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Dünfus bei Kaisersesch: 286 Einwohner und sechs Kulturdenkmäler

 · 8 Min. Lesezeit

Kirchstraße mit weiß verputzter Saalkirche und schiefergedecktem Dachreiter, links und rechts Wohnhäuser
Foto: RomkeHoekstra, CC0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Dünfus liegt auf 315 Metern über Normalhöhennull in der Eifel, misst 3,25 Quadratkilometer und zählte am 31. Dezember 2025 genau 286 Einwohner.
  • Die Denkmalliste des Landes führt sechs Einträge, darunter zwei Ziehbrunnen und eine achteckige Wegekapelle an der L 108.
  • Der Haushalt 2026 verplant 47.894 Euro aus dem Förderprogramm „Regional.Zukunft.Nachhaltig“ auf fünf Vorhaben; der größte Posten sind 24.361 Euro für das Dorfgemeinschaftshaus.
  • Im Veranstaltungskalender der Verbandsgemeinde stand am 3. September 2026 kein einziger Dünfuser Termin.

Dünfus ist eine Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Kaisersesch im Landkreis Cochem-Zell, gelegen auf 315 Metern über Normalhöhennull in einer Mulde südlich des Brohlbachs, westlich der Nachbargemeinden Brohl und Forst. Die Verbandsgemeinde beschreibt die Lage als „zwischen Pommerbach und Brohlbach“ im Forster Kirchspiel. Die Gemarkung misst 3,25 Quadratkilometer, dazu gehören die Wohnplätze Weiermühle und Rosenthaler Hof. Postleitzahl 56754, Vorwahl 02672. Ortsbürgermeister ist seit dem 2. Juli 2024 Dirk Becker, der sich bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 mit 68,7 Prozent gegen den Amtsinhaber durchgesetzt hatte. Der Gemeinderat hat sechs Mitglieder.

Bei der Einwohnerzahl stehen zwei Werte nebeneinander. Das Statistische Landesamt zählt zum 31. Dezember 2025 genau 286 Personen, die Verbandsgemeinde spricht auf ihrer Ortsseite gerundet von 300 Einwohnern. Den höchsten Wert der Reihe hält das Jahr 2011 mit 305. Groß geworden ist das Dorf also nicht mehr; es hält sich seit gut zwanzig Jahren auf ungefähr diesem Stand.

Den Namen deutet die Verbandsgemeinde ausdrücklich nicht als Anspielung auf karge Böden, sondern führt ihn auf die keltischen Treverer zurück: „laufender Bach“ oder „Befestigung am Bach“. Im Ort selbst spielt das ohnehin keine Rolle: Im Dimmeser Platt heißt das Dorf „Dimmes“.

Sechs Kulturdenkmäler, und die Kirche ist eine Filiale

Die Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz führt für den Ort mit Stand vom 21. September 2023 sechs Einträge. Zwei davon sind Ziehbrunnen: einer an der Brunnenstraße, einer am Brachtendorfer Weg bei Nummer 2, dieser als Walmdachbau des 18. oder 19. Jahrhunderts. Dazu zwei Fachwerkbauten des 18. Jahrhunderts, beide teilweise massiv ausgeführt: die Hofanlage Bergstraße 5 mit Krüppelwalmdach und Scheune, geschützt als bauliche Gesamtanlage, und ein Wohnhaus in der Kirchstraße ohne Hausnummer.

Der fünfte Eintrag steht gar nicht im Dorf, sondern südwestlich davon an der L 108: eine Wegekapelle des 19. Jahrhunderts, ein oktogonaler Putzbau.

Bleibt die katholische Kirche in der Kirchstraße, ein Saalbau, den die Denkmalliste auf „um 1688“ datiert, dazu ein Wegekreuz aus Basalt mit der Jahreszahl 1754. Sie ist als Filialkirche geführt, und dafür gibt es einen Grund: Der Ort teilt sich ein Kirchspiel mit Binningen, Brohl, Forst, Möntenich und Roes, und die gemeinsame Wallfahrtskirche dieser sechs Gemeinden ist die Schwanenkirche bei Roes. Der heutige Bau dort stammt aus den Jahren 1950 bis 1952 und ersetzte die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Vorgängerin.

Beim Baujahr der Dünfuser Kapelle widersprechen sich zwei Angaben in derselben Enzyklopädie. Der Geschichtsabschnitt nennt 1686 bis 1688, die Erläuterung zum Gemeindewappen dagegen 1684 als das Jahr, seit dem der heilige Bartholomäus als Kirchenpatron bezeugt ist. Die Denkmalliste hält sich mit „um 1688“ heraus.

