Zettingen bei Kaisersesch: Bauplätze, Hütte und Glasfaser
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Kurzzusammenfassung
- Zettingen liegt auf 378 Metern Höhe am Kaisersescher Eifelrand, unmittelbar südlich der A 48, und zählte zum 31. Dezember 2025 genau 282 Einwohner.
- Die Schutzhütte am Ortsrand kostet Ortsansässige 35 Euro am Kalendertag, Ortsfremde 50 Euro, dazu 100 Euro Kaution; für Kindergeburtstage bis zwölf Jahre entfällt die Gebühr.
- Im Neubaugebiet „Im Schmerfeld“ verkauft die Ortsgemeinde rund 750 Quadratmeter große Grundstücke zu 57 Euro je Quadratmeter, voll erschlossen.
- Seit Mitte Juli 2026 laufen die Hausbegehungen für das Glasfasernetz, der Tiefbau hat begonnen.
Zettingen ist eine Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Kaisersesch und liegt vier Kilometer östlich der Stadt, unmittelbar südlich der Autobahn 48. Das Gelände fällt von Westen nach Osten zum Brohlbach hin ab; die Höhenlagen im Gemeindegebiet liegen zwischen 360 und 385 Metern über Normalhöhennull. Südlich des Ortes entspringt der Kerzbach, ein Zufluss des Brohlbachs. Die Postleitzahl ist 56761, die Vorwahl 02653.
Die Gemarkung misst 369 Hektar, und die Aufteilung sagt mehr über den Ort als jede Beschreibung: 284 Hektar Ackerfläche, 27 Hektar Grünland, ganze 15 Hektar Wald. Das ist Feldflur, kein Waldland. Nachbarn sind im Uhrzeigersinn Gamlen, Kaifenheim, Brachtendorf, Dünfus, Wirfus, Illerich und Hambuch.
Bei der Einwohnerzahl stehen zwei Werte nebeneinander, und beide stimmen. Das Statistische Landesamt zählt zum 31. Dezember 2025 insgesamt 282 Einwohner, also 76 je Quadratkilometer. Die Ortsgemeinde selbst weist zum 31. März 2025 in ihrer eigenen Statistik 293 Personen aus, davon 284 mit Haupt- und 9 mit Nebenwohnsitz. Die stärkste Altersgruppe ist die der 40- bis 59-Jährigen mit 88 Personen.
Vier Kulturdenkmäler, und das jüngste ist die Kirche
Die Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz führt für den Ort mit Stand vom 21. September 2023 vier Einträge. Zwei davon sind Wegekreuze: eines aus dem 18. Jahrhundert an der Brunnenstraße, Ecke Ackerstraße, das andere westlich des Ortes an der K 23, bezeichnet mit der Jahreszahl 1816. Dazu kommt ein Fachwerkhaus des 18. Jahrhunderts in der Kirchstraße 3, teilweise massiv ausgeführt.
Der vierte Eintrag ist die katholische Kirche in der Kirchstraße 4, ein neubarocker Saalbau von 1923 nach Plänen des Mayener Architekten Josef Mockenhaupt. Hier lohnt ein Blick auf die Bezeichnung: Die Landesliste führt sie als Pfarrkirche, die Ortsgemeinde nennt sie ihre Filialkirche, denn Zettingen gehört seit Bestehen der Pfarrei zu Hambuch.
Der Bau ist jung, der Inhalt ist es nicht. Der hölzerne Hauptaltar in Barockform ist nach seiner Inschrift eine Stiftung des Hambucher Pastors Nicolaus Hannaeus aus dem Jahr 1676 und stand nach Darstellung der Ortsgemeinde damit schon in der kleineren Vorgängerkapelle; restauriert und vervollständigt haben ihn die Gebrüder Port aus Münstermaifeld. Er zeigt in der Mittelnische Maria mit Krone und Zepter auf einer Mondsichel. Von den beiden Glocken im Turm stammt die kleinere nach Angabe der Ortsgemeinde aus dem Jahr 1468, die zweite kam 1871 durch eine Schenkung dazu. Bis in die fünfziger Jahre läuteten die Familien des Dorfes selbst, dreimal am Tag, im halbjährlichen Wechsel. Erst dann kam ein elektrisches Läutewerk.
