Klotten an der Mosel: Fähre, Dortebachtal und Weinfeste
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Kurzzusammenfassung
- Die Moselfähre „Klottener Pont“ fährt vom 31. August bis zum 18. Oktober 2026 täglich außer mittwochs, jeweils von 10 bis 13 und von 14 bis 17 Uhr.
- Das Dortebachtal am Ortsrand steht seit dem 20. Mai 1930 unter Naturschutz und umfasst 35 Hektar; der Rundweg misst 5 Kilometer bei 240 Höhenmetern.
- Der Weinort zählt 1.206 Einwohner auf 16,04 Quadratkilometern und liegt an der 19. und längsten Etappe des Moselsteigs.
- Im Herbst folgen das Winzerhoffest am 4. und 5. September und das Debbekochefest am 3. Oktober.
Zwischen Cochem und Pommern legt die Mosel einen weiten Bogen um einen Südhang, und in diesem Bogen liegt Klotten. Die Ortsgemeinde gehört zur Verbandsgemeinde Cochem, zählte am 31. Dezember 2025 genau 1.206 Einwohner und liegt 110 Meter über dem Meeresspiegel; die Gemarkung umfasst 16,04 Quadratkilometer, die Postleitzahl ist 56818, die Vorwahl 02671. Bis zum 6. Dezember 1935 lautete die amtliche Schreibweise Clotten. Steile Schieferhänge umgeben den Ort, die Weinbergslagen heißen Burg Coraidelstein, Brauneberg und Rosenberg. Über allem steht auf einer Bergkuppe die Ruine, die der ersten Lage ihren Namen gibt.
Die Fähre über die Mosel: Zeiten, Ruhetag, Saisonende
Seit dem 31. August 2026 gilt für die „Klottener Pont“ der Herbstfahrplan. Bis zum 18. Oktober setzt sie täglich über, ausgenommen mittwochs, und zwar von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Im Hochsommer lief die letzte Fahrt noch eine Stunde später. Vom 19. bis zum 31. Oktober schrumpft der Betrieb auf Freitag, Samstag, Sonntag und Feiertage, jeweils zu denselben Zeiten. Danach ist Schluss für dieses Jahr.
Der Mittwoch ist der Haken an dieser Planung. Mittwochs fährt die Fähre in der ganzen Saison nicht, und das trifft vor allem eine Wanderung. Die Route nach Valwigerberg, für die die Ortsgemeinde sechs Stunden veranschlagt, beginnt und endet mit einer Überfahrt: hinüber ans linke Ufer, hinauf zum Pilgerpfad und zur Wallfahrtskirche aus dem 13. Jahrhundert, am Ende über den Mittelweg zurück an die Mosel. Fällt die Rückfahrt aus, steht man vor 135 Metern Fluss. „Bitte Fährzeiten beachten!“ steht deshalb in der Wegbeschreibung der Ortsgemeinde.
An der Fährstelle liegt Moselkilometer 47,550, die Wassertiefe gibt die Gemeinde mit 3,50 Metern an. In den 1890er Jahren stellte man auf beiden Ufern Masten auf und spannte ein starkes Drahtseil dazwischen; daran hing eine Laufrolle, und den Antrieb lieferte die Strömung. 1906 kaufte ein Klottener Bürger die erste Wagenfähre, die auch Vieh und Fuhrwerke übersetzte und bis 1967 im Dienst blieb. Nach dem Bau der Staustufen reichte die Kraft des Wassers nicht mehr, seither fährt ein Schiff mit Dieselmotor.
Dortebachtal, Coraidelstein und die Wege auf die Höhe
Moselabwärts in Richtung Pommern, angezeigt durch ein geschnitztes Hinweisschild an der B 49, beginnt das Dortebachtal. Die Bezirksregierung Koblenz stellte das Seitental mit Verordnung vom 20. Mai 1930 unter Naturschutz; heute umfasst das Gebiet 35 Hektar entlang des Dortebaches. Nach 700 Metern steht man vor dem Wasserfall, der im Winter zu einer Eiswand anwächst. Die Schilder tragen als Logo eine Eidechse, und das ist kein Zufall: Im Tal leben Smaragdeidechse und Apollofalter. Der komplette Rundweg über den Klottener Neuwald zum Aussichtspunkt Kasteschkopp und zurück misst 5 Kilometer bei 240 Höhenmetern, veranschlagt sind zwei Stunden. Festes Schuhwerk ist Bedingung, die Serpentinen sind steil. Wie der Weg im Einzelnen verläuft, steht im Rundweg durchs Dortebachtal.