Das Wappen von 1985 sammelt die Ortsgeschichte auf vier Feldern. Die schwarze Urne steht für einen vorgeschichtlichen Fund, der 1929 bei Ausgrabungen am „Häckelsberg“ zutage kam. Die silberne Rose verweist auf den Hof, den das Kloster Rosenthal 1297 von Heinrich von Polch erwarb; derselbe Name steckt im Wohnplatz Rosenthaler Hof. Der Sparrenbalken stammt aus dem Wappen derer von Pyrmont, die ebenfalls einen Hof im Ort besaßen. Das vierte Feld zeigt ein Schindmesser, das Attribut des Bartholomäus.

47.894 Euro, und was damit gemacht wird

Im Haushaltsplan 2026 der Ortsgemeinde steht, woran hier tatsächlich gearbeitet wird. Festgesetzt sind Erträge von 516.000 Euro und Aufwendungen von 531.000 Euro. Eigene Liquiditätskredite nimmt die Gemeinde nicht auf; die Kreditaufnahme läuft über die Einheitskasse der Verbandsgemeinde.

Die Investitionen kommen fast vollständig aus einem Förderprogramm. Aus „Regional.Zukunft.Nachhaltig“ hat der Ort insgesamt 47.894 Euro erhalten, ausgezahlt bereits 2025 über die Verbandsgemeinde und im Haushalt 2026 auf genau fünf Positionen verteilt:

Vorhaben Betrag
Erneuerungen am Dorfgemeinschaftshaus 24.361 €
Entwässerung Grundstücke 10.620 €
Investitionen am Dorfgemeinschaftshaus 8.205 €
Erneuerung Friedhofsweg 2.412 €
Sanierung Zuwegung vom Neubaugebiet zum Spielplatz 2.296 €

Gut zwei Drittel der Summe gehen also in das Dorfgemeinschaftshaus, der Rest in Wege und Entwässerung. Ein Saal, ein Friedhofsweg, der Zugang zum Spielplatz: Das ist die Infrastruktur, die ein Ort dieser Größe unterhält. Als investive Auszahlung führt der Haushalt darüber hinaus nur eine einzige Zeile, und die betrifft wieder das Dorfgemeinschaftshaus.

Weil das Geld schon 2025 floss und die Ausgaben erst 2026 anfallen, verschieben sich die Jahresergebnisse gegeneinander. Der Plan für 2025 sah einen Überschuss von 3.000 Euro vor, der Vorbericht rechnet inzwischen mit rund 51.000 Euro. Für 2026 steht dafür ein Fehlbetrag von 15.000 Euro, und das Eigenkapital sinkt von 683.920,35 Euro Ende 2024 auf voraussichtlich 671.920,35 Euro Ende 2026.

Der Blick weiter zurück ist der interessantere. Als Arbeitstag mit dem höchsten Bestand an Liquiditätskrediten weist der Haushaltsplan Dienstag, den 18. Februar 2020 aus, mit 379.301,28 Euro. Zum 31. Dezember 2023 waren daraus noch 28.250,14 Euro Verbindlichkeiten gegenüber der Einheitskasse geworden. Mit Bescheid vom 12. Juni 2024 bewilligte das Land 40.699 Euro aus dem Programm „Partnerschaft zur Entschuldung der Kommunen in Rheinland-Pfalz“. Zum 31. Dezember 2025 war der Kassenbestand positiv: Die Gemeinde hatte Forderungen von 39.310,12 Euro gegenüber der Einheitskasse, eine Rückführung entfällt.

150 Jahre Schützenbruderschaft, und ein Ministerpräsident im Festzug

Der größte Termin des Jahres liegt bereits zurück. Im August 2026 feierte die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Dünfus 1876 vier Tage lang ihr 150-jähriges Bestehen, zusammen mit dem Bezirksbundesschützenfest Maria Laach und unter dem Leitgedanken „Glaube – Sitte – Heimat“.

Höhepunkt war am Sonntag der Festumzug durch den Ort, mit Abordnungen aus den Bezirksverbänden Maria Laach, Maifeld, Pellenz und Trier sowie aus Mühlbach in Südtirol. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder überreichte der Bruderschaft im Festzelt das Wappenschild des Landes. Albert Jung, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kaisersesch und Schirmherr, hob in seinem Grußwort genau das hervor, was an dem Fest bemerkenswert war: dass ein Ort dieser Einwohnerzahl ein Netzwerk aufgebaut hat, das vier Festtage trägt.

Die übrigen Feste des Jahreslaufs nennt die Verbandsgemeinde in einem einzigen Satz: Karneval, Maibaumsetzen, Königsschießen, Dorffest, Kirmes und Martinszug. Ein Datum steht bei keinem davon.