Die erste Kapelle an dieser Stelle wurde 1670 gebaut und am 19. August desselben Jahres geweiht. Wo sie stand, steht seit 1953 das Bußkreuz, ein Holzkreuz mit der Christusfigur, die vorher die Chorwand der Kapelle schmückte.
Was die Hütte kostet und wie viele Leute ins Gemeindehaus passen
Für Familienfeiern hat der Ort zwei Häuser, und die Gebühren für die Schutzhütte am Ortsrand stehen in einer Satzung vom 18. Februar 2016. Ortsansässige zahlen 35,00 Euro je Kalendertag, Ortsfremde 50,00 Euro. Hinzu kommt eine Kaution von 100,00 Euro, die beim Ortsbürgermeister hinterlegt und nach ordnungsgemäßer Rückgabe erstattet wird. Der Strom wird nach tatsächlichem Verbrauch abgerechnet, den Müll nimmt der Nutzer wieder mit. Zwei Ausnahmen kennt die Satzung: Kindergeburtstage bis zwölf Jahre sind gebührenfrei, Vereinsfeiern der Zettinger Vereine ebenfalls.
Die Hütte hat eine Vorgeschichte, die im Ort noch erzählt wird. Gebaut hat sie 1980 der damalige Wanderverein, auf dem Grundstück der 1976 abgebrannten Jagdhütte. Die schwierigste Hürde war nicht der Bau, sondern die Toilettenanlage: Bis zur Genehmigung vergingen achtzehn Monate, und der erste Vorsitzende musste in dieser Zeit Ordnungsgelder zahlen. 1998 ging die Hütte an die Ortsgemeinde über, von 2012 bis 2014 wurde sie in Eigenleistung renoviert und bekam eine neue Toilette. Seither ist sie verschlossen; die Kreisverwaltung hat dem zugestimmt.
Beim Gemeindehaus im Ortskern widersprechen sich zwei Seiten desselben Absenders, und für die Planung einer Feier ist der Unterschied nicht klein. Die Ortsgemeinde beschreibt auf der Seite zum Gemeindehaus die Sanierung von 2010 und 2011: Die Nutzfläche stieg von rund 70 auf 106 Quadratmeter, die Zahl der Sitzplätze von maximal 70 auf 120. Ihre Übersichtsseite „Einrichtungen“ und das Ortsprofil der Verbandsgemeinde nennen dagegen beide „bis zu 100“ Plätze. Bei einer Feier ab etwa 100 Gästen klärt man das besser vorher. Untersagt sind im Haus ausdrücklich Disco- und Rockveranstaltungen, und die Reinigung nach der Feier ist Sache des Mieters; erledigt er sie nicht, rechnet die Ortsgemeinde die Arbeitszeit ab.
Ob ein Termin überhaupt frei ist, lässt sich ohne Anruf nachsehen. Für Gemeindehaus und Schutzhütte führt die Verbandsgemeinde unter der Adresse kalender-zettingen.kaisersesch.de einen offenen Belegungskalender mit beiden Kategorien. Im August, September und Oktober 2026 stehen darin fast nur zwei feste Gruppen: eine Bewegungsgruppe donnerstags von 10:00 bis 12:00 Uhr und eine Wollegruppe im Zweiwochentakt mittwochs von 14:00 bis 17:00 Uhr. Alles andere sind einzelne private Belegungen, die sich an einer Hand abzählen lassen.
