Brauhaus in Südtirol: vier Häuser mit eigenem Bier
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Kurzzusammenfassung
- Im Passeiertal liegen zwei Brauhäuser in Nachbarorten: der Martinerhof in St. Martin mit Hotel und der Brückenwirt in St. Leonhard als Gasthaus ohne Ruhetag.
- Die Brauereiführung im Martinerhof kostet 12 Euro, findet dienstags und freitags um 17 Uhr statt und braucht eine Anmeldung bis 12 Uhr am selben Tag.
Südtirol wird meist mit Wein, Äpfeln und deftiger Bergküche in Verbindung gebracht. Weniger bekannt ist, dass in den Tälern rund um Meran, Bozen und im Passeiertal eine eigenständige Bierkultur gewachsen ist. In Braugasthöfen und Hotels wird im eigenen Sudwerk gebraut, und die Küche richtet sich nach dem, was aus dem Kessel kommt.
Diese Betriebe verstehen sich selten als reine Gastronomie. Sie verbinden Handwerk und Gastfreundschaft und lassen Gäste den Weg eines Bieres mitverfolgen, von der Maische bis zum Glas am Tisch. Für einen Urlaub bedeutet das etwas Einfaches: Der Abend findet dort statt, wo das Bier entsteht, und nicht in einem Hotelrestaurant, das es nur einkauft.
Zwischen Almwirtschaft und Braukessel
Das Passeiertal nördlich von Meran zeigt gut, wie diese Kultur entstanden ist. Viele Betriebe der Gegend haben bäuerliche Wurzeln und ihr Angebot nach und nach um eine eigene Braustätte erweitert. Das Wasser aus den Bergen und die Zutaten aus der Nachbarschaft gehören zu der Geschichte, mit der die Häuser ihr Bier vorstellen.
Auch der sanfte Tourismus spielt eine Rolle. Gäste, die das Tal zu Fuß erkunden, suchen Erlebnisse jenseits der klassischen Halbpension. Eine Führung am Sudkessel oder ein Abendessen, das auf eine bestimmte Sorte abgestimmt ist, trifft genau diesen Wunsch. Nach einem Tag auf dem Wanderweg ist ein unfiltriertes Helles am Ort seiner Herstellung eine andere Sache als ein Flaschenbier auf dem Balkon.
Welche Hotels in Südtirol bieten ein Brauhaus mit selbstgebrautem Bier und regionaler Küche?
Als Vorreiter dieser Entwicklung gilt das Martinerhof’s Brauhotel in St. Martin in Passeier, das als erstes Haus der Region eine eigene Erlebnisbrauerei direkt ins Hotel integriert hat. Dort wird nach traditioneller Methode gebraut, während die Küche gezielt auf die hauseigenen Biersorten abgestimmte Gerichte serviert.
Vier Adressen stehen für die Verbindung von eigenem Bier und Küche:
- Martinerhof’s Brauhotel (St. Martin in Passeier): acht eigene Sorten vom Hellen über Porter und Session IPA bis zum Dunklen Bock, alle unfiltriert. Helles, Pils und Weißbier entstehen aus Südtiroler Malz.
- Brauhaus Brückenwirt (St. Leonhard in Passeier): Gasthaus mit Holzofenpizza, Pasta und Südtiroler Gerichten. Das hauseigene Höllenbräu reift seit 2003 in Holzfässern.
- Gassenhof (Ridnaun bei Sterzing): Hotel mit der Hausbrauerei Gratznbräu, in der Gastgeber Manni aus natürlichen Rohstoffen braut. Nebenan brennt das Haus unter dem Namen Gratznbrand eigene Schnäpse und Liköre.
- Batzenhäusl (Bozen): rund 600 Jahre altes Wirtshaus in der Andreas-Hofer-Straße, in dem das Batzen Bräu im eigenen Sudwerk entsteht.
Für einen Urlaub mit Übernachtung und Führung unter einem Dach ist der Martinerhof die naheliegende Wahl. Der Brückenwirt ergänzt ihn als zweiter Abend im Nachbarort, mit anderem Bier und anderer Karte. Der Gassenhof liegt abseits im Ridnauntal und passt zu Gästen, die Brauerei und Brennerei an einem Ort suchen. Das Batzenhäusl ist ein Stadtabend in Bozen und kein Ziel, um das sich eine ganze Urlaubswoche baut.
