Alflen in der Eifel: Kirche unter Kastanien und Wacholderheide
· 10 Min. Lesezeit

Kurzzusammenfassung
- Alflen liegt auf 425 Metern Höhe im Nordwesten des Landkreises Cochem-Zell, gehört zur Verbandsgemeinde Ulmen und zählte am 31. Dezember 2025 genau 788 Einwohner auf 13,42 Quadratkilometern.
- Sehenswert sind die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer mit ihrer Ausmalung von 1775 und die Kriegergedächtniskapelle an der Kapellenstraße; im Nordosten der Gemarkung liegt das Naturschutzgebiet Wacholderheide Nassenberg mit 5,3 Hektar.
- Die Mehrzweckhalle kostet Einheimische 300 Euro für den ersten Festtag, der Dorfgemeinschaftsraum 70 Euro für eine Familienfeier (Gebührensatzungen vom 26. Juli 2023).
- Drei Angaben auf den amtlichen Ortsseiten sind überholt oder widersprüchlich, darunter eine Grundschule, die 2015 geschlossen wurde.
Der Ort teilt sich in zwei Hälften, und der Unterschied ist im Gelände sofort zu sehen. Der ältere, höher gelegene Teil heißt der Kirche wegen „Kirch-Alflen“; jenseits des Litzbaches, in einer Mulde, liegt der jüngere Teil, den alle das „Überdorf“ nennen. Dazu kommt im Nordwesten der Weiler Peterskaul. Rundherum liegen im Uhrzeigersinn Ulmen, Müllenbach, Büchel, Gevenich, Gillenbeuren, Schmitt und Auderath.
425 Meter, 788 Einwohner, sieben Kilometer zur Autobahn
Die Gemeinde umfasst 13,42 Quadratkilometer, von denen nach der Flächenerhebung zum 31. Dezember 2012 gut 46 Prozent landwirtschaftlich genutzt waren und ein Viertel Wald. Das ergibt bei 788 Einwohnern eine Bevölkerungsdichte von 59 Menschen je Quadratkilometer, also Hochfläche mit weiten Blicken und wenig Nachbarschaft am Ortsrand.
Mit dem Auto führt der Weg über die B 259; bis zur Anschlussstelle Ulmen der A 48 sind es sieben Kilometer. Mit dem Bus geht es ebenfalls: Alflen hat drei Haltestellen. Der Haltepunkt Kirchstraße liegt unmittelbar am Dorfplatz in der Ortsmitte, eine zweite Haltestelle trägt den Namen Moselweg, die dritte steht im Bereich Peterskaul an der B 259. Alle drei sind überdacht, was auf 425 Metern im Winter kein Detail ist.
Die Grundversorgung ist vorhanden und für ein Dorf dieser Größe bemerkenswert vollständig: Kindergarten, Metzgerei, Bäckerei und eine Kneipe nennt die Ortsgemeinde selbst. Das Gemeindebüro sitzt in der Mehrzweckhalle in der Schulstraße 14 und hat eine Öffnungszeit, die man sich notieren muss: montags von 18 bis 19.30 Uhr. Termine außerhalb dieser anderthalb Stunden gehen nur nach telefonischer Vereinbarung.
In direkter Nachbarschaft liegt der Fliegerhorst Büchel mit dem Taktischen Luftwaffengeschwader 33, den die Verbandsgemeinde Ulmen in ihrer Ortsbeschreibung eigens erwähnt. Entstanden ist er in den 1950er Jahren, und er zählt bis heute zu den bedeutendsten Arbeitgebern der Gegend. Alflen hat der Flugplatzbau einen erheblichen Teil seiner Waldbestände gekostet, dazu einige Gebäude, unter anderem das Chausseehaus.
Die Pfarrkirche, und wer sie wirklich ausgemalt hat
St. Johannes der Täufer steht seit 1220 urkundlich als Pfarrei fest; als Nebenpatron wird 1593 der heilige Bartholomäus genannt. Die Pfarrei war lange die Mutterpfarrei der Umgebung, ihr unterstanden die Filialen in Auderath, Gevenich mit Weiler sowie Georgsweiler und Morschweiler, aus denen später Büchel wurde.
