Blankenrath: Kirchspielwanderweg, Saar-Hunsrück-Steig, Kirmes
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Kurzzusammenfassung
- Die 18. Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs endet in Blankenrath, die 19. beginnt dort. Der Ort ist damit ein Etappenwechsel mit Quartieren im Ort selbst.
- Der Kirchspielwanderweg führt sternförmig zu sechs Nachbardörfern, und aus zwölf Teilstrecken zwischen 2 und 20 Kilometern lässt sich die Tageslänge selbst zusammensetzen.
Blankenrath liegt nicht an der Mosel, sondern rund 410 Meter darüber auf der Hunsrückhöhe. Der Ort gehört zur Verbandsgemeinde Zell (Mosel), hat rund 1.700 Einwohner (Stand September 2023) und versorgt als Grundzentrum die Umgebung mit. Statt Weinbergen und Schieferdächern am Fluss stehen hier Wald und Wiesen auf sanften Hügeln.
Für Wanderer ist genau das der Punkt. Zwei Fernwanderwege berühren den Ort, mehrere Premiumrundwege liegen in der Umgebung.
Zwei Etappen des Saar-Hunsrück-Steigs treffen sich im Ort
Der Saar-Hunsrück-Steig verbindet auf rund 410 Kilometern die Mosel bei Perl mit dem Rhein bei Boppard. Zwei seiner Etappen schließen direkt an Blankenrath an, und das ist die praktisch wichtigste Eigenschaft des Ortes: Die 18. Etappe führt auf etwa 17 Kilometern von Altlay hierher, die 19. geht von hier auf rund 13 Kilometern weiter nach Mörsdorf.
Wer beide gehen will, braucht also genau eine Übernachtung, und die liegt am Etappenende statt irgendwo abseits der Route.
Die 18. Etappe beginnt mit der Altlayer Schweiz, einer Schluchtlandschaft aus Schieferfelsen mit moosbewachsenen Pfaden und Bächen. Die 19. endet in der Nähe der Hängeseilbrücke Geierlay, die zwischen Mörsdorf und Sosberg 360 Meter über ein bewaldetes Seitental spannt und knapp 100 Meter hoch liegt. Als kurze Variante läuft dort der Geierlayloop über 6,4 Kilometer.
Dazu kommen zwei Premiumrundwege der Kategorie Traumschleife. Der Masdascher Burgherrenweg misst rund 13,7 Kilometer bei etwa 325 Metern Höhenunterschied und führt an Mühlenresten, alten Stollen, Schieferklippen und der Burgruine Balduinseck vorbei. Der Layensteig ist mit 13,8 Kilometern kaum länger, aber deutlich anspruchsvoller: In den Weg sind drei Klettersteige eingebaut, Burgberg, Schinnkaul und Höhlenschlucht. Für alle drei gibt es markierte Umgehungen.
Die Empfehlung ist dabei eindeutig. Für einen Tag mit Kindern oder ohne Trittsicherheit ist der Masdascher Burgherrenweg die bessere Wahl, weil die Höhenmeter über eine lange Strecke verteilt liegen. Der Layensteig lohnt sich nur, wenn die Klettersteige tatsächlich gegangen werden. Mit den Umgehungsstrecken bleibt eine gute, aber gewöhnliche Waldrunde übrig.
Der Kirchspielwanderweg: sternförmig statt rund
„Kirchspiel“ bezeichnet den historischen Einzugsbereich einer Kirchengemeinde. Für Blankenrath ist das seit dem frühen 16. Jahrhundert belegt; acht umliegende Dörfer gehörten einst dazu. 2010 wurde daraus ein Wanderweg.
Angelegt ist er nicht als Schleife. Er führt sternförmig von der Pfarrkirche zu den Kapellen der Nachbardörfer Reidenhausen, Haserich, Panzweiler, Walhausen, Schauren und Hesweiler. In Summe sind das rund 20 Kilometer, aufgeteilt in zwölf Teilwege zwischen 2 und 20 Kilometern. Weil alle Teilwege an derselben Kirche ansetzen, fällt die Entscheidung über die Tageslänge nicht vorher, sondern unterwegs.
