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Moselschleife Bremm: die Aussichtspunkte und ihre Zuwege

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Blick über die Moselschleife bei Bremm auf die Landzunge mit der Ruine des Klosters Stuben und die Weinberge ringsum
Foto: H.Peierl, CC BY 3.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Den Panoramablick über die gesamte Flussschleife beansprucht die Ortsgemeinde Neef für die Aussichtskanzel „Eulenköpfchen“ auf dem gegenüberliegenden Petersberg, nicht der Calmont.
  • Auf der Calmont-Seite liegen drei benannte Aussichtspunkte am Höhenweg: „Vierseenblick“, „Todesangst“ und das Gipfelkreuz. Die Runde ab Eller misst 6 Kilometer und dauert 4 bis 5 Stunden.
  • Ausgangspunkt der fünf Neefer Rundwege ist der Brunnenplatz am Moselufer. Die kürzeste Runde misst 6,5 Kilometer, die längste 14,2.

Wer die Moselschleife bei Bremm ganz sehen will, sucht den Aussichtspunkt meist auf der falschen Seite. Der Calmont steht in den Beschreibungen der Gegend vorn, und der Calmont-Höhenweg hat eigene Aussichtspunkte. Den Blick über die geschlossene Schleife beansprucht aber ausdrücklich die Gegenseite: der schmale Bergrücken zwischen Neef und der Klosterruine Stuben, um den die Mosel herumfließt.

Die Ortsgemeinde Neef nennt diesen Grat „zweifellos einen der landschaftlich schönsten Punkte des gesamten Moseltales“. Gemeint ist der Petersberg. Der Standort, von dem aus das gilt, heißt Eulenköpfchen.

Das Eulenköpfchen, die Kanzel gegenüber

Von der Aussichtskanzel am Eulenköpfchen reicht der Blick über die gesamte Flussschleife hinweg, mit den Steillagen des Calmont auf der anderen Seite. Der Petersberg ist dafür geografisch prädestiniert: Die Mosel umfließt den schmalen Grat, der Aussichtspunkt sitzt also mitten in der Kurve statt daneben.

Neu ist diese Einschätzung nicht. Auf dem Eulenköpfchen lag der zentrale Punkt einer alten Höhenbefestigung, Funde deuten auf einen gallorömischen Tempel an derselben Stelle, und am Nordhang kamen Reste römischer Villen zutage. Der Weinberg direkt unterhalb des Aussichtspunkts gehörte später zum fränkischen Königsgut; König Dagobert I. (623 bis 639) schenkte ihn der Metzer Domkirche St. Arnulf. Unterhalb dieser Stelle liegt bis heute die Weinlage Burgberg.

Über einen alten Gratweg hängt der Petersberg mit dem Hochkessel zusammen, der schon zur Gemarkung von Ediger-Eller gehört. Mit 420 Metern ist er nach Darstellung des Fördervereins Calmont-Region die höchste Erhebung an der mittleren Mosel, umzogen von einem doppelten keltischen Ringwall.

Der Berg, auf dem der Friedhof liegt

Auf dem Petersberg steht die Peterskapelle, deren Chor aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammt, während der größte Teil des heutigen Baus im 16. und 17. Jahrhundert entstand; zuletzt renoviert wurde sie 1974. Im Jahr 1140 wurde die Kapelle dem Kloster Stuben zugeteilt, das einige Jahre zuvor am Fuß des Berges gegründet worden war.

Was den Ort für Besucher ungewöhnlich macht, ist der Friedhof daneben. Er wurde im 12. Jahrhundert aus dem Dorf auf den Berg verlegt und ist nach Angaben der Gemeinde bis heute der einzige Höhenfriedhof der gesamten Mosellandschaft. Bei einer bundesweiten Ausschreibung zum schönsten Friedhof Deutschlands kam er 2013 auf den dritten Platz.

Für den Zuweg heißt das: Seit 1959 führt eine asphaltierte Straße hinauf, vorher wurden die Verstorbenen über den steilen Weinbergpfad getragen. Ob Besucher dort fahren und parken dürfen, klärt vorher eine Nachfrage bei der Ortsgemeinde Neef; sicher hinauf führen die markierten Wege.

Vierseenblick, Todesangst und das Gipfelkreuz

Die andere Seite der Schleife hat drei benannte Aussichtspunkte, und alle drei liegen am Calmont-Höhenweg, der oben auf dem Berggrat verläuft und Teil des Moselsteigs ist. Sie heißen „Vierseenblick“, „Todesangst“ und Gipfelkreuz, dazu kommt die Rekonstruktion des römischen Höhenheiligtums. Die Hütte am Gipfelkreuz wird während der Saison an den Wochenenden bewirtschaftet.

Der Höhenweg verbindet den Klettersteig zu einer Runde. Ab dem Klettersteig-Einstieg in Eller misst die Runde 6 Kilometer, die Wanderzeit liegt bei 4 bis 5 Stunden. Das sind 1,2 bis 1,5 Kilometer in der Stunde, und diese Zahl beschreibt das Gelände besser als jede Adjektivkette. Route, Einstiege und Parkplätze stehen im Guide zum Calmont-Klettersteig.

Im Notfall gilt die 112, und dazu gibt man die Kaulnummer durch. Das sind Zahlen, die dort angebracht sind, wo die Monorackbahn den Klettersteig kreuzt; sie dienen den Rettungskräften zur Orientierung im Hang. Im Vorbeigehen darauf zu achten kostet nichts.

