Pommern an der Mosel: Martberg, Öffnungszeiten, Zehnthofstraße
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Kurzzusammenfassung
- Das Gelände des Archäologieparks auf dem Martberg ist ganzjährig frei zugänglich, der rekonstruierte Lenus-Mars-Tempel und das Café dagegen nur vom 1. Mai bis 31. Oktober 2026, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.
- Die Besichtigung des Tempels mit der bemalten Cella kostet 2 Euro pro Person, Kinder bis 12 Jahre zahlen nichts.
- Vom Waldparkplatz oberhalb des Ortes bleibt noch ein Kilometer zu Fuß. Größere Reisebusse kommen nicht hinauf.
- Unten im Ort liegt die Denkmaldichte in der Zehnthofstraße: kurtrierisches Amtshaus von 1585, kurfürstliches Hochgericht von 1785, dazu das Pfarrhaus des ehemaligen Himmeroder Hofs.
Pommern hat rund 500 Einwohner, und drei Kilometer weiter liegt Karden. Der Ortsname kommt nicht von der Ostsee, sondern aus dem Lateinischen. Die Römer nannten die Stelle Pomaria, den Früchtegarten, weil sie hier neben Wein auch Südfrüchte anbauten. Die Ortsgemeinde führt den Ort deshalb als eines der ältesten Weindörfer an der Mosel, mit keltischen Funden, die eine Besiedlung vor mehr als 2000 Jahren belegen.
Auf den ersten Blick ist das ein Winzerdorf wie ein Dutzend anderer auf der Moselstrecke zwischen Cochem und Treis-Karden. Das Besondere steht 180 Meter höher, auf dem bewaldeten Bergrücken, und es hat Öffnungszeiten, die eine Tagesplanung kippen lassen.
Der Martberg und seine Wochenenden
Auf dem Martberg errichtete der keltische Stamm der Treverer um 100 v. Chr. eine befestigte Großsiedlung. In römischer Zeit wuchs daraus ein gallo-römischer Tempelbezirk von überregionaler Bedeutung, der im 3. Jahrhundert n. Chr. seine Blütezeit hatte. Große Teile davon stehen heute wieder auf den antiken Grundmauern: der vermutlich dem Lenus Mars geweihte Haupttempel mit seinem Säulenumgang und der neun Meter hohen Cella, ein kleinerer Nebentempel, die Wandelhalle, die den Bezirk zur Siedlung hin abgrenzte, und der Nachbau eines keltischen Holzgebäudes. Nach Angaben der Ortsgemeinde wurde der Tempelbezirk im Jahr 2004 teilweise wieder aufgebaut.
Das Gelände selbst kostet nichts und steht das ganze Jahr offen. Der Tempel und das Martberg-Café sind es nicht. Der Förderverein nennt für 2026 den Zeitraum vom 1. Mai bis zum 31. Oktober, und darin ausschließlich Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Vom 1. November 2026 bis zum 30. April 2027 sind beide in der Winterpause geschlossen. An einem Dienstag im Oktober steht man also vor verschlossenen Türen und sieht die Anlage nur von außen.
Der Eintritt in den Tempel beträgt 2 Euro pro Person, dafür gibt es den Besucherführer und die Besichtigung des Innenraums mit seiner Bemalung; Kinder bis 12 Jahre sind frei. Angemeldete Führungen kosten bis zehn Personen 65 Euro pauschal, ab elf Personen 6,50 Euro je Person und dauern 90 bis 120 Minuten. Die Kombination aus Martberg und Stiftsmuseum in Karden liegt bei 100 Euro bis zehn Personen oder 10 Euro je Person darüber, jeweils zuzüglich 2 Euro Eintritt. Gebucht wird über die Tourist-Information Treis-Karden im Bahnhof, St. Castorstraße 87, Telefon 02672 9157700.
