Wirfus in der Eifel: 239 Einwohner und acht Kulturdenkmäler
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Kurzzusammenfassung
- Wirfus liegt auf 342 Metern über Normalhöhennull, misst 4,65 Quadratkilometer und zählte am 31. Dezember 2025 genau 239 Einwohner.
- Die Denkmalliste des Landes führt acht Einträge; fünf davon sind Kreuze und ein Brunnen, die an Straßen und Wegen stehen, nicht im Ortskern.
- Eine Gaststätte gibt es im Dorf nicht mehr. Die nächste liegt rund 30 Gehminuten entfernt im Pommerbachtal, in einem Jagdhaus, das ein Fabrikant aus Krefeld bauen ließ.
- Seit 2025 ist die Gemeinde anerkannter Schwerpunkt der Dorferneuerung, mit einem Förderbescheid über rund 81.000 Euro für Grundstücksankauf und Abbruch.
Wirfus ist eine Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Cochem im Landkreis Cochem-Zell, gelegen sechs Kilometer südöstlich von Kaisersesch und gut drei Kilometer nördlich der Mosel. Der Ort sitzt auf einem Bergrücken, der von Westen nach Osten zum steilen Tal des Pommerbachs abfällt; die Wohnlagen liegen zwischen gut 325 und knapp 350 Metern. Zwei Drittel der Gemarkung von 4,65 Quadratkilometern werden landwirtschaftlich genutzt. Zur Gemeinde gehören die Wohnplätze Siedlung Wirfus, Villa Margaretha, Wirfuserbach und Lesche-Hof. Postleitzahl 56814, Vorwahl 02653. Ortsbürgermeisterin ist seit dem 12. Juli 2024 Helena Laubenthal, die bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 als einzige Bewerberin 66,4 Prozent erhielt. Der Gemeinderat hat sechs Mitglieder.
239 Einwohner meldet das Statistische Landesamt zum 31. Dezember 2025. Die Volkszählungen davor sind der eigentliche Befund: 290 im Jahr 1871, 308 im Jahr 1939, 237 im Jahr 1987. Der Ort ist also seit rund vierzig Jahren ungefähr so groß wie heute, und im Trierer Feuerbuch von 1563 standen hier 18 Feuerstellen, 1684 nur noch zwölf. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er 1051 als „Weruuis“.
Die Nachbarn ringsum sind Zettingen, Dünfus, Binningen, Kail, Klotten, Illerich und Hambuch. Der Ort liegt damit am Rand seiner Verbandsgemeinde, und das merkt man an den Wegen: Zuständig ist die Verbandsgemeindeverwaltung Cochem in der Ravenéstraße 61, unten an der Mosel, während Kaisersesch oben auf der Höhe die nächste Stadt ist.
Acht Kulturdenkmäler, und die meisten stehen draußen
Die Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz führt für Wirfus mit Stand vom 21. September 2023 acht Einträge. Einer davon steht mitten im Dorf: die katholische Filialkirche St. Margaretha in der Kirchstraße 8, ein barocker Saalbau von 1770 mit spätgotischem Chor. An der Kirche hängt ein Nischenkreuz aus Basalt mit der Jahreszahl 1739.
Die übrigen sieben zeigen, wie ein Eifeldorf seine Geschichte verteilt. Ein Brunnen aus dem beginnenden 19. Jahrhundert in der Hauptstraße. Fünf Grenzsteine an der Ecke Hauptstraße/Kirchstraße, einer davon bezeichnet 1689. Ein Wegekreuz aus Basalt in der Illericher Straße, 18. Jahrhundert. Und dann vier Steinkreuze, die alle außerhalb der Ortslage stehen: eines westlich an der K 24 von 1675, ein Grabkreuz südlich an der K 25 von 1684, ein weiteres Wegekreuz an derselben Straße von 1907 und eines an der Kreuzung von K 25 und L 107 von 1777.
Das älteste Datum der Liste trägt damit nicht die Kirche, sondern ein Kreuz am Feldrand. Eine Denkmalrunde führt hier folglich hinaus, nicht durch den Ortskern.
Die Kirche gehört zur Pfarreiengemeinschaft Hl. Maria Kaisersesch im Bistum Trier, zuletzt renoviert wurde sie 2014. An Christi Himmelfahrt 2026 lud der Förderverein der Kirche zum 300-jährigen Bestehen des Altars ein, mit Gottesdienst und anschließendem Mittagessen aus dem Backes am Dorfplatz.
