Lutzerath in der Eifel: Wanderwege, Kirchen und Anfahrt
· 8 Min. Lesezeit

Kurzzusammenfassung
- Lutzerath ist anerkannter Erholungsort in der Vulkaneifel, gehört mit den Ortsteilen Lutzerath und Driesch aber zum Landkreis Cochem-Zell und trägt das Kennzeichen COC.
- Der Wanderprospekt der Ortsgemeinde führt neun markierte Wege mit 49 bis 1.253 Höhenmetern; der Wohnmobilstellplatz kostet 7,50 Euro am Tag inklusive zwei Kilowatt Strom.
Lutzerath liegt auf 419 Metern über dem Meer, und damit deutlich höher als alles, was man mit dem Kreis Cochem-Zell sonst verbindet. Kein Weinberg, kein Fluss, keine Burg über dem Tal. Die Ortsgemeinde beschreibt ihre Umgebung als Nadel- und Laubwald mit Bächen im Ueßbachtal und führt sich selbst als anerkannten Erholungsort in der Vulkaneifel; geworben wird unter der Marke GesundLand Vulkaneifel, deren Gesellschaft in Daun sitzt. Verwaltet wird der Ort trotzdem von der Moselseite aus: Verbandsgemeinde Ulmen, Amtsgericht Cochem, Finanzamt Simmern-Zell, Postleitzahl 56826, Kennzeichen COC.
Zwei Ortsteile, zwei Kirchen, ein später Zusammenschluss
Zur Ortsgemeinde gehören Lutzerath und Driesch, zusammen 23,7 Quadratkilometer und 1.580 Einwohner nach dem Stand vom 31. Januar 2023. Die beiden Orte waren bis 1922 ohnehin einer, wurden dann getrennt und am 7. Juni 1969 im Zuge der rheinland-pfälzischen Kommunalreform wieder zusammengelegt. Die Kirchengemeinde hatte diesen Umweg nie mitgemacht; sie umfasst beide Kirchen seit Jahrhunderten.
Die Pfarrkirche St. Stephanus steht in Lutzerath und ist von der Straße aus ebenerdig zu erreichen. Der ältere Teil wurde 1781 eingeweiht, zwischen 1962 und 1964 kam wegen Platzmangels der Anbau dazu. Der dreigeschossige Turm von 1818 gilt der Gemeinde als Wahrzeichen des Ortes. Im Inneren steht eine Rokokokanzel aus der Zeit um 1775, die Orgel kaufte man 1904 von Michael Körfer aus Sobernheim. Von den drei Bronzeglocken ist die älteste zugleich die schwerste: 820 Kilogramm, datiert auf 1426, Hauptton g.
Der eigentliche Anziehungspunkt liegt aber im kleineren Ortsteil. Die Wallfahrtskirche Mater Dolorosa in Driesch wurde 1478 gebaut und steht seit 1984 unter dem Schutz der Haager Konvention. Ihr Bitterleidensaltar von 1672 nimmt den Hauptchor in voller Höhe ein; geschnitzt hat ihn Bartolomäus Hammes, ein Schreinermeister aus dem Nachbarort Alflen, in dreißig Jahren Arbeit. Elf Holzreliefs zeigen die Leidensgeschichte. Nach einem Schwelbrand, der alle Farben hatte verblassen lassen, wurde die Kirche zwischen 2013 und 2015 vollständig renoviert. Dabei ersetzte man das stählerne Glockengestühl durch Eichenholz und erweiterte auf vier Glocken. Der Kreuzweg rund um die Kirche stammt von 1755. Zum Eingang führen neue Treppenstufen und eine zusätzlich angelegte, leicht ansteigende Auffahrrampe.
