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Roes in der Eifel: Burg Pyrmont, Schwanenkirche, Felsensteig

 · 9 Min. Lesezeit

Burg Pyrmont über dem bewaldeten Tal des Elzbachs, Luftaufnahme im Sommer
Foto: Phantom3Pix, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Die Burg Pyrmont kann nach dem Hinweis ihres Betreibers in diesem Jahr bis auf Weiteres nicht besichtigt werden. Zufahrt und Parkplatz am Burgtor bleiben offen und kostenlos.
  • Der Traumpfad Pyrmonter Felsensteig misst 11,4 Kilometer bei 363 Höhenmetern und vier Stunden Gehzeit. Von Dezember bis März ist er wegen der Überschwemmungen der Elz nicht wanderbar.
  • Die Schwanenkirche wurde am 25. September 1944 durch einen Luftangriff zerstört, während alle übrigen Gebäude der Gemeinde unbeschädigt blieben. Der Nachfolgebau von 1950 bis 1952 steht auf ihren Grundmauern.

Roes liegt in der Vordereifel auf 330 Metern Höhe, zwischen Treis-Karden an der Mosel und der A 48, und zählt nach Angabe der Verbandsgemeinde Kaisersesch rund 520 Einwohner. Die drei Adressen, wegen derer Auswärtige herkommen, liegen alle nicht im Dorf: Zur Gemeinde gehören neben der Ortschaft die Burg Pyrmont, die Pyrmonter Mühle mit dem Wasserfall der Elz, die Schwanenkirche auf freiem Feld und die Pyrmonter Höfe. Wer nur den Ortskern ansteuert, hat die Gemarkung verfehlt.

Die Burg ist zu, der Parkplatz nicht

Auf der Startseite und auf der Besichtigungsseite von Burg Pyrmont steht derselbe Satz: „Leider kann die Burg in diesem Jahr bis auf Weiteres nicht besichtigt werden.“ Ein Enddatum nennt der Betreiber nicht, einen Grund auch nicht. Stand ist der 1. September 2026.

Die Ortsseite der Verbandsgemeinde Kaisersesch weiß davon nichts. Sie schreibt unverändert, das Burgareal sei 1990 für Besucher geöffnet worden und lasse sich für standesamtliche Trauungen und Festlichkeiten nutzen. Auf der Burgseite selbst steht der Absagesatz obendrein direkt neben einer Stellenanzeige: Für den Eintrittskarten- und Getränkeverkauf im Burgcafé sucht der Betreiber an Sonn- und Feiertagen jemanden für die Zeit von 10 bis 18 Uhr. Vor einer Fahrt, die um den Burgrundgang herum geplant ist, hilft deshalb nur der Anruf.

Bis zum Burgtor kommt man weiterhin, und der Wanderweg unten im Tal führt ohnehin an der Anlage vorbei. Die Anfahrt läuft über die A 48, Abfahrt Kaifenheim, dann die L 109 Richtung Burg Pyrmont nach Roes und die K 27 bis zur Pyrmonter Mühle. Der Betreiber gibt fünf Kilometer von der Autobahnabfahrt bis zur Burg an und weist ausdrücklich darauf hin, dass die Zufahrt mit Pkw und Bus bis zum Burgtor möglich ist. Geparkt wird gratis. Die Rufnummer für Rückfragen lautet 02672 2345.

Die Anlage selbst ist älter als ihr heutiges Aussehen vermuten lässt. Der Berg Pyrmont wird 953 erstmals erwähnt, die Burg 1225. 1810 versteigerten die Franzosen sie auf Abbruch, 1818 kaufte Graf Karl Waldbott von Bassenheim die Ruine zurück, und um 1902 wohnte ein Kapitän Scharmberg als Einsiedler im Verlies des Bergfrieds. Die Gestalt von heute stammt aus den Jahren 1963 bis 1967: Die Architekten Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg kauften die Ruine und bauten sie wieder auf, gegen die Architekturmode ihres Jahrzehnts, indem sie Neues dem Alten unterordneten. Danach diente die Burg jahrzehntelang als Gästehaus des Düsseldorfer Büros HPP.

Elf Kilometer, 363 Höhenmeter und drei Monate Pause

Der Traumpfad Pyrmonter Felsensteig ist ein Rundweg mit Start und Ziel am Parkplatz der Pyrmonter Mühle, Elztal 1. Das Wegemanagement der Traumpfade gibt 11,4 Kilometer an, 363 Höhenmeter, vier Stunden Gehzeit und die Schwierigkeit „mittel“.

Die Strecke nimmt zuerst die Höhe: über Grasweg und Felder zum Gipfelkreuz am Sammetzkopf, weiter zum Naturschutzgebiet am Juckelberg und zur Hauerhütte, dann hinunter an den Elzbach. Unten folgt der Pfad jeder Biegung des Flusses, passiert die Klippen der Teufelskammer und erreicht die Burg. Danach geht es in das „Reich der Felsen“ mit efeuumrankten Höhlen und steilen Klippen und über einen Talweg zurück zur Mühle.

