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Valwig an der Mosel: Herrenberg, BREVA-Weg und Apollofalter

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Valwig von der gegenüberliegenden Moselseite, darüber die Weinberge im Herbstlaub
Foto: Rolf Kranz, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Die Ortsgemeinde hat zwei Ortsteile, die 225 Höhenmeter auseinanderliegen: das Winzerdorf am Fluss auf 90 Metern und Valwigerberg auf 315 Metern, verbunden durch eine Serpentinenstraße.
  • Der BREVA-Weg durch den Valwiger Herrenberg ist 3,1 Kilometer lang und nach Angaben der Betreiber ein Wander- und Klettersteig für geübte Wanderer, mit Seilen und Trittstufen an den schwierigen Stellen.
  • Der Apolloweg ist wegen Felsrutschen nicht mehr durchgehend bis Cochem begehbar. Zwei der vier offiziell empfohlenen BREVA-Rundtouren führen genau dort entlang.
  • Der Moselapollo ist nur von Ende Mai bis Mitte Juli zu sehen, und der Weg trägt seinen Namen das ganze Jahr.

Drei Kilometer moselaufwärts von Cochem, auf der ruhigeren Flussseite, verteilen sich 501 Einwohner auf zwei Ortsteile. Die Gemarkung misst 570 Hektar, 26 davon sind mit Reben bestockt. Valwig wird 866 erstmals urkundlich erwähnt, der Name Valvey oder Falavoia weist nach Darstellung der Ortsgemeinde in keltische Zeit, und in einem Haus im Ort fanden sich die Reste eines römischen Wohnhauses samt Badeanlage. Das ist die kurze Fassung. Die längere fängt damit an, dass dieser Ort in Wahrheit zwei Orte ist.

Zwei Ortsteile, 225 Höhenmeter Unterschied

Valwig liegt auf 90 Metern über dem Meer, Valwigerberg auf 315. Zwischen beiden windet sich eine serpentinenreiche Panoramastraße den Hang hinauf, und die Ortsteile könnten unterschiedlicher kaum sein. Unten das moseltypische Bild: die Oberstraße, hier Herrenbergstraße, verläuft parallel zum Fluss, Rathaus und Kirche liegen in der Mitte, die Gassen laufen schmal und senkrecht zur Mosel hinunter. Häuser aus dem 15. bis 19. Jahrhundert stehen in beiden Ortsbildern.

Oben ist es landwirtschaftlich und offen: Wiesen, Mischwald, dazu die Wallfahrtskapelle St. Maria und Maria Magdalena, die nach Angaben der Ortsgemeinde aus dem 13. Jahrhundert stammt. Spielplatz, Freizeitgelände und eine Grillhütte an der Schönen Aussicht liegen ebenfalls auf der Höhe.

Eine Kuriosität der Ortsgeschichte gehört dazu: Die alte romanische Kirche in der Dorfmitte wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen, nachdem Johannes Claudius von Lassaulx zwischen 1823 und 1827 die neuromanische Pfarrkirche St. Martin über dem Dorf errichtet hatte. Der Ort hat seine Hauptkirche also nicht ersetzt, sondern verlegt.

Herrenberg und Schwarzenberg

Der Weinbau steht auf zwei Lagen, dem Valwiger Herrenberg und dem Valwiger Schwarzenberg. Beide liegen ausgeprägt nach Süden, die Steilhänge erreichen bis zu 60 Prozent Neigung; der Schwarzenberg ist nach Beschreibung der Ortsgemeinde etwas tiefgründiger und trägt neben Weiß- auch Rotweinsorten. Von den 217 Hektar Landwirtschaftsfläche der Gemarkung sind 26 Hektar mit Reben bestockt, 24 davon weiß, 3 rot. Auf ihrer Weinbauseite kommt dieselbe Verwaltung auf rund 27 Hektar. Die Differenz ist eine Rundung und ändert nichts an der Größenordnung: Das ist eine kleine Fläche, bewirtschaftet von Familienbetrieben, und ein erheblicher Teil davon ist Handarbeit im Steilhang.

