis |
|---|---|
| Erwachsene | 3,00 € |
| Rentner und Studenten | 2,50 € |
| Gruppen ab 10 Personen | 2,50 € |
| Kinder 7–16 Jahre | 1,00 € |
Gäste des zugehörigen Hotels kommen ohne Eintritt hinein. Die Burgküche auf der Panoramaterrasse arbeitet in einem engeren Fenster als die Anlage selbst, nämlich von 11:30 bis 17 Uhr. Wer um halb sechs oben steht, sieht die Aussicht, bekommt aber nichts mehr. Was sich in der Ruine begehen lässt und wie die Anlage gebaut ist, steht ausführlich in Burg Metternich in Beilstein. Wie sich der Eintritt zu den übrigen Burgen der Umgebung verhält, steht in der Übersicht der Ausflugsziele an der Mosel.
Der Kern der Anlage ist ein fünfseitiger Bergfried von 25 Metern Höhe, dessen Spitze zur Angriffsseite im Süden zeigt und der nach Darstellung des Betreibers schon im 12. Jahrhundert erbaut sein dürfte. Beilstein war eine Ganerbenburg: Mehrere Zweige der Familie Winneburg bewohnten die Anlage gleichzeitig und errichteten jeweils eigene Wohngebäude, teilweise mit eigenen Zugängen. Befestigt wurde deshalb vor allem, was angreifbar war. Am 2. Februar 1689 zerstörten französische Truppen unter Graf Montalt die Burg. Erhalten sind unter anderem der Bergfried, gewölbte Keller des Westbaus und die Südwand des Ostbaus mit ihrem Kamin.
Warum der Ort „Dornröschen der Mosel“ heißt
Der Beiname klingt nach Romantik, beschreibt aber einen wirtschaftlichen Stillstand. Beilstein bekam im Oktober 1316 von König Ludwig IV. das Marktrecht verliehen, 1322 wurde der dienstägliche Wochenmarkt vom Moselufer ins Ortsinnere verlegt. 1637 fiel die Herrschaft an die Herren von Metternich, die dem Armutsorden der unbeschuhten Karmeliten die Niederlassung erlaubten. 1794 besetzten französische Revolutionstruppen das linke Rheinland, die Metternich’schen Besitzungen fielen an den französischen Staat, und der Ort verlor seine Funktion als Herrschaftssitz. Was danach nicht mehr gebaut wurde, steht heute unter Denkmalschutz.
Zwei spätere Eingriffe haben das Ortsbild stärker verändert als alles zwischen 1689 und 1900: Mit der Fertigstellung der Moselstaustufen bis 1964 stieg der Pegel vor Beilstein um etwa drei Meter, und 1975/76 nahm eine Umgehungsstraße den Autoverkehr aus der Bachstraße. Das Postkartenmotiv von heute ist also jünger, als es aussieht.
Zur Ortsgeschichte gehört auch, was verschwunden ist. Die israelitische Gemeinde bestand rund 600 Jahre und löste sich 1925 durch Wegzüge, Emigration und Todesfälle auf; die Synagoge in der Weingasse war zu diesem Zeitpunkt bereits an eine Beilsteiner Familie verkauft und überstand die Pogromnacht 1938 deshalb unbeschadet. Der Kolonialwarenladen der letzten jüdischen Familie am Marktplatz wurde im November und Dezember 1938 zwangsenteignet. Für den jüdischen Friedhof nennt die Ortschronik als älteste nachweisbare Grablegung das Jahr 1818.
Zweimal war der Ort Filmkulisse: 1936 für „Wenn wir alle Engel wären“ mit Heinz Rühmann, 1998 für die mehrteilige BBC-Verfilmung von „Vanity Fair“. Seither, so die Ortsgemeinde, wurde kein Spielfilm mehr hier gedreht.
Klosterkirche, Zehnthaus, Stadtführung
Das ehemalige Karmeliterkloster steht auf dem Rammerberg über dem Ort. Der Grundstein für das Klostergebäude wurde 1686 gelegt, bezogen wurde es 1692; der Bau der Klosterkirche St. Josef begann 1691, die Arbeiten an der Innenbemalung und an der Balthasar-König-Orgel zogen sich bis in die 1750er Jahre. Die Pfarrkirche am Marktplatz entstand 1732 bis 1736 unter Verwendung älterer Bauteile ihrer Vorgängerin.
