Radtouren Mosel: Etappen, Strecke und Tipps
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Das Wichtigste in Kürze:
- Der deutsche Moselradweg führt auf rund 248 Kilometern von Perl bis Koblenz und ist in zehn offizielle Etappen unterteilt.
- Seit März 2024 trägt die Strecke das ADFC-Qualitätssiegel mit vier Sternen, gültig bis 2027, und zählt in der Radreiseanalyse 2025 zu den Top 10 der deutschen Radfernwege.
- In Koblenz sorgt eine Vollsperrung zwischen Metternich und Güls aktuell für eine Umleitung, in Trier informiert ein neuer Online-Kartendienst tagesaktuell über hochwasserbedingte Sperrungen.
- Wer ohne eigenes Auto anreisen will, nutzt die RadBus-Linien, etwa die Linie 629 „Hunsrück-Mosel“, die seit April 2026 wieder mehrmals täglich fährt.
Die Mosel schlängelt sich in engen Schleifen zwischen Weinbergen, Burgen und Fachwerkstädtchen hindurch, und genau diese Kurven machen den Radweg entlang des Flusses zu einem der beliebtesten Deutschlands. Wer sich für eine Tour zwischen Trier und Koblenz entscheidet, bekommt eine flache, gut ausgebaute Strecke, auf der sich Kultur, Wein und Landschaft in einem Tempo erleben lassen, das Autofahrer nie erreichen.
Streckenverlauf und Etappen
Der deutsche Abschnitt des Moselradwegs erstreckt sich über etwa 248 Kilometer von Perl an der luxemburgisch-französischen Grenze bis nach Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet. Offiziell ist die Route in zehn Etappen gegliedert, die sich beliebig kombinieren lassen, je nachdem, wie viel Zeit und Kondition zur Verfügung stehen. Wer die klassische Strecke zwischen Trier und Koblenz fährt, kommt auf rund 210 Kilometer, andere Quellen sprechen von etwa 250 Kilometern für den gesamten Flussverlauf zwischen den beiden Städten.
Für eine dreitägige Tour hat sich eine bewährte Aufteilung etabliert: Der erste Tag führt von Trier nach Bernkastel-Kues über etwa 67 bis 69 Kilometer, der zweite von dort nach Bullay über rund 56 Kilometer, der dritte von Bullay nach Cochem über die vergleichsweise kurze Distanz von 26 Kilometern. Diese letzte Etappe lässt genug Zeit für einen Abstecher zur Reichsburg Cochem, die weithin sichtbar über der Stadt thront.
Die Strecke ist überwiegend flach und asphaltiert, was sie auch für Familien und Gelegenheitsfahrer attraktiv macht. Anspruchsvoller wird es nur an wenigen Stellen, an denen der Weg auf die andere Flussseite wechselt oder kurze Anstiege einbaut, um Ortschaften zu umgehen.
Qualität und Beliebtheit der Route
Der Moselradweg trägt seit dem 6. März 2024 das ADFC-Qualitätssiegel mit vier von möglichen Sternen, verliehen auf der ITB in Berlin und gültig bis 2027. Dieses Siegel bewertet unter anderem Wegweisung, Belag, Sicherheit und touristische Infrastruktur entlang der Strecke. In der ADFC-Radreiseanalyse 2025, veröffentlicht im März 2026, hat sich der Moselradweg um zwei Plätze verbessert und gehört wieder zu den zehn beliebtesten Radfernwegen Deutschlands.
Diese Auszeichnungen sind kein Zufall. Die Kombination aus gepflegten Radwegen, einer dichten Folge an Übernachtungsmöglichkeiten und der Nähe zu Weingütern, die Direktverkauf und Führungen anbieten, macht die Region zu einem verlässlichen Ziel für alle, die Radtourismus mit Genuss verbinden wollen.
Aktuelle Sperrungen und Umleitungen
Wer eine Tour plant, sollte den Streckenverlauf vorab prüfen, denn nicht der gesamte Radweg ist derzeit ohne Einschränkung befahrbar. In Koblenz besteht aktuell eine Vollsperrung zwischen Metternich und Güls. Radfahrende werden über Moselweiß, die B 49 und die Kurt-Schumacher-Brücke sowie weitere innerstädtische Straßen umgeleitet. Diese Umleitung ist kein kurzfristiges Ereignis, sondern seit Sommer 2026 in Kraft und betrifft vor allem Etappen, die in oder durch Koblenz enden.
In Trier führen wiederkehrende Hochwasserlagen zu Sperrungen einzelner Abschnitte des Moselradwegs. Die Stadt hat darauf reagiert und einen neuen Online-Kartendienst eingerichtet, der tagesaktuell zeigt, welche Streckenabschnitte gesperrt sind und welche Umfahrungen zur Verfügung stehen. Für alle, die kurzfristig planen oder spontan losfahren, lohnt sich ein Blick auf diese Karte vor der Abfahrt, denn Hochwasser an der Mosel kann innerhalb weniger Tage ganze Uferwege unpassierbar machen.