Für kürzere Runden gibt es außerdem leichte Wege von 4 bis 7 Kilometern, etwa zur Kapelle an der Hanosiusmühle oder zum Flaumbachtalweiher. Der Flaumbach entspringt in einer Quellmulde nahe des Ortes; durch dasselbe Gebiet läuft der Keltenweg Nahe-Mosel, ein Fernwanderweg über die Höhenzüge in Richtung Beilstein und Treis-Karden. Für die Wege unten am Fluss stehen die Moselsteig-Etappen zwischen Cochem und Zell und die Wanderwege an der Mosel an anderer Stelle.
Der Radweg zur Geierlay ist seit Juli ausgeschildert
Seit Anfang Juli 2026 hängen die Wegweiser des überörtlichen Radwegs von Blankenrath über Reidenhausen und die Hängeseilbrücke Geierlay zum Strimmiger Berg. Der Bauhof hat sie in der Gemarkung Blankenrath aufgestellt, die Nachbargemeinden ziehen in ihrem Bereich nach; beschildert wird nach dem HBR-Standard des Landes Rheinland-Pfalz.
Getragen haben das Projekt die Ortsgemeinden Blankenrath, Reidenhausen, Sosberg, Forst, Altstrimmig und Mittelstrimmig, formell die Verbandsgemeinde Zell (Mosel). Panzweiler, Haserich und Liesenich haben sich am kommunalen Eigenanteil von 355.000 Euro beteiligt, das Land steuerte eine Million Euro bei. Gleichzeitig wird die Trasse von Grenderich über Moritzheim und Hesweiler nach Blankenrath ausgeschildert.
Eine Einschränkung gehört dazu: Der Mountainbike-Trail, den die Gemeinde unter Freizeit und Tourismus führt, existiert noch nicht. Er ist für die kommenden Jahre geplant. Mit dem Mountainbike geht es bis dahin über die vorhandenen Wald- und Wiesenwege.
Im Ort: romanischer Turm, Lourdesgrotte, Teichanlage
Das älteste sichtbare Stück Blankenrather Geschichte ist der romanische Kirchturm der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Er ist 33 Meter hoch und trägt einen achteckigen, pyramidenförmigen Turmhelm mit vergoldetem Hahn. Das Kirchenschiff aus verputztem Bruchstein kam 1761 und 1762 dazu.
Vom Bürgerhaus führt ein Wirtschaftsweg Richtung Hesweiler zur Lourdesgrotte, die 1974 entstand. Die Marienstatue stand ursprünglich an der Pfarrkirche und wurde bei einer Sanierung in die Feldflur versetzt, an den Platz eines früheren Heiligenhäuschens. Eingeweiht wurde die Grotte am Pfingstmontag, dem 3. Juni 1974, abends um halb neun mit einer Lichterprozession. Auf dem Weg dorthin stehen 14 Kreuzwegstationen aus Bronzetafeln auf Basaltsäulen, entstanden Ende der siebziger Jahre. Die Grotte ist bis heute das Ziel der Fronleichnamsprozession.
Am Ostrand des Ortes liegt die Teichanlage im Flaumbachtal, mit Bänken rundum, Enten und Fischen im Wasser und einem Kinderspielplatz in der Nähe. Ein Stück oberhalb steht ein Aussichtspunkt mit einem großen Holzkreuz, Sitzgruppe und Liegebänken; in der Weihnachtszeit wird das Kreuz beleuchtet und ist von weitem zu sehen. Im Dorfkern selbst stehen Fachwerkbauten und Villen aus dem 18. bis frühen 20. Jahrhundert, vom Quereinhaus bis zur expressionistischen Villa.
