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Ausflugsziele & Sehenswürdigkeiten

Ellenz-Poltersdorf an der Mosel: Rathaus von 1541, Fähre, Freibad

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Luftbild der Mosel bei Ellenz-Poltersdorf mit dem Ort am Ufer und den Weinbergen dahinter
Foto: Carsten Steger, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Das Rathaus in Ellenz stammt von 1541 und ist nach Angaben der Ortsgemeinde das älteste original erhaltene und noch genutzte Rathaus an der Mosel.
  • Die Fähre nach Beilstein verkehrt von Ostern bis Ende Oktober und fährt zwischen 12 und 13 Uhr nicht. An dieser Überfahrt hängt der 15 Kilometer lange Rundweg Erlebnis Moselkrampen, denn eine Brücke gibt es zwischen beiden Ufern nicht.
  • Das Freibad in der St. Sebastianusstraße kostet 6,50 Euro für Erwachsene und 4,50 Euro für Kinder und Jugendliche und öffnet im Juli und August täglich von 10 bis 19.30 Uhr.
  • Das Infobüro in der Moselweinstraße 15 hat vom 1. April bis 31. Oktober 2026 nur vormittags von 9.30 bis 11.30 Uhr geöffnet, mittwochs und sonntags gar nicht.

Zehn Kilometer moselaufwärts von Cochem liegen zwei Weindörfer, die kaum einen Kilometer auseinanderstehen und seit alters eine Gemeinde bilden. Ellenz und Poltersdorf säumen eine halbinselartige Landzunge zur Eifel hin, im Herzen des Moselkrampens. Johann August Klein beschrieb diese Landschaft in seinem Moselführer von 1831 als die schönste vom Rhein bis hierhin.

Bemerkenswert ist, womit die Gemeinde selbst für Ausflüge wirbt. Ihre Liste der Ziele beginnt nicht im Ort, sondern auf der anderen Moselseite: mit der Burgruine Metternich in Beilstein, bequem zu erreichen mit der Fähre. Das Haus, für das der Ort einen Superlativ beanspruchen kann, steht nicht auf dieser Liste.

Das älteste Rathaus an der Mosel steht in Ellenz

Der Bau wurde 1541 errichtet, gilt der Ortsgemeinde als das älteste original erhaltene und genutzte Rathaus an der Mosel und war Vorbild für eine ganze Reihe von Rathäusern des 16. Jahrhunderts. Er ersetzte einen Vorgängerbau, der bereits 1337 erwähnt wird.

Getragen wird das Haus von einem Bruchsteinuntergeschoss. Ein offener Gang führt links durch das gesamte Erdgeschoss bis zum Gemeindebackes an der Rückseite. Das erste Obergeschoss besteht aus einem einzigen Raum, dem Gemeindesaal, dessen Balkendecke auf einer achteckigen Mittelstütze ruht. Die Vorderfront zeigt moselfränkisches Schmuckfachwerk, hinten sitzt ein spätgotischer Giebelkamin. Bis ins 19. Jahrhundert schloss an der Südwand das Schulhaus an, mit gemeinsamem Treppenaufgang.

Dass sich ein Dorf 1541 ein solches Haus leistete, hat einen Grund. Die beiden Orte lagen auf altem fränkischem Krongut und blieben länger als die Nachbarschaft unmittelbar der Königsgewalt unterstellt; die Reichsvogtei hatte bis ins frühe 14. Jahrhundert Bestand. 1363 verzichteten die Herren von Winneburg auf das Gericht zugunsten des Trierer Kurfürsten, und danach gehörte die Gemeinde mehr als vier Jahrhunderte zum kurtrierischen Amt Cochem. Trotzdem ist seit 1366 ein eigenes Schöffensiegel der „universitas de Ellenze“ belegt und 1461 ein Schöffenweistum.

Sichtbar ist von diesem Selbstbewusstsein mehr als das Rathaus. In der Hauptstraße steht ein Winzerhaus von 1622 mit original bemalten Ort- und Traufbrettern, gebaut unmittelbar vor den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges. An der Mosel steht die St. Sebastianuskapelle, 1624 aus Dank für das Ende einer Pestwelle errichtet und bis heute jedes Jahr am Wochenende nach dem 20. Januar Ziel einer Prozession.

