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Ausflugsziele & Sehenswürdigkeiten

Treis-Karden: Sehenswürdigkeiten mit Zeiten und Preisen 2026

 · 10 Min. Lesezeit

Blick von oben auf Karden an der Mosel: Stiftskirche St. Castor, Bahnlinie und Uferstraße am Fluss
Foto: Lothar Spurzem, CC BY-SA 2.0 DE (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Der Stiftsbezirk in Karden lässt sich nach Angabe der Ortsgemeinde in etwa 30 Minuten ablaufen; das Stiftsmuseum darin öffnet nur an drei Tagen der Woche, und zwei Betreiberseiten nennen dafür verschiedene Uhrzeiten.
  • Die Wildburg über Treis ist entgegen der Angabe auf den Seiten der Ortsgemeinde besichtigungsfähig: Der Förderverein führt bis zum 25. Oktober 2026 dreizehn Burgführungen, fast alle sonntags von 14.30 bis 16 Uhr.
  • Zur keltisch-römischen Tempelanlage auf dem Martberg führt ab Karden ein 5,1 Kilometer langer Themenweg; das Parkgelände ist ganzjährig frei, Tempel und Café öffnen 2026 nur samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Treis und Karden liegen an gegenüberliegenden Moselufern und sind erst seit 1969 eine Gemeinde. Das ist mehr als Verwaltungsgeschichte, denn die Sehenswürdigkeiten von Treis-Karden verteilen sich bis heute nach dieser alten Trennung: Auf der Kardener Seite steht das kirchliche Erbe, kompakt und zu Fuß erreichbar, auf der Treiser Seite liegen die Burgen, die Pfarrkirche und die Talwege in Richtung Hunsrück. Verbunden wird beides von der Moselbrücke, die die Gemeinde Treis 1925 als durchgehende Straßenverbindung Koblenz–Trier bauen ließ.

Der Stiftsbezirk in Karden: Moseldom, Zehnthaus, 30 Minuten

Der Ort hieß in römischer Zeit Cardena. Um 350 nach Christus gründete hier laut Ortsgemeinde der Priester Castor aus Aquitanien die erste christliche Gemeinde an der unteren Mosel; daraus wuchs ein Kollegiatstift, das fast tausend Jahre bestand, bis Napoleon es 1802 auflöste. Sein Oberhaupt war zugleich Chorbischof eines Gebiets von Andernach bis Bacharach und von Wittlich bis Traben-Trarbach.

Geblieben ist die ehemalige Stiftskirche St. Castor, im Ort „Moseldom“ genannt, mit romanischen, gotischen und barocken Bauteilen. Sehenswert sind vor allem zwei Stücke: der spätgotische Altarschrein mit der Anbetung der Heiligen Drei Könige, um 1420 aus heimischem Ton gebrannt, und die dreimanualige Barockorgel von Johann Michael Stumm aus dem Jahr 1728.

Hinter der Kirche steht das Stiftsmuseum in einem Gebäude von 1238, das früher als Zehnthaus diente. Gezeigt werden Funde vom Martberg, Grabbeigaben aus der Umgebung der Stiftskirche, liturgische Geräte und mittelalterliche Handschriften.

Bei den Öffnungszeiten widersprechen sich die Quellen, und das sollte man vor der Fahrt wissen. Die Ortsgemeinde nennt Mai bis Oktober, Freitag bis Sonntag von 15 bis 17.30 Uhr. Die Seite des Fördervereins Pommerner Martberg, die dasselbe Museum vorstellt, nennt Mai bis Mitte Oktober, Freitag bis Sonntag von 14 bis 16.30 Uhr. Das sind anderthalb Stunden Unterschied bei einem Haus, das ohnehin nur an drei Nachmittagen der Woche offen hat. Eine Ausnahme nennen beide: Angemeldete Gruppen kommen im Rahmen einer Führung auch außerhalb dieser Zeiten hinein, nach Angabe der Ortsgemeinde ab zehn Personen. Angemeldet wird über die Tourist-Information Treis-Karden, 02672 9157700. Dort klärt sich auch die Uhrzeit.

