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Masburg in der Eifel: Hochgericht, Denkmäler und Rundweg

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Dreigeschossiges Bruchsteingebäude mit Schieferdach und Dachreiter hinter einer hohen Hecke, an den Fenstern bunte Bilder
Foto: Thomas Hummel, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Der Ort wird 1051 in der Schenkungsurkunde der Königin Richeza als „Masbreth“ zum ersten Mal genannt und war später Hauptort eines Hochgerichts, zu dem sechs weitere Dörfer gehörten.
  • Die Denkmalliste des Landes führt drei Kulturdenkmäler: die Pfarrkirche von 1899/1900, ein Kriegerdenkmal aus den 1920er Jahren und einen Wasserbehälter von 1921.
  • Der Steinbach Rundweg misst 11,4 Kilometer bei 212 Höhenmetern und startet an der Sport- und Freizeithalle. Über den Gallberg führt er zum höchsten Punkt des Schieferlandes Kaisersesch.
  • Der einzige Gastronomiebetrieb im Ort öffnet seine Küche von Donnerstag bis Samstag ab 17.30 Uhr, sonn- und feiertags auch mittags. Von Montag bis Mittwoch bleibt sie zu.

Masburg liegt auf 490 Metern über dem Meer in der Osteifel und gehört zur Verbandsgemeinde Kaisersesch. Die Gemarkung misst gut neun Quadratkilometer, 3,49 davon sind Wald. Zum 31. Dezember 2025 zählte das Statistische Landesamt 1.095 Einwohner, das sind 120 je Quadratkilometer. Erschlossen ist der Ort über die Kreisstraße 12, von der im Dorf die K 13 abzweigt; ein Bahnhaltepunkt liegt im benachbarten Urmersbach, ein zweiter in Kaisersesch.

Zur Gemeinde gehören zehn Weiler und Wohnplätze, darunter Breitenbruch, Haus Constantia, der Masurenhof, die Schnellsmühle und der Pflanzenhof. Einer davon, die Schöne Aussicht, ist ein Kuriosum: Der Wohnplatz ist dreigeteilt, der südöstliche Teil gehört zu Landkern, der mittlere zu Kaisersesch, der nordwestliche zu Masburg. Die Grenze zwischen Stadt und Ortsgemeinde verläuft mitten durch den dortigen Landgasthof.

Das Hochgericht auf dem Gallberg

Die erste urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 1051, in eine Schenkungsurkunde der Königin Richeza, und der Ort heißt darin „Masbreth“. Wahrscheinlich sei die Siedlung älter, schreibt die Ortsgemeinde dazu.

Was folgte, gab dem Dorf für Jahrhunderte einen Rang, den seine Größe nicht erklärt. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Masburg landesherrlich zu Kurtrier und war dem Amt Monreal zugeordnet; innerhalb des Amtsbezirks war es namensgebender Hauptort eines Hochgerichts, zu dem auch Bermel, Eppenberg, Hauroth, Kalenborn, Laubach und Müllenbach zählten. Das Gericht war ein Lehen der Grafen von Virneburg. Getagt wurde nicht im Ort, sondern auf dem höchsten Punkt der Gemarkung, dem Gallberg.

Wie klein das Dorf dabei blieb, zeigt das Trierer Feuerbuch von 1563: 35 Feuerstellen, also 35 Haushalte, verzeichnet unter dem Namen „Maßpurg“. 1815, nach dem Wechsel von der französischen Verwaltung zu Preußen, lebten hier 440 Menschen. 1970 waren es 995, 1987 nur noch 870. Über tausend stieg die Zahl erst nach der Jahrtausendwende, 2005 standen 1.087 Einwohner in der Statistik.

Aus dem 18. Jahrhundert stammt die zweite Besonderheit. In Masburg wurde eine Glockengießerei betrieben; die Glockengießerfamilie Miesen war von 1773 bis 1819 im Ort ansässig. Daran erinnert der Glockenturm, den Masburger Bürger in Eigeninitiative errichtet haben. Im Wappen steht davon nichts: Dort führt der Ort das rote Trierer Kreuz für die lange Zugehörigkeit zu Kurtrier, dazu Rost und Palmzweig für den Kirchenpatron.

