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Ausflugsziele & Sehenswürdigkeiten

Altlay im Hunsrück: Traumschleife, Schiefergruben, Saalmiete

 · 9 Min. Lesezeit

Dorfstraße in Altlay mit schiefergedeckten Wohnhäusern und einem schmiedeeisernen Gasthausschild am rechten Bildrand
Foto: Prankster, gemeinfrei (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Die Traumschleife Altlayer Schweiz ist ein Rundweg von 8,67 Kilometern mit 326 Höhenmetern. Zwei Passagen sind mit Stahlseilen gesichert, der erste Teil des Abstiegs ist bei Nässe rutschig.
  • Im Ort endet die 17. Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs, und die 18. beginnt dort und führt über 16,89 Kilometer nach Blankenrath.
  • Die Erzgrube Adolph-Helene förderte bis 1959 nach Schätzungen 384.000 Tonnen Roherz. Übrig sind verfallende Gebäudereste, kein Besucherbergwerk.
  • Den Bürgersaal Schmidt vermietet die Gemeinde für 140 bis 360 Euro, im Neubaugebiet Oberkammbach stehen drei Bauplätze zu 27,88 Euro je Quadratmeter frei.

Altlay liegt im nördlichen Hunsrück auf etwa 300 Metern über dem Meer, zwischen dem Flughafen Hahn und der Mosel, und gehört zur Verbandsgemeinde Zell (Mosel). Die Gemeindefläche misst 5,75 Quadratkilometer, das Statistische Landesamt zählte zum 31. Dezember 2025 465 Einwohner. Nördlich des Dorfes fließt der Altlayer Bach durch ein enges Tal zur Mosel hin; zur Gemeinde gehören außerdem die drei Mühlenwohnplätze Bleesmühle, Engersmühle und Kaspersmühle.

Für Auswärtige ist der Ort vor allem ein Wanderziel. Hier treffen ein zertifizierter Premium-Rundweg und ein Fernwanderweg aufeinander.

Die Altlayer Schweiz: 8,67 Kilometer, zwei Stellen am Stahlseil

Die Traumschleife Altlayer Schweiz startet und endet im Ort. Die Tourenseite der Zeller Land Tourismus GmbH nennt diese Werte:

Angabe Wert
Länge 8,67 km
Gehzeit 3 Std.
Höhenmeter gesamt 326 m
Höchster Punkt 407 m
Niedrigster Punkt 213 m
Schwierigkeit mittel

Namensgebend sind die Schieferfelsen über dem Hitzelbachtal. Der Pfad läuft über und durch die Felsrippen, dazwischen stehen Eichen mit verdrehten Kronen auf dem blanken Gestein. Der Abstieg ins Tal ist die anspruchsvollste Passage: Sein erster Teil verlangt Trittsicherheit und wird bei nassem Wetter stellenweise recht rutschig. Auf halber Höhe steht eine überdachte Wanderhütte. Unten begleitet der Weg den Hitzelbach auf einem schmalen Pfad direkt am Wasser.

Zweimal wird geklettert. Vor der Landstraße nach Zell führt der Weg über felsigen Untergrund an einem Stahlseil entlang, im Altlayer Bachtal folgt eine kurze zweite gesicherte Kletterpartie. Der Wegehalter empfiehlt Wanderschuhe ausdrücklich und nennt Trittsicherheit und gute Kondition als Voraussetzung für alle Traumschleifen.

Der Aussichtspunkt Stahlkreuz liegt hinter dem alten Sportgelände. Von dort sieht man auf die Hunsrückhöhen mit Tellig, Schauren, Panzweiler und Peterswald-Löffelscheid, und unten im Tal liegt Altlay. Auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes liegt seit 2015 ein Paintball-Spielgelände, an dem der Weg vorbeiführt. Wald ist auf dieser Runde also nicht durchgehend gleichbedeutend mit Ruhe. Das Deutsche Wanderinstitut hat den Weg mit 90 Erlebnispunkten zertifiziert, die Tourenseite bewertet das Panorama mit 80 von 100 und die nötige Kondition mit 60 von 100 Punkten.

Zwei Etappen des Saar-Hunsrück-Steigs wechseln hier

Der Saar-Hunsrück-Steig verbindet auf 27 Etappen und rund 410 Kilometern Perl an der Mosel mit Boppard am Mittelrhein. Altlay ist einer seiner Etappenorte, und zwar der Wechselpunkt zwischen der 17. und der 18. Etappe.

