Kliding in der Eifel: Wasserfall, Theater und Ortsporträt
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Kurzzusammenfassung
- Der Ort hat 233 Einwohner und liegt im südlichen Teil der Verbandsgemeinde Ulmen, nach Ulmen wie nach Cochem sind es jeweils rund 19 Kilometer.
- Der Klidinger Wasserfall stürzt rund 28 Meter tief und ist nach Angabe der Ortsgemeinde der höchste der Eifel. Vom Dorf führt ein ausgeschilderter Pfad durch den Maiwald dorthin.
- Im umgebauten Kuhstall am Sommeter Weg steht ein Theater mit 28 Plätzen auf 30 Quadratmetern, ausgezeichnet mit dem Kulturförderpreis des Landkreises 2022.
- 2026 gibt es dort keine reguläre Vorstellung: Das Haus nennt das Jahr eine kreative Pause und spielt auswärts.
Kliding ist eines der kleinen Dörfer im Eifelteil des Kreises Cochem-Zell, das man auf dem Weg zur Mosel nicht bemerkt, wenn man nicht abbiegt. 233 Menschen wohnen hier. Trotzdem hängen an dem Namen zwei Dinge, die weiter reichen als der Ort: der höchste Wasserfall der Eifel und das nach eigener Darstellung kleinste private Theater von Rheinland-Pfalz.
Der Wasserfall liegt hinter dem Ort, der berühmte Weg beginnt woanders
Der Klidinger Wasserfall, örtlich auch Schießlay genannt, fällt nach Angabe der Ortsgemeinde rund 28 Meter tief. Er gehört zum Klidinger Bach, der unmittelbar am südlichen Ortsrand entspringt und unterhalb des Falls in den Erdenbach mündet. Von der Ortslage aus führt ein ausgeschilderter Pfad durch den Maiwald hin. Die Gemeinde hebt dabei den Winter hervor: Dann bildet sich Eis in Zapfen über die ganze Fläche.
Bekannt geworden ist das Ziel über einen Weg, der gar nicht in Kliding beginnt. Die HeimatSpur Wasserfall-Erlebnisroute in und um das Erdenbachtal wurde 2023 zu Deutschlands schönstem Wanderweg gewählt, und der Fall ist einer ihrer Höhepunkte. Start und Ziel liegen allerdings an der Tourist-Information in Bad Bertrich: 13,3 Kilometer, 474 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, viereinhalb Stunden, eingestuft als schwer bis sehr schwer. Zum Wasserfall selbst geht es von dort nur über einen Abstecher, der auf demselben Weg zurückführt.
Für den Wasserfall allein muss man das nicht laufen. Vom Dorf aus gibt es zwei Möglichkeiten: den einfachen ausgeschilderten Wanderweg oder einen Rundweg über die Schutzhütte. Der Rundweg enthält eine Kletterpassage, und dazu schreibt die Gemeinde einen Satz, den man ernst nehmen sollte: Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind dringend geboten. Mit kleinen Kindern oder nach Regen ist der direkte Pfad die vernünftige Wahl.
28 Plätze im ehemaligen Kuhstall
Am Sommeter Weg 1 steht ein Theater, das 2012 eröffnet wurde und in einem umgebauten Kuhstall sitzt. Das „Muh“ nennt sich Miniaturtheater und Atelier, und die Zahlen dazu sind keine Koketterie: 30 Quadratmeter Fläche einschließlich Bühne, 28 Plätze im Saal. Betrieben wird es privat, ohne jede Subvention; das Betreiberpaar schreibt, inszeniert und spielt selbst. 2022 bekam das Haus den Kulturförderpreis des Landkreises Cochem-Zell.
Bei 28 Plätzen ist die Reservierung keine Formsache, sondern Voraussetzung, und das Haus sagt das auch so. Reserviert wird unter 02677 951444. Geöffnet ist eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn, bei sommerlichem Wetter der Theatergarten ab 17 Uhr. Geparkt wird am Kindergarten ein paar Häuser weiter und in den Dorfstraßen.
Für 2026 hilft das alles wenig. Der Spielplan nennt dieses Jahr eine kreative Pause; der einzige Termin im Haus war der Tag des offenen Theaters am 5. Juli. Gespielt wird statt dessen auswärts, zweimal davon im Kreis: am 26. August 2026 eine Buchvorstellung und am 24. Oktober 2026 ein Loriot-Programm, beides auf der KulturBühne Altes Wasserwerk in Kaisersesch. Im Haus selbst steht als nächster Termin eine Uraufführung am Sonntag, 10. Januar 2027, um 17 Uhr; eine neue Komödie folgt im Juni 2027.
Zum Theater gehören ein Gästezimmer im Giebel über dem Theaterraum, das in ein kleines Museum integriert ist, und Angebote, die man in einem Dorf dieser Größe nicht erwartet: ein Kindergeburtstag mit Puppenspiel und Bastelangebot für bis zu acht Kinder ab 200 Euro, in der Heizperiode zuzüglich 20 Euro pauschal für die Stromheizung, sowie kleine Hochzeitsfeiern für bis zu 20 Personen.
Sieben Windräder auf der Hochfläche
Auf der Windvorrangfläche der Gemeinden Beuren, Kliding und Urschmitt sind sieben Windenergieanlagen geplant und genehmigt, verteilt auf zwei Hochplateaus um 600 Meter über Normalnull. Die Ortsgemeinde stellt das Vorhaben auf einer eigenen Seite dar, mit den Zahlen des Betreibers: Anlagentyp Vestas V117, Nabenhöhe 116,5 Meter, 3,45 Megawatt je Anlage, rund 45.000 Megawattstunden Jahresertrag, 42,5 Millionen Euro Investition. Die Fläche misst etwa 120 Hektar.