Im Café gibt es Kaffee, selbst gebackenen Kuchen und Weine aus der Gegend, dazu die dreibändige Dokumentation der Grabungen von 1994 bis 2008. Darin steckt der ungewöhnlichste Fund des Bergs: eine 2002 ausgegrabene griechische Sonnenuhr vom Typ Skaphe aus dem 2. Jahrhundert, deren Stundenlinien exakt auf die geografische Breite des Martbergs gemeißelt wurden. Sie gehört zum sogenannten Tychicos-Stein, einer zweisprachigen Weihinschrift in griechischen und lateinischen Hexametern.
Wie es oben ist, steht in keiner Preisliste. Der Tempelbezirk liegt frei auf dem Bergplateau, kein Nachbarhaus, kein Ortsschild. Vor der Wandelhalle zeichnen Mauerzüge eines weiteren Umgangtempels den Grundriss im Gras nach; unter der Halle selbst fanden die Pilger einmal Schutz, wenn das Wetter umschlug. Der Nachbau der frühkeltischen Holzfigur steht vor dem Holztempel und erinnert daran, dass hier schon Jahrhunderte vor dem Steinbau gebaut wurde.
Der Weg hinauf
Von Pommern führt ein grün markierter Fahrweg zu einem Wanderparkplatz im Wald. Von dort sind es noch einen Kilometer zu Fuß bis zur Tempelanlage, gute fünfzehn Minuten. Ab der Ortsmitte dauert der Aufstieg etwa 45 Minuten je Richtung. Für größere Reisebusse ist die direkte Zufahrt nicht möglich; der Förderverein bietet einen Transfer mit Kleinbussen nur auf Anfrage an.
Die schönere Variante ist der Lenus-Mars-Weg. Er verbindet Pommern und Treis-Karden über den Berg, ist fünf Kilometer lang und überwindet rund 150 Höhenmeter. Am Weg stehen Infotafeln und lebensgroße Holzskulpturen, die die Epochen des Bergs verkörpern: ein Kelte mit Schild für die vorrömische Zeit, eine Römerin für die Blütezeit der Provinz, der heilige Castor für das Ende der Antike. Die Beschilderung trägt ein Tempel-Logo. Für Kinderwagen ist der Weg wegen der steilen Passagen ungeeignet, Trittsicherheit sollte man mitbringen. Absturzgefahr besteht laut Ortsgemeinde nicht, normales Schuhwerk reicht.
Bänke stehen an mehreren Stellen, den Panoramablick ins Moseltal nennt die Ortsgemeinde beeindruckend. Der Abschnitt hat dabei eine Eigenheit: Zwischen Klotten und Treis-Karden fließt die Mosel ohne Schleife, und das ist ihr längstes gerades Teilstück zwischen den Vogesen und Koblenz.
Zehnthofstraße: der Ort unter dem Berg
Die Denkmalliste der Ortsgemeinde konzentriert sich auf wenige Straßenzüge, und die dichteste ist die Zehnthofstraße. Dort steht das kurtrierische Amtshaus, ein dreigeschossiges Fachwerkhaus mit steinernem Treppenturm, bezeichnet 1585. Ein paar Nummern weiter das kurfürstliche Hochgericht, das ehemalige Hof- und Gerichtshaus von 1785. Dazwischen Fachwerkhäuser mit den Jahreszahlen 1623 und 1740, eines davon mit einem Bogen von 1564 an der Seite.
Das Pfarrhaus in derselben Straße war einmal der Himmeroder Hof. Die Zisterzienserabtei Himmerod war über Jahrhunderte der größte Grundbesitzer im Ort, bekam 1234 ihren ersten Weinberg hier geschenkt und kaufte 1264 den Besitz des Klosters St. Trond dazu. Weil sie den ganzen Zehnten bezog, trug sie auch die volle Baupflicht für die Kirche. Die beiden Ringe im Ortswappen sind ihr Zeichen. Über das Alter des heutigen Kirchenschiffs von St. Stephan macht die Gemeinde selbst zwei Angaben: Die Denkmalliste nennt einen barocken Saalbau von 1785, die Wappenseite einen frühklassizistischen Neubau von 1786. Der separate Kirchturm ist frühgotisch und stammt vom Ende des 15. Jahrhunderts, der Taufstein aus dem 13.