Die zweite Richtung führt in die Weinberge über dem Ort. Über die Obere Brühlstraße und die Umgehungsstraße geht es serpentinenartig bergan, vorbei am Insektenhotel im Moselschieferhang, bis zur Seitskapelle, die 1859 erbaut und 1881 erweitert wurde. Zwei Runden nutzen diesen Aufstieg: die kurze über das Friedenskreuz zurück ins Dorf, für die die Ortsgemeinde zwei Stunden ansetzt, und die lange über Schwedenkreuz, Kaiserbäumchen und Moselhöhenweg zum Pinnerkreuz über Cochem und zurück, für die sie vier Stunden nennt. Eine dritte Runde führt in drei bis vier Stunden zur Mohrenkaul und an drei Kreuzen vorbei, von denen zwei die Jahreszahl 1652 tragen.
Der Wild- und Freizeitpark Klotten liegt drei Kilometer außerhalb auf der Höhe, mitten im Wald, mit Luchsen, Wölfen und Bären in den Freigehegen und Achterbahn und Wildwasserbahn daneben. Mit dem Ortsbild hat er wenig zu tun. Die Anfahrt geht die Wildparkstraße hinauf, und vom Dorf sieht man dabei nur die Dächer.
Wein, Feste und was der Ort im Herbst vorhat
Wein wird hier an mehreren Adressen erzeugt und ausgeschenkt: die Weingüter Comes, Knobloch und Loosen, dazu Wein Lenz, die Weinmanufaktur Hubertus, das Weinhaus Thomas und der Kapellenhof. Gefeiert wird traditionell an den ersten Wochenenden im August und September. In diesem Jahr öffnen Comes, Knobloch und Loosen am 4. und 5. September ihre Höfe zum Winzerhoffest; eine Anfangszeit nennt der Terminkalender der Ortsgemeinde nicht.
Danach wird der Kalender dörflich. Vom 9. bis 12. September richtet der TuS Klotten seine Vier-Tage-Wanderung aus, am 3. Oktober lädt der Dorfladen zum Debbekochefest, am 18. Oktober folgt die Herbstwanderung, am 28. November die Nikolauswanderung. Der Dorfladen an der Hauptstraße 78 wird von einem Verein betrieben und wirbt auf Klottener Platt für sich: „Ekehre, ekaafe und Schwätzje halle“. Eine Bäckerei gibt es an der Moselstraße, dazu Gaststätten, eine Pizzeria und ein Hotel an der Bahnhofstraße.
Was der Ort nicht mehr hat, gehört zum Bild dazu. Die Grundschule wurde zum 31. Juli 2017 geschlossen; im letzten Schuljahr besuchten sie noch sieben Kinder.
Anreise: Bahnhaltepunkt, B 49 und das Gäste-Ticket
Klotten hat einen eigenen Haltepunkt an der Moselstrecke. Dort hält die RB 81, die Moseltalbahn zwischen Koblenz, Treis-Karden und Trier. Mit dem Auto führt die B 49 unmittelbar am Ort vorbei, von der A 48 kommend nimmt man die Abfahrt Kaisersesch in Richtung Cochem. Der Moselradweg zwischen Trier und Koblenz verläuft ebenfalls durch den Ort, Fahrgastschiffe legen an, und einen Fahrradverleih führt die Ortsgemeinde ebenfalls auf.
Übernachtungsgäste sollten nach dem Gäste-Ticket fragen. Beteiligte Beherbergungsbetriebe geben es aus, und es gilt täglich für alle Busse und Züge des Nahverkehrs im Landkreis Cochem-Zell, ohne Aufpreis. Zwischen Mai und Oktober fährt der Freizeitverkehrsdienst auf den wichtigen Linien im Stundentakt, auf der Bahnstrecke zwischen Bullay und Treis-Karden sogar annähernd halbstündlich. Rund 120 Ausflugs- und Wanderziele sind damit ohne Auto erreichbar, die Etappen des Moselsteigs eingeschlossen.
