COC·presse
Wandern

Cochemer Ritterrunde: 16 Kilometer, 745 Höhenmeter, 3 Varianten

 · 6 Min. Lesezeit

Luftbild der Burgruine Winneburg mit rundem Bergfried und Mauerresten auf einem bewaldeten Bergsporn
Foto: Wolkenkratzer, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Die große Runde misst 16 Kilometer bei 745 Höhenmetern und rund fünf Stunden Gehzeit. Die Tourist-Information stuft sie als schwer ein.
  • Start ist die Talstation der Sesselbahn oder die Tourist-Information am Endertplatz 1 in Cochem.
  • Zwei Kurzvarianten teilen dieselbe Strecke in Hälften von je acht Kilometern, beide ab dem Sessellift.
  • Das Deutsche Wanderinstitut führt den Weg mit 82 Erlebnispunkten, das Wandersiegel läuft bis April 2027.

Über Cochem hängt ein Rundweg, der die drei Dinge verbindet, für die sonst drei getrennte Ausflüge nötig wären: die Reichsburg, die Ruine Winneburg im Enderttal und die Aussichtsfelsen über der Moselschleife. Der Moselsteig-Seitensprung heißt Cochemer Ritterrunde, beginnt und endet in der Stadt und lässt sich ganz oder halb gehen. Der Anstieg steht in jeder Variante gleich am Anfang.

Länge, Höhenmeter, Gehzeit

Die große Runde misst 16 bis 16,3 Kilometer. Im Aufstieg kommen 745 bis 945 Höhenmeter zusammen, die Gehzeit liegt bei fünf bis sechs Stunden. Für die eigene Planung ist der höhere Wert der sichere.

Der höchste Punkt der Runde liegt bei 380 Metern, der tiefste bei 85. Der Weg besteht überwiegend aus Pfaden und Naturwegen, Asphalt oder Beton machen höchstens rund ein Zehntel aus. Straße läuft man auf dieser Tour fast keine.

Der Weg: Serpentinen, Felssporn, Ruine

Los geht es an der Talstation der Sesselbahn. Über den Parkplatz führt der Weg zu einem Steg über die Endert, dahinter beginnt sofort der steile Teil: ein steiniger Pfad, viele Serpentinen, dazwischen Stufen. Bis zur Bergstation teilt sich der Seitensprung die Markierung mit dem Moselsteig. Kurz davor liegt der Abstecher zum Pinnerkreuz mit dem Blick auf Stadt und Reichsburg, an der Bergstation selbst ein Terrassencafé auf dem Pinnerberg; wer dort einkehren will, fragt die Öffnungszeiten vorher nach.

Hinter dem Café trennen sich die beiden Wege. Der Seitensprung zieht auf einem schmalen Pfad durch den Steilhang zur Wackelei, einem Felssporn aus Schiefer, auch Wakelei geschrieben. Von der Liege dort sieht man die Winneburg auf gleicher Höhe liegen, und man sieht auch das Problem: Zwischen beiden liegt das Tal des Endertbachs. Der Abstieg wird nach unten hin steiler, die Talstraße wird am Hotel Winneburg gequert, dann folgt auf der anderen Seite ein Forstweg, dessen gleichmäßige Steigung sich über knapp zwei Kilometer zieht. Der Wald spendet dabei immer wieder Schatten.

Zur Ruine selbst gehört ein kurzer Abstecher vom Hauptweg. Über eine Holzbrücke geht es in die Anlage hinein, deren Schiefermauern im Wald stehen, abseits von allem. Danach folgen ein weiteres Kerbtal, gut 100 Höhenmeter Aufstieg am Bach entlang und schließlich die Wilhelmshöhe mit unerwartetem Blick zur Mosel. Am Antoniuskopf tritt der Forstweg aus dem Wald heraus, am höchsten Punkt kreuzt der Weg die Kreisstraße nach Cochem.

Der Rest ist Aussicht und Abstieg. Der Waldrandweg gibt den Fernblick zum Hunsrück frei, dann läuft der Pfad unterhalb der Hangkante zur Hubertushöhe, wo eine Hütte und der Blick auf Reichsburg und Mosel warten. Nach steilem Abstieg wird der Märtscheltbach auf einem Steg überquert, danach taucht die Reichsburg zwischen den Bäumen auf. Der Weg führt an einem Weinberg vor der Burg entlang, vorbei an der Pestkapelle St. Rochus, mit einem letzten Moselblick zum Felsen Brauselay am anderen Ufer, und über Treppen in die Altstadtgassen. Über den Marktplatz und an der Kirche vorbei erreicht man die Moselbrücke und von dort zurück die Endertstraße.