Der Ort ist überschaubar, und das merkt man beim Einkaufen. Die Gewerbeliste der Ortsgemeinde führt elf Weinbaubetriebe und eine Sektkellerei, dazu ein Gasthaus, ein Café, eine Patisserie, einen Campingplatz, zwei Schreinereien, ein Autohaus und einen Pflegedienst. Ein Lebensmittelmarkt oder eine Bäckerei stehen nicht darauf. Brötchen holt man auswärts, und die drei Kilometer nach Karden fährt man dafür ohnehin.
Wein und Wege
Zwölf Betriebe rund um den Wein auf 500 Einwohner ist ein Verhältnis, das den Ort trägt. Dazu kommen ein Campingplatz und eine Reihe von Ferienwohnungen und Gästezimmern, die die Ortsgemeinde einzeln mit Rufnummer auflistet. Gefeiert wird beim Winzer-Hof-Fest vom 18. bis 20. September 2026 in der Hauptstraße. Die übrigen Pommerner Termine stehen in der Terminübersicht.
Neben dem Lenus-Mars-Weg laufen vier weitere Wege durch die Gegend. Das Pommerbachtal zieht sich über etwa 19 Kilometer von der Quelle in Kaisersesch bis zur Mündung im Ort, vorbei an der Klosterruine Rosenthal auf halber Strecke. Der Buchsbaum-Wanderpfad zwischen Karden und Müden ist mit 4,1 Kilometern kurz, führt aber durch das nördlichste Vorkommen wilden Buchsbaums in Europa, das sich über rund 300 Hektar verteilt. Und das Naturschutzgebiet Dortebachtal bei Klotten bietet auf fünf Kilometern und 240 Höhenmetern einen Wasserfall, der im Winter zur Eiswand gefriert. Über den Martberg läuft außerdem die Etappe 19 des Moselsteigs von Cochem nach Treis-Karden; der Archäologiepark liegt direkt am Weg.
Für einen Tagesausflug ist die Empfehlung eindeutig: An einem Samstag oder Sonntag zwischen Mai und Oktober lohnt sich der Lenus-Mars-Weg ab Karden, weil man oben in den Tempel hineinkommt und das Café offen hat. Wer außerhalb dieser Zeiten unterwegs ist, spart sich den Aufstieg und bleibt unten in der Zehnthofstraße oder fährt weiter nach Treis-Karden, wo das Stiftsmuseum die Fundstücke vom Berg zeigt. Familien mit kleineren Kindern sind mit dem Wild- und Freizeitpark in Klotten besser bedient als mit einem Kilometer Waldweg.
Angaben nach der Ortsgemeinde Pommern und dem Förderverein Pommerner Martberg 1997 e.V., Stand August 2026.
Wann ist der Tempel auf dem Martberg geöffnet?
Der Lenus-Mars-Tempel und das Martberg-Café sind 2026 vom 1. Mai bis 31. Oktober samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Vom 1. November 2026 bis 30. April 2027 ist Winterpause. Das Parkgelände selbst ist ganzjährig frei zugänglich.
Was kostet der Besuch des Archäologieparks Martberg?
Das Gelände kostet nichts. Besucherführer und Besichtigung des Tempels mit Innenbemalung kosten 2 Euro pro Person, Kinder bis 12 Jahre sind frei. Eine angemeldete Führung kostet bis zehn Personen 65 Euro, ab elf Personen 6,50 Euro je Person.
Wie weit ist der Fußweg vom Parkplatz zum Martberg?
Vom Waldparkplatz oberhalb von Pommern sind es einen Kilometer, etwa fünfzehn Minuten. Ab der Ortsmitte dauert der Fußweg rund 45 Minuten. Reisebusse können nicht direkt zufahren.
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