Etappe Strecke Länge Gehzeit Höhenmeter
17. Sohren (Nord) über Hahn nach Altlay 10,35 km 3 Std. 30 Min. 167 m
18. Altlay über Schauren nach Blankenrath 16,89 km 5 Std. 30 Min. 541 m

Die kurze Ankunftsetappe und die lange Weiteretappe machen den Ort zum natürlichen Übernachtungspunkt: 10 Kilometer hinein, knapp 17 wieder hinaus. Die 18. Etappe beginnt gleich mit der Altlayer Schweiz, endet in Blankenrath und schließt dort an die 19. an. Die führt über Mittelstrimmig und Altstrimmig nach Mörsdorf; eine Alternativstrecke desselben Abschnitts nimmt statt dessen die Hängeseilbrücke Geierlay.

Ohne Auto ist die Anreise dünn. Die Tourenbeschreibung nennt für den öffentlichen Nahverkehr genau eine Verbindung: die Buslinie 723 zwischen Bullay und Altlay.

Schiefer und Erz: warum es diesen Ort gibt

Altlay ist als gewerbliche Siedlung von Schieferbergarbeitern entstanden. Die Ortschronik führt Haubergswirtschaft, Lohgerberei und Köhlerei als das ältere Wirtschaftsleben an und datiert den Beginn des Schieferbergbaus auf das Ende des ersten christlichen Jahrtausends. Eine Sponheimer Urkunde vom 20. Juni 1489 hält den Abbau in der Nähe des Ortes fest. Im Namen steckt nach der Chronik derselbe Stoff: „Lay“ steht für die Gewinnung des Schiefers, „Alt“ für das Alter der Siedlung.

Zwischen 1849 und 1871 wurde rund um den Ort in mehreren Gruben Silber, Kupfer, Blei, Zink und Schwefelkies gefördert. Die Erzgrube im Altlayer Bachtal bestand nach Angabe der Gemeinde aus einem Hauptschacht mit neun Sohlen und 210 Metern Tiefe. Sie trägt zwei Namen: Die Gemeinde nennt sie Grube „Barbarasegen“, der Wikipedia-Artikel führt sie als Grube Adolph-Helene der Gewerkschaft Barbarasegen. Schätzungen nennen insgesamt 384.000 Tonnen Roherz. Die Erze fuhren über eine eigene Kleinbahn nach Zell an die Mosel, wo sie verschifft wurden. 1957 verpachtete die Gewerkschaft die Grube an die Stolberger Zink, zwei Jahre später war Schluss: Der Preisverfall bei Metallerzen machte den Betrieb unrentabel.

Wer dort heute hinläuft, findet keine Ausstellung. Der Förderturm wurde schon in den 1960er Jahren abgebaut, die restlichen Gebäude sind dem Verfall preisgegeben. Das ist kein Besucherbergwerk, sondern eine verfallende Industrieanlage im Wald.

Der Schiefer dagegen wird wieder abgebaut. Im „Gieselrech“ arbeitet ein Betrieb inzwischen erneut unter Tage, nachdem zwischenzeitlich im Tagebau gebrochen worden war; das Material kommt als „Altlayer Schiefer“ in den Handel. Der Wikipedia-Artikel nennt dafür drei Gründe: Der oberirdische Abbau der neu erschlossenen Lagerstätten wäre zu teuer, er würde das Landschaftsbild stark beeinträchtigen, und unter Tage lässt sich der hohe Abraumanteil in stillgelegten Strecken wieder verfüllen.

Fünf Kulturdenkmäler, und ein Datum, das nicht zusammenpasst

Die Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz führt für Altlay mit Stand vom 21. September 2023 fünf Einzeldenkmäler. Das größte ist die katholische Pfarrkirche St. Barbara in der Hauptstraße 34, ein barocker Saalbau, bezeichnet 1771. Außen hängen ein Metallkreuz von 1775 und ein Missionskreuz von 1868, zugehörig ist das Pfarrhaus in der Hauptstraße 36, ein Backsteinbau von 1893. Dazu kommen zwei Streckhöfe in Fachwerk, teilweise massiv oder verschiefert, in der Hauptstraße 43 und in der Kuhtrift 10, ein gusseisernes Kreuz in der Fuchsstraße bei Nummer 6 und die Bleesmühle nördlich des Ortes, ein Fachwerkhaus des frühen 19. Jahrhunderts.

Die Kirche hat eine ungewöhnliche Bauakte. Errichtet wurde sie 1771 an der Stelle einer älteren Kapelle, geweiht wurde ihr Altar aber erst am 9. Juli 1906. Die drei Glocken, die sie 1887 besaß, wurden ein Opfer des Krieges; 1949 kamen aus Spenden der Bevölkerung drei neue.

Beim Alter des Ortes widersprechen sich zwei Angaben. Der Wikipedia-Artikel nennt eine Erwähnung als „Leia“ für 1107; die Ortschronik verweist auf eine Übersicht über das Pfarrnetz des Erzstifts Trier aus dem Jahr 1075, in der Altlay bereits als Filiale der Pfarrei Kirchberg auftaucht. Die Chronik zieht daraus den Schluss, der Ort dürfte noch älter sein.

