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Gevenich bei Cochem: Eifeldorf mit Backes und Weltrekord

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Innenraum der Pfarrkirche St. Hubertus in Gevenich mit hölzerner Zeltdecke, Betonglasfenstern und dem Altaraufsatz im Chor
Foto: Reinhardhauke, CC BY-SA 3.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Gevenich liegt auf 390 Metern Höhe, sechs Kilometer westlich von Cochem, und gehört zur Verbandsgemeinde Ulmen im Landkreis Cochem-Zell.
  • Bücherei und Haus der Dorfgeschichte im alten Backhaus öffnen freitags von 15.30 bis 17.30 Uhr und sonntags von 10.45 bis 12.45 Uhr.
  • Das Gemeindebüro Auf der Gasse 1 ist montags von 19 bis 20 Uhr besetzt, also eine Stunde in der Woche.
  • Die letzte Etappe des Eichenblattwegs beginnt im Ort und führt über Büchel und das Enderttal in rund 17 Kilometern nach Ulmen.

Zwei Orte in Deutschland tragen diesen Namen, und die Suchmaschine sortiert sie gern durcheinander: Der eine ist ein Ortsteil der Stadt Linnich in Nordrhein-Westfalen, der andere das Eifeldorf im Kreis Cochem-Zell, um das es hier geht. Es liegt sechs Kilometer westlich von Cochem auf einem Bergrücken, der nach Osten zum Ellerbach abfällt, einem Zufluss der Mosel. Die Mosel ist nah, prägt den Ort aber nicht: Die Ortsgemeinde beschreibt ihre Umgebung mit dichten Wäldern, weiter Feldflur und alten Streuobstwiesen.

Sechs Kilometer bis Cochem, und doch Hochfläche

Die Ortslage erstreckt sich über Höhen zwischen 370 und 415 Metern; der höchste Punkt der Gemarkung liegt mit 473 Metern auf dem Klausberg im Gevenicher Forst, der tiefste mit 205 Metern am südlichen Austritt des Ellerbachs. Die 7,12 Quadratkilometer sind zur Hälfte landwirtschaftlich genutzt. Nachbarn sind Büchel, Faid, Weiler, Lutzerath, Gillenbeuren und Alflen.

Mit dem Auto führt der Weg über die A 48, Abfahrt Ulmen, Laubach oder Kaisersesch, dann auf die B 259 über Büchel und ab dort auf die L 16. Mit der Bahn ist Cochem der Anschluss, IC und RE halten dort auf der Moselstrecke Koblenz–Trier. Eine Bahnstation im Ort gibt es nicht, und der letzte Abschnitt bleibt eine Autofahrt oder eine Wanderung.

Bei der Einwohnerzahl weichen die Quellen deutlich voneinander ab: Wikipedia führt 658 Einwohner zum 31. Dezember 2025, die Verbandsgemeinde Ulmen schreibt von 700 Einwohnern und 11 Vereinen, die Ortsgemeinde selbst auf einer Seite einmal rund 700 und einmal 720 bei 10 Vereinen. Ihre eigene Vereinsliste zählt zwölf Einträge, vom Musikverein über die Jagdgenossenschaft bis zu den Geländewagenfreunden.

„Gebe nichts“: die Sage vom Namen und die Urkunde von 1051

Die Gevenicher erzählen die Herkunft ihres Ortsnamens als Sage, und sie kommen darin nicht gut weg. An der „Franzosenkaul“ am Waldrand soll eine Mühle geklappert haben, deren Müller vom Mahlen wohlhabend wurde und trotzdem jeden abwies, der um eine Gabe bat. Als aus den Häusern in der Nähe ein Dorf wuchs, gaben ihm die Nachbargemeinden zur Erinnerung an den Geizhals den Namen „Gebenichts“. Die Pointe setzt die Ortsgemeinde selbst dahinter: Gastfreundlich seien die Gevenicher heute weit und breit.