Ein Rundgang durch den Stiftsbezirk beginnt an der Georgs-Kapelle unten an der B 416 und endet auf dem Lindenplatz; die Ortsgemeinde veranschlagt dafür etwa 30 Minuten. Was dabei auffällt, sind die Jahreszahlen an den Häusern: St. Castor-Straße 23 von 1587, Nr. 48 von 1614, Nr. 31 von 1759, das Haus Nr. 7 am Lindenplatz mit einem Untergeschoss um 1450 und einem Fachwerk-Obergeschoss um 1620. Das Stiftstor, im Volksmund „der Bogen“, steht nicht mehr; es wurde 1945 von amerikanischen Truppen niedergelegt.

Zwei Burgen über Treis: sonntags um halb drei

Im Flaumbachtal hinter Treis stehen zwei Burgen: Burg Treis auf einem Felskegel am Zusammenfluss von Dünn- und Flaumbach, die Wildburg auf der anschließenden Bergzunge. Von der ersten ist nur noch der Bergfried zu sehen, den Bischof Hillin 1157 errichten ließ und den die Ortsgemeinde als höchsten erhaltenen Burgturm an der Mosel führt. Die Wildburg wurde ab Mitte der fünfziger Jahre in Privatinitiative wieder aufgebaut und zeichnet sich durch den besterhaltenen Palas aus romanischer Zeit aus.

Wer sich nur auf die Seiten der Ortsgemeinde verlässt, verpasst die Burg. Dort heißt es, die Wildburg sei „in Privatbesitz und bewohnt“, und die Unterseite zu den Burgen sagt ausdrücklich, sie könne nicht besichtigt werden. Das ist überholt: Die Ortsgemeinde hat die Burgengruppe samt Wildburgmühle 2021 über ein kommunales Vorkaufsrecht selbst erworben, im Oktober 2021 besichtigten rund 350 Bürgerinnen und Bürger die Anlage, und im Februar 2022 wurde dafür ein Förderverein gegründet.

Der Förderverein Wildburg-Treis führt heute nach festem Fahrplan hinauf. Auf seiner eigenen Seite stehen für 2026 dreizehn Burgführungen, fast alle sonntags von 14.30 bis 16 Uhr: am 2., 9., 16., 23. und 30. August, am 6., 13. und 20. September, am 3. Oktober (ausnahmsweise Samstag), am 4., 11. und 18. Oktober und am 25. Oktober als letzter Führung des Jahres. Gebucht wird über die Website. Dazu kommt am 27. September von 12 bis 18 Uhr das Fest Wild & Wein auf der Wildburg mit Wildgerichten, Weinen örtlicher Winzer und Führungen. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei 12 Euro im Jahr; Mitglieder nehmen an den Führungen kostenfrei teil.

Am Flaumbach unterhalb der Wildburg liegt die Wildburgmühle, in mittelalterlichen Urkunden erwähnt. Dort hängt ein kleines Denkmal: das Relief eines Lachses, zur Erinnerung an den letzten seiner Art, der 1945 im Flaumbach gefangen wurde.

Kirchen und Kapellen auf der Treiser Seite

Das Ortsbild von Treis bestimmt die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Sie wurde 1824 bis 1831 nach Plänen von Johann Claudius von Lassaulx gebaut und gilt als eines der ersten Beispiele seiner an der Gotik orientierten Bauweise; 1836 kam die Orgel dazu. Der Schieferhelm des Turms mit seinen konkaven Einzelflächen ist eine für Lassaulx typische Konstruktion, die er auch in den heutigen Koblenzer Stadtteilen Güls und Kapellen-Stolzenfels verwendet hat. Nach einem Brand 1921 wurde er in geringerer Höhe wieder aufgebaut. Der Turm ist heute also kürzer, als er gedacht war.