Neun Wanderwege, und wo sie wirklich anfangen
Der Wanderprospekt der Ortsgemeinde führt neun markierte Wege. Zwei davon sind als Vulkaneifel-Pfade ausgewiesen und auf zwei Etappen angelegt, der Rest sind Rundwege und Streckenwanderungen im engeren Umkreis. Die folgenden Angaben stammen aus dem Prospekt „Wanderwege rund um Lutzerath“, abgerufen im August 2026:
| Weg | Start/Ziel | Strecke | Höhenmeter |
|---|---|---|---|
| Wald-Wohlfühl-Weg | 3 Eichen Hütte | keine Angabe | 49 An-/Abstieg |
| Erlebnisweg Achterhöhe | Wanderparkplatz Tonhügel | gut 5 km | 121 An-/Abstieg |
| Rundweg Weiherbachtal | Tourist-Info | keine Angabe | 150 An-/Abstieg |
| Wendelinusweg | Immerath | keine Angabe | 273 An-/Abstieg |
| Mühlen- & Maarweg | Tourist-Info bis Immerather Maar | 6,9 km, ca. 2 Std. | 89 Anstieg / 113 Abstieg |
| Maare & Thermen Pfad | Ulmen über Lutzerath nach Bad Bertrich | 35,2 km, ca. 11 Std. | 706 Anstieg / 963 Abstieg |
| Maare-Pfad | Schalkenmehren über Gillenfeld nach Strotzbüsch | 34,7 km, ca. 12 Std. | 657 Anstieg / 672 Abstieg |
| Eichenblattrundweg | Lutzerath | keine Angabe | 1.253 An-/Abstieg |
Der neunte Weg der Übersicht ist der Zwei Täler Weg; Kenndaten dazu ließen sich dem Prospekt nicht entnehmen.
Die aussagekräftigste Zahl dieser Tabelle sind die 49 Höhenmeter des Wald-Wohlfühl-Wegs. Er ist der flachste der neun und damit der einzige, der sich mit unsportlicher Begleitung planen lässt. Auf drei Waldinseln stehen Waldsofas, Bänke und Hängematten. Für eine Aussicht statt einer Hängematte ist der Erlebnisweg Achterhöhe die Wahl: acht Erlebnispunkte auf gut fünf Kilometern, am Eifelblick Achterhöhe geht der Blick ins tief eingeschnittene Ueßbachtal.
Der Ueßbach ist überhaupt die Achse, an der sich die längeren Touren orientieren. Er läuft nach Angabe der Ortsgemeinde knapp 50 Kilometer bis zum Moselort Alf, wo er in den gleichnamigen Fluss mündet. An seinem Lauf nennt der Prospekt die Neumühle und die Immerather Mühle, beides ehemalige Wassermühlen.
Vom Pferdewechsel zum Etappenziel
1726 bekam Lutzerath ein Hauptpostamt mit Pferdewechselstation, und das war für die nächsten zwei Jahrhunderte die wichtigste Tatsache über den Ort. Er lag an der Straße von Koblenz nach Trier, an ihrem Kreuzungspunkt mit der Verbindung von Cochem nach Adenau. Reisende auf dieser Verbindung hielten hier an. Im Aktenband des ehemaligen Amtes Lutzerath sind die Gäste protokolliert: Am 1. Oktober 1830 übernachtete der Herzog von Aremberg auf der Flucht aus Brüssel, am 19. September 1842 unterbrach der preußische König seine Reise um 11 Uhr vormittags für eine Viertelstunde, am 15. Oktober 1854 reiste der König der Niederlande durch. Auf den Aufschwung folgten Verwaltungssitze: Kanton, Notariat, Katasteramt, ab 1821 ein Friedensgericht, von 1817 bis 1973 die Amtsbürgermeisterei.
Die Postkutschenzeit endete nach dem Ersten Weltkrieg, die Funktion nicht. Beide Vulkaneifel-Pfade, die durch die Gegend laufen, halten in Lutzerath an derselben Stelle inne. Der Maare & Thermen Pfad ist mit 35,2 Kilometern an einem Tag nicht zu machen; die Ortsgemeinde empfiehlt ausdrücklich zwei Etappen, Ulmen nach Lutzerath und Lutzerath nach Bad Bertrich. Der Eichenblattrundweg, eine Mehrtagestour ab dem Ulmener Maar mit 1.253 Höhenmetern, führt im ersten Abschnitt durch das Litzbachtal ebenfalls nach Lutzerath; die nächste Etappe beginnt dort und endet in Bad Bertrich. Auf beiden Fernwegen ist der Ort damit die Stelle, an der eine Etappe aufhört. Er war Pferdewechselstation, bevor er Etappenziel wurde, und die Lage, die das eine ergab, ergibt heute das andere.
Die Tourist-Info hat 90 Minuten am Tag geöffnet
Die Tourist-Information sitzt im Rathaus „Alte Schule“ in der Trierer Straße 36, Telefon 02677 910033. Ihre Öffnungszeiten sind knapp und wechseln mit der Saison: von April bis Oktober montags bis freitags von 9.30 bis 11 Uhr, mittwochs geschlossen, von November bis März montags bis donnerstags zur selben Zeit. Anderthalb Stunden am Vormittag, das ist alles. Dort liegen der Wanderführer und die Ortschronik von 1997 aus.