Reich war sie nie. 1250 konnte die Pfarrei ihre Abgaben an den Bischof nicht aufbringen und wurde von der Steuer entlastet; 1715 hält ein Visitationsprotokoll fest, die Kirche sei „ganz ruinös und viel zu klein“. Der Umbau begann 1716 und zog sich zwanzig Jahre hin. Erst am 16. Dezember 1736 weihte Bischof Nalbach die Kirche. Der romanische Westturm bekam dabei ein viertes Geschoss und einen achtseitigen Schieferhelm, das Schiff wurde neu und höher errichtet.
Die eigentliche Geschichte des Baus ist aber eine Zuschreibung, die zweieinhalb Jahrhunderte falsch war. Bis 2003 galt als gesichert, dass der Mayener Maler Jakob Alken die Kirche 1760 ausgemalt hat. Dann erschien die Autobiographie seines Sohnes Heinrich Alken erstmals vollständig, und zwei bis dahin unbekannte Abschnitte kehren die Sache um: Der Vater hat 1760 in Alflen drei Altäre vergoldet. Ausgemalt haben die Kirche 1775 die Söhne Heinrich und Joseph, und die Orgel haben sie gleich mit vergoldet. Die außergewöhnlichen Deckengemälde, für die die Kirche in der Umgebung bekannt ist, sind damit fünfzehn Jahre jünger und von anderer Hand als lange gedacht.
Um die Kirche stehen mehr als 300 Jahre alte Kastanien, die unter Naturschutz stehen. Den besten Blick auf beides zusammen hat man nicht vom Kirchplatz, sondern von der Zeip, einem Brunnen in der Schulstraße bei der ehemaligen Schule. Auf diesen Standort und darauf, dass sich das Bild zu jeder Jahreszeit lohnt, weist die Ortsbeschreibung ausdrücklich hin.
Kapelle, Fachwerkhaus, Wacholderheide
An der Kapellenstraße steht ein kleiner Saalbau mit einem Nischenrelief, dessen Kern angeblich aus dem 16. Jahrhundert stammt. 1921 wurde er als Kriegergedächtniskapelle neu errichtet. Über dem Portal der Westfassade steht eine Statue des heiligen Georg, im Inneren stammen die Fenster von der Trierer Firma Binsfeld und Co. Sie zeigen zwei Abschiedsszenen, vom Vater und von Ehefrau und Kind, was für eine Gedächtniskapelle dieser Zeit ungewöhnlich konkret ist.
Unterhalb der Kirche steht das Felser-Haus, ein Fachwerkhaus von 1880. Es wurde im Zweiten Weltkrieg von einer Granate getroffen und steht trotzdem noch; früher war ein Laden darin, heute wird es nur bewohnt. Von innen ist also nichts zu sehen, von außen dafür ein Bau, den es in dieser Straße eigentlich nicht mehr geben dürfte.
Das Heimatmuseum sitzt auf dem Dachboden der ehemaligen Schule, in der heute der Kindergarten untergebracht ist, gleich bei der Kirche. Entstanden ist es aus einer Ausstellung der Kreisverwaltung Cochem-Zell mit dem Titel „On de Geman gien“, also „in die Gemeinde gehen“, in der alte Kommunikationsmittel gezeigt wurden. Feste Öffnungszeiten nennt die Gemeinde nicht.
Draußen liegt im nordöstlichen Teil der Gemarkung die Wacholderheide Nassenberg, ein Naturschutzgebiet von 5,3 Hektar. Das ist klein genug, dass es sich an einen Spaziergang anhängen lässt, und liegt abseits der Straßen, die durch den Ort führen.
Vier Nahwärmenetze versorgen seit 2013 vierzig Häuser mit Holzhackschnitzeln. Angestoßen hat das eine Dorfbefragung, bei der sich rund ein Viertel aller Hausbesitzer zum Anschluss bereit erklärte, und den Ausschlag gab eine Besichtigungsfahrt nach Fronhofen bei Simmern im März 2012. Danach begannen die konkreten Planungen im Überdorf.
