COC·presse
Ausflugsziele & Sehenswürdigkeiten

Landkern in der Eifel: Rundwege, Denkmäler, Campingpreise

 · 8 Min. Lesezeit

Neugotische Kirche mit hohem Schieferturm über den Dächern eines Eifeldorfes, davor Herbstbäume unter grauem Himmel
Foto: F.baumgarten, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Auf dem Campingplatz kostet der Stellplatz 12,50 Euro, dazu 6,00 Euro je Erwachsenem und 3,00 Euro je Kind bis zwölf Jahre. Warmdusche und Strom werden einzeln abgerechnet, Hunde sind frei. Stand August 2026.
  • Die Ortsgemeinde beschreibt sechs Rundwanderwege zwischen einer und vier Stunden Gehzeit; nur bei einem davon nennt sie den Rückweg anstrengend.
  • Die Denkmalliste des Landes führt zehn Einzeldenkmäler, darunter zwei Meilensteine aus Basalt und einen ehemaligen Pfarrhof von 1668.

Landkern liegt nicht an der Mosel, sondern auf der Höhe darüber. Sieben Kilometer trennen das Dorf vom Moseltal, und der Weg dorthin geht bergab: Der Ort sitzt auf 410 Metern am Ostrand des Enderttals, dort, wo nach eigener Beschreibung der Eifelrand beginnt. Als Standquartier hat das zwei handfeste Vorteile. Der Wild- und Freizeitpark Klotten ist von hier nach Angabe der Ortsgemeinde zu Fuß erreichbar, und bis zur A 48 sind es fünf Kilometer.

Ein Eifeldorf mit Blick auf den Hunsrück

924 Menschen wohnen in der Ortsgemeinde, gezählt zum 31. Dezember 2025. Die Gemarkung misst 10,61 Quadratkilometer, davon nach Angabe des Statistischen Landesamts 5,59 Quadratkilometer Landwirtschaft und 3,58 Quadratkilometer Wald. Auf der eigenen Seite spricht die Gemeinde von „fast 1000 Einwohnern“; die amtliche Zahl zum Jahresende 2025 liegt darunter.

Zur Gemeinde gehören acht Wohnplätze mit Namen, die man sich merkt: Altes Forsthaus, Dreifaltigkeitshof, Esperhof, Jagdhaus Jettchen, Jorscheid, Neuhof, Schäferhof und die Siedlung am Meilenstein. Der Ortsteil Schöne Aussicht ist dreigeteilt, sein südöstlicher Teil gehört hierher, der mittlere zu Kaisersesch, der nordwestliche zu Masburg. Nachbarorte sind Illerich im Osten und Greimersburg im Westen.

Der Blick von der Höhe reicht nach Angabe der Gemeinde rund 100 Kilometer über das Moseltal hinweg auf den Hunsrück; bei klarer Luft sind der Koblenzer Funkturm, der Flughafen Hahn und die Hohe Acht zu sehen, mit 747 Metern der höchste Berg der Eifel. Einen Bahnhaltepunkt gibt es nicht. Der nächste Bahnhof ist Cochem an der Strecke Koblenz–Trier–Luxemburg, sieben Kilometer entfernt, dorthin und nach Kaisersesch fährt regelmäßig ein Bus. Im Ort selbst gibt es Bäckerei, Metzgerei, ein Hotel, eine Pizzeria, Kita, Grundschule und Sporthalle.

Der Alte Postkutschenweg

Die kürzeste Verbindung zwischen Cochem und Kaisersesch führte einmal über diese Höhe, und sie hat den Namen behalten: Der Alte Postkutschenweg ist heute ein Wanderweg und in drei der sechs Rundwege eingebaut. Er erklärt die Lage des Dorfes besser als jede Karte. Landkern liegt nicht am Wasser und nicht an einer Kreuzung, sondern auf der Abkürzung zwischen zwei Orten, die weiter unten liegen.