Der Mittwoch ist trotzdem kein verlorener Tag, sondern nur ein anderer. Im selben Haus hält der Ortsbürgermeister mittwochs von 17.30 bis 19 Uhr Sprechstunde, für Berufstätige zusätzlich jeden ersten Freitag im Monat von 17 bis 19 Uhr. Wer werktags arbeitet, erreicht die Gemeinde in der Trierer Straße 36 also abends, die Tourist-Info im selben Gebäude dagegen nie.
Wohnmobilstellplatz: 7,50 Euro, Strom inklusive
Der Wohnmobilstellplatz kostet 7,50 Euro pro Tag. Die Gebühr ist an der Versorgungseinheit mit Kartenzahlung zu entrichten, zwei Kilowatt Strom sind darin enthalten. Abfälle nimmt der Platz nicht an, die müssen mit. Kontrolliert wird die Zahlung nicht von der Ortsgemeinde, sondern vom Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Ulmen.
Die Benutzungsordnung, die diese Punkte regelt, steht vollständig auf der Seite der Ortsgemeinde. Was dort nicht steht, ist die Lage: In Lutzerath steht man nicht am Wasser und nicht in einer Altstadt, sondern in einem Eifeldorf. Andere Preisklassen und Ausstattungen zeigt die Übersicht der Stellplätze an der Mosel.
Anfahrt: ein Eifelort mit Moselbahnhof
Mit dem Auto führt der kürzeste Weg über die A 48 Koblenz-Trier, Abfahrt Laubach, von dort nach Lutzerath. Aus Richtung Köln geht es über Adenau, Kelberg und Ulmen. Von der A 61 aus ist Rheinböllen die Abfahrt, danach folgt die Strecke über Simmern, Kirchberg, Zell, Alf und Bad Bertrich.
Mit der Bahn gibt es keinen eigenen Anschluss. Die Ortsgemeinde nennt als Bahnhöfe Bullay und Cochem, beide an der Moselstrecke Koblenz-Trier. Darin steckt die Doppelnatur dieses Eifeldorfs noch einmal: Der Bahnanschluss liegt unten an der Mosel, das Wandergebiet oben in der Vulkaneifel, und die Anreise besteht aus dem Stück dazwischen. Ohne Auto ist dieses Stück der schwierigste Teil der Reise, und die Ortsgemeinde macht dazu keine Angabe.
Quellen: Ortsgemeinde Lutzerath, Seiten „Lutzerath“, „Tourismus & Kultur“, „Bürger & Gemeinde“ und „Vereine“ sowie der Prospekt „Wanderwege rund um Lutzerath“, alle abgerufen am 7. August 2026.
Liegt Lutzerath in der Eifel oder an der Mosel?
Beides trifft ein Stück weit zu. Die Ortsgemeinde bezeichnet sich als anerkannten Erholungsort in der Vulkaneifel und wirbt über das GesundLand Vulkaneifel. Verwaltungsmäßig gehört sie zum Landkreis Cochem-Zell und zur Verbandsgemeinde Ulmen, führt das Kennzeichen COC und liegt im Bezirk des Amtsgerichts Cochem. Der Ort liegt auf 419 Metern Höhe, nicht im Moseltal.
Was kostet der Wohnmobilstellplatz in Lutzerath?
7,50 Euro pro Tag, Stand August 2026. Zwei Kilowattstunden Strom sind enthalten. Bezahlt wird an der Versorgungseinheit mit Karte, Bargeld ist nicht vorgesehen. Abfälle müssen die Gäste selbst mitnehmen; kontrolliert wird durch das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Ulmen.
Welcher Wanderweg in Lutzerath eignet sich für einen kurzen Ausflug?
Der Wald-Wohlfühl-Weg ab der 3 Eichen Hütte hat nach Angabe der Ortsgemeinde nur 49 Höhenmeter im An- und Abstieg und ist damit der flachste der neun markierten Wege. Auf drei Waldinseln stehen Waldsofas, Bänke und Hängematten. Für eine Aussicht ist stattdessen der Erlebnisweg Achterhöhe die Wahl: gut fünf Kilometer, acht Erlebnispunkte, 121 Höhenmeter, Start am Wanderparkplatz Tonhügel.
- #Lutzerath
- #Vulkaneifel
- #Wandern