Anreise mit dem RadBus
Nicht jede Tour muss als Rundfahrt oder mit Rückreise per Zug enden. Entlang der Mosel und im angrenzenden Hunsrück haben sich RadBus-Linien etabliert, die Fahrräder mitnehmen und so flexible Streckenplanungen ermöglichen. Seit Anfang April 2026 sind in Rheinland-Pfalz wieder 22 solcher Linien im nördlichen Landesteil unterwegs.
Besonders relevant für Moseltouren ist die Linie 629 „Hunsrück-Mosel“, die zum 1. April 2026 in die neue Saison gestartet ist. Sie verbindet Emmelshausen und Kastellaun mit Hatzenport an der Mosel. Montags bis freitags verkehren drei Fahrten täglich zwischen Emmelshausen und Hatzenport, an Wochenenden und Feiertagen sind es mindestens fünf Fahrten zwischen Kastellaun und Hatzenport. In Hatzenport besteht Anschluss an die Moselbahn, in Emmelshausen an die Hunsrückbahn. Wer also eine Etappe fährt und nicht zurückradeln möchte, kann das Rad in den Bus laden und bequem zum Ausgangspunkt zurückkehren.
Geführte Touren und Events
Neben der individuellen Streckenplanung gibt es zahlreiche organisierte Angebote entlang der Mosel. Mehrtägige geführte Touren wie „Eifel-Abenteuer und Mosel-Romantik“ oder „Naturparadies Saar“ bieten feste Termine über mehrere Tage, inklusive Unterkunft und oft auch Gepäcktransport. Manche Termine sind bereits Monate im Voraus ausgebucht, etwa der Zeitraum vom 16. bis 19. Juli 2026, während für andere Termine noch einzelne Doppel- und Einzelzimmer frei sind.
Für sportlich ambitionierte Fahrer bietet der RTC Köln mit der Tour „An die Mosel“ eine offene Tagesfahrt über 167 Kilometer an, die am 15. August 2026 um 7:30 Uhr in Köln startet. Diese Strecke richtet sich an geübte Radfahrer, die die Distanz in einem Tag bewältigen wollen, statt sie auf mehrere Etappen zu verteilen.
Wer die Mosel lieber in kleineren Portionen erkundet, findet auch regionale Vereinsangebote. Der Eifelverein Wittlich Land veranstaltet regelmäßig geführte Eingewöhnungstouren für Einsteiger, bei denen Tempo und Streckenlänge auf weniger geübte Fahrer abgestimmt sind.
Kosten einer individuellen Radtour
Wer die Tour selbst organisiert, sollte mit Gesamtkosten zwischen 260 und 580 Euro pro Person für eine dreitägige Fahrt rechnen. Die Spanne ergibt sich vor allem aus der Wahl der Unterkunft, dem Umfang an Weinverkostungen und der Frage, ob ein Gepäcktransportservice gebucht wird, der das Rad tagsüber vom schweren Gepäck entlastet. Wer auf einfache Pensionen setzt und auf den Gepäckservice verzichtet, landet am unteren Ende dieser Spanne, wer Weingut-Übernachtungen mit Verkostungsmenüs bucht, am oberen.
Die Mosel selbst verändert sich während der Fahrt spürbar: Zwischen Trier und Bernkastel-Kues wirkt das Tal noch offen und weit, mit sanften Hügeln und einzelnen Weinlagen am Hang. Erst ab Bernkastel-Kues stromabwärts schließen sich die berühmten engen Flussschleifen, an denen die Steillagen fast senkrecht aus dem Wasser wachsen und jede Kurve ein neues Panorama öffnet.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine komplette Radtour entlang der Mosel?
Für die gesamte Strecke von Trier bis Koblenz mit rund 210 Kilometern planen die meisten Radfahrer drei bis vier Tage ein, abhängig von Kondition und geplanten Aufenthalten in Orten wie Bernkastel-Kues oder Cochem. Wer zusätzlich den Abschnitt ab Perl mitnimmt, verlängert die Tour um ein bis zwei weitere Tage.
Ist der Moselradweg für Familien mit Kindern geeignet?
Ja, die Strecke gilt als überwiegend flach und gut ausgebaut, was sie auch für weniger geübte Fahrer und Kinder zugänglich macht. Das ADFC-Qualitätssiegel mit vier Sternen bewertet unter anderem die Sicherheit und Infrastruktur entlang der Route positiv.
Was gilt es bei Sperrungen durch Hochwasser zu beachten?
In Trier zeigt ein Online-Kartendienst tagesaktuell, welche Abschnitte des Moselradwegs gesperrt sind und welche Umfahrungen zur Verfügung stehen. Vor der Abfahrt lohnt sich ein Blick auf diese Karte, besonders in Zeiten mit erhöhtem Pegelstand, da sich die Lage innerhalb weniger Tage ändern kann.
Wie komme ich ohne eigenes Auto zur Mosel und zurück?
Die RadBus-Linien in Rheinland-Pfalz, etwa die Linie 629 „Hunsrück-Mosel“, nehmen Fahrräder mit und verbinden Orte wie Emmelshausen, Kastellaun und Hatzenport. In Hatzenport besteht Anschluss an die Moselbahn, sodass sich Streckenabschnitte flexibel mit Bus und Bahn kombinieren lassen.
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