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Mesenich an der Mosel: Brauweiler Hof, Kulturweg, Camping

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Der spätbarocke Brauweiler Hof in Mesenich mit dem Wappenadler im Giebel, links der Kirchturm, dahinter der Weinberg
Foto: Rolf Kranz, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Im Ortswappen steht neben dem Kirchenpatron und dem Adler der Abtei Brauweiler ein Anker: Mesenich lebte nicht allein vom Wein, sondern auch vom Schiffbau.
  • Die Führung über den Kulturweg „Mesenicher Steinreichsköpp“ kostet 5 Euro pro Person, läuft nur auf Anfrage unter 02673 9580050, und die Einnahmen gehen als Spende an den Denkmalverein.

Das Weindorf zwischen Senheim und Briedern ist klein genug, dass alle sechs Gaststätten und alle sechzehn Gastgeber auf je einer Seite Platz finden. Eine Sehenswürdigkeit im üblichen Sinn hat es nicht. Was es hat, ist ein Zehnthof mit einem Doppeladler im Giebel, ein Kulturweg, der noch wächst, und zwei Dorfsagen, die von der Mosel handeln und nicht vom Weinberg.

Der Brauweiler Hof und die Nikolauskirche

Um 1050 taucht der Ort zum ersten Mal auf, und zwar in einer Schenkung: Die Polenkönigin Richeza, eine Pfalzgrafentochter, gab das Dorf 1051 und 1056 an das Benediktinerkloster Brauweiler bei Köln. Die Abtei blieb hier Grund-, Lehns- und Gerichtsherr. Der Ortsname, ursprünglich Mesinich, ist wie bei den meisten Nachbardörfern keltischen Ursprungs.

Der spätbarock-klassizistische Brauweiler Hof diente bis zum Ende des 18. Jahrhunderts als Zehnthof. Errichtet wurde er 1771; das Wappen am Giebel zeigt den Adler der Abtei mit dem Herzschild des damaligen Abtes. Das Gebäude steht heute in Privatbesitz, ein Gästehaus dieses Namens steht in der Gastgeberliste des Ortes. Nach umfassenden Renovierungsarbeiten holte der Hof 1994 den ersten Platz im Fassadenwettbewerb des Kreises Cochem-Zell.

Die Pfarrkirche St. Nikolaus entstand zwischen 1050 und 1088 unter dem Brauweiler Abt. Ihre erste schriftliche Erwähnung trägt ein genaues Datum: den 18. November 1088, in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Egilbert. Danach wurde mehrfach umgebaut. Um 1200 erneuerte man den romanischen Kirchturm, 1730 kamen Haupt- und Seitenaltar hinein, 1736 wurde das barocke Langhaus eingeweiht. Ihr heutiges Aussehen bekam die Kirche bei der Renovierung 1971.

Für einen Rundgang durch den Ortskern gibt es eine Führung auf Anfrage unter 02673 4151. Feste Termine und einen Preis nennt der Heimat- und Verkehrsverein dazu nicht.

Der Kulturweg, der noch nicht fertig ist

Der Kulturweg „Mesenicher Steinreichskäpp“ wurde im Mai 2006 beim Weinlagenfest Mesenich–Senheim eröffnet. Seine Hauptattraktion sind in Stein gemeißelte Köpfe von Mesenichern; dazwischen greifen Informationstafeln und Objekte die Beziehung von Stein, Wein und Natur auf, teilweise zum Mitmachen.

Hier widerspricht sich die Ortsseite selbst. Die Seite zum Kulturweg schreibt, der Weg werde „in den nächsten Jahren entstehen“ und wachse nach und nach, vorgestellt würden erst die ersten Objekte. Die Seite mit den Führungsangeboten nennt dagegen bereits 50 Stationen. Beide Fassungen stehen unverändert nebeneinander, und wie viele Köpfe heute tatsächlich am Weg sitzen, klärt sich am ehesten bei der Anmeldung.