Zwei Hälften zu je acht Kilometern

Die kurzen Varianten beginnen beide gegenüber dem Sessellift und steigen über die Victoriahöhe mit ihrem Rastplatz zur Wilhelmshöhe. Von dort trennen sie sich: Die eine geht Richtung Winneburg und über Wackelei und Pinnerkreuz zurück nach Cochem, die andere über Antoniuskopf und Hubertushöhe zur Reichsburg. Beide messen ungefähr acht Kilometer, und alle drei Varianten lassen sich in Gegenrichtung gehen.

Die beiden Hälften sind nicht gleich anstrengend. Die nördliche über die Winneburg nimmt die Querung des Enderttals mit, das zwischen Ruine und Wackelei liegt, also einen zusätzlichen Abstieg samt Gegenanstieg. Die südliche über Antoniuskopf und Hubertushöhe hat die drei freien Fernblicke der Runde und endet mit dem Abstieg an der Reichsburg vorbei in die Altstadt. Bei knapper Zeit und wenn es vor allem um die Aussicht geht, ist die südliche Hälfte die bessere Wahl; die nördliche lohnt für alle, denen es um die Ruine geht.

Anreise und Parken

Mit dem Auto kommt man über die B 49 und die Endertstraße. Direkt bei der Sesselbahn in der Endertstraße liegt ein Parkhaus, hinter dem Bahnhof ein Cityparkplatz. Kostenlos wird beides in der Regel nicht: Die überwiegende Zahl der Cochemer Parkplätze ist kostenpflichtig oder zeitlich begrenzt.

Start und Ziel sind derselbe Punkt, ein Rücktransport entfällt also. Cochem liegt an der Moselbahnstrecke; vom Bahnhof führt ein markierter Moselsteig-Zuweg zur Moselbrücke, von dort sind es dem Moselsteig folgend rund 0,3 Kilometer bis zur Talstation.

Wann sie geht und wann nicht

Begehbar ist der Weg das ganze Jahr, ausgenommen bei Eis und Schnee. Nach starkem Regen werden die Passagen im Felsbereich rutschig, was auf einem Weg mit gut der Hälfte Pfadanteil kein Randproblem ist.

Der eigentliche Knackpunkt ist die Hitze. Die Tourist-Information rät, den Aufstieg zum Pinnerkreuz an heißen Tagen früh am Morgen zu gehen oder die Sesselbahn zu nehmen: Die Sonne steht dort schon zeitig im Hang, und der dunkle Schiefer heizt den Weg zusätzlich auf. Rastplätze sind die Wackelei, die Ruine Winneburg und die Hubertushöhe, und diese drei liegen so verteilt, dass sich die große Runde daran in Etappen einteilen lässt.

Kürzere und flachere Touren im Stadtumfeld beschreibt der Beitrag zum Wandern in Cochem, die Einordnung in den Fernwanderweg der Beitrag zum Moselsteig. Zusammen mit Breva-Weg und Apolloweg steht die Runde außerdem in der Übersicht zur Weinwanderung bei Cochem.

Das Wandersiegel und was es aussagt

Der Weg ist vom Deutschen Wanderinstitut als Premium-Wanderweg geführt, mit einer Erlebnispunktzahl von 82. Zertifiziert wurde er viermal, 2017, 2020, 2023 und zuletzt 2024; das Wandersiegel gilt bis April 2027.

Wanderer bewerten die Runde mit 4,4 von 5 Punkten (27 Stimmen).

Länge, Höhenmeter, Startpunkt und Parken: Stand August 2026.

Wie lang ist die Cochemer Ritterrunde wirklich?

16 bis 16,3 Kilometer, mit 745 bis 945 Höhenmetern im Aufstieg und fünf bis sechs Stunden Gehzeit. Die beiden Kurzvarianten messen jeweils rund acht Kilometer.

Wo startet die Tour und wo kann man parken?

Startpunkt ist die Talstation der Sesselbahn oder die Tourist-Information am Endertplatz 1 in Cochem. Ein Parkhaus liegt direkt bei der Sesselbahn in der Endertstraße, ein Cityparkplatz hinter dem Bahnhof. Die meisten Cochemer Parkplätze sind kostenpflichtig oder zeitlich begrenzt.

Gibt es eine kürzere Version?

Ja, zwei. Beide starten gegenüber dem Sessellift, steigen über die Victoriahöhe zur Wilhelmshöhe und messen jeweils rund acht Kilometer. Die eine führt über Winneburg, Wackelei und Pinnerkreuz zurück, die andere über Antoniuskopf und Hubertushöhe zur Reichsburg.

Wie kommt man ohne Auto zum Startpunkt?

Cochem liegt an der Moselbahnstrecke. Vom Bahnhof führt ein markierter Moselsteig-Zuweg zur Moselbrücke, von dort sind es rund 0,3 Kilometer entlang des Moselsteigs bis zur Talstation der Sesselbahn.