Von der Vorgängerkirche St. Katharina, 1830 als Pfarrkirche aufgegeben und 1945 zerstört, blieb nur der Chor stehen. Er steht als Gedächtniskapelle am Rathaus, mit Netzgewölbe, einer Sakramentsnische mit dem Wappen Pyrmont-Ehrenberg und einem Fenster von 1887, das die Enthauptung der heiligen Katharina zeigt.

Am Hang des Zillesberges steht die Zilleskapelle. Der Name ist eine Verschleifung von Cyriakus; erwähnt wird sie schon um 1100, das Innere wurde 1960 neu gestaltet. Hinauf führen zwei Wege: In der ersten Kurve der Kastellauner Straße beginnt ein Kreuzweg durch die Weinberge mit 14 Stationshäuschen, von einer Wegekapelle an der Straße nach Kastellaun sind es sieben Stationen.

Neun Kilometer das Flaumbachtal hinein liegt das Kloster Maria Engelport, um 1220 gestiftet, ein Jahrhundert lang Ruine und ab 1903 neu gebaut; heute ist es Exerzitien- und Tagungshaus für bis zu 70 Gäste.

Zu Fuß hinaus: Martberg, Lenus-Mars-Weg, Buchsbaumpfad

Rund 180 Meter über der Mosel, zwischen Karden und Pommern, liegt der Martberg. Der keltische Stamm der Treverer baute dort um 100 vor Christus eine befestigte Großsiedlung; in römischer Zeit entstand ein gallo-römischer Tempelbezirk, der im 3. Jahrhundert seine Blütezeit hatte und heute in Teilen auf den antiken Grundmauern wieder aufgebaut ist.

Martberg 2026 Angabe des Fördervereins Pommerner Martberg
Parkgelände ganzjährig frei zugänglich
Lenus-Mars-Tempel und Café 1. Mai bis 31. Oktober 2026, Sa und So 11–17 Uhr
Winterpause 1. November 2026 bis 30. April 2027
Besucherführer und Tempelbesichtigung 2 € pro Person, Kinder bis 12 Jahre frei
Führung bis 10 Personen 65 €
Führung ab 11 Personen 6,50 € pro Person
Führung Martberg und Stiftsmuseum, bis 10 Personen 100 € zzgl. 2 € Eintritt pro Person

Große Reisebusse kommen nicht hinauf; auf Anfrage gibt es einen Kleinbus-Transfer. Mit dem Auto führt in Pommern ein Fahrweg zu einem Wanderparkplatz im Wald, von dem noch ein Kilometer zu Fuß bleibt.

Der Förderverein Pommerner Martberg empfiehlt selbst den Aufstieg zu Fuß, über den Lenus-Mars-Weg: 5,1 Kilometer zwischen Karden und Pommern. Die Infotafel in Karden steht am Ende der Straße „Unter den Weinbergen“; entlang des Aufstiegs begleiten Holzskulpturen eines keltischen Kriegers, einer römischen Frau und des spätantiken Kastor den Weg. Der Weg ist ganzjährig begehbar, festes Schuhwerk empfiehlt die Verbandsgemeinde ausdrücklich, und zurück fährt stündlich der Zug.

Der zweite Themenweg ab Karden heißt Buchsbaum-Wanderpfad, 4,1 Kilometer nach Müden, Einstieg am Ende des Burg-Eltz-Weges. Sein Name ist inzwischen eine Erinnerung: Die Verbandsgemeinde schreibt selbst, dass das große zusammenhängende Buchsbaumgebiet zwischen Karden und Müden vom Buchsbaumzünsler stark befallen wurde. Der Weg über Weinbergspfade, Naturstufen und die Grillhütte mit Aussicht lohnt weiter, nur nicht wegen des Buchsbaums. Wer von Karden aus lieber ins Tal der Elz aufbricht, findet den klassischen Anstieg im Beitrag zur Wanderung zur Burg Eltz ab Moselkern.