Die Führung über den Weg kostet 5 Euro pro Person und läuft ebenfalls nur auf Anfrage, unter 02673 9580050. Die Einnahmen gehen als Spende an den Mesenicher Denkmalverein. Von den beiden Führungsangeboten des Ortes ist es das einzige mit einem genannten Preis.

Der Weinberg um den Steinreichskopp trägt außerdem eine Auszeichnung. Im Weinanbaugebiet Mosel werden jährlich drei „Leuchtpunkte der biologischen Vielfalt“ benannt, und zu den ersten drei zählten der Wawerner Jesuitenberg, der Fährfels Trittenheim und „Rund um den Mesenicher Steinreichskopp“. Kulturweg und Weinlehrpfad beginnen beide am Grillplatz, dort hängt auch die große Wanderkarte. Zwischen der Kehrstraße und der Kapelle Kehrhäuschen stehen die Bildstöcke der Sieben Schmerzen Mariens.

Der Anker im Wappen

Das Ortswappen zeigt den heiligen Nikolaus, das Wappen der Abtei Brauweiler und einen silbernen Anker. Der Anker steht für die Mesenicher Schiffer und Schiffsbauer: Neben dem Weinbau und der Landwirtschaft zur Selbstversorgung war der Schiffsbau ein wichtiger Erwerbszweig des Dorfes. Gutgeheißen hat das Wappen das Staatsarchiv Koblenz am 23. Januar 1952, die Genehmigungsurkunde stellte das rheinland-pfälzische Innenministerium am 7. März 1952 aus.

Wie sehr der Fluss den Ort geprägt hat, zeigen die beiden Sagen, die der Heimat- und Verkehrsverein veröffentlicht. Der Hakenmann, „Dä Hoogemaan“, war ein Wassergeist, der vom Grund der Mosel nach Kindern am Ufer griff. Die Erzählung hatte einen praktischen Zweck, und der Text benennt ihn ungewöhnlich offen: Vor der Kanalisierung hatte der Fluss Stromschnellen und Strudel, viele Anwohner konnten nicht schwimmen, und die stetige Warnung vor dem Wassergeist war einer der Gründe, warum das so blieb. Die zweite Sage, das Telligenmännchen, spielt am Grenzbach zwischen Mesenich und Briedern, nahe der Steinbrücke, wo heute die L 98 verläuft.

Auf dem Fluss selbst fährt die Personenschifffahrt Gebr. Kolb mit Sitz in der Brunnenstraße 4 in Briedern, Telefon 02673 1515. Eine eigene Anlegestelle im Dorf steht dort nicht dabei.

Camping, Betten und Essen

Der Campingplatz liegt in Richtung Briedern direkt an der Mosel, misst rund 3 Hektar und hat 98 Stellplätze; Preise nennt der Betrieb nur auf Anfrage, Telefon 02673 4556. Auf dem Gelände liegen auch die Wohnmobilstellplätze des Ortes und eine Bar. Wie sich der Platz im Kreisvergleich schlägt, steht in der Übersicht der Campingplätze zwischen Cochem und Zell.

Für Übernachtungen führt der Verein 16 Gastgeber, die Mehrzahl davon Weingüter und Weinhöfe mit Gästezimmern, dazu einen Zimmernachweis als Prospekt. Bei der Gastronomie ist die Auswahl kleiner und die Quelle unvollständig: Sechs Betriebe stehen mit Anschrift und Rufnummer auf der Seite, darunter zwei Weinhäuser mit Restaurant, eine Gutshofschänke und ein Café mit warmer Küche in der Römerstraße. Öffnungszeiten nennt die Seite trotz ihrer Überschrift zu keinem einzigen. Vor der Anfahrt zum Abendessen hilft nur der Anruf.