Drei Denkmäler, zwei Adressen für eine Kirche

Die Denkmalliste des Landes, Stand 21. September 2023, führt für Masburg genau drei Einträge:

Denkmal Datierung Standort
Katholische Pfarrkirche St. Laurentius 1899/1900 Hauptstraße 31
Kriegerdenkmal, skulpturbekrönter Pylon 1920er Jahre Hauptstraße
Wasserbehälter, Kubus bezeichnet 1921 Hauptstraße, neben Nr. 67

Die Pfarrkirche ist eine dreischiffige Stufenhalle, gebaut 1899/1900 nach Plänen der Gelsenkirchener Architekten Henderichs und Lambert von Fisenne. Außen an der Kirche stehen drei Basaltgrabplatten von 1695, 1751 und 1777. Bei der Anschrift gehen die beiden amtlichen Angaben auseinander: Die Denkmalliste verortet die Kirche in der Hauptstraße 31, die Ortsgemeinde nennt für dieselbe Kirche die Pfarrstraße 1. Für die Adresseingabe heißt das: im Ortskern beide Straßennamen probieren.

Der Kirchenpatron erklärt auch den Termin, an dem im Dorf am meisten los ist. Namenstag des heiligen Laurentius ist der 10. August, und Masburg feiert seine Kirchweih nach eigener Auskunft immer am zweiten Augustwochenende. 2026 lief die Kirmes vom 7. bis 10. August, Eröffnung am Freitag um 18 Uhr, ausgerichtet vom Karnevalverein.

Der Steinbach Rundweg und die Sache mit der Einkehr

Das benennbare Ziel im Ort ist der Steinbach Rundweg. Das Touristik-Büro Schieferland Kaisersesch gibt ihn mit 11,4 Kilometern, drei Stunden Gehzeit und je 212 Höhenmetern im Auf- und Abstieg an; als Schwierigkeit steht dort „sehr leicht, leicht“. Start und Ziel ist die Sport- und Freizeithalle in Masburg, weitere Parkplätze liegen am Bahnhof Kaisersesch und in der Waldstraße in Urmersbach.

Unterwegs kommen drei Dinge zusammen, die man auf einer Elf-Kilometer-Runde in der Eifel nicht erwartet. Am Steinbach standen früher zahlreiche Mühlen. Die ehemalige Schiefergrube Constantia liegt am Weg und erinnert daran, dass diese Höhen bis 1959 zu den Oberzentren des deutschen Schieferbergbaus gehörten. Und am Bahnhof Urmersbach läuft der Rundweg ein Stück weit mit dem Jakobsweg zusammen. Über den Gallberg, den höchsten Punkt des Schieferlandes Kaisersesch, geht der Blick über das Moseltal bis in den Hunsrück.

Ein Punkt gehört vor die Fahrt, nicht danach. Das Tourenportal nennt als Einkehr „Gaststätten in Kaisersesch und Masburg“. Im Dorf selbst ist das ein einziges Haus, das Restaurant „Zur Kringelwies“ in der Brunnenstraße, und dessen Küche öffnet von Donnerstag bis Samstag ab 17.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 11.30 Uhr und noch einmal ab 17.30 Uhr (Stand August 2026). Mittags aufgetischt wird also nur sonn- und feiertags; von Montag bis Mittwoch bleibt die Küche ganz zu. Kreditkarten nimmt das Haus nicht an, Bargeld und EC-Karte schon. Wer die Runde unter der Woche geht, nimmt Verpflegung mit oder legt sie so, dass Kaisersesch am Ende steht.

Kürzere Runden für einen halben Tag stehen im Überblick zu den Wanderungen rund um Cochem.

Radfahrer sollten eine Angabe der Ortsgemeinde nicht falsch lesen. Der Eifel-Schiefer-Radweg steht auf ihrer Tourismusseite, in der Wegbeschreibung kommt Masburg jedoch nicht vor: Die knapp 30 Kilometer verlaufen von Kaisersesch oder Monreal über Bermel und Kalenborn zum höchsten Punkt beim Nachbarort Hauroth und von dort zurück nach Kaisersesch.

Saal, Hütte, Halle

Für Familien- und Vereinsfeiern vermietet die Ortsgemeinde zwei Häuser. Der Gemeindesaal steht in der Hauptstraße 33, die Grill- und Schutzhütte rund 200 Meter außerhalb des Ortsrandes in Richtung Hauroth; sie hat Grill, Tische und Bänke im Innenraum, Toiletten und Außenanlagen. Beide werden über einen Belegungskalender auf der Gemeindeseite angefragt oder telefonisch beim Ortsbürgermeister unter 02653 9154509. Eine Gebührenordnung veröffentlicht die Gemeinde dort nicht, anders als Hambuch in derselben Verbandsgemeinde, wo die Gebühren für das Gemeindehaus Probstei in der Satzung stehen.