Die Ortsmitte wird sich in den nächsten Jahren verändern. Für die Neugestaltung des Dorfplatzes an der Ecke Hunsrückstraße/Hesweilerstraße hat die Gemeinde im Juli 2026 einen Zuschuss von 258.800 Euro aus dem rheinland-pfälzischen Dorferneuerungsprogramm erhalten. Umgesetzt werden soll die Maßnahme zwischen 2026 und 2028, zusammen mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt und der Gehwege. Herzstück wird eine barrierefreie Dorfplatz-Lounge mit öffentlicher Toilette, die ehrenamtliche Gruppen aus dem Ort betreiben sollen.
Termine, Betten und was der Ort sonst hergibt
Das größte Fest ist die Kirchspielkirmes, die rund um das Bürgerhaus gefeiert wird; 2026 läuft sie vom 7. bis 10. August. Danach folgen Summer in the City am 10. September um 18:30 Uhr auf der Freifläche am Musikerheim, der Nikolausabend an der Krähenhütte am 28. November um 18 Uhr und die Musik am Heiligen Abend, die am 24. Dezember um 14:30 Uhr in den Straßen und auf den Plätzen des Ortes gespielt wird. Die Termine stehen im Kalender der Ortsgemeinde und einzeln unter Veranstaltungen.
Übernachtet wird klein: ein Gasthaus und acht Ferienwohnungen und Ferienhäuser im Ort. Für Gruppen gibt es die Jugendfreizeitstätte im Wald am Ortsrand, sechs Hütten mit je neun Schlafplätzen und ein Zentralgebäude, dessen Aufenthaltsraum bis zu 64 Personen fasst; gebucht wird online. Gedacht ist sie für Klassenfahrten und Jugendfreizeiten.
Das Bürgerhaus in der Schulstraße war ursprünglich ein Schulgebäude von 1913 und wurde 1987 umgewidmet. Der Ratskeller, früher für private Feiern vermietet, steht derzeit nicht zur Verfügung; über die künftige Nutzung wird in der Gemeinde noch diskutiert. Für größere Veranstaltungen gibt es die Mehrzweckhalle mit bis zu 500 Plätzen.
Ärztlich ist der Ort für seine Größe ordentlich versorgt: zwei Hausarztpraxen, zwei Zahnarztpraxen, eine Physiotherapie und eine DRK-Rettungswache in der Waldstraße. Dazu kommen ein Pflegeheim, eine Tagespflege und ein ambulanter Pflegedienst. Die Gemeindeverwaltung sitzt Im Herrengarten 5 und ist unter 06545 216 erreichbar.
Das Wetter ist der Punkt, an dem die Höhenlage sich bemerkbar macht. Im Jahresmittel fallen rund 856 Millimeter Niederschlag, am meisten im Juni und am wenigsten im Februar. Für eine Wanderwoche im Frühsommer heißt das: Regenzeug einpacken, auch wenn es unten an der Mosel trocken aussieht.
Angaben nach der Ortsgemeinde Blankenrath (blankenrath.de) und der Verbandsgemeinde Zell (Mosel), abgerufen am 5. August 2026.
Kann man den Saar-Hunsrück-Steig von Blankenrath aus in beide Richtungen gehen?
Ja. Die 18. Etappe endet im Ort und kommt über rund 17 Kilometer aus Altlay, die 19. startet dort und führt auf etwa 13 Kilometern nach Mörsdorf. Zwischen beiden liegt eine Übernachtung im Ort, es gibt ein Gasthaus und acht Ferienwohnungen.
Wie lang ist der Kirchspielwanderweg wirklich?
Insgesamt rund 20 Kilometer, aber er ist sternförmig angelegt: Von der Pfarrkirche gehen zwölf Teilwege zwischen 2 und 20 Kilometern zu den Kapellen von Reidenhausen, Haserich, Panzweiler, Walhausen, Schauren und Hesweiler. Die Tageslänge wird also unterwegs entschieden.
Gibt es in Blankenrath schon einen Mountainbike-Trail?
Nein. Die Gemeinde führt den Trail unter Freizeit und Tourismus, er ist aber erst für die kommenden Jahre geplant. Befahrbar sind bis dahin die vorhandenen Wald- und Wiesenwege sowie der seit Juli 2026 ausgeschilderte Radweg Richtung Geierlay und Strimmiger Berg.
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