Am Marktplatz liegt außerdem der Zehnthauskeller, den die Ortsgemeinde auf 1574 datiert und als eines der besterhaltenen Zehnthäuser bezeichnet. Seit 1795 gehört er der Familie Lipmann, die im selben Jahr vom französischen Staat die ehemalige fürstgräfliche Kellnerei erwarb, die frühere Finanzverwaltung der Metternichs, und darin ein Weingut mit Gasthaus einrichtete. Der Gewölbekeller ist heute Weinlokal und laut Betreiber täglich von 12 bis 22 Uhr geöffnet, montags eingeschlossen. Das macht ihn zur Ausweichlösung für den Ruhetag der Burg. Für historische Stadtführungen durch 700 Jahre Beilsteiner Geschichte nennt die Ortsgemeinde die Rufnummer 02673 900050.
Anreise: Fähre, Schiff und Rad, aber keine Bahn
Für die Bahnanreise verweist die Ortsgemeinde auf die Regiostrecke Cochem–Trier mit Halten in Cochem, Bullay und im Eller Ortsteil von Ediger-Eller; einen Halt im Ort selbst führt sie nicht auf. Für die letzten Kilometer bleiben drei Wege:
- Fähre aus Ellenz-Poltersdorf. Betrieben von der Personenschifffahrt Kolb, von Ostern bis Ende Oktober täglich von 9 bis 12 und von 13 bis 18 Uhr. Die einstündige Mittagspause ist der Punkt, den man beim Erlebnisweg Moselkrampen einplanen muss: Der Rundweg startet in Ellenz-Poltersdorf und erreicht Beilstein über genau diese Fähre.
- Schiff ab Cochem. Die Halbtagesfahrt Cochem–Beilstein–Cochem mit Schleusenpassage fährt 2026 im April samstags und sonntags, über Ostern vom 3. bis 6. April täglich und vom 1. Mai bis 31. Oktober täglich. Tickets gibt es in Cochem unterhalb der alten Moselbrücke und an der Moselpromenade. Fahrzeiten und weitere Strecken stehen im Beitrag zur Schifffahrt ab Cochem.
- Rad. Einen Fahrradverleih nennt die Ortsgemeinde in der Bachstraße 47.
Wer wandern will, findet über dem Ort den Apollo-Weg: rund 7,5 Kilometer, etwa 200 Meter Höhenunterschied, teilweise steile Abschnitte, für die die Ortsgemeinde ausdrücklich festes Schuhwerk empfiehlt. Weitere Touren im Umkreis stehen unter Wandern rund um Cochem.
Wann sich der Besuch lohnt
Die brauchbaren Zeitfenster ergeben sich aus den Öffnungszeiten selbst. Zwischen November und Ostern ist in Beilstein an der Mosel praktisch alles zu, was Eintritt kostet oder über Wasser führt: Die Burg hat geschlossen, die Fähre fährt nicht, und die Schiffsverbindung ab Cochem ruht bis in den April. Innerhalb der Saison bleibt der Montag der Tag, an dem die Anfahrt sich am wenigsten lohnt.
Preise und Zeiten in diesem Beitrag stammen von den Seiten der Ortsgemeinde, des Burgbetreibers und der Reederei, abgerufen im Juli 2026. Alle drei ändern sich saisonal; vor der Fahrt lohnt ein kurzer Blick auf die jeweilige Betreiberseite.
Was kostet der Eintritt zur Burgruine Metternich in Beilstein?
Erwachsene zahlen 3 Euro, Rentner und Studenten sowie Gruppen ab zehn Personen 2,50 Euro, Kinder von 7 bis 16 Jahren 1 Euro. Geöffnet ist die Burg 2026 vom 2. April bis 31. Oktober, dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass um 17:30 Uhr. Montag ist Ruhetag.
Wie kommt man ohne Auto nach Beilstein?
Einen eigenen Bahnhalt gibt es nicht; die Ortsgemeinde verweist auf Cochem, Bullay und Eller. Von Cochem aus fährt in der Saison das Ausflugsschiff mit Schleusenpassage, vom gegenüberliegenden Ufer in Ellenz-Poltersdorf setzt von Ostern bis Ende Oktober eine Fähre über, täglich von 9 bis 12 und von 13 bis 18 Uhr.
Ist die Burg Metternich montags geöffnet?
Nein, montags ist Ruhetag. Geöffnet bleibt an diesem Tag unter anderem der Zehnthauskeller am Marktplatz, laut Betreiber täglich von 12 bis 22 Uhr. Der denkmalgeschützte Ortskern und der Marktplatz sind ohnehin frei zugänglich.
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