Bei der dritten Adresse widersprechen sich die Quellen. Die Ortsgemeinde führt die Mehrzweckhalle unter der Haurother Straße 1, die Verbandsgemeinde die Sport- und Freizeithalle unter der Haurother Straße 1a, und das Tourenportal nennt als Parkplatz an derselben Halle die Eppenberger Straße. Für den Wanderparkplatz ist die Halle das verlässlichere Ziel als die Hausnummer.

Direkt an der Sporthalle bietet die Ortsgemeinde außerdem Stellplätze für Wohnmobile an; Auskunft dazu gibt der Ortsbürgermeister. Preise nennt sie nicht, was den Platz von den bewirtschafteten Stellplätzen an der Mosel unterscheidet.

Was sich im Ortskern gerade ändert

Der Ortskern und der Weiler Breitenbruch sind durch Satzung förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet nach § 142 Baugesetzbuch; für beide liegen eigene Analysepläne vor. Mit der vorbereitenden Untersuchung und der Durchführung des Verfahrens hat die Verbandsgemeinde die Kernplan GmbH aus Illingen beauftragt, dazu kommen eine Gestaltungsfibel und eine Modernisierungsrichtlinie. Für Eigentümer hängt daran ein steuerlicher Anreiz zur ortsbildgerechten Sanierung. Die sanierungsrechtliche Genehmigung nach § 144 Baugesetzbuch hat die Verbandsgemeindeverwaltung per Allgemeinverfügung allgemein erteilt.

Der Ortskern selbst wird von Kirche, Kindergarten, Kriegerdenkmal, Gemeindesaal und dem Schulgebäude geprägt. Dort sitzt einer der beiden Standorte der Schieferland-Grundschule Laubach-Masburg, deren Träger die Verbandsgemeinde ist; ihr Schulbezirk deckt neben Masburg und Laubach auch Eppenberg, Hauroth, Müllenbach und Kalenborn ab. Die katholische Kindertagesstätte St. Laurentius liegt in der Pfarrstraße. Oberhalb des Ortskerns liegt ein Neubaugebiet, in dem nach Angabe der Gemeinde noch Bauplätze frei sind. Das Vereinsleben trägt fünf Namen: Sportverein, Heimat- und Verkehrsverein, Möhnenverein, Kirchenchor und die Jagdmusikfreunde.

Quellen: Ortsgemeinde Masburg (Zum Ort, Tourismus, Kirche, Bildung, Gemeindesaal, Grillhütte, Mehrzweckhalle, Info und Termine des Heimat- und Verkehrsvereins), Verbandsgemeinde Kaisersesch (Ortsporträt, Sanierungsgebiet, Sport- und Freizeithalle), Touristik-Büro Schieferland Kaisersesch (Steinbach Rundweg, Wandern), Restaurant „Zur Kringelwies“ (Küchenöffnungszeiten), Wikipedia (Ortsartikel, Liste der Kulturdenkmäler nach der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz, Stand 21. September 2023), abgerufen am 17. August 2026.

Wie lang ist der Steinbach Rundweg in Masburg?

11,4 Kilometer bei je 212 Höhenmetern im Auf- und Abstieg, angesetzt mit drei Stunden Gehzeit. Start und Ziel ist die Sport- und Freizeithalle in Masburg; parken lässt sich außerdem am Bahnhof Kaisersesch und in der Waldstraße in Urmersbach.

Wo kann man in Masburg einkehren?

Im Ort gibt es ein Restaurant, die „Zur Kringelwies“ in der Brunnenstraße 2. Die Küche öffnet donnerstags bis samstags ab 17.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 11.30 Uhr und noch einmal ab 17.30 Uhr (Stand August 2026). Montags bis mittwochs bleibt sie geschlossen, Kreditkarten werden nicht angenommen.

Wann ist Kirmes in Masburg?

Traditionell am zweiten Augustwochenende, zu Ehren des Kirchenpatrons St. Laurentius. 2026 dauerte sie vom 7. bis 10. August und begann am Freitag um 18 Uhr; Veranstalter ist der Karnevalverein Masburg.