Illerich in der Eifel: Dorfladen, Bürgerstrom, Sehenswertes
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Kurzzusammenfassung
- Der Dorfladen in der Kaisersescher Straße 5 öffnet dienstags bis freitags von 6.30 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr, samstags von 6.30 bis 12 Uhr und sonntags von 8 bis 11 Uhr. Montags ist er zu.
- Die Energiegenossenschaft Sonnenland Illerich eG betreibt eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit 750 Kilowatt Peak; ein Geschäftsanteil kostet 100 Euro.
- Der Ortsgemeinderat hat am 2. Juli 2026 eine überplanmäßige Ausgabe von 46.524 Euro für den Personalkostenanteil der Kita abgelehnt, bei acht Nein-Stimmen und drei Enthaltungen.
- Die Denkmalliste des Landes führt für Illerich sieben Einzeldenkmäler, darunter eine Ansammlung von 23 Grenzsteinen in der Friedhofstraße, unter anderem von 1775.
Illerich liegt auf 400 Metern über dem Meer im Eifelteil des Landkreises Cochem-Zell, rund 50 Kilometer südwestlich von Koblenz und fünf Autominuten von der Anschlussstelle Kaisersesch an der A 48. Nachbarorte sind Landkern im Westen und Wirfus im Osten, zur Gemeinde gehören außerdem die Wohnplätze Michelshof, Rosenhof und Waldhof. 810 Menschen wohnen hier, Stand August 2026. Einen Bahnhaltepunkt hat der Ort nicht; die nächsten liegen in Kaisersesch an der Eifelquerbahn und in Klotten an der Moselstrecke.
Für Auswärtige ist der Ort keine Sehenswürdigkeit, sondern ein Beispiel. Was ein Dorf dieser Größe an Infrastruktur selbst betreibt, lässt sich hier an drei Adressen ablesen: einem Laden, einer Genossenschaft und einem Ratssaal.
Der Dorfladen und sein Sonntag
Die entscheidende Adresse ist die Kaisersescher Straße 5. Dort betreibt der Illericher Dorfladen w. V. ein Lebensmittelgeschäft mit Vollsortiment, dazu regionale Spezialitäten, ein kleines Bio-Segment sowie Drogerie- und Schreibwaren. Die Öffnungszeiten gelten in dieser Form seit dem 22. Juni 2020:
| Tag | Zeiten |
|---|---|
| Montag | geschlossen |
| Dienstag bis Freitag | 6.30 bis 12 und 15 bis 18 Uhr |
| Samstag | 6.30 bis 12 Uhr |
| Sonntag | 8 bis 11 Uhr |
Die Sonntagsöffnung ist der Punkt, der diesen Laden von einem Supermarkt in Kaisersesch unterscheidet. Wer an einem Sonntagvormittag durch die Eifel fährt und Brötchen braucht, hat zwischen 8 und 11 Uhr eine Möglichkeit, und danach keine mehr.
Telefonisch erreichbar ist der Laden unter 02653 9127697; vor einer Fahrt am Montag lohnt der Anruf.
Zum Laden gehört mehr als das Sortiment. In einem Nebenraum stehen Buchregale, aus denen kostenlos ausgeliehen wird, und ein runder Tisch, an dem sich ein Stammtisch trifft; die Kita-Kinder holen dort mit einem Bollerwagen ihr Frühstücksbuffet. Angeschlossen sind eine DHL-Filiale und Annahmestellen für eine Reinigung und für Schuhreparaturen. Vor der Tür steht das E-Auto des Dorfes, das sich Einwohner stundenweise gegen eine Gebühr ausleihen können. Wie die Buchung derzeit läuft, erfährt man vor der ersten Fahrt am einfachsten im Laden.
Strom aus der eigenen Genossenschaft
Die Energiegenossenschaft Sonnenland Illerich eG wurde am 7. April 2014 auf Initiative des Gemeinderates gegründet. Sie betreibt eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 750 Kilowatt Peak; der Strom versorgt unter anderem den Dorfladen.