Was der Ort hat und was nicht

Der Veranstaltungskalender der Verbandsgemeinde Kaisersesch führte am 3. September 2026 einunddreißig künftige Termine für ihre 26 Gemeinden. Für Dünfus stand darin kein einziger. Auch die eigene Adresse duenfus.de führt nicht weiter: Sie leitet auf die Ortsseite der Verbandsgemeinde um, und die kommt ohne Terminliste aus. Für den nächsten Martinszug oder die Kirmes bleibt der Anruf im Gemeindebüro. Im Nachbarort Brohl sieht das anders aus: Dort steht das Martinsfeuer am 7. November mit Uhrzeit im Kalender.

Eingekauft wird auswärts. Für den täglichen Bedarf nennt die Verbandsgemeinde Kaisersesch, Mayen und Treis-Karden. Im Ort selbst liegen ein Senioren- und Pflegeheim und einige Gewerbebetriebe; die Berufspendler hängen an der Anbindung zur A 48.

Gegen die Abwanderung junger Familien hat die Gemeinde nach eigener Darstellung vor zehn Jahren am Ortsrand ein Baugebiet ausgewiesen, und die Verbandsgemeinde meldet, dass Familien mit Kindern das Angebot angenommen haben. Freie Parzellen weist sie keine aus, wohl aber Arbeit daran: Die Zuwegung von diesem Neubaugebiet zum Spielplatz steht 2026 auf der Sanierungsliste.

Für den Steuerbescheid: Die Hebesätze liegen seit dem 1. Januar 2025 bei 345 Prozent für die Grundsteuer A, 465 Prozent für die Grundsteuer B und 380 Prozent für die Gewerbesteuer. Dieselbe Kombination gilt in 23 der 26 Gemeinden der Verbandsgemeinde, unter anderem in Zettingen. Teurer wird es nur in Brachtendorf mit 550 Prozent und in Kail mit 495 Prozent bei der Grundsteuer B sowie in der Stadt Kaisersesch mit 390 Prozent Gewerbesteuer.

Herrschaftswechsel hat der Ort seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung 1288 einige erlebt. Die kurtrierische Herrschaft endete 1794 mit der Besetzung durch die französische Revolutionsarmee, von 1798 bis 1814 gehörte Dünfus zum Kanton Münstermaifeld, ab 1815 zu Preußen und zur Bürgermeisterei Karden, ab 1933 zum Amt Karden-Treis im Landkreis Cochem. Zur Verbandsgemeinde Kaisersesch kam er erst am 1. Juli 2014.

Angaben nach der Verbandsgemeinde Kaisersesch (Ortsseite Dünfus, Hebesteuersätze, Haushaltsplan 2026 der Ortsgemeinde, Veranstaltungskalender, Pressemitteilung vom August 2026), der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz mit Stand 21. September 2023, dem Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz zum 31. Dezember 2025 und der deutschsprachigen Wikipedia, abgerufen am 3. September 2026.

Wie viele Einwohner hat Dünfus?

Das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz zählt zum 31. Dezember 2025 genau 286 Einwohner auf 3,25 Quadratkilometern, also 88 je Quadratkilometer. Die Verbandsgemeinde Kaisersesch spricht auf ihrer Ortsseite gerundet von 300 Einwohnern.

Welche Kulturdenkmäler gibt es in Dünfus?

Sechs, nach der Denkmalliste des Landes mit Stand 21. September 2023: die Hofanlage Bergstraße 5, ein Wohnhaus in der Kirchstraße, zwei Ziehbrunnen an der Brunnenstraße und am Brachtendorfer Weg, die katholische Filialkirche St. Bartholomäus von um 1688 samt Basalt-Wegekreuz von 1754 und eine oktogonale Wegekapelle des 19. Jahrhunderts an der L 108.

Wo findet man Termine für Dünfus?

Im Netz nirgends verlässlich. Der Veranstaltungskalender der Verbandsgemeinde Kaisersesch führte am 3. September 2026 keinen einzigen Dünfuser Termin, und duenfus.de leitet nur auf die Ortsseite der Verbandsgemeinde um. Die Verbandsgemeinde nennt Karneval, Maibaumsetzen, Königsschießen, Dorffest, Kirmes und Martinszug als Feste des Jahres, aber ohne Datum. Auskunft gibt das Gemeindebüro.

Wie hoch sind die Hebesätze in Dünfus?

Seit dem 1. Januar 2025 gelten 345 Prozent für die Grundsteuer A, 465 Prozent für die Grundsteuer B und 380 Prozent für die Gewerbesteuer. Dieselbe Kombination setzen 23 der 26 Gemeinden der Verbandsgemeinde Kaisersesch an.