Die Grillhütte an der Straße Im Winkel Richtung Weinberge lässt sich für 75 Euro mieten, einschließlich Auf- und Abbau des Grills; angemeldet wird unter 02673 98600. Daneben liegt der Spielplatz für größere Kinder, der für Kleinkinder steht an der Bushaltestelle Wiesenweg/Im Winkel. Der Bolzplatz liegt unten an der Mosel zwischen Mesenich und Briedern, die Tischtennisplatte im Pfarrgarten am Briederner Weg. Schläger und Bälle gehören ins Gepäck, darum wird ausdrücklich gebeten. E-Bikes gibt es in der Römerstraße 3, Telefon 02673 961994. Für die Anreise mit dem Bus verlinkt die Startseite einen Abfahrtsmonitor für die Haltestelle Am Bühl.

Feste 2026 und was in der Nachbarschaft geht

Der Terminplan des Heimat- und Verkehrsvereins hat den Stand 5. April 2026 und ist für den Rest des Jahres kurz. Die Grillabende der Saison lagen montags, der letzte im Plan fällt auf den 10. August; einen Tag vorher, am Sonntag, dem 9. August, ist Bergmesse. Es folgen der Sommerkarneval am 22. August und das Pumpenfest am 29. August, beides Samstage.

Der Höhepunkt ist die Kellerkirmes von Freitag, dem 11., bis Sonntag, dem 13. September, mit dem Tag des offenen Denkmals am Sonntag. Der Montag bleibt frei, der Kirmesdienstag folgt am 15. September. Im November kommen der Martinszug am 14., eine Probe alter Weine am 18. und an zwei Abenden ein Musical am 20. und 21. November hinzu, zum Jahresende der Krippenrundgang an Heiligabend und der Glühweinzauber am 30. Dezember. Uhrzeiten und Treffpunkte stehen im Terminplan zu keinem dieser Tage.

Für Ausflüge ist die Lage günstiger, als die Ortsgröße vermuten lässt. Die Burg Metternich oberhalb von Beilstein mit ihrem fünfeckigen Bergfried ist von hier aus in etwa 1 bis 1,5 Stunden zu Fuß erreichbar. In Senheim liegen der Tennisplatz am Hafen, für den die Anmeldung über die Rezeption des Bootshafens läuft, sowie das Weinmuseum. Das kulturhistorische Privatmuseum in Senhals nimmt ausschließlich Gruppen nach Absprache, und zwar mindestens vier und höchstens sechs Personen auf einmal, Telefon 02673 4504. Kanus verleiht ein Betrieb in Ernst, Telefon 02671 5551.

Einmal im Jahr hängt über dem Ort ein Bild, das in keinem Wanderprospekt steht: Familien und Freunde der Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe Cochem-Zell legen in der Steillage über dem Dorf ein Mutmacherbild an, weithin sichtbar, als Zeichen für Betroffene.

Quellen: Heimat- und Verkehrsverein Mesenich e.V., Stand 3. August 2026.

Was kostet der Kulturweg Steinreichskäpp in Mesenich?

Die Führung kostet 5 Euro pro Person und findet nur auf Anfrage statt, Telefon 02673 9580050. Die Einnahmen gehen als Spende an den Mesenicher Denkmalverein. Der Weg beginnt am Grillplatz.

Warum steht ein Anker im Wappen von Mesenich?

Weil neben Weinbau und Landwirtschaft der Schiffsbau ein wichtiger Erwerbszweig des Ortes war. Der Anker steht neben dem Kirchenpatron Sankt Nikolaus und dem Wappen der Abtei Brauweiler, die in Mesenich Grund-, Lehns- und Gerichtsherr war.

Was ist der Brauweiler Hof in Mesenich?

Ein spätbarock-klassizistischer Bau von 1771, der bis zum Ende des 18. Jahrhunderts als Zehnthof der Abtei Brauweiler diente und heute in Privatbesitz steht. Am Giebel sitzt der Wappenadler der Abtei. 1994 gewann das Gebäude den Fassadenwettbewerb des Kreises Cochem-Zell.

Wann ist Kirmes in Mesenich?

Die Kellerkirmes läuft vom 11. bis 13. September 2026, der Kirmesdienstag folgt am 15. September. Am Sonntag, dem 13. September, ist zusätzlich Tag des offenen Denkmals. Uhrzeiten nennt der Terminplan des Heimat- und Verkehrsvereins nicht.