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Neef an der Mosel: Petersberg, Wanderwege und Blick zum Calmont

 · 8 Min. Lesezeit

Blick vom Petersberg auf den Weinort Neef, die Moselschleife mit Staustufe und die Brücke
Foto: Adrian Thomale, CC BY-SA 3.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Neef hat rund 470 Einwohner. Der Hausberg des Ortes ist nicht der Calmont, sondern der Petersberg mit dem einzigen genutzten Höhenfriedhof im Moseltal.
  • Vier Rundwanderwege zwischen 8,6 und 14,2 Kilometern starten am Brunnenplatz am Moselufer, dazu der 6,5 Kilometer lange Leuchtpunkt-Wanderweg.
  • Der Wohnmobilstellplatz am Ufer kostet 12,00 Euro je Fahrzeug und Nacht, Strom 3,00 Euro am Tag (Stand August 2026).
  • Die Tourist-Information ist von April bis Anfang November an drei Tagen der Woche geöffnet, zusammen fünf Stunden. Für den Mittwoch nennen zwei Neefer Seiten verschiedene Zeiten.

Neef liegt zwischen Cochem und Zell, gehört zur Verbandsgemeinde Zell (Mosel) und hat rund 470 Einwohner. Auf fast jedem Bild des Ortes steht der Calmont im Hintergrund, und genau der gehört nicht dazu: Der steilste Weinberg Europas liegt gegenüber, rund drei Kilometer entfernt, und beide Einstiege in den Klettersteig liegen in Bremm und in Eller. Was zu Neef gehört, ist der Berg im Rücken des Ortes.

Der Petersberg und der Friedhof über dem Ort

Der Petersberg ist ein schmaler Grat, den die Mosel auf beiden Seiten umfließt. Oben steht die Peterskapelle, deren Chor aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammt; der größte Teil des heutigen Baus wurde im 16. und 17. Jahrhundert errichtet und zuletzt 1974 renoviert. Im Chorraum steht ein Altaraufsatz aus der Mitte des 17. Jahrhunderts mit einem Relief der Kreuzabnahme, flankiert von Petrus und Paulus. Gesiegelte Lehmziegel aus der Umgebung deuten nach Darstellung der Ortsgemeinde darauf hin, dass hier schon zur Römerzeit ein Bergheiligtum stand. 1140 wurde die Kapelle dem Kloster Stuben zugeteilt, das kurz zuvor unten im Tal gegründet worden war.

Neben der Kapelle liegt der Friedhof, und der ist die eigentliche Besonderheit. Er ist der einzige genutzte Höhenfriedhof im Moseltal. Bis 1959 wurden die Verstorbenen über den steilen Weinbergpfad hinaufgetragen, seither führt eine asphaltierte Straße nach oben. Bei einer bundesweiten Ausschreibung zum schönsten Friedhof Deutschlands kam der Friedhof am Petersberg 2013 auf den dritten Platz.

Ein paar Minuten weiter liegt das Eulenköpfchen, eine Aussichtskanzel mit Blick über die gesamte Moselschleife. Am 8. Juni 2019 erhielt die Ortsgemeinde für den Berg die Auszeichnung „Leuchtpunkt Neefer Petersberg“ aus dem Projekt Lebendige Moselweinberge. Zwischen der bewaldeten Kuppe und dem feuchten Ufersaum liegt die Steillage Frauenberg, durchzogen von Mauern und Felsen. Sie gilt der Ortsgemeinde als beste Weinlage von Neef.

Vier Rundwege ab dem Brunnenplatz

Alle Rundwanderwege der Gemeinde beginnen am selben Punkt: am Brunnenplatz am Moselufer, wo eine Informationstafel steht. Gehzeiten und Schwierigkeitsgrade nennt die Ortsgemeinde zu keinem von ihnen, nur die Länge und die Stationen auf der Strecke.