Vom Kloster Mädburg zum Kanton Kaisersesch
Urkundlich erwähnt wird der Ort erstmals 1267, besiedelt war das Gebiet lange vorher. 1927 kamen in verschiedenen Lagen der Gemarkung römische Scherben zutage, und die römische Urne im Wappen von 1986 nimmt genau darauf Bezug. Neben ihr stehen dort eine Lilie für die Kirchenpatronin und ein Pflug für die Landwirtschaft.
Die Grundherrschaft war über Jahrhunderte geteilt. Im 13. Jahrhundert brachten die Trierer Erzbischöfe den Fiskus Klotten samt Hinterland an sich, zu dem Zettingen gehörte. Ab 1350 hatte das Kloster Mädburg im Elztal bei Kehrig hier Grundbesitz; eine Urkunde aus diesem Jahr im Staatsarchiv Koblenz nennt zwei Malter Weizen als jährliche Einkünfte aus einem Hof im Dorf. Im 15. Jahrhundert saßen die Herren von Brohl auf einem Hof im Ort und hielten die Vogtei samt Hühner- und Gänsezins. Auch das Kollegialstift Karden besaß hier Wiesen, Acker und Wildland.
Wie viel das wert war, zeigen die Versteigerungen nach der Säkularisation. Der Besitz des Stifts Karden ging 1804 und 1806 für 448 Taler weg, der des Klosters Rosental bei Binningen 1808 für 560 Taler; letzterer umfasste acht Hektar Wiesen und Wildland. Von 1798 bis 1814 gehörte der Ort zum Kanton Kaisersesch im Rhein-Mosel-Departement, 1815 kam er zu Preußen und zur Bürgermeisterei Kaisersesch im Kreis Cochem. Seit 1968 liegt er bei der Verbandsgemeinde Kaisersesch, seit 1969 im Landkreis Cochem-Zell.
Am Trierer Feuerbuch von 1563 lässt sich ablesen, wie klein das alles war: zehn Feuerstellen, also grob vierzig bis fünfzig Menschen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg waren es 1684 nur noch sieben.
Ein Dorf, das seit 1964 wieder wächst
Die Einwohnerkurve hat einen klaren Tiefpunkt. 1905 lebten hier 186 Menschen, nach dem Zweiten Weltkrieg 181, und 1964 waren es 154. Erst die Ausweisung des ersten Neubaugebiets drehte die Richtung: 1979 waren es 190, 1992 wurde zum ersten Mal in der Ortsgeschichte die 200 erreicht. Als die Gemeinde 1984 die frühere Diskothek im Ortskern kaufte und zum Gemeindehaus umbaute, hatte Zettingen 168 Einwohner; als sie 2009 den Umbau beschloss, waren es 265, und das Haus war für Dorffeste zu klein geworden.
Dieses Wachstum ist nicht von allein gekommen. 1988 begann die Verbandsgemeinde mit der Ortskanalisation und dem Anschluss an die Kläranlage in Brohl, danach wurden nach und nach alle Straßen im Ort erneuert. Für den Ausbau von 1997, bei dem Gemeindehausumfeld, Parkplätze, Spielplatz und Buswartehalle zusammen angefasst wurden, brachten die Bürger 130.000 D-Mark an Eigenleistung ein. Beim Gemeindehausumbau von 2010 kamen noch einmal rund 30.000 Euro dazu.
Die Zahlen für einen Hausbau stehen offen ausgeschrieben. Im erweiterten Neubaugebiet „Im Schmerfeld“ sind die Grundstücke etwa 750 Quadratmeter groß und kosten voll erschlossen 57 Euro je Quadratmeter. Frei oder reservierbar ist allerdings nicht alles: Im Lageplan der Ortsgemeinde sind nur die gelb markierten Parzellen verfügbar. Auskunft gibt das Gemeindebüro unter 02653 914 2796.