Poltersdorf hat den älteren Turm

Der zweite Ortsteil ist der kleinere und trägt trotzdem das ältere Datum. 1308 stiftete ein Herr von Monreal bei seinem Hof eine Kapelle und weihte sie dem heiligen Andreas. 1509 wurde sie spätgotisch umgebaut: Der Chor bekam ein Kreuzgewölbe, im Schiff blieb es bei einer hölzernen Flachdecke, und der romanische Turm erhielt einen spitzbogigen Straßendurchbruch samt achteckigem Schieferhelm. 1950 riss man das mittelalterliche Kirchenschiff ab und baute es bis 1952 neu. Der Turm blieb stehen und ist heute das Wahrzeichen von Poltersdorf.

In der Kurfürstenstraße stehen die Nummern 32, 34 und 36 nebeneinander: drei um 1800 erbaute Winzerhäuser, die den Übergang vom Barock zum Klassizismus zeigen. Massiver Unterbau, Fachwerk im Obergeschoss, das aber nicht sichtbar blieb, sondern verputzt wurde. Aus ästhetischen Gründen und wegen des Brandschutzes.

Ein Haus weiter, Kurfürstenstraße 35, lag der Hof des Nonnenklosters Stuben bei Bremm. Weil das Kloster das Schankrecht besaß, entstand nach dem Umbau von 1808 eine Gastwirtschaft, die bis heute Bestand hat.

Oberhalb der Weinberge liegt das „Bracher Häuschen“, eine achteckige Wegkapelle, 1866 nach einer Wallfahrt ins Heilige Land gestiftet. Zu ihr führt ein neuer, zeitgenössisch gestalteter Kreuzweg, der an der alten Pfarrkirche in Ellenz beginnt.

Die Fähre und die Stunde, in der sie nicht fährt

Die Fähre nach Beilstein verkehrt von Ostern bis Ende Oktober. Zwischen 12 und 13 Uhr macht sie Pause. Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist keine, denn an dieser Überfahrt hängt ein ganzer Wanderweg.

Der Rundweg Erlebnis Moselkrampen verbindet auf 15 Kilometern die vier Weinorte Ellenz-Poltersdorf, Ernst, Bruttig-Fankel und Beilstein. Er ist als mittelschwer eingestuft und verläuft kreisförmig, lässt sich also in jedem der vier Orte beginnen. Zwischen Bruttig-Fankel und Ernst führt eine Moselbrücke über den Fluss. Zwischen diesem Ufer und Beilstein gibt es keine. Dort setzt allein die Fähre über, und wenn sie mittags stillliegt, steht der Rundweg an dieser Stelle still.

Der Betreiber warnt ausdrücklich: Festes Schuhwerk, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind nötig, weil der Weg an den steilen Moselhängen entlangläuft und exponierte Stellen erschließt. Vier Schutzhütten stehen an der Strecke, eine davon auf dem Altarberg über Poltersdorf. Große Infotafeln markieren die Einstiege: in Ellenz an der Bushaltestelle direkt an der Mosel, am Campingplatz, in Poltersdorf an der Bushaltestelle am Festplatz und in Beilstein am Moselufer gegenüber dem Fähranleger.

Der Blick, den die Aussichtspunkte dieses Weges bieten, geht fast immer nach drüben: auf Beilstein mit Kloster und Burgruine, vom Altarberg auf beide Ufer zugleich, vom Felsenweg Rüberberg auf Briedern und Poltersdorf. Das ist die Rolle dieser Moselseite. Sie ist der Platz, von dem aus die andere gut aussieht.

Steiler wird es abseits des Rundwegs. Den Calmont-Klettersteig und den Collis Steilpfad führt die Ortsgemeinde in ihrer Wanderliste unter „hoch“, den Weinlehrpfad im Ort und die Römergräber Nehren unter „gering“. Auf dem Wasser stehen zwei Dinge, die man an einem Moseldorf nicht erwartet: In Poltersdorf liegt eine Anlegestelle für Ruderer, und auf dem Flusskilometer davor ist eine Wasserskistrecke ausgewiesen.

Das Freibad liegt in den Weinbergen, nicht am Fluss

Das Familienbad in der St. Sebastianusstraße 45 hat ein 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen, dazu einen Sprungbereich mit 1-Meter-Brett und 3-Meter-Plattform, ein Nichtschwimmerbecken von rund 30 mal 16 Metern mit Kinderrutsche und ein Planschbecken mit höchstens 30 Zentimetern Wassertiefe. Beheizt wird über eine Solarabsorberanlage.

Die Tageskarte kostet 6,50 Euro für Erwachsene, 4,50 Euro für Kinder und Jugendliche und 23 Euro für die Familie (Stand August 2026). Die Zehnerkarte liegt bei 58 beziehungsweise 38 Euro, die Familiensaisonkarte bei 150 Euro. Kinder unter drei Jahren zahlen nichts, und an ihrem Geburtstag haben Kinder und Jugendliche freien Eintritt.