Anreise, Tourist-Information und was die Bahn kostet

Treis-Karden liegt rund 13 Kilometer von Cochem und 40 Kilometer von Koblenz entfernt, erreichbar über die B 49 und die B 416, über die A 48 (Abfahrt Kaifenheim) und die A 61 (Abfahrt Boppard). Der Bahnhof liegt im Ortsteil Karden, dazu gibt es Schiffsanlegestellen. Für Tagesausflüge mit der Bahn nennt die Verbandsgemeinde die Fahrpreise:

  • Koblenz, Fahrtzeit rund 30 Minuten: Tageskarte 26,60 Euro für eine Person, Minigruppenkarte 30,50 Euro für zwei bis fünf Personen, jeweils hin und zurück.
  • Traben-Trarbach, rund 50 Minuten mit Umstieg in Bullay auf die Mosel-Wein-Bahn: Tageskarte 19,30 Euro, Minigruppenkarte 30,50 Euro.
  • Trier, rund eine Stunde: Rheinland-Pfalz-Ticket 30 Euro für die erste, 10 Euro für jede weitere Person, Stadtbusse in Trier eingeschlossen.

Räder fahren in Nahverkehrszügen in Rheinland-Pfalz von Montag bis Freitag ab 9 Uhr und am Wochenende ganztägig kostenfrei mit, je nach Platz.

Die Tourist-Information sitzt ebenfalls im Bahnhof, St. Castor-Straße 87, und ist auch für Lieg, Lütz, Moselkern, Müden und Pommern zuständig. Mai bis Oktober öffnet sie montags bis freitags 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, samstags 9 bis 12 Uhr; November bis April montags bis donnerstags 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, freitags 9 bis 13 Uhr. Telefon 02672 9157700.

Vor Treis liegt außerdem ein großer Jachthafen, geschützt durch die Insel Pommerer Werth; an Freizeitangeboten führt die Verbandsgemeinde Minigolf, ein Spiel- und Spaßbad, Schiffstouren und Kanutouren auf. Wo der Ort in der Gegend steht, zeigt die Übersicht der Ausflugsziele an der Mosel; das nächste größere Familienziel ist der Wild- und Freizeitpark Klotten, den die Ortsgemeinde selbst unter ihren Ausflugstipps nennt.

Zeiten und Preise stammen von den Seiten der Ortsgemeinde, der Verbandsgemeinde Cochem und der beiden Fördervereine, Stand Juli 2026.

Ein Hinweis noch zur Planung: Die Ortsgemeinde stellt seit der Corona-Zeit keine Termine mehr auf ihre Website und verweist auf die Presse. Was an einem bestimmten Wochenende läuft, steht dort also nicht.

Wann hat das Stiftsmuseum in Karden geöffnet?

Die Angaben gehen auseinander: Die Ortsgemeinde nennt Mai bis Oktober, Freitag bis Sonntag von 15 bis 17.30 Uhr, der Förderverein Pommerner Martberg für dasselbe Haus Mai bis Mitte Oktober, Freitag bis Sonntag von 14 bis 16.30 Uhr. Angemeldete Gruppen ab zehn Personen kommen ganzjährig im Rahmen einer Führung hinein; Anmeldung über die Tourist-Information Treis-Karden, Telefon 02672 9157700.

Kann man die Wildburg bei Treis besichtigen?

Ja. Die Seiten der Ortsgemeinde sagen zwar noch, die Wildburg könne nicht besichtigt werden, doch der Förderverein führt 2026 dreizehn Burgführungen durch: am 2., 9., 16., 23. und 30. August, am 6., 13. und 20. September sowie am 3., 4., 11., 18. und 25. Oktober, jeweils von 14.30 bis 16 Uhr und bis auf den 3. Oktober immer sonntags. Gebucht wird über die Seite des Fördervereins Wildburg-Treis.

Was kostet der Besuch der Tempelanlage auf dem Martberg?

Das Parkgelände ist ganzjährig frei zugänglich. Besucherführer und die Besichtigung des Lenus-Mars-Tempels mit Innenbemalung kosten 2 Euro pro Person, Kinder bis 12 Jahre sind frei. Eine Führung kostet bis zehn Personen 65 Euro, ab elf Personen 6,50 Euro pro Person. Tempel und Café sind 2026 vom 1. Mai bis 31. Oktober samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.