Eine Einschränkung nennt der Wegehalter selbst, und sie betrifft ein Vierteljahr. Zwischen Dezember und März besteht im Bereich der Elz durch Starkregen Überschwemmungsgefahr. Dann ist der Weg nicht wanderbar, und auch nach dem Rückgang des Wassers bleibt er noch länger schlammig und kaum begehbar. Für den Winter fällt der Felsensteig damit aus, und zwar nicht als Empfehlung, sondern als Zustand.

Ohne Auto geht es nur im selben Fenster. Der FreizeitBus der Linie 355 fährt von Münstermaifeld über Burg Pyrmont und Roes nach Pillig und Polch, vom 1. April bis zum 1. November, Zielhaltestelle Pyrmonter Mühle. Ist der Mühlenparkplatz im Sommer belegt, nennt der Wegehalter den Parkplatz Brückenmühle als zweite Möglichkeit.

Der Reiz der Runde liegt unten, im tief eingeschnittenen Unterlauf der Elz. In diesem Abschnitt liegen sowohl die Burg Pyrmont mit dem Wasserfall als auch, auf einem Felsen über einer Schleife, die Burg Eltz; dazwischen läuft der Pfad im Erlenwald jeder Biegung des Baches nach. Die Verbandsgemeinde beschreibt die Pyrmonter Mühle am Start als gastronomisch bewirtschaftet. Ein eigener Auftritt im Netz gehört nicht mehr dazu: Die Adresse, die ältere Verweise dafür nennen, leitet inzwischen auf eine Werbeseite für Glücksspielanbieter weiter und hat mit der Mühle nichts mehr zu tun.

Eine Kirche, die an einem einzigen Tag verschwand

Die Schwanenkirche steht abseits der Bebauung auf freiem Feld und ist die Wallfahrtskirche eines Kirchspiels aus sechs Gemeinden: Binningen, Brohl, Dünfus, Forst, Möntenich und Roes. Als Baubeginn des ursprünglichen Baus gilt 1460, Bauherren waren die Herren von Pyrmont. Ein Kollektenbrief vom 24. Februar 1474 schreibt, seit vierzehn Jahren werde an dieser Kirche gebaut; eingewölbt wurde sie erst 1492. Anfang des 19. Jahrhunderts drohte sie zu zerfallen, bis der Koblenzer Baumeister Johann Claudius von Lassaulx sie zwischen 1836 und 1845 sanierte.

Am 25. September 1944 zerstörte ein Luftangriff die Kirche vollständig. Alle anderen Gebäude der Gemeinde blieben verschont. Aus den Trümmern geborgen wurden das Gnadenbild, eine Pietà aus dem 15. Jahrhundert, die zersplittert war und vom Trierer Bildhauer Bettendorf wieder zusammengesetzt wurde, eine Madonna von 1851 und die alte kleine Glocke, deren Sprung sich nicht mehr reparieren ließ. Sie steht heute in einer Vitrine im Gemeindehaus in Roes.

Der Neubau entstand von 1950 bis 1952 nach Plänen von Karl Peter Böhr aus Polch auf den Grundmauern des Vorgängers. Das Kirchenschiff ist 19,05 Meter lang, 11 Meter breit und 13 Meter hoch, von außen misst das Gebäude 30,15 Meter Länge und bis zum First 16,70 Meter. Die Buntglasfenster in Rot, Blau und Goldgelb waren ursprünglich als Notverglasung gedacht; ihr Licht überzeugte so, dass die Gestaltung bei der Restaurierung 1996 beibehalten wurde. Seit demselben Jahr hängen zwei Glocken von 54 und 32 Kilogramm im Dachreiter. Nach einer Innenrenovierung wurde die Kirche am 1. Oktober 2023 wieder eröffnet.

Den Namen erklärt eine Sage, die 1544 schon bezeugt ist: Der Erbauer sei in Gefangenschaft geraten, habe sich an die Muttergottes gewandt und geträumt, ein Schwan trage ihn heim; erwacht sei er an der Stelle einer kleinen Kapelle, wo er darauf die Kirche bauen ließ. Nüchternere Deutungen gibt es auch. Eine liest „Swan“ als Weggabelung, und tatsächlich steht die Kirche an einer Wegkreuzung; eine andere verweist auf die Grafen von Bassenheim, auf deren Land sie steht und die den Schwan im Wappen führen. Im Freien stehen sieben Bildstöcke aus Basalt, gestaltet im landschaftstypischen Schöpflöffel-Stil.

520 Einwohner, acht Ratsmitglieder, kein Bürgermeisterkandidat

Der Ort selbst wird 928 erstmals urkundlich erwähnt und heißt in einer Schenkungsurkunde Kurtriers von 1121 noch „Roseda“, was auf eine Hecke wilder Rosen gedeutet wird. Am Ortseingang steht ein Wegekreuz aus Basalt von 1697, die katholische Filialkirche St. Ägidius stammt von 1861/62, und die Verbandsgemeinde zählt drei Dorfplätze. In den 1990er Jahren gingen hier die ersten Windkraftanlagen der Region ans Netz.