Die Zahlen zum Klima erklären, warum sich der Aufwand hält. Die Ortsgemeinde nennt als Dreißigjahresmittel 675 Millimeter Niederschlag, 59 Sommertage und eine mittlere Sonnenscheindauer von 1.827 Stunden, letztere mit dem Stand 2015. Dazu kommt der Schieferverwitterungsboden der Steilhänge, der nach Darstellung der Gemeinde die Sonnenenergie aufnimmt und auf die Reben zurückwirft.

Der BREVA-Weg, und was er verlangt

BREVA steht für Bruttig, Ernst und Valwig. Ein Winzerteam aus diesen drei Orten hat das Projekt gestartet, das einen gemeinschaftlich ausgebauten Wein mit einem selbst angelegten Weg verbindet; ein Teil des Erlöses geht in die Erhaltung des Steillagenweinbaus. Der Weg ist 3,1 Kilometer lang und führt mitten durch den Valwiger Herrenberg.

Wichtiger als die Länge ist die Beschreibung, die das Projekt selbst gibt: ein anspruchsvoller Wander- und Klettersteig für geübte Wanderer. Kleinere Trittstufen und Seile helfen über die schwierigen Stellen, der Pfad wurde in Handarbeit in den Berg gegraben. Festes Schuhwerk, wetterangepasste Kleidung und genug zu trinken stehen ausdrücklich als Grundausrüstung dabei, und zwar im Rucksack, damit die Hände frei bleiben. Mit Kinderwagen oder in Turnschuhen ist der Moseluferweg unter dem Herrenberg die bessere Wahl.

Vier Rundtouren empfiehlt das Projekt. Zwei bleiben in der Nähe und dauern 3 bis 4 Stunden auf je 8 Kilometern: ab Valwigerberg über Moselhöhenweg, Kabainerbach, BREVA-Weg und den alten Kreuzweg zurück, oder ab Valwig über den BREVA-Weg, den Kabainerbach, den Moselhöhenweg und den Alten Bergweg. Zwei sind Tagestouren über 15 Kilometer und 5 bis 6 Stunden, ab Ernst oder ab Bruttig-Fankel, beide über den BREVA-Weg und den Apolloweg nach Cochem und über den Erlebnisweg Moselkrampen zurück.

Genau diese beiden großen Runden haben ein Problem. Die Ortsgemeinde weist auf ihrer Seite darauf hin, dass der Apolloweg wegen Felsrutschen nicht mehr bis Cochem durchgängig begehbar ist. Hinter der Apollohütte führt ein Pfad teils durch den Steilhang, teils durch die Weinberge zum Moselufer, und von dort geht es über den Radweg weiter in die Stadt. Wer eine der 15-Kilometer-Runden nach der Beschreibung des Wanderprojekts plant, plant also über eine Verbindung, die es in dieser Form nicht mehr gibt. Die Ersatzstrecke ist beschrieben, ihre Länge nicht; ein Anruf bei der Gemeindeverwaltung vor der Fahrt spart im Zweifel eine Stunde am Berg.

Der Falter, der eigentlich in die Alpen gehört

Der Apolloweg heißt nach dem Moselapollo, wissenschaftlich Parnassius apollo vinningensis. Die Art ist wärmeliebend und kommt sonst vor allem im Hochgebirge vor; an der Mosel hält sie sich in den Steillagen und an den Waldrändern zwischen Koblenz und Trier. Der Falter steht unter strengem Schutz, fotografieren ist erlaubt.

Das Zeitfenster ist eng: Ende Mai bis Mitte Juli. Zu sehen ist der Falter dann im Flug oder beim Saugen an der Weißen Fetthenne, an der Flockenblume und an der Skabiosen-Flockenblume. Im August oder September lohnt der Weg landschaftlich, für den Apollo ist er dann zu spät.