Zur Infrastruktur gehört seit dem Sommer 2026 auch der Glasfaserausbau. Seit Mitte Juli laufen die Hausbegehungen des beauftragten Baupartners, die Leerrohre werden minimalinvasiv in die Straßen eingebracht, Gehwege und Fahrbahnen zunächst nur vorläufig verschlossen und am Ende von der Verbandsgemeinde abgenommen. Anwohner der jeweiligen Straße bekommen vor Baubeginn eine Mitteilung in den Briefkasten. Fragen zum Bau beantwortet die Hotline der Deutschen Glasfaser unter 02861 890 60 940, montags bis freitags von 7:00 bis 18:00 Uhr. Das Ortsprofil der Verbandsgemeinde spricht bereits von schnellem Internet im gesamten Ort; für einen Bauplatzkauf ist der Unterschied zwischen vorhandener Versorgung und laufender Baustelle einen Anruf wert.
Zum Ortsbild gehört seit Oktober 2016 der Bürgerwald neben der Schutzhütte. Angelegt wurde er, nachdem der dortige Tannenwald aus Sicherheitsgründen fallen musste. Gepflanzt wurden je 15 Ahorn, Buchen und Eichen, und wer wollte, konnte eine Patenschaft für einen Baum übernehmen, samt Pflege. Gedacht ist die Fläche als spätere naturnahe Begräbnisstätte; einen Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans hat der Gemeinderat dafür schon 2015 gestellt.
Was der Ort an Ausflugszielen zu bieten hat, sind keine Bauwerke, sondern Wege. Durch die Gemarkung führen ausgeschilderte Rad- und Wanderwege, die in Richtung Maifeld, Moseltal und Vulkaneifel weitergehen; Ruhebänke und Schutzhütten stehen daran. Eine Übersichtstafel dazu hängt am Gemeindehaus, weitere Auskunft gibt das Gemeindebüro. Sein Selbstbild trägt der Ort im Titel seiner eigenen Website vor sich her: „Ein Dorf mit Herz“.
Angaben nach der Ortsgemeinde Zettingen (zettingen.de), der Verbandsgemeinde Kaisersesch, der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz mit Stand 21. September 2023 und den Angaben des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz zum 31. Dezember 2025, abgerufen am 23. August 2026.
Was kostet die Schutzhütte in Zettingen?
Ortsansässige zahlen 35,00 Euro je Kalendertag, Ortsfremde 50,00 Euro, dazu 100,00 Euro Kaution. Der Strom wird nach Verbrauch abgerechnet. Kindergeburtstage bis zwölf Jahre und Feiern der Zettinger Vereine sind gebührenfrei. Grundlage ist die Gebührensatzung vom 18. Februar 2016.
Wie viele Sitzplätze hat das Gemeindehaus Zettingen?
Das hängt von der Quelle ab. Die Seite zur Sanierung von 2010 und 2011 nennt 120 Plätze auf 106 Quadratmetern, die Übersichtsseite der Ortsgemeinde und das Ortsprofil der Verbandsgemeinde nennen bis zu 100. Für Feiern ab etwa 100 Gästen lohnt die Nachfrage vor der Zusage.
Gibt es in Zettingen Bauplätze?
Ja, im erweiterten Neubaugebiet „Im Schmerfeld“. Die Grundstücke sind rund 750 Quadratmeter groß und kosten voll erschlossen 57 Euro je Quadratmeter. Verfügbar oder reservierbar sind nach dem Lageplan der Ortsgemeinde nur die gelb markierten Parzellen; Auskunft gibt das Gemeindebüro unter 02653 914 2796.
Wann bekommt Zettingen Glasfaser?
Die Tiefbauarbeiten haben 2026 begonnen, die Hausbegehungen laufen seit Mitte Juli 2026. Anwohner werden vor Beginn der Arbeiten in ihrer Straße schriftlich informiert. Die Bau-Hotline der Deutschen Glasfaser ist montags bis freitags von 7:00 bis 18:00 Uhr unter 02861 890 60 940 erreichbar.
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