Kommunalpolitisch ist die Lage ungewöhnlich. Der Gemeinderat besteht seit der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 aus acht Mitgliedern; bis dahin waren es zwölf. Zur Direktwahl des Ortsbürgermeisters wurde am selben Tag kein einziger Wahlvorschlag eingereicht, und auch der Rat fand anschließend keinen Bewerber. Jörg Fuhrmann, seit Juli 2014 im Amt, führt die Geschäfte deshalb bis auf Weiteres geschäftsführend weiter.

Das Gemeindewappen erzählt die Ortsgeschichte in vier Zeichen: der Schwan für die Schwanenkirche, der Sparrenbalken aus dem Wappen derer von Pyrmont, drei Rosen für den Ortsnamen und eine Urne mit drei Ähren. Die Urne ist keine Erfindung. Sie wurde 1936 in einem Brandgrab der Urnenfelderzeit östlich der Straße von Roes nach Brohl geborgen.

An festen Terminen führt das Ortsprofil zwei: das Junggesellenfest „Roeser Pfingsten“ und die St.-Ägidius-Kirmes am ersten Septemberwochenende. Ein Datum dafür nennt der Veranstaltungskalender der Verbandsgemeinde nicht. Er führt für Roes derzeit überhaupt keinen künftigen Termin, die letzten vier Einträge stammen aus dem März, Mai und August dieses Jahres.

Wo die Auskunft herkommt

Eine eigene Internetseite hat die Ortsgemeinde nicht mehr. Sowohl roes-eifel.de als auch roes.kaisersesch.info leiten auf die Ortsgemeindenseite der Verbandsgemeinde weiter, geprüft am 1. September 2026. Die dortige Rubrik „Satzungen“ ist leer; verlinkt sind allein der Haushaltsplan, der Konsolidierungsvertrag und der Konsolidierungsnachweis. Eine Gebührenordnung für die Gemeindehalle, in der der Veranstaltungskalender Frauenkaffee und Sommerfest verzeichnet, steht dort nicht. Auskunft gibt die Verbandsgemeindeverwaltung Kaisersesch, Am Römerturm 2 in 56759 Kaisersesch.

Als Ziel taugt Roes in diesem Herbst für zwei Sorten Besuch. Für eine Wanderung ist der Felsensteig die erste Wahl, und zwar jetzt und nicht im Winter: vier Stunden, gute Aussicht vom Sammetzkopf, die Burg von unten und ein Wasserfall am Start. Für einen kurzen Halt ohne Gehzeit ist es die Schwanenkirche, die außerhalb des Dorfes im Feld steht und mit ihren Fenstern mehr hergibt, als ein Bau von 1952 vermuten lässt. Die Burgbesichtigung gehört bis auf Weiteres nicht auf die Liste. Ähnlich zugeschnitten sind die Nachbarorte Kaifenheim, wo die 97 Meter hohe Elztalbrücke der A 48 den Bach überspannt, und Zettingen in derselben Verbandsgemeinde. Die Elz mündet nach 58,9 Kilometern bei Moselkern in die Mosel, und dort beginnt die bekannteste Wanderung der Gegend. Angaben nach den Seiten der Verbandsgemeinde Kaisersesch, des Betreibers der Burg Pyrmont, des Projektbüros Traumpfade und dem enzyklopädischen Ortsprofil, Stand 1. September 2026.

Kann man die Burg Pyrmont besichtigen?

Nein. Der Betreiber weist auf seiner Start- und seiner Besichtigungsseite darauf hin, dass die Burg in diesem Jahr bis auf Weiteres nicht besichtigt werden kann (Stand 1. September 2026). Ein Enddatum nennt er nicht. Zufahrt und Parkplatz am Burgtor bleiben offen, geparkt wird nach Angabe des Betreibers kostenlos.

Wie lang ist der Pyrmonter Felsensteig und wann ist er begehbar?

Der Rundweg misst 11,4 Kilometer bei 363 Höhenmetern, veranschlagt sind vier Stunden bei der Schwierigkeit „mittel“. Start und Ziel ist der Parkplatz der Pyrmonter Mühle, Elztal 1 in Roes. Von Dezember bis März besteht im Bereich der Elz Überschwemmungsgefahr; in dieser Zeit ist der Weg nach Angabe des Wegehalters nicht wanderbar und danach noch länger schlammig.

Kommt man ohne Auto nach Roes?

Vom 1. April bis zum 1. November fährt der FreizeitBus der Linie 355 von Münstermaifeld über Burg Pyrmont und Roes nach Pillig und Polch. Zielhaltestelle für den Wanderweg ist die Pyrmonter Mühle. Für die übrige Zeit des Jahres nennt die Wegebeschreibung keine Busanbindung zum Ausgangspunkt.