Saal, Schutzhütte, Bauplatz: was die Gemeinde selbst anbietet

Für Feiern vermietet die Ortsgemeinde den Bürgersaal Schmidt: 165 Quadratmeter Hauptsaal, eine Bühne mit 26 Quadratmetern, eine voll ausgestattete Küche mit 21 Quadratmetern und im Erdgeschoss eine Sektbar mit noch einmal 21 Quadratmetern.

Nutzung Miete
Öffentlich-kommerziell, Auswärtige 360 €
Öffentlich-kommerziell, Ortsansässige 280 €
Private Feier, Auswärtige 230 €
Private Feier, Ortsansässige 140 €
Sektbar allein 100 €

In den Preisen steckt die Reinigung, Strom, Wasser und Heizung werden nach Verbrauch abgerechnet, die Kaution beträgt 100 Euro (Stand August 2026). Der Freizeitplatz mit seiner rund 200 Quadratmeter großen Schutzhütte, überdachtem Grill, Sanitärbau, Theke und Kühlschrank kostet 120 Euro für kommerzielle und 60 Euro für private Veranstaltungen, Ortsansässige zahlen die Hälfte. Für den Grill kommen 10 Euro Reinigungsgebühr dazu, die Kaution liegt bei 60 Euro. Beleuchtung und Stromanschluss sind fest installiert, sodass eine Feier nicht mit der Dämmerung enden muss.

Im Neubaugebiet Oberkammbach sind von sieben Grundstücken vier verkauft. Frei sind die Nummern 2, 5 und 7 mit 635, 602 und 662 Quadratmetern, alle zu 27,88 Euro je Quadratmeter. Ein Bauplatz kostet damit zwischen rund 16.800 und 18.500 Euro.

Der Veranstaltungskalender der Gemeinde ist kurz. Bis Jahresende stehen darin der monatliche Spiele- und Erzählnachmittag im Pfarrsaal ab 14.30 Uhr, das Treffen der Vereine am 3. Oktober im Gemeindehaus, der St. Martinszug am 13. November ab 18 Uhr ebenfalls am Gemeindehaus, der Basar der Strick- und Bastelgruppe am 22. November und der Seniorentag am 29. November, die beiden letzten im Saal Schmidt. An Vereinsangeboten laufen Kinderturnen für Drei- bis Sechsjährige mittwochs um 16.30 Uhr, eine Krabbelgruppe mittwochs um 10 Uhr im Gemeindehaus in der Kuhtrift 1, wöchentliches Turnen und Tischtennis nach Absprache.

Ein Ausflugsziel für einen ganzen Tag ist Altlay nicht, und der Ort gibt sich auch keine Mühe, eines zu sein. Er lohnt für die Traumschleife, für den Etappenwechsel auf dem Steig und für alle, die einen Saal mit Bühne und Küche zum Preis eines Restaurantabends mieten wollen. Die Bergbaugeschichte liest man besser vorher nach, als sie im Wald zu suchen.

Angaben nach den Seiten der Ortsgemeinde Altlay und der Verbandsgemeinde Zell (Mosel), den Tourenseiten der Zeller Land Tourismus GmbH, der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz mit Stand vom 21. September 2023 sowie den Wikipedia-Artikeln zum Ort und zu seinen Kulturdenkmälern, abgerufen am 16. August 2026.

Wie lang und wie schwer ist die Traumschleife Altlayer Schweiz?

8,67 Kilometer mit 326 Höhenmetern, veranschlagt sind 3 Stunden, die Schwierigkeit ist als mittel angegeben. Zwei Passagen sind mit Stahlseilen gesichert, der obere Teil des Abstiegs ins Hitzelbachtal verlangt Trittsicherheit und ist bei Nässe rutschig.

Welche Etappen des Saar-Hunsrück-Steigs berühren Altlay?

Die 17. Etappe endet im Ort und kommt über 10,35 Kilometer von Sohren (Nord) über Hahn, die 18. beginnt dort und führt über 16,89 Kilometer und 541 Höhenmeter über Schauren nach Blankenrath.

Kann man die alte Erzgrube in Altlay besichtigen?

Nein. Die Grube Adolph-Helene wurde 1959 stillgelegt, der Förderturm in den 1960er Jahren abgebaut, die übrigen Gebäude verfallen. Es gibt weder Führungen noch ein Besucherbergwerk, nur Reste im Wald.

Was kostet der Bürgersaal Schmidt in Altlay?

Ortsansässige zahlen 140 Euro für eine private Feier und 280 Euro für eine öffentlich-kommerzielle Veranstaltung, Auswärtige 230 beziehungsweise 360 Euro. Die Sektbar allein kostet 100 Euro. Reinigung ist enthalten, Strom, Wasser und Heizung kommen nach Verbrauch dazu, die Kaution beträgt 100 Euro.