Dazu passen zwei Kulturdenkmäler, die man leicht übersieht. Nördlich des Ortes, an der Kreuzung von L 98 und L 100, steht ein Basalt-Obelisk mit der Jahreszahl 1834, ein zweiter östlich an der L 107. Beide führt die Denkmalliste des Landes als Meilenstein, und einer der acht Wohnplätze heißt Siedlung am Meilenstein.

Sechs Rundwege, und welcher sich lohnt

Die Ortsgemeinde beschreibt sechs Runden mit Gehzeit und Schwierigkeit. Fünf davon nennt sie leicht.

Runde Gehzeit Anspruch
Rund um Landkern ca. 1:00 h leicht
Zickelslei und zurück ca. 1:25 h leicht
Rund um Wald- und Rosenhof ca. 1:30 h leicht
Neubüsch, Browelt, Hesseln ca. 1:45 h leicht
Wakelei und Wildpark Klotten ca. 3:00 h leicht
Enderttal mit Göbelsmühle ca. 4:00 h Rückweg anstrengend

Die beiden Aussichtspunkte tragen die Auswahl. Die Zickelslei ist ein Felsen auf 375 Metern am Rand des Enderttals; von dort geht der Blick in das Tal hinunter und bei klarer Sicht auf die Ruine Winneburg, die Reichsburg Cochem und den Bergkegel Burglei. Die Wakelei liegt an der Hangkante hoch über der L 98, unmittelbar vor Cochem; von dort sind Winneburg, Reichsburg und ein Teil des Moselkrampens zu sehen.

Für zwei Stunden Zeit ist die Zickelslei-Runde die richtige: 1:25 Stunden, leicht, und der Aussichtsfelsen ist der Wendepunkt. Für einen ganzen Tag mit Kindern die Wakelei-Runde, weil sie am Wild- und Freizeitpark Klotten vorbeiführt und damit aus einer Wanderung einen Ausflug macht. Die Vier-Stunden-Runde ins Enderttal steigt zur Talsohle ab und wieder herauf; die Gemeinde empfiehlt vor dem Anstieg ausdrücklich eine Stärkung an der Göbelsmühle. Vier Stunden mit einem starken Anstieg am Schluss sind keine Nachmittagsrunde.

Vier der Beschreibungen beginnen an einem „Info-Stand“. Wo der steht, schreibt die Ortsgemeinde nicht dazu. Die Wanderkarte samt Routenbeschreibungen liegt auf derselben Seite zum Herunterladen bereit und beantwortet die Frage vor der Anreise.

Der „Landkerner Dom“ und neun weitere Denkmäler

Die katholische Pfarrkirche St. Servatius an der Hauptstraße 9 ist das, was man von weitem sieht; die Gemeinde nennt sie den „Landkerner Dom“. Gebaut wurde sie 1859 bis 1862 als neugotische Basilika aus Schieferbruchstein, nach Plänen des Kölner Architekten Vinzenz Statz, geplant für eine Gemeinde von 1000 Seelen. Die Grundsteinlegung war am 14. August 1859, die Weihe am 22. Juli 1862.

Der Turm ist die interessantere Geschichte. Schon 1861 begann er sich zu neigen, 1867 klaffte zwischen Turm und Kirchenschiff eine 16 Zentimeter breite Fuge, und er wurde bis auf die Höhe des Mittelschiffs abgetragen. So blieb die Kirche jahrzehntelang stehen. Wann der Neubau kam, sagen zwei Quellen unterschiedlich: Die Denkmalliste des Landes datiert den Ersatz auf 1892 bis 1894, die Chronik der Kirchengemeinde nennt den Abrissbeginn am 1. April 1895 und das Ende der Bauarbeiten im Dezember 1896.

Neben der Kirche führt die Denkmalliste, Stand 21. September 2023, neun weitere Einzeldenkmäler, die beiden Meilensteine eingerechnet. Das älteste ist der ehemalige Pfarrhof an der Hauptstraße 23, ein Fachwerkhaus mit der Jahreszahl 1668 und einer Scheune von 1780. Dazu kommen zwei Hofanlagen aus dem 18. Jahrhundert, ein Heiligenhäuschen an der Bergstraße, ein neugotisches Friedhofskreuz aus Sandstein, ein Kriegerdenkmal mit dem Erzengel Michael aus den 1920er Jahren und die Dreifaltigkeitskapelle südöstlich des Ortes, ein sechseckiger Putzbau mit Pyramidaldach und vier Reliefs, eines davon von 1787.