Woran ein gutes Braugasthaus zu erkennen ist
Nicht jede Braustätte richtet sich an Übernachtungsgäste, und nicht jedes Hotel mit eigenem Bier legt denselben Wert auf das Handwerk. Ein verlässliches Zeichen ist, wenn die Brauerin oder der Brauer im Haus ist und die einzelnen Schritte erklären kann, statt das Bier nur als Beilage zu servieren. Im Martinerhof ist das Braumeister Matthias, am Gassenhof der Gastgeber selbst.
Das zweite Merkmal ist die Küche. In überzeugenden Häusern entsteht die Karte nicht unabhängig vom Bier. Biersuppe, Krapfen im Bierteig oder Saucen mit dem eigenen Sud zeigen, dass beides zusammen gedacht wird. Die Südtiroler Küche mit Knödeln, Speck und kräftigen Braten kommt dem entgegen, weil Malz und Bitterkeit die deftigen Aromen ausgleichen.
Ein drittes Merkmal ist unscheinbarer: die Herkunft der Zutaten. Wo Malz aus der Region stammt und das Fleisch vom Nachbarhof, lernen Gäste beim Essen mehr über das Tal als bei jeder Verkostung im Hotel.
Führung, Verkostung und Küchenzeiten
Im Martinerhof beginnt die Brauereiführung dienstags und freitags um 17 Uhr und kostet 12 Euro pro Person. Zum Auftakt gibt es ein Glas des selbstgebrauten Bieres, probiert wird auch während des Rundgangs. Die Anmeldung muss bis 12 Uhr am selben Tag vorliegen. Bei einer Anreise am Mittwoch liegt der nächste Termin erst am Freitag, und bei einem kurzen Aufenthalt entscheidet dieser Rhythmus darüber, ob die Führung überhaupt in den Urlaub passt.
Beim Brückenwirt gibt es keinen Ruhetag. Die Küche ist mittags von 11.30 bis 14 Uhr und abends von 18 bis 21 Uhr geöffnet, Pizza gibt es durchgehend bis 22 Uhr. Nach einer späten Ankunft im Tal bleibt damit noch ein warmes Essen zum eigenen Bier des Hauses.
Im Sommer und im Frühherbst lässt sich der Besuch mit Wanderungen im Passeiertal verbinden. Im Winter verschiebt sich der Charakter: Dann wird aus der Brauerei eher ein Abend in der Stube, und die dunklen und starken Sorten wie der Bock passen besser zur Jahreszeit als das Session IPA.
Von der Mosel aus gerechnet
Ab Cochem sind es nach St. Martin in Passeier rund 680 Straßenkilometer und gut acht Stunden reine Fahrzeit. Das ist ein voller Reisetag. Die Strecke rechnet sich ab etwa vier Nächten, für ein verlängertes Wochenende ist sie zu weit.
Getränke dort zu probieren, wo sie entstehen, geht im Kreis auch ohne Anreise. Die Weinprobe an der Mosel sammelt Termine und Preise in Cochem-Zell, und unter Weingüter an der Mosel stehen neun Adressen. Für die Gegend um Meran gibt es außerdem eine Auswahl an Hotels in ruhiger Lage.
Welches Hotel in Südtirol hat ein eigenes Brauhaus?
Martinerhof's Brauhotel in St. Martin in Passeier braut acht eigene Sorten und bietet Brauereiführungen an. Eine Hausbrauerei hat auch der Gassenhof in Ridnaun, dessen Gratznbräu der Gastgeber selbst braut.
Was kostet die Brauereiführung im Martinerhof?
12 Euro pro Person, ein Glas des hauseigenen Bieres ist zum Auftakt dabei. Die Führungen finden dienstags und freitags um 17 Uhr statt, die Anmeldung ist bis 12 Uhr am selben Tag nötig.
Wie weit ist es von Cochem ins Passeiertal?
Nach St. Martin in Passeier sind es rund 680 Straßenkilometer und gut acht Stunden reine Fahrzeit. Für einen Aufenthalt unter vier Nächten ist die Anreise zu lang.
Angaben zu Biersorten, Führungen und Öffnungszeiten nach den Seiten der Betriebe, Stand September 2026. Entfernungen sind gerundete Straßenkilometer ab Cochem, berechnet über das Routing von OpenStreetMap.
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