Ein Geschäftsanteil beträgt 100 Euro und ist beim Erwerb der Mitgliedschaft einzuzahlen, jedes Mitglied hat eine Stimme unabhängig von der Höhe der Einlage, die Haftung ist auf die Geschäftsanteile begrenzt. Die Genossenschaft rechnet in ihrem Konzept mit einer Rendite von etwa 3,0 bis 4,0 Prozent über eine geplante Nutzungsdauer von 20 Jahren und schreibt im selben Abschnitt, dass eine ungünstige Entwicklung bis zum Totalverlust des Geschäftsguthabens führen kann. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Menschen und Unternehmen aus Illerich und der näheren Umgebung.
Was der Rat beschlossen hat, und was er abgelehnt hat
Die 17. Sitzung des Ortsgemeinderates am 2. Juli 2026 dauerte von 19 bis 21.15 Uhr und hatte fünf Punkte. Vier gingen einstimmig durch: die Vergabe der Sanierung des Wirtschaftsweges entlang der K 24 am Heiligenhäuschen, die Ermächtigung des Ortsbürgermeisters zur Vergabe für den Ausbau der Schutzhütte im Landesprogramm „Regional.Zukunft.Nachhaltig.“, die Erneuerung des Bodenbelags in Flur und Büro der Kindertagesstätte und ein Prüfauftrag an die Verwaltung, ob in der Mittelstraße ein Durchfahrtsverbot mit dem Zusatz „Anlieger frei” angeordnet werden kann. Für die Kirchstraße soll die Verwaltung ein Konzept gegen den hohen Durchgangsverkehr entwerfen, beschlossen mit zehn Ja-Stimmen bei einer Enthaltung.
Der fünfte Punkt fiel durch. Eine überplanmäßige Ausgabe von 46.524 Euro für den Personalkostenanteil des Kindergartens lehnte der Rat mit acht Nein-Stimmen und drei Enthaltungen ab.
Das passt zum Haushalt, den die Gemeinde am 16. Juni 2026 beschlossen hat. Er weist Erträge von 2.009.000 Euro gegen Aufwendungen von 2.129.000 Euro aus, also einen Fehlbetrag von 120.000 Euro, und plant Investitionsauszahlungen von 292.500 Euro. Kredite nimmt Illerich dafür keine auf: Der Gesamtbetrag der vorgesehenen Kredite steht bei null Euro, ebenso die Verpflichtungsermächtigungen. Die Steuersätze liegen bei 345 Prozent für die Grundsteuer A, 465 Prozent für die Grundsteuer B und 380 Prozent für die Gewerbesteuer. Das Eigenkapital sinkt nach dieser Planung von 3.537.281,97 Euro zum 31. Dezember 2024 auf voraussichtlich 3.423.481,97 Euro zum 31. Dezember 2026.
Sieben Denkmäler, und keines davon ist ein Ausflugsziel
Die Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz führt für Illerich mit Stand vom 21. September 2023 sieben Einzeldenkmäler. Das größte ist die katholische Pfarrkirche St. Vinzenz in der Kirchstraße 2, eine neugotische Stufenhalle von 1896/97 nach Plänen des Gelsenkirchener Architekten Lambert von Fisenne. Der erste Bericht über eine Kirche an dieser Stelle stammt von 1511. Der Turm ist bis zum Maifeld hinüber zu sehen.
Interessanter als die Kirche ist der kleinste Eintrag der Liste. In der Friedhofstraße stehen 23 Grenzsteine beisammen, unter anderem einer von 1775. Dazu kommen ein Brunnen aus dem 19. Jahrhundert, ein neugotisches Friedhofskreuz von 1860, eine Wegekapelle an der K 24 nordwestlich des Ortes und zwei Wegekreuze aus Basalt, eines aus dem 17. Jahrhundert östlich des Ortes und eines von 1686 südlich an der L 107. Ein eigenes Ziel für die Anreise ist keines davon.
Etwa 300 Meter hinter dem Ortsausgang an der Straße nach Kaisersesch steht das Josef-Heiligenhäuschen, benannt nach seinem Stifter und den vierzehn Nothelfern geweiht. Der Blick von der Schutzhütte des Dorfes geht über das Maifeld. Für einen ganzen Tag reicht das nicht, und muss es auch nicht: Der Wild- und Freizeitpark Klotten, die Burg Pyrmont, die Burg Eltz, die Reichsburg Cochem und die Abtei Maria Laach liegen höchstens eine halbe Stunde Fahrzeit entfernt. Unter den Wanderwegen, die an Illerich vorbeiführen, ist auch das Dortebachtal.