Weg Länge Thema Wichtige Punkte
N 1 14,2 km Auf den Pfaden der Eremiten Frauenberg, Kloster Stuben, Petersberg, Eulenköpfchen, Kälberkopf, Einsiedelei
N 2 10,3 km Wo einst die Römer Wache standen wie N 1, ohne Einsiedelei
N 3 10 km Auf den Spuren der Kelten Bahnhof, Assersberg, Schawelswald, Ringwall, Hochkessel
N 4 8,6 km Fluren mit historischer Vergangenheit Heidepütz, Blitzeiche, Steinkopftempel, Lilohütte
Leuchtpunkt 6,5 km Kulturdenkmäler und Artenvielfalt Rosenberg, Frauenberg, Höhenkreuz, Petersbergkapelle, Eulenköpfchen

Für einen ersten Besuch ist der Leuchtpunkt-Wanderweg die richtige Wahl: 6,5 Kilometer über Frauenberg und Höhenkreuz zur Petersbergkapelle und weiter zum Eulenköpfchen. Er wurde am 9. Juni 2019 eröffnet. Der N 3 führt als einzige Runde über den Bahnhof hinauf zum Hochkessel, wo die Kelten ihre Fliehburg hatten, und lässt den Petersberg ganz aus.

Über Neef läuft außerdem der Moselsteig. Der Heimat- und Verkehrsverein führt die Etappe 16 nach Ediger-Eller mit 11 Kilometern, vier Stunden Gehzeit und der Einstufung „schwer“. Die übrigen Abschnitte im Kreis stehen in der Übersicht zu den Moselsteig-Etappen. Eine Wanderkarte Neef/Sankt Aldegund halten die Gastgeber im Ort und die Touristinformationen für 0,50 Euro bereit.

Auf dem Kälberkopf steht ein Gipfelkreuz, das eine eigene Geschichte hat. Der Sturm Kyrill zerstörte 2007 das alte Kreuz. Ab Januar 2008 arbeiteten Ehrenamtliche des Heimat- und Verkehrsvereins und der Gemeinde daran, Ende September 2008 stand das neue. Die Beleuchtung auf der Rückseite kam durch die Calmont-Winzer aus Ediger-Eller dazu.

Der Calmont, von Neef aus gesehen

Der Klettersteig durch die Steilhänge entstand 2002 als Gemeinschaftsprojekt der Gemeinden Bremm, Ediger-Eller und Neef. Der Deutsche Alpenverein sicherte die Route mit Stahlseilen, Leitern und Trittbügeln. Die Ortsgemeinde Neef veranschlagt für die Begehung rund drei Stunden und nennt anspruchsvolle Passagen.

Der Einstieg liegt aber nicht in Neef, sondern in Eller an der Eisenbahnbrücke und in Bremm oberhalb der Kirche. Von Bullay oder Cochem fährt der Calmont-Express als Buslinie 711 dorthin. Route, Gehzeiten und Parkplätze stehen im Guide zum Calmont-Klettersteig. Vom Ort bis zum Berg sind es rund drei Kilometer, und der Einstieg liegt noch jenseits davon. Neef ist die Aussichtsseite und das Quartier, nicht der Startpunkt.

Die Klosterruine Stuben und zwei Konzerte im August

Auf der Landzunge in der Schleife zwischen Bremm und Eller liegt die Klosterruine Stuben, in Urkunden auch Insula St. Nicolai. Der Förderverein Calmont-Region hat aus dem erhaltenen Teil der Klosterkirche einen Veranstaltungsort gemacht; der Raum lässt sich beleuchten und bei Regen überdachen. Im August 2026 finden dort zwei Open-Air-Konzerte statt: am 21. August um 20 Uhr das Emma Smith Quartet im Rahmen des Mosel Musikfestivals, am 22. August um 19.30 Uhr das Konzert des Fördervereins.

Stellplatz, Bahnhof und Räder

Der Wohnmobilstellplatz liegt unmittelbar am Moselufer am Fuß des Petersberges, mit Blick über den Fluss auf den Calmont. Die Gemeinde beschreibt ihn als Platz, auf dem die Sonne hinter dem steilen Hang untergeht und die Gäste bis spät am Abend beleuchtet. Nebenan liegen ein Spielplatz, ein Beachvolleyballfeld und ein Bolzplatz.

Die Gemeinde gibt rund 100 Standplätze an, Stromanschlüsse mit 10 Ampere Absicherung und eine Entsorgungsstation. Die Nacht kostet 12,00 Euro je Wohnmobil, Strom 3,00 Euro am Tag. Kassiert wird auf dem Platz, zweimal täglich kommt jemand vorbei; bezahlt werden kann auch bargeldlos. Bis in den Ort sind es rund 200 Meter.