Die Dorfkneipe steht 30 Gehminuten außerhalb
Im Ort selbst gibt es keine Gaststätte mehr. Das Wirtshaus, das diese Rolle übernommen hat, liegt an der K 25 zwischen Hambuch, Zettingen und Wirfus, dann noch einmal rund 800 Meter von der Straße weg im Pommerbachtal: die Villa Margarethe, zugleich Wohnplatz Nr. 0102 der Ortsgemeinde. Vom Dorf aus sind es etwa 30 Minuten zu Fuß.
Das Haus war ein Jagdhaus. Bauherr war der Krefelder Kaufmann Vasil Wefers, der 1917 in der russischen Revolution seine Fabrik in St. Petersburg verlor; zuvor galt er nach der bei KuLaDig zitierten Darstellung als einer der reichsten Bürger der Eifel. KuLaDig, das Kulturlandschaftskataster des Landschaftsverbands Rheinland, datiert den Bau auf die Zeit zwischen 1890 und 1920 und beschreibt ihn als einsames, schlossähnliches Anwesen im Stil des frühen 20. Jahrhunderts. Über den Pommerbach führt eine kleine Brücke zum Eingang, die Toiletten liegen im Außenbereich über dem Hof. Im Haus hat sich ein Jagdzimmer mit Gemälden und Trophäen erhalten, das nicht zu den Gasträumen gehört und nur auf höfliche Anfrage zu sehen ist. Als Spezialität nennt KuLaDig Forellengerichte und rät, sich zum Essen vorher anzumelden. Der Stand dieser Beschreibung ist 2017, zuletzt redaktionell bearbeitet 2024; verbindliche Öffnungszeiten nennt sie nicht.
Bachabwärts, rund 3,5 Kilometer entfernt auf Binninger Gebiet, lag das Zisterzienserinnenkloster Rosenthal, erstmals urkundlich erwähnt 1246 und über 600 Jahre bewohnt. Die Gemeinde Binningen hat die verbliebenen Mauern freigelegt und ein Schaubild der einstigen Anlage aufgestellt. Erforscht haben die Klostergeschichte über Jahre hinweg zwei Wirfuser, Johannes und Josef Junglas.
Schwerpunktgemeinde, und was das an Geld bedeutet
Im Dorferneuerungsprogramm 2025 ist Wirfus als einer von 19 Orten in Rheinland-Pfalz als Investitions- und Maßnahmenschwerpunkt anerkannt worden; landesweit halten diesen Status 185 Dörfer. Ausgezeichnet wurde die Gemeinde Ende Februar bei einer Feierstunde im ZDF-Kongresszentrum in Mainz. Der Anerkennungszeitraum läuft acht Jahre und bringt der Gemeinde Zugang zu Landesmitteln für öffentliche wie private Vorhaben.
Schon Ende 2024 kam ein Förderbescheid über rund 81.000 Euro für den Ankauf eines Grundstücks und den Rückbau nicht erhaltenswerter Bausubstanz. Die Küche des Gemeindehauses ist 2023 in Eigenleistung kernsaniert worden, unterstützt mit rund 13.000 Euro aus dem Regionalbudget der LAG Vulkaneifel. Der Backes am Dorfplatz, 2018 überwiegend selbst gebaut, fasst bis zu 20 Brote in einem Zug; finanziert wurde er unter anderem mit 2.000 Euro einer Mitarbeiterinitiative des Energieversorgers innogy und mit Spenden der Ortsvereine.
Auf die Anerkennung folgte eine Dorfmoderation. Das Planungsbüro WSW aus Kaiserslautern stellte am 25. November 2025 die Ergebnisse einer Fragebogenaktion vor, danach liefen zwischen Januar und März 2026 drei Themenabende im Gemeindehaus: „Bauen und Wohnen“ am 28. Januar, „Verkehr und Versorgung“ am 18. Februar, „Kultur, Freizeit und Tourismus“ am 9. März, dazu ein eigener Workshop für Kinder und Jugendliche. Die Ergebnispräsentation war am 16. April 2026.
Beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ war im Juni 2025 Schluss: Wirfus schied nach Kreis- und Gebietsentscheid aus, der Regionalentscheid ging an Ediger-Eller.
