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Bullay Altstadt: 17 Denkmäler, sechs davon in einer Gasse

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Enge Gasse zwischen verputzten und verschieferten Häusern, am Ende ein freistehender Kirchturm
Foto: M_H.DE, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Die Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz führt für Bullay 17 Einträge. Sechs davon stehen in einer einzigen Straße, der Zehnthausstraße, und decken die Zeit vom 16. bis ins 19. Jahrhundert ab.
  • Das älteste erhaltene Schulhaus der Mittelmosel steht nach Angabe der Ortsgemeinde in der Zehnthausstraße 18. In der Denkmalliste des Landes taucht diese Hausnummer nicht auf.

Die Altstadt von Bullay hat einen klaren Mittelpunkt, und der heißt Zehnthausstraße. Sechs der 17 Bullayer Kulturdenkmäler stehen in dieser einen Straße. Die Nummer 8 ist ein dreigeschossiges Fachwerkhaus, teilweise massiv, mit abgewalmtem Mansarddach und der Jahreszahl 1593; die Denkmalliste vermutet darin das frühere Zehnthaus, setzt hinter diese Zuschreibung aber ein Fragezeichen und hält fest, dass der Bau wohl im 18. Jahrhundert überformt wurde.

Danach geht es in Sprüngen weiter. Nummer 32 ist das älteste der übrigen Häuser, dreigeschossig, verputzt, aus dem 16. Jahrhundert. Die 14 stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert und trägt ein Krüppelwalmdach, die 16 und die 34 sind ebenfalls Fachwerkbauten des 17. Jahrhunderts, die 36 ist jünger und verschiefert, 18. oder 19. Jahrhundert. Ein zusammenhängendes Ensemble ist das nicht: Als Denkmalzone geschützt ist in Bullay nur der jüdische Friedhof, nicht die Straßenzeile.

Zu sehen ist von den Balken beim Vorbeigehen weniger, als die Beschreibungen vermuten lassen. Bei fast jedem dieser Häuser steht in der Liste „teilweise massiv“, bei einem „verputzt“, bei einem weiteren „verschiefert“. Das Fachwerk steckt also unter Putz und Schiefer, und was von der Gasse aus auffällt, sind eher die Dachformen: das Krüppelwalmdach am einen Haus, das abgewalmte Mansarddach am mutmaßlichen Zehnthaus.

Drei Schulhäuser aus drei Jahrhunderten, und eines fehlt in der Liste

Die Ortsgemeinde nennt in ihrer Chronik einen Punkt, den sie für eine Besonderheit hält: Bullay könne seine Schulgeschichte an noch bestehenden Gebäuden nachzeichnen. Das erste Schulhaus stammt aus dem 17. Jahrhundert, steht in der Zehnthausstraße 18 und ist nach dieser Darstellung das älteste erhaltene Schulhaus der Mittelmosel. Es ist in privater Hand und restauriert.

Der Nachfolgebau wurde von 1875 bis 1927 genutzt, ein Backsteingebäude gegenüber der Kirche. Weil diese Schule zu klein und renovierungsbedürftig war, beschloss der Gemeinderat einen Neubau am Lindenplatz. Baubeginn war der 18. Juni 1926, eröffnet wurde 1927, entstanden sind drei Klassenräume und zwei Lehrerwohnungen.

Bezahlt wurde das in der Inflation. Die Gemeinde nahm bei der Kommunalkasse eine Anleihe von 300 Billionen Mark auf und stockte sie später auf 900 Billionen auf.

Das Gebäude ist bis heute in Betrieb. Die Ortsgemeinde führt die Grundschule unter der Adresse Am Lindenplatz 4.

Unter derselben Hausnummer verzeichnet die Denkmalliste des Landes ein barockes Muschelnischenrelief. Das älteste der drei Schulhäuser dagegen, die Zehnthausstraße 18, kommt in der Liste nicht vor: Zwischen der 16 und der 32 steht dort kein Eintrag. Das Haus, das die Ortschronik als ältestes erhaltenes Schulhaus der Mittelmosel führt, hat in der Landesliste keine Zeile.