Von der Polenkönigin zum Bergrennen
Der Ortsname taucht als „Monte Clothariensis“ bereits 698 in den Schenkungen an den heiligen Willibrord auf, überliefert im Goldenen Buch des Klosters Echternach. Die bekannteste Bewohnerin kam gut drei Jahrhunderte später: Richeza, Königin von Polen und Enkelin Kaiser Ottos II., hielt sich von 1040 bis 1049 mit ihren drei Kindern hier auf und ließ sich eine Kapelle und einen Wohnturm bauen. Ihren Besitz vermachte sie der Abtei Brauweiler, ihr Sarkophag steht heute im Kölner Dom. Seit 2002 bewahrt die spätgotische Pfarrkirche St. Maximinus eine Reliquie von ihr auf.
Das Gemeindewappen fasst diese Geschichte in vier Zeichen: der rote Zinnenturm steht für die Burg Coraidelstein, der goldene Bischofsstab für den Kirchenpatron Maximinus, der 1004 zum ersten Mal urkundlich genannt wird, das silberne Wellenband für den Moselbogen, und die Farben Weiß und Rot für Polen und damit für Richeza.
Jüngere Ortsgeschichte hat einen ganz anderen Klang. Auf der Kreisstraße 25 hinauf nach Wirfus wird seit 1970 ein Bergrennen gefahren, zunächst als „Eifel-Bergpreis Kaisersesch“. Seit 2021 kommt an derselben Strecke das Mofa-Rennen „Stoppelfeld-CUP“ dazu. Für den Rennbetrieb wird die Strecke gesperrt: 2026 traf es das Wochenende vom 8. auf den 9. August, umgeleitet wurde über die Wildparkstraße und die L 98 durch Landkern und Illerich. Wenige Jahrzehnte früher hat der Hang schon einmal für Aufsehen gesorgt. Im Sommer 1968 ging nach wochenlangem Regen im Bachtal eine alte Kippe ab; Menschen kamen dabei nicht zu Schaden.
Wann fährt die Fähre in Klotten?
Vom 31. August bis 18. Oktober 2026 fährt die Fähre täglich außer mittwochs von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Vom 19. bis 31. Oktober verkehrt sie nur freitags, samstags, sonntags und an Feiertagen zu denselben Zeiten. Mittwoch ist in der ganzen Saison Ruhetag.
Wie lang ist der Rundweg durch das Dortebachtal?
Der Rundweg misst 5 Kilometer bei 240 Höhenmetern, die Ortsgemeinde veranschlagt zwei Stunden. Der Wasserfall liegt 700 Meter hinter dem Einstieg am Wanderparkplatz an der B 49. Festes Schuhwerk ist wegen der Serpentinen nötig.
Wie kommt man ohne Auto nach Klotten?
Klotten hat einen eigenen Haltepunkt an der Moselstrecke, an dem die RB 81 zwischen Koblenz, Treis-Karden und Trier hält. Übernachtungsgäste können mit dem Gäste-Ticket ihres Gastgebers alle Busse und Züge im Landkreis Cochem-Zell kostenfrei nutzen.
Welche Feste finden 2026 in Klotten statt?
Am 4. und 5. September öffnen drei Weingüter zum Winzerhoffest. Es folgen die Vier-Tage-Wanderung des TuS vom 9. bis 12. September, das Debbekochefest des Dorfladens am 3. Oktober, die Herbstwanderung am 18. Oktober und die Nikolauswanderung am 28. November.
Quellen: Ortsgemeinde Klotten (Fährzeiten und Daten zur „Klottener Pont“, Dortebachtal, Wanderungen, Wein und Kulinarisches, Infrastruktur, Gäste-Ticket, Wappen, Veranstaltungskalender), Kreisverwaltung Cochem-Zell (Vollsperrung der K 25 vom 31. Juli 2026), Wikipedia (Klotten; Dortebachtal). Stand aller Angaben: 31. August 2026.
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