Was Halle, Dorfgemeinschaftsraum und Waldbegräbnisstätte kosten
Für eine Feier stehen zwei Räume zur Wahl, und der Preisunterschied ist erheblich. Die Gebührensätze stammen aus den Gebührensatzungen vom 26. Juli 2023 und gelten für Einheimische (Stand August 2026):
| Nutzung | Mehrzweckhalle | Dorfgemeinschaftsraum |
|---|---|---|
| Festveranstaltung, 1. Tag | 300,00 Euro | – |
| jeder weitere Tag | 200,00 Euro | – |
| Trauer- und Familienfeier je Tag | 95,00 Euro | 70,00 Euro |
| dieselbe inklusive Küche | 120,00 Euro | 95,00 Euro |
| Kühlmöglichkeit je Tag | 10,00 Euro | 10,00 Euro |
Dazu kommen in beiden Fällen die Nebenkosten nach tatsächlichem Verbrauch. Die Halle hat noch ein paar Posten, die anderswo fehlen: Die Kirmestage kosten pauschal 500 Euro, ein Discoabend 300 Euro und zwei Abende 500 Euro, eine Nachmittagsveranstaltung 60 Euro und ein Kindergeburtstag 30 Euro. Wird nur die Toilettenanlage gebraucht, etwa bei einer Veranstaltung auf dem Dorfplatz nebenan, sind es 35 Euro am Tag. Die jährlich wiederkehrenden Feiern der Ortsvereine sind frei.
Beim Dorfgemeinschaftsraum steht die Rechnung im Kleingedruckten anders: Reinigung, Abfallentsorgung, Papier und Handtücher gehen zulasten des Nutzers. Bei 70 statt 95 Euro ist das ein knapperer Vorteil, als die Tabelle zunächst nahelegt. Für eine kleine Familienfeier ohne eigene Putzkolonne ist die Halle deshalb die ehrlichere Wahl; für eine Vereinsrunde, die ohnehin selbst aufräumt, der Dorfgemeinschaftsraum.
Alflen unterhält eine eigene Waldbegräbnisstätte, für die der Gemeinderat am 8. November 2022 eine Gebührensatzung beschlossen hat. Ein Urnenplatz an einem regionalen Naturstein kostet danach 1.900 Euro, und darin sind das Ausheben und Verfüllen des Grabes sowie das Grabschild bereits enthalten. Die Aufbewahrung in der Leichenhalle kostet 40 Euro für bis zu vier Tage bei einem Sarg und bis zu zehn Tagen bei einer Urne, danach 10 Euro je weiterem Tag; die Reinigung nach der Ausschmückung schlägt mit 50 Euro zu Buche.
Zwei weitere Gebäude vermietet die Gemeinde über den Ortsbürgermeister, jeweils zu den Bürozeiten am Montagabend. Der Backes wurde 1958 neu aufgebaut; im linken Teil stehen noch die Backöfen, rechts ist an die Stelle der alten Gemeinschaftsgefrieranlage ein Gemeinschaftsraum mit Toiletten getreten. Der Kühlraum der Gefrieranlage läuft bis heute. Hier tagt auch der Gemeinderat. Die Schutzhütte im Distrikt „Auf Sieh“ wurde 1996 übergeben und bis auf das Fachwerkgerippe in 790 Stunden Eigenleistung von Ortsvereinen, Gemeinderat und Privatleuten gebaut; sie hat Toiletten, fließendes Wasser und Strom, dazu eine Grill- und Feuerstelle mit Windschutzzaun.
Drei Angaben auf den amtlichen Seiten stimmen nicht mehr
Wer sich vor einem Umzug einliest, stößt auf einen Satz der Verbandsgemeinde Ulmen: Da Alflen einen kommunalen Kindergarten und eine Grundschule habe, sei der Ort für junge Familien interessant. Der Kindergarten stimmt, und er hat Ganztagsbetreuung. Die Grundschule dagegen wurde 2015 wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen; in ihrem Gebäude sitzt seither eben dieser Kindergarten. Für eine Familie mit Schulkind ändert das die Rechnung, und es ist der eine Punkt, an dem die Ortsseite in die Irre führt.