Beim Saisonanfang muss man aufpassen. Die Startseite der Gemeinde kündigt die Öffnung für den 13. März an, die Seite zum Stellplatz nennt in ihrer Kopfzeile den Zeitraum 13. März 2025 bis 15. November 2026, und im Fließtext darunter steht der 15. März bis 15. November „eines jeden Jahres“. Für die letzten Märztage macht das keinen Unterschied, für eine Anreise Mitte des Monats schon. Wie die Preise auf den übrigen Plätzen im Kreis daneben aussehen, steht im Vergleich der Wohnmobilstellplätze.

Neef hat einen eigenen Bahnhof an der Strecke Trier–Koblenz, bedient von der Regionalbahn. Damit sind Cochem, Trier und Koblenz ohne Auto erreichbar, und Fahrräder fahren in rheinland-pfälzischen Regionalzügen kostenfrei mit. Im Ort gibt es einen Verleih mit E-Bikes, Touren-, Trekking- und Mountainbikes, einem Tandem sowie Kinder- und Hundeanhängern.

Wein, Feste und die Tourist-Information

Zwei Feste liegen jedes Jahr an derselben Stelle im Kalender: das Wein- und Heimatfest am dritten Augustwochenende, 2026 vom 14. bis 16. August, und das Straßenweinfest am vierten Septemberwochenende, 2026 vom 25. bis 27. September in seiner 39. Auflage. Am zweiten Adventswochenende folgt „Neef glüht“, 2026 vom 4. bis 6. Dezember. Die Ortsgemeinde beschreibt das Fest als Glühweinfest mit Weihnachtsmarkt in den Kellern und Höfen des Ortes.

Die Tourist-Information sitzt in der Moseluferstraße 23, Telefon 06542 181 40 55. Geöffnet ist sie vom 1. April bis 1. November, und zwar montags von 10 bis 12 Uhr, mittwochs zweimal und samstags von 11 bis 12 Uhr. Dienstag, Donnerstag und Freitag bleibt sie zu. Das ergibt rund fünf Stunden in der Woche, in denen sich in Neef persönlich etwas fragen lässt.

Für den Mittwoch gehen die Angaben auseinander: Die Gemeindeseite nennt 13 bis 14 Uhr und 18 bis 19 Uhr, die Seite des Heimat- und Verkehrsvereins 13.30 bis 14.30 Uhr und 17.30 bis 18.30 Uhr. Eine Stunde Abstand am Abend, bei einer Stelle, die insgesamt fünf Stunden besetzt ist. Vor der Fahrt lohnt der Anruf.

Im Verkaufsregal der Tourist-Information stehen zwei Bücher von Franz Josef Blümling, „1400 Jahre kontinuierlicher Weinbau in Neef“ für 25,00 Euro und „Die Moselbande“ für 20,00 Euro. Die Faltkarte „Die Mosel und ihre Sehenswürdigkeiten“ mit Radwegen kostet 1,95 Euro und ist nur noch auf Niederländisch und Englisch zu haben; die deutsche Fassung ist ausverkauft.

Alle Angaben stammen von den Seiten der Ortsgemeinde Neef und des Heimat- und Verkehrsvereins Neef, Stand August 2026.

Kann man den Calmont-Klettersteig von Neef aus starten?

Nein. Die beiden Einstiege liegen in Eller an der Eisenbahnbrücke und in Bremm oberhalb der Kirche, rund drei Kilometer von Neef entfernt. Von Bullay und Cochem fährt der Calmont-Express als Buslinie 711 dorthin.

Welcher Wanderweg in Neef lohnt sich für einen halben Tag?

Der Leuchtpunkt-Wanderweg mit 6,5 Kilometern. Er startet am Brunnenplatz am Moselufer und führt über Frauenberg, Höhenkreuz, Petersbergkapelle und Eulenköpfchen. Die vier nummerierten Rundwege N 1 bis N 4 sind zwischen 8,6 und 14,2 Kilometer lang.

Was kostet der Wohnmobilstellplatz in Neef?

12,00 Euro pro Wohnmobil und Nacht, Strom 3,00 Euro am Tag, Stand August 2026. Der Platz am Moselufer bietet rund 100 Standplätze, Anschlüsse mit 10 Ampere und eine Entsorgungsstation. Kassiert wird vor Ort, auch bargeldlos.