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Gemeinderat Pünderich: Freizeitplatz, Straßen, Schiffsanleger

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Blick von oben auf Pünderich an der Mosel mit Ortskern, Campingplatz am Ufer und Weinbergen an den Hängen
Foto: The LoW, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Die Ortsgemeinde Pünderich hat am 23. Oktober 2026 die Kurzprotokolle zweier Gemeinderatssitzungen veröffentlicht, der Sitzungen vom 17. Juni und vom 23. September 2026.
  • Für einen neuen Freizeitplatz mit Spielgeräten sind rund 27.000 Euro aus einem Förderprogramm verplant, aufgeteilt auf fünf Posten.
  • Die Straßen „Im Wingert” und „Zum Rosenkreuz” sollen voll ausgebaut werden; für die Römerstraße hat der Rat die Vergabe zurückgestellt und lässt zunächst flicken.
  • Die Moselfähre „Marienburg” hat seit dem 1. Juli 2026 ein neues Gebührenverzeichnis, und für einen Anleger für Fahrgastschiffe am rechten Ufer hat der Rat sein Einvernehmen erteilt.

Vier Monate nach der einen Sitzung und einen nach der anderen hat die Ortsgemeinde Pünderich beide Kurzprotokolle am selben Tag veröffentlicht: am 23. Oktober 2026, eines zur Sitzung vom 17. Juni, eines zur Sitzung vom 23. September. Zusammen stehen darin 22 Tagesordnungspunkte, vom Spielgerät bis zum Schiffsanleger.

Rund 27.000 Euro für einen Freizeitplatz

Der konkreteste Beschluss betrifft einen neuen Freizeitplatz mit Spielgeräten. Am 23. September hat der Rat mit zehn Ja-Stimmen festgelegt, wofür die Zuwendungsmittel aus dem R.Z.N.-Programm ausgegeben werden:

Posten Betrag
Spielgeräte ca. 7.000 Euro
Bänke ca. 7.000 Euro
Beleuchtung einschließlich Verkabelung ca. 4.000 Euro
Bepflanzung ca. 3.000 Euro
Wegebau ca. 6.000 Euro

Zusammen sind das rund 27.000 Euro. Bemerkenswert an der Aufteilung ist, was sie über die Absicht verrät: Für Bänke ist genauso viel vorgesehen wie für die Spielgeräte selbst, und Beleuchtung und Wege machen zusammen noch einmal zehntausend Euro aus. Das ist kein Spielplatz, der am Rand eines Feldes abgestellt wird, sondern ein Platz, an dem man abends sitzen und den man trockenen Fußes erreichen soll. Wo er entsteht, sagt der Beschluss nicht.

Zwei Straßen im Vollausbau, eine dritte erst einmal geflickt

Für den Ausbau der Straßen „Im Wingert” und „Zum Rosenkreuz” hatte der Ortsbürgermeister die Planungsleistungen im Wege einer Eilentscheidung nach § 48 der Gemeindeordnung an ein Planungsbüro aus Boppard vergeben. Der Rat hat diese Entscheidung am 23. September mit neun Ja-Stimmen nachträglich genehmigt und sich in derselben Sitzung die Planung für den Vollausbau vorstellen lassen.

Der zweite Teil dieses Beschlusses wiegt schwerer: Die Verwaltung soll einen Zuwendungsantrag im Rahmen des Investitionsstockes 2027 einreichen. Vor dem ersten Bagger steht damit ein Förderverfahren. Vorgestellt war dabei nicht eine Deckensanierung, sondern der Vollausbau beider Straßen.

Anders behandelt hat der Rat die Römerstraße. Dort sollte ein Teilstück saniert und der Auftrag vergeben werden; stattdessen hat er den Beschluss einstimmig zurückgestellt. Zunächst soll der Bauhof Reparaturmaßnahmen vornehmen, um die Verkehrssicherungspflicht zu wahren. Für Anlieger und Durchfahrende bedeutet das: ausgebessert wird, saniert vorerst nicht.

Die Fähre hat ein neues Gebührenverzeichnis

In der Juni-Sitzung hat der Rat eine Satzung für die Benutzung der Moselfähre „Marienburg” erlassen. Die bisherige Regelung der Fährbeiträge örtlicher Winzerbetriebe bleibt bestehen und wird für das Abrechnungsjahr 2026 veranlagt. Zum 1. Juli 2026 gelten diese Gebühren:

Fahrgast oder Fahrzeug Preis
Kinder bis einschließlich 10 Jahre frei
Jugendliche und Erwachsene 2,50 Euro
Fahrrad, Scooter 1,50 Euro
Motorrad, Moped, Mofa 2,50 Euro
PKW, Traktor (mit und ohne Anhänger) 3,00 Euro
Vollernter, LKW bis 7,49 Tonnen 20,00 Euro
Tiere frei

Die Fahrzeugpreise gelten jeweils ohne Fahrer. Ein Auto über die Mosel zu bringen kostet also 3,00 Euro für das Fahrzeug plus 2,50 Euro für jede erwachsene Person darin. Wer einen entsprechend gekennzeichneten Schwerbehindertenausweis mit Anspruch auf kostenfreie Beförderung vorzeigt, fährt unentgeltlich. Stand ist das Gebührenverzeichnis zur Satzung vom 17. Juni 2026.

