Bundesbank-Bunker Cochem: Führungen, Preise und Anfahrt
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Kurzzusammenfassung
- Die Anlage ist ausschließlich im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Für Einzelbesucher und Gruppen bis 15 Personen ist eine Anmeldung weder nötig noch möglich.
- Erwachsene zahlen an der Bunkerkasse 14,00 Euro, Kinder von 7 bis 17 Jahren 7,00 Euro, das Familienticket kostet 36,00 Euro (Stand September 2026).
- Vor Ort gibt es keine Parkplätze. Der BunkerShuttle ab Endertplatz fährt nur bis zum 1. November; danach bleiben Fußweg, Rad und Linienbus.
- Vier Treppen ohne Aufzug schließen Rollstuhl und Rollator aus, und im Inneren sind es ganzjährig 12 Grad.
Unter einem Wohngebiet über der Mosel liegen rund 1.500 Quadratmeter, deren Zweck von 1964 bis 1988 geheim war: der Tresor der Deutschen Bundesbank in Cochem-Cond, in dem eine gedruckte Ersatzwährung über 15 Milliarden D-Mark auf den Ernstfall wartete. Seit März 2016 ist der Bundesbank-Bunker als denkmalgeschützte Dokumentationsstätte zugänglich, und zwar nur mit Gästeführer. Einen Rundgang auf eigene Faust gibt es nicht, dafür in der Hauptsaison täglich sieben Führungen.
Führungszeiten: im Sommer stündlich, im Winter oft nur einmal am Tag
Zwischen dem 1. Juli und dem 1. November 2026 starten die Führungen täglich um 10:30, 11, 12, 13, 14, 15 und 16 Uhr. Bei starkem Andrang setzt der Betreiber zusätzliche Rundgänge im Abstand von 15 Minuten an.
Ab dem 2. November dünnt der Plan deutlich aus. Bis zum 30. November gibt es werktags nur die Führung um 11:30 Uhr, mittwochs, samstags und sonntags kommen 13:30 und 15:30 Uhr dazu. Vom 1. bis 23. Dezember bleibt es unter der Woche bei 11:30 Uhr, samstags und sonntags gelten wieder die drei Zeiten. Am 24. und 25. Dezember ist geschlossen, vom 26. bis 31. Dezember laufen fünf Führungen täglich von 11:30 bis 15:30 Uhr, der 1. Januar ist wieder zu. In den Wintermonaten öffnet die Kasse erst etwa eine Viertelstunde vor Beginn, und bei Eis, Schnee oder Hochwasser behält sich der Betreiber Änderungen vor.
Zwei Angaben auf der Betreiberseite widersprechen sich, und beide betreffen die Planung: Die Seite zur Bunker-Anlage nennt für die Sommersaison Führungen „von April bis Oktober täglich und stündlich ab 11 – 15 Uhr“, die ausführliche Öffnungszeitenliste dagegen 10:30 bis 16 Uhr. Auch die Dauer steht einmal mit etwa 45, an anderer Stelle mit etwa 40 Minuten. Die Öffnungszeitenliste ist nach Kalenderabschnitten aufgeschlüsselt und damit die genauere der beiden Angaben. Für die erste und die letzte Führung des Tages ist ein Anruf unter 02671 9153540 trotzdem die sichere Variante.
Die offenen Führungen finden auf Deutsch statt. Ein appbasierter Multimediaguide und Handouts in mehreren Sprachen stehen kostenfrei bereit, fremdsprachige Gruppenführungen auf Englisch, Französisch und Niederländisch gibt es gegen Aufpreis auf Anfrage. Erst ab 20 Personen bittet der Bunker um Voranmeldung. Auf die Uhrzeit kommt es an: Die Führungen beginnen pünktlich, bei verspäteter Ankunft ist die Teilnahme nicht mehr möglich, und für den Ticketkauf sollte man 10 bis 15 Minuten zusätzlich einplanen.
Eintrittspreise 2026
Die folgenden Preise gelten bei Zahlung an der Bunkerkasse und Einteilung auf die nächstmögliche Führung.
| Ticket | Preis |
|---|---|
| Erwachsene | 14,00 € |
| Kinder 7 bis 17 Jahre | 7,00 € |
| Kinder unter 7 Jahren in Begleitung | frei |
| Familienticket (2 Erwachsene, 2 bis 5 Kinder) | 36,00 € |
| Gruppen ab 15 Personen, pro Person | 13,00 € |
| Kombi-Rabatt mit Shuttle-Ticket, Erwachsene | 13,00 € |
| Kombi-Rabatt mit Shuttle-Ticket, Kinder | 6,00 € |
| Fotoerlaubnis | 2,50 € |
Ermäßigte Tickets gibt es ausschließlich vor Ort, nicht im Onlineshop, und sie sind untereinander nicht kombinierbar. Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern ist deshalb das Familienticket die günstigste Variante: 36,00 Euro gegenüber 42,00 Euro zum Normalpreis und 38,00 Euro mit dem Shuttle-Rabatt. Der Kombi-Rabatt trägt sich dagegen nicht selbst: Er senkt den Eintritt um einen Euro je Erwachsenem, während das Hin- und Rückfahrtticket des Shuttles 6,00 Euro kostet. Er ist ein Bonus für alle, die ohnehin fahren wollen, kein Sparmodell. Schulklassen zahlen 168,00 Euro für 22 Schüler und zwei Lehrkräfte, geschlossene Gruppenführungen bis 20 Personen kosten pauschal 260,00 Euro. Ein Ticket im Voraus zu kaufen lohnt vor allem, um einen bestimmten Termin sicher zu haben. Onlinekäufer verzichten dafür auf jede Ermäßigung.