Aktenkundig ist eine andere Version. 1051 taucht der Ort in einer Urkunde als „Chevenich“ auf, und im selben Jahr erhielt die Abtei Brauweiler bei Köln durch eine Schenkung der Polenkönigin Richeza Güter in Gevenich. Richeza, Enkelin Kaiser Ottos II., soll einige Jahre im benachbarten Klotten gelebt haben. Der Abtsstab der Abtei steht bis heute im Wappen, das die Bezirksregierung Koblenz am 6. November 1979 genehmigt hat: in Schwarz ein schrägrechter Abtsstab, oben von drei goldenen Ähren begleitet, unten von einem goldenen Hirschkopf mit Kreuz.

Ganz gesichert ist dieses Gründungsdatum nicht. In der Literaturliste unter der Ortsgeschichte führt die Gemeinde einen Aufsatz von 1977 mit dem Titel „Die Urkunde wurde gefälscht. Aus der Geschichte Gevenichs im Kreis Cochem-Zell“.

1650 ausgebaut, 1769 abgebrannt, 1964 ersetzt

Kirchlich hing Gevenich jahrhundertelang an Alflen. 1239 ist erstmals eine Kapelle bezeugt, Patron war der heilige Remigius, und der Trierer Erzbischof bekräftigte in diesen Jahren die Praxis, dass der Alflener Pfarrer alle 14 Tage einen Sonntagsgottesdienst in Gevenich hielt. An Allerheiligen und Pfingsten mussten die Gevenicher selbst nach Alflen. 1593 stellte die Gemeinde auf eigene Kosten einen Vikar an, der jeden Sonntag Messe las, und ersetzte ihr erstes Kirchlein durch einen größeren Saalbau.

1650 baute der Ort den romanischen Turm aus, bei kaum mehr als 100 Einwohnern. 1769 kam die schwerste Brandkatastrophe des Dorfes: Der Turm brannte bis auf den romanischen Unterbau ab, die Glocken zersprangen, und Funkenflug setzte den Großteil der strohgedeckten Häuser in Brand. Ein halbes Jahrhundert zuvor hatte der Kirchenpatron gewechselt: Nach der Visitation von 1716 rückte der heilige Hubertus an die erste Stelle, wo er nach Angabe der Verbandsgemeinde bis heute steht; ihm ist in der Pfarrkirche ein eigener Altar gewidmet, und der Hirschkopf im Wappen ist sein Attribut.

1964 musste die alte Pfarrkirche einem Neubau weichen. Erhalten blieb allein der Turm, dessen Unterbau bis in die romanische Zeit zurückreicht. Einen eigenen Pfarrer hat der Ort seit 2009 nicht mehr.

Im alten Backes: Bücherei, Dorfgeschichte und eine Kirche im Maßstab 1:25

Das alte Backhaus aus den fünfziger Jahren beherbergt den letzten von einst drei Backöfen im Dorf. Angeheizt wird er noch mindestens einmal im Jahr, zum Erntedankfest am ersten Oktoberwochenende, das der Junggesellenverein ausrichtet. Seit April 2006 stehen im selben Haus die Katholische öffentliche Bücherei und das Haus der Dorfgeschichte. Der Umbau kostete rund 46.200 Euro und blieb damit unter dem Ansatz von 53.000 Euro; das Land Rheinland-Pfalz gab 15.800 Euro aus Mitteln der Dorferneuerung dazu.

Geöffnet ist beides zu den Zeiten der Bücherei: freitags von 15.30 bis 17.30 Uhr, sonntags von 10.45 bis 12.45 Uhr, Mühlenweg 1 (Stand August 2026). Termine außerhalb dieser Zeiten sind nach Absprache möglich, die Ortsgemeinde nennt dafür zwei Telefonnummern. Die Bücherei selbst war zwischen dem 12. Juni 1994 und dem 6. Mai 2001 geschlossen, weil sich niemand für die ehrenamtliche Arbeit fand; heute lässt sich ihr Katalog online durchsuchen, und Feriengäste sind ausdrücklich eingeladen.