Termine, Wege und die eine Straße, die zweimal im Jahr dicht ist
Die Ortsgemeinde veröffentlicht einen Terminplan für das ganze Jahr, und das ist im Kreis die Ausnahme. Für 2026 stehen darin unter anderem die Kirmes vom 17. bis 20. Juli, die zugleich das 60-jährige Bestehen des Sportvereins feierte, das Spretzehausfest der Feuerwehr am 5. September, St. Martin am 6. November, die Adventsfenstereröffnung am ersten Adventswochenende und die Winterwanderung des Sportvereins am 28. Dezember. Uhrzeit und Treffpunkt stehen in dieser Liste bei keinem Termin, und der Plan trägt den Vermerk „Änderungen vorbehalten“. Die Zeiten kommen erst mit dem jeweiligen Aushang.
Zwei ausgeschilderte Rundwege starten am Sportplatz. Der größere, „Rund um Wirfus“, misst 5,9 Kilometer bei etwa 80 Höhenmetern und ist mit rund eindreiviertel Stunden angesetzt. Der kleinere heißt Johannes-Junglas-Dorfrunde, ist 1,6 Kilometer lang, braucht eine halbe Stunde, überwindet 15 Höhenmeter und führt barrierearm durch den alten Ortskern. Namensgeber ist Johannes Junglas (1898 bis 1963), in der Kirchstraße geboren, von 1946 bis 1949 Minister für Gesundheit und Wohlfahrt in Rheinland-Pfalz und von 1949 bis 1953 Bundestagsabgeordneter. Beigesetzt ist er in Koblenz, sein Grabstein steht auf dem Wirfuser Friedhof.
Einen Bahnanschluss hat der Ort nicht; der nächste Haltepunkt ist Klotten an der Moselstrecke. Und die Straße dorthin, die K 25 hinunter zur Mosel, ist die eine Verbindung, auf die man sich nicht an jedem Wochenende verlassen kann: Für den Moselbergpreis war sie zuletzt am 8. und 9. August 2026 komplett gesperrt, umgeleitet wurde über die L 98 durch Landkern und Illerich. Wer aus dem Ort zum Zug will, sollte an solchen Wochenenden den Umweg einrechnen.
Angaben nach den Seiten der Ortsgemeinde Wirfus (Grußwort, Terminplan 2026, Kirmes 2026, Spretzehausfest, Schwerpunktgemeinde, Dorfmoderation, Gemeindehaus, Backes, Kirche, Kloster Rosental, Neue Wanderwege, Johannes Junglas), der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz mit Stand 21. September 2023, dem KuLaDig-Eintrag „Villa Margarethe im Pommerbachtal“ des Landschaftsverbands Rheinland und der deutschsprachigen Wikipedia unter Berufung auf das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz zum 31. Dezember 2025, abgerufen am 4. September 2026.
Wie viele Einwohner hat Wirfus?
239 zum 31. Dezember 2025 nach dem Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz, auf 4,65 Quadratkilometern also 51 je Quadratkilometer. Bei der Volkszählung 1987 waren es 237, im Jahr 1939 noch 308.
Gibt es in Wirfus eine Gaststätte?
Im Dorf nicht mehr. Die nächste ist die Villa Margarethe im Pommerbachtal, ein ehemaliges Jagdhaus rund 30 Gehminuten außerhalb, erreichbar über die K 25 und dann rund 800 Meter Zuweg. KuLaDig nennt Forellengerichte als Spezialität und rät zur Anmeldung vor dem Essen; die Beschreibung hat den Stand 2017, zuletzt bearbeitet 2024.
Welche Wanderwege starten in Wirfus?
Zwei, beide ab dem Sportplatz: „Rund um Wirfus“ mit 5,9 Kilometern, etwa 80 Höhenmetern und rund eindreiviertel Stunden Gehzeit sowie die Johannes-Junglas-Dorfrunde mit 1,6 Kilometern, 15 Höhenmetern und einer halben Stunde. Die kurze Runde ist barrierearm angelegt und führt durch den historischen Ortskern.
Wann sind 2026 die Wirfuser Feste?
Der Terminplan der Ortsgemeinde nennt für das restliche Jahr das Spretzehausfest der Feuerwehr am 5. September, St. Martin am 6. November, die Adventsfenstereröffnung am ersten Adventswochenende und die Winterwanderung des Sportvereins am 28. Dezember. Uhrzeiten stehen dort nicht; die Kirmes lag 2026 vom 17. bis 20. Juli.
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