Die Kirche steht nicht dort, wo sie angefangen hat

St. Maria Magdalena in der Kirchstraße 19 ist ein neugotischer Saalbau von 1871 bis 1873. Angefangen hat die Ortskirche woanders. 1618 wurde am heutigen Lindenplatz, damals am Ortsrand, eine Kirche errichtet, die eine ältere Kapelle ersetzte; erwähnt ist eine Kapelle in Bullay schon 1220 als Vikarie von Zell. In den 1870er Jahren war dieser Bau für die gewachsene Einwohnerzahl zu klein und baulich schlecht beieinander. 1877 wurde er abgerissen.

Am selben Platz noch einmal zu bauen ging nicht, dort war nicht genug Raum. Möglich wurde der heutige Standort zwischen Zehnthaus- und Kirchstraße durch die Schenkung eines Grundstücks von 760 Quadratmetern im Jahr 1871. Der Friedhof blieb noch bis nach dem Ersten Weltkrieg bei der Kirche und zog dann an den Ortsrand an die Kreuzung Graf-Beisel-Straße und Layenweg, wo er bis heute liegt.

Zwei Bauabschnitte kamen später dazu, und beide sieht man dem Gebäude an. In den 1930er Jahren wurde das Kirchenschiff umgebaut und bekam seine heutige Form, mitfinanziert durch ein Glockengeld, das die Gläubigen ab 1929 zu entrichten hatten. Der Glockenturm ist noch einmal zwanzig Jahre jünger: angebaut 1952/53. Die Denkmalliste führt ihn getrennt als separaten Turm, und damit ist der Bauteil, den man von weitem sieht, der jüngste der ganzen Anlage.

Was am Rand des Rundgangs steht

Die Magdalenenkapelle in der Alten Poststraße, ein offener Putzbau, trägt die Jahreszahl 1657 und ist damit gut zwei Jahrhunderte älter als die heutige Pfarrkirche. In derselben Straße hat die Pfarrbücherei ihre Adresse. Geöffnet ist sie mittwochs von 16.30 bis 18 Uhr, und das ist die einzige Öffnungszeit, die das Ortsverzeichnis für sie nennt.

Der längste Eintrag, den die Denkmalliste für Bullay schreibt, gilt einem Haus in der Fährstraße 5, und auch das war eine Schule: die frühere Weinbauschule von 1903, ein späthistoristisches Fachwerkhaus in Mischbauweise. Zwei verputzte Massivgeschosse tragen ein Fachwerkobergeschoss, Ecklisenen und Fenstergewände sind in Backstein ausgeführt, vorne und hinten sitzt ein Mittelrisalit, oben eine Laterne mit geschweifter Haube. Durch den Einbau von Loggien ist der Bau verändert.

Warum ausgerechnet um 1900 der Backstein auftaucht, erklärt die Ortschronik mit einem Betrieb, den es nicht mehr gibt. 1908 errichteten drei Söhne eines zugezogenen Bauunternehmers eine Ziegelei mit Ringofen und acht Kammern, dort, wo heute der Edeka-Markt steht. 60.000 Steine ließen sich in einem Arbeitsgang brennen. Viele Häuser, die das Ortsbild bis heute prägen, entstanden danach nicht mehr aus Bruchstein und Fachwerk, sondern aus Ziegeln. Die Ziegelei selbst wurde im Ersten Weltkrieg wegen Kohlemangels stillgelegt, brannte ab und wurde nicht wieder aufgebaut.

Zwei Denkmäler aus derselben Zeit zeigen, dass der Wechsel nicht mit einem Schlag kam. Die Wegekapelle „Im Tal“ trägt eine Backsteinfassade, ist aber auf die Zeit um 1900 datiert und damit älter als der örtliche Ringofen. Das Wohnhaus Brautrockstraße 40, ebenfalls um 1900, ist im Gegenteil ein Bruchsteinbau in Neurenaissanceformen.

Der jüdische Friedhof in der Nispelter Kehr ist die einzige Denkmalzone der Gemarkung und trägt 44 Grabsteine. Er ist nicht der erste: Von alters her lag ein jüdischer Friedhof am Ortsausgang Richtung Neef, der heutige besteht seit dem 19. Jahrhundert und wird von der Gemeinde gepflegt. Bei der Adresse sind sich die beiden Quellen nicht einig: Das Ortsverzeichnis der Gemeinde schreibt „Nispeler Kehr“, die Denkmalliste des Landes „Nispelter Kehr“. Welche Schreibweise am Straßenschild steht, sagt keine von beiden.