Das Stück, für das sich der Weg lohnt, steht seit dem 3. September 2017 dort: ein Modell der 1964 abgerissenen Pfarrkirche im Maßstab 1:25, außen wie innen nach allem hergerichtet, was sich noch in Erfahrung bringen ließ. Über eine Hebetechnik lässt sich das Dach anheben, dann liegt die nachgebaute Inneneinrichtung offen. Zwei Gevenicher haben es 2016 und 2017 gebaut.

Die jüngste Episode, die das Dorf von sich aufbewahrt, ist keine 30 Jahre alt. Ende 2000 kündigte eine Gruppe Jeep-Begeisterter an, einen Willys Jeep aus den vierziger Jahren, zerlegt in 134 Einzelteile, vor laufender Kamera in weniger als drei Minuten fahrbereit zusammenzusetzen. Aufgezeichnet wurde die Sendung am 26. Januar 2001 im Studio des Bayerischen Rundfunks in München. Die Gevenicher brauchten eine Minute und sechzehn Sekunden, schlugen die Mannschaft aus Bochum und wurden am Tag darauf mit einem Fackelzug empfangen. Ein Video davon hält die Gemeinde in ihren Downloads bereit.

Was Bürgerhaus, Hütte und Gemeindebüro kosten

Das Bürgerhaus wurde am 6. und 7. Juli 1996 eingeweiht, der Saal fasst rund 200 Personen und hat Theke, Bühne und Profiküche; für kleinere Feiern gibt es einen zweiten Raum mit Küchenzeile. Auswärtige können mieten. Die Gebühren stehen in einer Satzung vom 24. September 2009, die zum 1. Januar 2010 in Kraft trat; die Verbandsgemeinde führt sie unverändert mit diesem Datum.

Nutzung Ortsansässige Auswärtige
Festveranstaltung, 1. Tag 220 € 330 €
Festveranstaltung, 2. Tag 165 € 220 €
Hochzeit oder Familienfeier, 1. Tag 93 € 154 €
Räume im Erdgeschoss, eintägig 62 € 93 €

Strom, Heizung und Wasser werden nach tatsächlichem Verbrauch abgerechnet, die Reinigung übernimmt der Mieter oder zahlt sie nach Aufwand, und Papier und Handtücher für die Toiletten bringt er selbst mit. Die Tagespauschale ist also nicht der Endpreis.

Draußen steht die Ellerbach-Hütte im Ellerbachtal, eingeweiht am 3. Oktober 1982, mit Strom- und Wasseranschluss. Sie kostet 15 Euro am Tag zuzüglich Verbrauch, dazu 50 Euro Kaution je Tag; die Außentoiletten des Schützenhauses kosten für den ersten Tag zehn und für jeden weiteren fünf Euro (Stand August 2026). Vermietet wird sie über den Schützenverein, eine zweite Hütte über die Feuerwehr.

Das Gemeindebüro Auf der Gasse 1 hat eine Öffnungszeit, die man sich merken muss: montags von 19 bis 20 Uhr. Wer sie verpasst, schreibt an [email protected] oder fährt nach Ulmen, wo die Verbandsgemeindeverwaltung am Marktplatz 1 montags bis donnerstags von 7.30 bis 12.30 und von 14 bis 15 Uhr öffnet, freitags von 7.30 bis 13 Uhr. Im Ort gibt es einen Kindergarten für Gevenich und Weiler, geöffnet von 7.15 bis 16.45 Uhr oder in der kürzeren Variante bis 12.45 Uhr, dazu ein Gasthaus mit Metzgerei, eine zweite Gaststätte und eine Pension mit Fremdenzimmern.