Im Juli und August öffnet das Bad täglich von 10 bis 19.30 Uhr. In der übrigen Saison ist der Rhythmus unregelmäßig: montags und donnerstags erst ab 14 Uhr, dienstags geschlossen, mittwochs sowie freitags bis sonntags ab 10 Uhr, dann jeweils bis 18.30 Uhr. Kassenschluss ist eine Stunde vor Betriebsschluss, Badeschluss eine halbe.

Der eigentliche Grund, hierher statt nach Cochem zu fahren, steht in keiner Preisliste. Das Bad liegt mitten in den Weinbergen, die Liegewiese hat Schatten unter großen Laubbäumen, und über die Mosel hinweg sieht man auf die Burgruine Metternich. Für Familien mit kleinen Kindern ist das die bessere Adresse; wer Bahnen zählen will, fährt ins Cochemer Freizeitzentrum mit seinem 50-Meter-Becken.

Anreise, Infobüro und das Gäste-Ticket

Die Autobahn ist weiter weg, als die Karte vermuten lässt. Die Ortsgemeinde nennt für die A 48 die Anschlussstellen Kaisersesch, Laubach und Ulmen, für die A 61 den Weg über das Autobahnkreuz Koblenz, und schreibt selbst, die Anfahrt nehme ein wenig Zeit in Anspruch.

Das Infobüro sitzt in der Moselweinstraße 15. Vom 1. April bis 31. Oktober 2026 öffnet es montags, dienstags, donnerstags, freitags und samstags von 9.30 bis 11.30 Uhr. Mittwochs und sonntags bleibt es geschlossen, Nachmittagssprechzeiten gibt es an keinem Tag. Zwei Stunden am Vormittag, fünf Tage die Woche: mehr Zeitfenster gibt es nicht.

Die Adresse selbst hat eine zweite Geschichte. Unter Moselweinstraße 15 führt die Ortsgemeinde das Pfarrhaus, dessen Neubau der Oberpräsident der preußischen Rheinprovinz 1838/39 persönlich betrieb, nachdem er das alte Gebäude in „äußerst schlechtem Zustande“ vorgefunden hatte.

Beim Gastgeber lohnt die Frage nach dem Gäste-Ticket. Beteiligte Beherbergungsbetriebe stellen es aus; es gilt in Bussen und in Zügen der zweiten Klasse im Gebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Mosel. Ausgenommen sind der Reichsburg-Shuttlebus in Cochem, Linie 781, und der Sonderbetrieb der Eifelquerbahn zwischen Kaisersesch und Ulmen. Kinder ab sechs Jahren brauchen ein eigenes Ticket, Fahrräder fahren werktags nach 9 Uhr und an Sonn- und Feiertagen ganztags kostenfrei mit, soweit der Platz reicht.

Dazu kommen Vergünstigungen, und eine davon gilt im Ort selbst: im Freibad. Weitere nennt die Gemeinde unter anderem für Burg Eltz, die Sesselbahn Cochem und den Wild- und Freizeitpark Klotten.

Quellen: Ortsgemeinde Ellenz-Poltersdorf, Rundweg Erlebnis Moselkrampen und Freizeitzentrum Cochem Betriebs-GmbH, Stand 1. August 2026.

Wie kommt man über die Mosel nach Beilstein?

Mit der Fähre. Eine Brücke gibt es zwischen den beiden Ufern nicht. Die Fähre verkehrt von Ostern bis Ende Oktober und fährt zwischen 12 und 13 Uhr nicht. Der Rundweg Erlebnis Moselkrampen nutzt genau diese Überfahrt, die Moselbrücke der Strecke liegt erst zwischen Bruttig-Fankel und Ernst.

Was kostet das Freibad und wann hat es offen?

Die Tageskarte kostet 6,50 Euro für Erwachsene, 4,50 Euro für Kinder und Jugendliche und 23 Euro für die Familie (Stand August 2026). Im Juli und August ist täglich von 10 bis 19.30 Uhr geöffnet, sonst montags und donnerstags ab 14 Uhr, dienstags gar nicht und an den übrigen Tagen von 10 bis 18.30 Uhr.

Wann ist das Infobüro besetzt?

Vom 1. April bis 31. Oktober 2026 montags, dienstags, donnerstags, freitags und samstags von 9.30 bis 11.30 Uhr, in der Moselweinstraße 15. Mittwochs und sonntags bleibt es zu, Nachmittagssprechzeiten gibt es nicht.