Anfahrt, Parken und Öffnungszeiten

Zum Parken nennt die Ortsgemeinde drei Möglichkeiten: den Moselparkplatz, den Zehnthausparkplatz und das Bahnhofsgelände. Ein vierter kommt gerade dazu. Auf dem ehemaligen Gelände der Kleinbahn, wo früher die Verbindungstrasse zur Bahn verlief, entstehen über 30 Stellplätze samt einem Fußweg zur Bahnhofstraße. Die Bauarbeiten liefen im August 2026 und sollen zum Jahresende abgeschlossen sein. Der erklärte Zweck ist, die Parksituation in der Bahnhofstraße zu entlasten.

Die Tourist-Information sitzt am Lindenplatz 2 im Reisebüro Ulfra Tours, geöffnet montags bis freitags von 9 bis 12.30 und von 14 bis 18 Uhr, samstags geschlossen (Telefon 06542 21141, Stand September 2026). Es gibt dort Wanderkarten, Radwanderkarten, Fahrpläne für Bus und Bahn, Angelscheine und den Stempel für den Moselcamino. Das Wochenende ist damit die schlechtere Zeit für alles, was Papier braucht.

Der Rest des Ortsverzeichnisses liest sich für einen Rundgang praktisch: öffentliche Toiletten am Moselufer beim Fährplatz und am Umweltbahnhof, dort behindertengerecht; ein Geldautomat im Bahnhofsgebäude; ein öffentliches Bücherregal in der Wartehalle des Bahnhofs; der Edeka in der Brautrockstraße 8, täglich von 7 bis 20 Uhr außer sonntags. Als Wochenmarkt führt das Verzeichnis nur den in Zell, dienstags von 9 bis 13 Uhr auf dem Marktplatz.

Für einen halben Tag reichen zwei Straßen: die Zehnthausstraße bis zur Kirche und danach die Alte Poststraße mit der Magdalenenkapelle. Das sind acht der 17 Denkmäler. Die Fährstraße mit der alten Weinbauschule kommt dazu, wenn Sie ohnehin zur Fähre nach Alf übersetzen. Die Doppelstockbrücke, den Bahnhof und den Weinlehrpfad in der Lage Brautrock beschreibt das Ortsporträt Bullay an der Mosel, und für das Herbstfest gilt beim Parken derselbe Rat wie an normalen Tagen, nur schärfer.

Quellen: Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz für den Landkreis Cochem-Zell, Dorfchronik und Ortsverzeichnis der Ortsgemeinde Bullay sowie ihre Gemeindenachricht zum Parkplatz Kleinbahnsloch vom 14. August 2026, alle abgerufen am 10. September 2026.

Was gibt es in der Altstadt von Bullay zu sehen?

Sechs denkmalgeschützte Fachwerk- und Massivhäuser in der Zehnthausstraße, darunter das mutmaßliche Zehnthaus von 1593, die Pfarrkirche St. Maria Magdalena von 1871 bis 1873 mit ihrem freistehenden Turm von 1952/53, die Magdalenenkapelle von 1657 in der Alten Poststraße und die frühere Weinbauschule von 1903 in der Fährstraße 5.

Wo kann man in Bullay parken?

Die Ortsgemeinde nennt den Moselparkplatz, den Zehnthausparkplatz und das Bahnhofsgelände. Auf dem früheren Kleinbahn-Gelände entstehen über 30 weitere Stellplätze mit Fußweg zur Bahnhofstraße; die Arbeiten sollen Ende 2026 fertig sein.

Wann hat die Tourist-Information Bullay geöffnet?

Montags bis freitags von 9 bis 12.30 und von 14 bis 18 Uhr, samstags geschlossen. Sie liegt am Lindenplatz 2 im Reisebüro Ulfra Tours, Telefon 06542 21141. Dort gibt es Wander- und Radwanderkarten, Fahrpläne, Angelscheine und den Stempel für den Moselcamino (Stand September 2026).

Wie alt ist das älteste Haus in Bullay?

Die Denkmalliste des Landes datiert das dreigeschossige Fachwerkhaus Zehnthausstraße 32 auf das 16. Jahrhundert und das Haus Zehnthausstraße 8 auf das Jahr 1593. Das erste Bullayer Schulhaus in der Zehnthausstraße 18 stammt nach Angabe der Ortsgemeinde aus dem 17. Jahrhundert und ist das älteste erhaltene Schulhaus der Mittelmosel.