Die zweite Abweichung betrifft die Einwohnerzahl. Das Portrait der Ortsgemeinde spricht von „rund 900 Einwohnern“, die eigene Datenseite führt 825 mit Stand 31. Dezember 2012. Amtlich sind es zum 31. Dezember 2025 noch 788. Das ist kein dramatischer Rückgang, aber die Zahl auf der Ortsseite liegt gut hundert darüber.
Die dritte betrifft den Bus. Die Ortsgemeinde nennt für ihre drei Haltestellen zwei Linien, die 500 und die 718. Das enzyklopädische Ortsprofil führt für denselben Ort acht Linien mit ganz anderen Nummern auf, darunter die 700 nach Ulmen, Daun und Gerolstein, die 706 nach Beuren und Lutzerath und die 733 über Laubach nach Kaisersesch. Zwei Quellen, zwei Nummernkreise, dieselben Straßen: Welche Nummer am Mast steht, entscheidet die Fahrplanauskunft des Verkehrsverbunds und nicht die Liste auf der Ortsseite.
Für einen Besuch heißt das wenig, für einen Umzug einiges. Die Kirche mit ihren Kastanien und die Kapelle an der Kapellenstraße sind eine gute Stunde wert, und daran ändert keine veraltete Zahl etwas. Auf die Grundschule dagegen wartet man seit elf Jahren vergeblich.
Quellen: Ortsgemeinde Alflen (Portrait, Daten, Chronik, Kirche Alflen, Backes, Schutzhütte, ÖPNV-Fahrplan, Veranstaltungen), Verbandsgemeinde Ulmen (Ortsgemeinde Alflen mit den Gebührensatzungen für Mehrzweckhalle und Dorfgemeinschaftsraum vom 26. Juli 2023 sowie der Gebührensatzung für die Waldbegräbnisstätte vom 8. November 2022) und Wikipedia zu Alflen. Abgerufen am 31. August 2026.
Was kostet die Mehrzweckhalle in Alflen?
Nach der Gebührensatzung vom 26. Juli 2023 zahlen Einheimische für eine Festveranstaltung 300 Euro am ersten Tag und 200 Euro für jeden weiteren, für eine Trauer- oder Familienfeier 95 Euro am Tag und mit Küche 120 Euro. Die Kirmestage kosten pauschal 500 Euro, ein Kindergeburtstag 30 Euro. Strom wird nach tatsächlichem Verbrauch zusätzlich abgerechnet.
Hat Alflen noch eine Grundschule?
Nein. Die Grundschule wurde 2015 wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen; im Gebäude ist heute der Kindergarten untergebracht, auf dessen Dachboden das Heimatmuseum sitzt. Die Seite der Verbandsgemeinde Ulmen nennt für Alflen weiterhin eine Grundschule, diese Angabe ist überholt.
Welche Bushaltestellen gibt es in Alflen?
Drei, alle mit Wetterschutz: Kirchstraße unmittelbar am Dorfplatz in der Ortsmitte, Moselweg und Peterskaul an der B 259. Die Ortsgemeinde nennt dazu die Linien 500 und 718, das enzyklopädische Ortsprofil dagegen acht andere Liniennummern für dieselben Verbindungen. Welche am Mast steht, klärt vor der Fahrt die Auskunft des Verkehrsverbunds.
Was kostet ein Grab in der Waldbegräbnisstätte Alflen?
Ein Urnenplatz an einem regionalen Naturstein kostet 1.900 Euro nach der Gebührensatzung vom 8. November 2022. Das Ausheben und Verfüllen des Grabes sowie das Grabschild sind darin enthalten. Für die Aufbewahrung in der Leichenhalle fallen 40 Euro an, bei einer Urne für bis zu zehn Tage, danach 10 Euro je weiterem Tag.
- #Alflen
- #Verbandsgemeinde Ulmen
- #Eifel
- #Cochem-Zell