Anfahrt: ein Museum im Wohngebiet, ohne einen einzigen Parkplatz
Der Eingang liegt Am Wald 35 in 56812 Cochem-Cond, mitten in der Bebauung. In der Anlage und im unmittelbaren Umfeld gibt es keine Stellplätze, für größere Fahrzeuge auch keine Wendemöglichkeit, und die Zufahrtsstraße ist für alles über 9 Tonnen gesperrt. Der Betreiber verweist auf die ausgewiesenen Parkflächen der Stadt: am Moselufer in Cochem und in Cond, in der Klottener Straße und hinter dem Bahnhof Cochem. Reisebusse stehen am Ende der Grünanlagen an der B 49 Richtung Koblenz oder in Cochem-Cond unterhalb des Einkaufszentrums.
Bequem ist der BunkerShuttle ab Bussteig A am Endertplatz, dem zentralen Busbahnhof an der Mosel nahe der alten Brücke und damit am Rand der Cochemer Altstadt. Er fährt vom 1. Mai bis zum 1. November 2026 passend zu den Führungen: hin um 10:40, 11:40, 12:40, 13:40 und 14:40 Uhr, ab dem 1. Juli zusätzlich um 10:10 und 15:40 Uhr, zurück ab Bunker um 12, 13, 14, 15 und 16 Uhr, in der Hochsaison auch um 11:30 und 17 Uhr. Die einfache Fahrt kostet 3,50 Euro, für Kinder bis 14 Jahre 2,00 Euro, hin und zurück 6,00 beziehungsweise 3,00 Euro. Fahrkarten gibt es nur beim Fahrer und nur gegen Bargeld, Sitzplätze lassen sich nicht reservieren. Betrieben wird der Shuttle nicht vom Museum, sondern von eigenständigen Unternehmen.
Genau hier liegt die Tücke des Winterbesuchs: Der Shuttle endet am 1. November, der Führungsbetrieb läuft durch den ganzen Winter weiter. Vom 2. November an führen nur noch drei Wege hinauf. Zu Fuß sind es vom Endertplatz 20 bis 25 Minuten, vom Bahnhof Cochem etwa 20 Minuten und vom Freizeitzentrum in der Klottener Straße 10 bis 15 Minuten, dafür mit rund 70 Höhenmetern. Der Linienbus 703 Richtung Valwigerberg hält an der Brauselaystraße, von wo einige Treppen hinaufführen, und an der Haltestelle Am Wald mit ebenem Fußweg. Für Räder stehen Abstellplätze bereit.
Vor Ort: 12 Grad, vier Treppen, kein Video
Im Bunker herrschen das ganze Jahr über 12 Grad. Eine Jacke gehört also auch im August ins Gepäck. Der Führungsweg misst rund 300 Meter und verteilt sich auf fünf bis sechs Stationen, an einigen davon stehen Sitzgelegenheiten.
Barrierefrei ist die Anlage nicht, und das lässt sich bei einem Bauwerk dieser Art auch nicht nachrüsten: Vier breite Treppen von jeweils einer Geschosshöhe sind zu bewältigen, zwei aufwärts und zwei abwärts, mit Geländer und Zwischenpodest, aber ohne Personenaufzug. Mit Rollstuhl oder Rollator ist der Rundgang nicht möglich; beides kann ebenso wie ein Kinderwagen während der Führung trocken untergestellt werden. Säuglinge werden getragen. Bei Geh- oder Sehbehinderung bittet der Betreiber um ein Gespräch im Vorfeld. Hunde dürfen nicht mit hinein. Welche Ziele in Cochem mit Kindern funktionieren und wo Altersgrenzen dazwischenkommen, steht in der Übersicht zu Cochem mit Kindern.
Fotografieren ist mit der personengebundenen Erlaubnis für 2,50 Euro erlaubt, ohne Stativ und nur für private Zwecke. Videoaufnahmen sind untersagt, Drohnen auf dem gesamten Gelände ebenfalls. An der Kasse im gläsernen Infocenter gibt es einen kleinen Shop, davor einen Getränkeautomaten und überdachte Sitzplätze. Für Gruppen ab 15 Personen serviert das benachbarte Hotel auf seiner Sonnenterrasse nach Voranmeldung Speisen und Getränke.