Der Text dort ist stehen geblieben: Er kündigt den Baubeginn für den 1. September an und die Inbetriebnahme für den Herbst 2024. Wie weit die Anlagen heute sind, sagt die Seite nicht. Für die Höhen zwischen Kliding, Beuren und Urschmitt heißt das: Diese Landschaft ist ein Energiestandort, und wer sie sich als unberührte Eifel vorstellt, sollte das vor der Anreise wissen.
Ein Kindergarten für drei Dörfer
Der Kindergarten im Sommeter Weg 5 ist kommunal und gehört einem Zweckverband der Gemeinden Kliding, Beuren und Urschmitt. Er hat eine Gruppe mit 25 Plätzen, davon 19 für Drei- bis Sechsjährige und sechs für Zweijährige. Das Ganztagsangebot läuft montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr, das Teilzeitangebot von 8 bis 12.30 Uhr, flexibel bis 13 Uhr, und von 14 bis 16 Uhr. Erreichbar ist er unter 02677 1758.
Für Gäste nennt die Verbandsgemeinde Ulmen zwei Gaststätten und mehrere Ferienwohnungen. Das Verzeichnis der Ortsgemeinde führt unter Ferienwohnungen genau zwei Einträge. Die beiden Angaben decken sich also nicht ganz, und die Ortsseite ist die knappere von beiden.
Was das Dorf sonst bewegt hat, steht in seiner Chronik, und die ist ungewöhnlich genau geführt. 1998 entstanden Dorf- und Spielplatz an der Hauptstraße, im selben Jahr ging die gemeinsame Kläranlage mit Urschmitt in Betrieb. 2007 drehte der SWR hier für die Reihe „Hierzuland“. 2013 wurde die Dorflinde 100 Jahre alt und mit einem Szenenspiel gefeiert. Die Jugendfeuerwehr Kliding-Beuren gewann 2016 den Landesentscheid und belegte 2017 beim Bundesentscheid in Berlin den elften Platz.
Was der Ortsname verrät
Der Ortsname geht auf „Clydank“ zurück und bedeutet nach Darstellung der Verbandsgemeinde „geschützter Ort“; erstmals urkundlich erwähnt ist er 1360, in einer Urkunde als Lehngut. Die Chronik der Gemeinde führt daneben die Schreibweise „Cledanc“ von 1373 und eine ganze Reihe weiterer Formen, von „cletinc“ bis „Villa zum CLEDINCK“.
Das Wappen erzählt denselben Stoff in vier Zeichen. Das Eichenlaub erinnert an den Gerichtsstandort: Ein Eichenbaum wurde hier vor 350 Jahren gepflanzt und am 25. Februar 1989 zum Naturdenkmal erhoben. Das Patriarchenhochkreuz steht für das Kloster Stuben bei Bremm, dem Kliding und Urschmitt schon vor 1454 unterstanden. Das Mühlrad weist auf zwei Mühlen im Ortsbereich, die von 1454 bis 1761 urkundlich nachweisbar sind und vom Kloster verpachtet wurden. Das Hufeisen steht für die Entstehung als Rodungsort und landwirtschaftlicher Gutshof. Verwaltungsgeschichtlich hing der Ort am Hochgericht Lutzerath: 1476 verkauften die Herren zu Pyrmont und Ehrenburg ihre Anteile daran einschließlich Kliding an das Erzstift.
Anlaufstellen, und was sich hier nicht erfragen lässt
Das Gemeindebüro sitzt in der Schulstraße 2 in 56825 Kliding, der Ortsbürgermeister ist unter 02677 951394 erreichbar. Zuständig ist die Verbandsgemeinde Ulmen.
Eine Sache sollte man nicht bei der Ortsgemeinde suchen: Termine. Ihr Veranstaltungskalender meldet „Keine Veranstaltungen gefunden“, ihr Meldungsbereich „Es wurden keine Meldungen gefunden“. Zu Karneval und Backfest führt der Karnevalsverein auf der Ortsseite Beschreibungen seines Brauchtums, aber kein Datum. Der kürzere Weg zu einem konkreten Termin ist der Anruf im Gemeindebüro oder, für das Theater, die Nummer des Hauses. Angaben nach den Seiten der Ortsgemeinde Kliding, der Verbandsgemeinde Ulmen und des Theaters „Muh“, Stand August 2026.
Wie kommt man zum Klidinger Wasserfall?
Von der Ortslage Kliding führt ein ausgeschilderter Pfad durch den Maiwald zum Wasserfall. Alternativ gibt es einen Rundweg über die Schutzhütte, der eine Kletterpassage enthält; die Ortsgemeinde nennt dafür festes Schuhwerk und Trittsicherheit als Voraussetzung. Die Wasserfall-Erlebnisroute ab Bad Bertrich ist mit 13,3 Kilometern und 474 Höhenmetern der weit längere Weg zum selben Ziel.
Kann man das Theater in Kliding 2026 besuchen?
Im Haus selbst nicht. Der Spielplan nennt 2026 eine kreative Pause; der einzige Termin am Sommeter Weg war der Tag des offenen Theaters am 5. Juli 2026. Gastspiele laufen weiter, im Kreis am 26. August und am 24. Oktober 2026 auf der KulturBühne Altes Wasserwerk in Kaisersesch. Im Ort geht es am 10. Januar 2027 mit einer Uraufführung weiter, Reservierung unter 02677 951444.
Wie weit ist Kliding von Cochem entfernt?
Rund 19 Kilometer, dieselbe Entfernung wie zum Sitz der Verbandsgemeinde in Ulmen. Angabe der Verbandsgemeinde Ulmen, Stand August 2026.
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