Die Hänge des Calmont haben 50 bis 70 Grad Steigung. Mehr zum Ort am Fuß des Bergs steht im Ortsporträt zu Bremm.

Wege und Zeiten

Auf der Neefer Seite beginnen alle markierten Runden am Brunnenplatz am Moselufer, wo auch die Informationstafel steht. Es sind fünf Wege:

Weg Länge Führt über
N1 „Auf den Pfaden der Eremiten“ 14,2 km Frauenberg, Kloster Stuben, Petersberg, Eulenköpfchen, Kälberkopf, Einsiedelei
N2 „Wo einst die Römer Wache standen“ 10,3 km Frauenberg, Kloster Stuben, Petersberg, Eulenköpfchen, Kälberkopf
N3 „Auf den Spuren der Kelten“ 10 km Bahnhof, Assersberg, Ringwall, Hochkessel
N4 „Fluren mit historischer Vergangenheit“ 8,6 km Heidepütz, Blitzeiche, Steinkopftempel, Lilohütte
Leuchtpunkt „Kulturdenkmäler und Artenvielfalt“ 6,5 km Frauenberg, Petersbergkapelle, Eulenköpfchen

Über das Eulenköpfchen laufen drei der fünf Wege. Am kürzesten ist der Leuchtpunkt-Weg mit 6,5 Kilometern, die N2 nimmt zusätzlich das Gipfelkreuz auf dem Kälberkopf mit. Dieses Kreuz ist übrigens jünger, als es aussieht: Der Sturm Kyrill zerstörte 2007 den Vorgänger, das neue stand nach Arbeitseinsätzen ab Januar 2008 Ende September desselben Jahres, die rückseitige Beleuchtung stifteten Winzer aus Ediger-Eller.

Bei Steigungen dieser Größenordnung sagt die Länge wenig über die Gehzeit: Für die sechs Kilometer der Calmont-Runde sind vier bis fünf Stunden angesetzt.

Anreise: Bahnhöfe an der Moselstrecke Koblenz–Trier liegen in Neef und Ediger-Eller, dazwischen verkehrt die Buslinie 711 zwischen Cochem und Bullay. Bremm selbst hat nur eine Busstation; bis zum Bahnhof Neef sind es 2 Kilometer, bis Eller 3 und bis Bullay 7, wo auch Regionalexpress und IC halten. Mit dem Auto führt der Weg über die A48 (Abfahrten Kaisersesch, Ulmen, Laubach, Wittlich) oder die B49.

Wohnmobile stehen am Fuß des Petersbergs auf dem Neefer Stellplatz „Zum Frauenberg“, direkt am Ufer und mit Blick auf den Calmont: rund 100 Plätze, Stromanschlüsse mit 10 Ampere, Entsorgungsstation, 200 Meter bis in den Ort. Eine Nacht kostet 12,00 Euro, Strom 3,00 Euro pro Tag, kassiert wird zweimal täglich vor Ort, bargeldlos ist möglich (Stand Juli 2026). Die Saison läuft vom 15. März bis 15. November; vor einer Anreise im Winterhalbjahr lohnt der Anruf.

Vom Wasser und aus der Luft

Zwei Perspektiven auf die Schleife kommen ohne Aufstieg aus. Kajaks und Kanadier gibt es täglich ab 10.30 Uhr an der Kanustation im Ortsteil Eller, Voranmeldung ist erforderlich; vom Wasser aus wirkten die Steilhänge „noch eindrucksvoller und imposanter“, schreibt die Ortsgemeinde Bremm.

Die dritte Perspektive ist die der Gleitschirmflieger. Zwischen Start- und Landeplatz liegen beim Flug über die Steilhänge 1,5 Kilometer Luftlinie und 268 Meter Höhenunterschied. Das entspricht ungefähr der Höhe des Klettersteigs, der 200 bis 300 Meter über der Mosel verläuft.

Welche Moselsteig-Etappen hier entlangführen, steht in der Übersicht zu den Moselsteig-Etappen im Kreis.

Aussichtspunkte, Wanderwege und Anreise: Stand Juli 2026.

Wo hat man den besten Blick auf die Moselschleife bei Bremm?

Nach Angaben der Ortsgemeinde Neef bietet die Aussichtskanzel am Eulenköpfchen auf dem Petersberg den Panoramablick über die gesamte Schleife, weil die Mosel diesen Bergrücken umfließt. Auf der anderen Seite liegen am Calmont-Höhenweg die Aussichtspunkte Vierseenblick, Todesangst und das Gipfelkreuz.

Wie lange dauert der Weg zum Aussichtspunkt?

Der Leuchtpunkt-Weg über das Eulenköpfchen misst 6,5 Kilometer, die N2 10,3 Kilometer, die N1 14,2 Kilometer. Wie lange man braucht, hängt stark von den Steigungen ab: Für die 6 Kilometer lange Calmont-Runde ab Eller sind 4 bis 5 Stunden angesetzt.

Wie kommt man ohne Auto an die Moselschleife?

Neef und Ediger-Eller haben Bahnhöfe an der Moselstrecke Koblenz–Trier, dazwischen fährt die Buslinie 711 zwischen Cochem und Bullay. Bremm hat nur eine Busstation; bis Neef sind es 2 Kilometer, bis Eller 3, bis Bullay mit RE- und IC-Halt 7.