Ebenfalls im Juni beschlossen: die Anschaffung eines Defibrillators für die „Marienburg”. Die Saison endet in diesem Jahr am 30. Oktober um 17 Uhr; welche Zeiten bis dahin gelten, steht in der Meldung zu den Fährzeiten während der Weinlese.

Ein Anleger für Fahrgastschiffe bei Mosel-km 93,975

Der weitreichendste Beschluss steht unversehens als dritter Tagesordnungspunkt im Juni-Protokoll. Für einen Antrag auf Plangenehmigung zur Errichtung einer Anlegestelle für Fahrgastschiffe bei Mosel-Kilometer 93,975 am rechten Ufer hat der Gemeinderat einstimmig sein Einvernehmen erteilt, und zwar nach § 36 Absatz 1 in Verbindung mit § 35 des Baugesetzbuchs. Der Paragraf sagt, worum es geht: Die Stelle liegt im Außenbereich.

Ein Einvernehmen ist keine Genehmigung. Der Tagesordnungspunkt heißt „Antrag auf Erteilung einer Plangenehmigung”, und erteilt wird diese Genehmigung von einer anderen Stelle; die Ortsgemeinde hat dazu ihr Einvernehmen erklärt. Wer den Antrag gestellt hat und wann gebaut werden soll, steht nicht im Protokoll. Bisher führt von Pünderich aus nur die Fähre „Marienburg” über den Fluss, und die fährt nicht das ganze Jahr. Was Pünderich Gästen sonst bietet, steht im Ortsporträt Pünderich an der Mosel.

Wald, Wein und ein Neubaugebiet

Drei weitere Punkte aus den beiden Sitzungen sind der Erwähnung wert.

Für die mittelfristige Betriebsplanung in den kommunalen Forstbetrieben der Verbandsgemeinde Zell hat der Rat im Juni zugestimmt, das Forsteinrichtungswerk durch einen privaten Sachverständigen erstellen zu lassen. Er ist dabei der Empfehlung des Forstamtes gefolgt und hat sich für die zweite Fördermöglichkeit entschieden, die verbesserte Maßnahmen für Natura-2000-Gebiete berücksichtigt.

Im September hat der Rat einstimmig das Einvernehmen zu einem Bauantrag erteilt, mit dem ein Kellerwirtschaftsraum zu einem Weinverkaufsraum mit Weinverkostung umgenutzt werden soll. Das Grundstück liegt im unbeplanten Innenbereich, geprüft wurde nach § 34 des Baugesetzbuchs. In einem Weinort kommt damit eine Adresse dazu, an der sich der Wein auch verkosten lässt.

Und unabhängig von beiden Sitzungen hat die Gemeindeverwaltung am 16. Oktober mitgeteilt, dass sie zum 28. Oktober 2026 alle Grundstückseigentümer „Hinter dem Kindergarten” schriftlich eingeladen hat. Dort ist ein Neubaugebiet geplant. Weiter geht die Mitteilung nicht: kein Zuschnitt, keine Zahl von Bauplätzen, kein Zeitplan. Der Termin am 28. Oktober liegt damit weit vor allem, was ein Bebauungsplan später festlegt. Welche Termine im Ort anstehen, steht im Veranstaltungskalender für Pünderich.

Angaben nach den Kurzprotokollen der Sitzungen des Gemeinderates Pünderich vom 17. Juni und 23. September 2026, veröffentlicht am 23. Oktober 2026.

Was kostet die Fähre Pünderich?

Nach dem Gebührenverzeichnis zur Fährsatzung gelten seit dem 1. Juli 2026: Jugendliche und Erwachsene 2,50 Euro, Kinder bis einschließlich 10 Jahre frei, Fahrrad oder Scooter 1,50 Euro, Motorrad, Moped oder Mofa 2,50 Euro, PKW oder Traktor 3,00 Euro, Vollernter und LKW bis 7,49 Tonnen 20,00 Euro. Die Fahrzeugpreise gelten ohne Fahrer, Tiere fahren frei.

Wo entsteht der neue Freizeitplatz in Pünderich?

Das sagt der Beschluss vom 23. September 2026 nicht. Festgelegt ist bisher nur die Verwendung der Fördermittel aus dem R.Z.N.-Programm: rund 7.000 Euro für Spielgeräte, 7.000 Euro für Bänke, 4.000 Euro für Beleuchtung, 3.000 Euro für Bepflanzung und 6.000 Euro für den Wegebau.

Kommt ein Anleger für Fahrgastschiffe nach Pünderich?

Der Gemeinderat hat am 17. Juni 2026 einstimmig sein Einvernehmen zu einem Antrag auf Plangenehmigung erteilt. Die Anlegestelle soll bei Mosel-Kilometer 93,975 am rechten Ufer entstehen. Über die Genehmigung selbst entscheidet die zuständige Behörde, nicht die Ortsgemeinde.

Werden die Straßen Im Wingert und Zum Rosenkreuz 2026 ausgebaut?

Nein. Vergeben sind bisher die Planungsleistungen, und der Rat hat die Verwaltung beauftragt, einen Zuwendungsantrag im Rahmen des Investitionsstockes 2027 einzureichen. Vorgesehen ist ein Vollausbau beider Straßen.