Der Eichenblattweg, und warum die Karte im Dorf nicht mehr stimmt

Zu Fuß hängt Gevenich am Eichenblattweg, einem Etappen-Rundwanderweg der Verbandsgemeinde Ulmen mit einem Eichenblatt auf weißem Grund als Zeichen. Ein geübter Wanderer schafft ihn in vier Etappen. Die dritte endet im Ort: Sie kommt am Bismarckturm vorbei, den Erdenbach talaufwärts, führt an den Klidinger Wasserfällen entlang auf die Hochfläche nach Kliding und über das Waldbachtal und Weiler nach Gevenich. Die vierte startet hier, zieht durch das Brühlbachtal nach Büchel und über die Hochfläche hinab ins Enderttal, das sie bis Ulmen hinaufführt, rund 17 Kilometer. Als reizvolle Variante für gute Wanderer nennt die Ortsgemeinde die Runde von Gevenich zum Klidinger Wasserfall und zurück, etwa 22 Kilometer.

Vor dem Aufbruch gehört ein Hinweis gelesen, den die Gemeinde selbst über ihre Wanderseite gesetzt hat: Die dort beschriebenen Routen folgen der älteren Fassung der Wanderkarte Nr. 21 des Eifelvereins. In der Neuauflage von 2002 wurden die Wege neu definiert und nummeriert und sind mit den bisherigen nicht mehr identisch; im Gelände stehen teils die alten, teils die neuen Markierungen, was nach Darstellung der Gemeinde manchmal zu Irritationen führt. Auch die Schautafel in der Dorfmitte beruht auf der alten Karte. Verlässlich ist auf dieser Tour deshalb die aktuelle Karte des Eifelvereins, nicht die Tafel. Auf den Etappen liegen mit Auderath und Lutzerath zwei weitere Dörfer derselben Verbandsgemeinde, die sich für eine Zwischenrast anbieten.

Was den Ort selbst angeht, ist eine knappe Stunde realistisch: Kirche mit dem alten Turm, Backes mit Modell und Bücherei, Forumsplatz neben dem Bürgerhaus. Der Rest ist Landschaft, und die beginnt hinter der letzten Straße.

Quellen: Ortsgemeinde Gevenich (Gemeinde, Bürgerhaus mit Gebührensatzung, Alter Backes, Öffentliche Einrichtungen, Bücherei, Wandertipps, Anreise, Historie mit Ortsgeschichte, Sagen und Wappen, Weltrekord), Verbandsgemeinde Ulmen (Ortsgemeinde Gevenich) sowie Wikipedia zu Gevenich. Abgerufen am 20. August 2026.

Wann ist das Haus der Dorfgeschichte in Gevenich geöffnet?

Zu den Öffnungszeiten der Bücherei im alten Backhaus, Mühlenweg 1: freitags von 15.30 bis 17.30 Uhr und sonntags von 10.45 bis 12.45 Uhr (Stand August 2026). Termine außerhalb dieser Zeiten sind nach Absprache möglich; die Ortsgemeinde nennt dafür zwei Telefonnummern.

Was kostet die Miete des Bürgerhauses in Gevenich?

Nach der Gebührensatzung vom 24. September 2009 zahlen Ortsansässige für eine Festveranstaltung 220 Euro am ersten Tag und 165 Euro am zweiten, Auswärtige 330 und 220 Euro. Eine Hochzeit oder Familienfeier kostet 93 Euro für Ortsansässige und 154 Euro für Auswärtige. Strom, Heizung und Wasser kommen nach Verbrauch hinzu.

Welcher Wanderweg führt durch Gevenich?

Der Eichenblattweg, ein Etappen-Rundwanderweg der Verbandsgemeinde Ulmen mit einem Eichenblatt auf weißem Grund als Zeichen. Die dritte Etappe endet über Kliding und Weiler in Gevenich, die vierte führt von dort über Büchel und das Enderttal in rund 17 Kilometern nach Ulmen. Als Variante für gute Wanderer nennt die Ortsgemeinde die Runde zum Klidinger Wasserfall und zurück mit etwa 22 Kilometern.