Dass so viele Hofanlagen unter Schutz stehen, ist kein Zufall. Der Ort lebte bis in die Nachkriegszeit von der Landwirtschaft, und die Hofstellen prägen das Ortsbild bis heute.

Übernachten: Camping oder drei Nächte Minimum

Der Campingplatz liegt in Waldlage mit terrassenförmigen Stellflächen, Freibad und der Gaststätte „Camping Klause“. Abgerechnet wird nach Bausteinen, und das lohnt sich zu rechnen: Der Stellplatz kostet 12,50 Euro einschließlich eines Autos oder Motorrads, jeder Erwachsene 6,00 Euro, Kinder bis zwölf Jahre 3,00 Euro. Für einen Caravan oder ein Wohnmobil kommen 11,00 Euro dazu, für ein Zelt 8,50 Euro. Zwei Erwachsene mit Wohnwagen zahlen damit 35,50 Euro für eine Nacht. Nicht enthalten sind Warmdusche und Warmwasser mit je 1,00 Euro pro Nutzung, Strom mit 1,00 Euro je Kilowattstunde und ein einmaliger Anschluss für 1,50 Euro. Hunde kosten nichts. Stand August 2026.

Die Ortsgemeinde listet daneben neun private Häuser mit Ferienwohnungen und Gästezimmern. Die dort genannten Preise reichen von 25,00 bis 45,00 Euro für zwei Personen bis zu Ab-Preisen von 30,00 und 35,00 Euro je Person und Nacht, je nach Haus und Aufenthaltsdauer. Mehrere Anbieter setzen einen Mindestaufenthalt von drei Übernachtungen voraus. Für zwei Nächte am Wochenende fällt dieser Teil des Angebots damit aus, für eine Woche ist er die günstigere Hälfte.

Wer abends etwas anderes sucht als den eigenen Balkon, hat im Ort ein Hotel, eine Pizzeria und die Gaststätte am Campingplatz. Das ist die ehrliche Auskunft über ein Dorf dieser Größe: Für den Abend fährt man nach Cochem hinunter, für den Tag bleibt man oben.

Wie weit ist Landkern von Cochem entfernt?

Rund sieben Kilometer. Der Bahnhof Cochem an der Strecke Koblenz–Trier–Luxemburg ist der nächste Haltepunkt, eine regelmäßige Busverbindung führt nach Cochem und nach Kaisersesch. Bis zur A 48 sind es nach Angabe der Ortsgemeinde fünf Kilometer.

Welcher Rundweg lohnt sich mit wenig Zeit?

Die Runde vom Info-Stand zur Zickelslei und zurück, nach Angabe der Ortsgemeinde etwa 1:25 Stunden und leicht. Der Aussichtsfelsen liegt auf 375 Metern am Rand des Enderttals, von dort sind bei klarer Sicht die Ruine Winneburg und die Reichsburg Cochem zu sehen.

Was kostet der Campingplatz in Landkern?

Der Stellplatz kostet 12,50 Euro einschließlich eines Autos oder Motorrads, dazu 6,00 Euro je Erwachsenem und 3,00 Euro je Kind bis zwölf Jahre. Caravan und Wohnmobil kosten 11,00 Euro, ein Zelt 8,50 Euro. Warmdusche, Warmwasser und Strom werden einzeln berechnet, Hunde sind frei. Stand August 2026.

Kommt man vom Ort zu Fuß in den Wild- und Freizeitpark Klotten?

Ja. Der Rundweg vom Info-Stand über die Wakelei führt am Park vorbei und dauert nach Angabe der Ortsgemeinde etwa drei Stunden ohne Einkehr. Sie beschreibt ihn als leicht.

Angaben nach der Ortsgemeinde Landkern, dem Campingplatz Landkern und der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz in der Fassung vom 21. September 2023, Stand August 2026.