Was der Ort selbst bereitstellt

Der Wohnmobilstellplatz liegt unmittelbar am Moselufer, die Gemeinde nennt die Koordinaten N 50° 8’ 35“ und E 7° 12’ 50“. Im Moselvorgelände daneben liegen Volleyballfeld, ein Schachspiel, Kinderspielplatz und Bolzplatz. Auf dem Valwigerberg gehören Sportplatz und ein gemeindeeigener Grillplatz mit Hütte zusammen; die Hütte lässt sich über die Gemeindeverwaltung unter 02671 608-716 reservieren. Geführte Mountainbiketouren starten nach Angaben der Gemeinde dienstags um 18.30 Uhr am Gemeindehaus.

Angelscheine für den Moselabschnitt zwischen den Schleusen Müden und Bruttig-Fankel gibt es bei der Aalräucherei an der Schleuse Müden unter 02672 7137 oder bei der Verbandsgemeinde Cochem unter 02671 608-0.

Ungewöhnlich für einen Ort dieser Größe ist die Naturbegräbnisstätte Moselhöhe, ein gemeindeeigener Ruhewald auf dem Valwigerberg mit alten Buchen und Eichen. Beisetzungen setzen eine Einäscherung und eine Urne aus Papier oder Zellulose voraus, Grabstein und Grabschmuck gibt es nicht, nur ein kleines Täfelchen am Baum. Der Wald steht Menschen jeder Religion und Weltanschauung offen; Führungen und Beratungstermine werden nach Absprache angeboten.

Was gerade im Dorf verhandelt wird

Seit 2026 läuft eine vom Land geförderte Dorfmoderation, die bis zum Sommer 2028 angelegt ist und von der Fortschreibung des Dorferneuerungskonzeptes begleitet wird. Am Anfang stehen eine Stärken-Schwächen-Analyse und ein Dorf-Check, und deren Grundlage sind öffentliche Termine: zwei Dorfspaziergänge, der zweite davon am 12. September 2026 um 9.30 Uhr ab dem Spielplatz Valwigerberg, ein offener Workshop am 24. September um 19.30 Uhr im Gemeindehaus und eine Bürgerversammlung am 25. November, ebenfalls 19.30 Uhr im Gemeindehaus, auf der die ersten Ergebnisse vorgestellt werden.

Für Gäste ist das kein Programmpunkt, für Ortskundige schon: Was aus den beiden Ortsteilen wird, verhandeln diese drei Termine mit. Vom Moselsteig oder von einer Weinwanderung rund um Cochem aus sieht man davon nichts.

Angaben nach den Seiten der Ortsgemeinde Valwig, dem Auftritt des Projekts BREVA Wein & Weg und der Ortsseite des Ferienlandes Cochem, abgerufen am 2. September 2026.

Ist der Apolloweg von Valwig nach Cochem begehbar?

Nicht durchgehend. Die Ortsgemeinde meldet Felsrutschen; hinter der Apollohütte führt ein Pfad durch Steilhang und Weinberge zum Moselufer, von dort geht es über den Radweg nach Cochem.

Wie schwer ist der BREVA-Weg?

Das Projekt beschreibt ihn als anspruchsvollen Wander- und Klettersteig für geübte Wanderer. Auf 3,1 Kilometern helfen Trittstufen und Seile über schwierige Stellen, festes Schuhwerk ist Voraussetzung.

Wann fliegt der Moselapollo?

Von Ende Mai bis Mitte Juli. Er saugt unter anderem an der Weißen Fetthenne und an Flockenblumen und steht unter strengem Schutz; fotografieren ist erlaubt.

Wie komme ich von Valwig nach Valwigerberg?

Über eine serpentinenreiche Panoramastraße, die 225 Höhenmeter überwindet: Valwig liegt auf 90, Valwigerberg auf 315 Metern.