Themenführungen: Kühlturm, Geheimgang, 100 Stufen
Neben den regulären Rundgängen gibt es zwei Sonderformate, deren Termine etwa drei Monate im Voraus online stehen.
Die InsiderFührung startet nachmittags am Bunkereingang und führt durch Winkel, die sonst zu bleiben: die Tarnhäuser, den Geheimgang und den Kühlturm. Danach bleibt Zeit für Fragen an den Gästeführer bei einem Glas Bunkersekt.
„Operation Geheim“ nimmt den Weg über den Kühlturm als Eingang, 100 Stufen abwärts, und dreht sich rund zwei Stunden lang um Tarnung, Dekontamination, Warnamtsanschluss und die Frage, was ein Mitwisser eines solchen Projekts eigentlich seiner Familie erzählt. Sie endet in einem der Tresorräume. Für beide Formate ist die Platzzahl begrenzt, Tickets sind vorab online oder an der Kasse zu kaufen. Zum Start der Themenführungen ist die Bunkerkasse in der Regel geschlossen, ein spontaner Einstieg fällt also aus. Am 3. Oktober beteiligt sich der Bunker regelmäßig am Türöffner-Tag der Sendung mit der Maus.
Wofür der Tresor gebaut wurde
1962 begann in Cochem-Cond der Bau eines angeblichen Schutzbunkers. Getarnt wurde er durch zwei Wohnhäuser, offiziell ein Schulungszentrum für Bundesbankmitarbeiter und heute ein Hotel. Die Nachbarschaft wusste, dass da ein Bunker war. Wozu er diente, wusste sie nicht.
Der Hintergrund war die Sorge der Bundesregierung, ein Gegner könne Falschgeld in großen Mengen ins Land bringen und damit das Vertrauen in die D-Mark zerstören. Die Bundesdruckerei druckte deshalb parallel eine geheime Ersatzserie, die BBK II, in Scheinen zu 10, 20, 50 und 100 Mark. Ab 1965 wanderten die ersten davon nach Cochem, bis sich Geldsäcke und Kartons bis unter die Decke stapelten. Kontrolliert wurde zweimal im Jahr von Prüfern aus Frankfurt, die als Einzige die drei Schlüssel und die Zahlenkombination hatten. Ein Vermerk vom 14. Mai 1987 hält für eine einzige Gitterbox fest: 840 Säcke à 20.000 Mark, zusammen 336 Millionen.
Für den Ernstfall war die Anlage auf 14 Tage Autarkie ausgelegt, mit einer Küche für 175 Menschen und Versorgungsräumen daneben. Nach außen führten Fernschreiber und Telefonanlage, mehr nicht. Hergerichtet hat die Anlage ein privater Betreiber, ohne öffentliche Fördermittel; erst die spätere Digitalisierung und der Neubau des Besucherzentrums liefen über Förderprogramme. Wie sich der Bunker in einen Tag mit Burg und Altstadt einfügt, steht in der Übersicht der Cochemer Sehenswürdigkeiten.
Muss man für eine Führung im Bundesbank-Bunker reservieren?
Für Einzelbesucher und Gruppen bis 15 Personen ist eine Anmeldung weder nötig noch möglich; Tickets gibt es an der Bunkerkasse oder bis 30 Minuten vor Beginn im Onlineshop. Erst ab 20 Personen bittet der Betreiber um Voranmeldung. Für die Themenführungen ist die Platzzahl begrenzt, dort sind Tickets im Voraus zu kaufen.
Wie kommt man ohne Auto zum Bunker?
Vom 1. Mai bis 1. November 2026 fährt der BunkerShuttle ab Bussteig A am Endertplatz, einfache Fahrt 3,50 Euro, hin und zurück 6,00 Euro. Ganzjährig hält der Linienbus 703 Richtung Valwigerberg an der Brauselaystraße und Am Wald. Zu Fuß sind es vom Bahnhof Cochem rund 20 Minuten, vom Freizeitzentrum in der Klottener Straße 10 bis 15 Minuten bei etwa 70 Höhenmetern.
Kann man den Bunker mit Rollstuhl oder Rollator besichtigen?
Nein. Auf dem 300 Meter langen Führungsweg liegen vier Treppen von jeweils einer Geschosshöhe, zwei aufwärts und zwei abwärts, und einen Personenaufzug gibt es nicht. Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen können während der Führung trocken untergestellt werden. Bei Geh- oder Sehbehinderung bittet der Betreiber um Rücksprache vorab.
Angaben nach den Seiten des Bundesbank-Bunkers zu Öffnungszeiten, Preisen, Anreise, Shuttle, Bunker-Anlage, Bunker-Story, Veranstaltungen und häufigen Fragen, abgerufen am 7. September 2026.
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