Eine Straße zum Martberg und neun Monate im Pommerbachtal
Zwei Dinge sind an diesem Ort älter und größer, als seine Einwohnerzahl vermuten lässt. Das erste ist eine Straße: Schon in vorrömischer Zeit führte eine Straße an Illerich vorbei in Richtung Pommern, möglicherweise als Verbindung zur Tempelanlage auf dem Martberg. Die Römer bauten sie später aus, sie hatte militärischen Charakter. Die erste sichere Nennung des Ortes selbst stammt von etwa 1180.
Das zweite ist jünger. 1982 war zwischen Hambuch und Illerich im Pommerbachtal eine Wiederaufbereitungsanlage für Kernbrennstoff geplant. Nach neun Monaten zog die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen alle Pläne zurück; gebaut wurde statt dessen in Wackersdorf in Bayern. Vier Jahrzehnte danach betreibt derselbe Ort eine Photovoltaikanlage über eine Genossenschaft, die der Gemeinderat selbst angestoßen hat. Warum die Energieversorgung hier in Bürgerhand liegt, erklären diese neun Monate zumindest zum Teil.
Das Ehrenamt, von dem all das lebt, hat in diesem Jahr auch Verluste hinnehmen müssen. Am 16. Mai 2026 löste die Frauengemeinschaft Illerich sich in einer Vollversammlung im Gemeindehaus einstimmig auf. Das verbliebene Vereinsvermögen ging je zur Hälfte an den Förderverein krebskranker Kinder am Kemperhof Koblenz und an den Förderverein für krebskranke Kinder Mainz. Am 30. August 2026 feiert die gemeindeeigene Kindertagesstätte Villa Kunterbunt ihr dreißigjähriges Bestehen mit einem Fest samt Festzelt und Straßensperre; der Aufruf des Ortsbürgermeisters vom 6. Juli sucht dafür Helfer für den Aufbau am Samstagnachmittag und für den Sonntagmorgen.
Zum Essen gibt es zwei Gasthäuser im Ortsmittelpunkt: das Gasthaus am Brunnen mit Fremdenzimmern und Ferienwohnungen und das Gasthaus Emmerich, das sich selbst als Dorfkneipe beschreibt. Das Gasthaus am Brunnen öffnet in der Regel mittwochs bis sonntags; ein Anruf vor der Fahrt ist die sichere Variante. An Gewerbe gibt es außerdem eine Physiotherapiepraxis, einen Friseur, einen Westernstore, ein Autohaus, einen Dachdeckerbetrieb und ein Bauunternehmen. Leerstände in den Altbauten der Ortsmitte gibt es nach Angabe der Verbandsgemeinde derzeit keine.
Dorfladen, Genossenschaft, Gemeinderat und Denkmäler in Illerich: Stand 16. August 2026.
Wann hat der Dorfladen Illerich geöffnet?
Dienstag bis Freitag von 6.30 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr, samstags von 6.30 bis 12 Uhr und sonntags von 8 bis 11 Uhr. Montags ist geschlossen. Die Zeiten gelten seit dem 22. Juni 2020; die Adresse ist Kaisersescher Straße 5, das Telefon 02653 9127697.
Was ist die Sonnenland Illerich eG?
Eine Bürgerenergiegenossenschaft, gegründet am 7. April 2014 auf Initiative des Gemeinderates. Sie betreibt eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit 750 Kilowatt Peak. Ein Geschäftsanteil kostet 100 Euro, jedes Mitglied hat eine Stimme, das Konzept nennt eine erwartete Rendite von 3,0 bis 4,0 Prozent und weist zugleich auf das Risiko eines Totalverlusts hin.
Wie kommt man ohne Auto nach Illerich?
Schwierig. Der Ort hat keinen Bahnhaltepunkt; die nächsten sind Kaisersesch an der Eifelquerbahn und Klotten an der Moselstrecke. Von der A 48 sind es ab der Anschlussstelle Kaisersesch fünf Autominuten.
Welche Kulturdenkmäler stehen in Illerich?
Sieben nach der Denkmalliste des Landes, Stand 21. September 2023: die Pfarrkirche St. Vinzenz von 1896/97, 23 Grenzsteine in der Friedhofstraße, ein Brunnen aus dem 19. Jahrhundert, ein Friedhofskreuz von 1860, eine Wegekapelle an der K 24 und zwei Basalt-Wegekreuze, davon eines von 1686.
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