Laubach in der Eifel: Schieferdorf über dem Kaulenbachtal
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Kurzzusammenfassung
- Laubach liegt fünf Kilometer westlich von Kaisersesch auf 485 bis 550 Metern Höhe, dort, wo der Kaulenbach entspringt. Der Ort ist über die A 48 angebunden, das Gewerbegebiet hat einen eigenen Autobahnanschluss.
- Der Schieferbergbau im Kaulenbachtal ist ab 1695 urkundlich belegt und endete 1959 nach einem Wassereinbruch. Die Denkmalzone reicht südlich des Ortes bis auf die Gemarkungen von Leienkaul und Müllenbach.
- Neben dem Tal hat Laubach einen eigenen Weg: den Waldlehrpfad um das Waldstück Walscheid mit Liegebänken und einem Aussichtsturm.
- Das Statistische Landesamt zählte zum 31. Dezember 2025 genau 655 Einwohner.
Wer im Landkreis Cochem-Zell nach Schiefer sucht, muss von der Mosel weg und hinauf. Laubach liegt fünf Kilometer westlich von Kaisersesch auf der Osteifel-Hochfläche, in Höhenlagen zwischen 485 und 550 Metern über Normalnull. Hier entspringt der Kaulenbach, und das Gelände fällt mit ihm nach Süden ab, dem Tal entgegen, das dem Ort seine Geschichte gegeben hat. Postleitzahl 56759, Vorwahl 02653, Gemarkung 3,58 Quadratkilometer.
Ein Drittel Wald, ein Stück Naturschutzgebiet, fünf Nachbarn
Naturräumlich gehört das Gemeindegebiet zur Östlichen Hocheifel und noch zum Müllenbacher Riedelland, liegt aber schon am Übergang zu den nördlich anschließenden Elzbachhöhen. Über ein Drittel der Fläche ist bewaldet. Der größte Teil des Gebiets liegt im Landschaftsschutzgebiet „Moselgebiet von Schweich bis Koblenz“; im Süden hat Laubach Anteil am Naturschutzgebiet „Müllenbachtal – Kaulenbachtal“.
Nachbarn sind Eppenberg, Masburg, Leienkaul, Müllenbach und die Stadt Ulmen. Laubach liegt an der A 48, und das Gewerbegebiet hat einen direkten Autobahnanschluss. Die Schienenanbindung ist dagegen Geschichte: Laubach liegt an der Eifelquerbahn, auf deren Abschnitt Kaisersesch–Gerolstein seit 2001 kein Schienenpersonennahverkehr mehr stattfindet.
1455 verkauft, 1695 gegraben, 1959 geflutet
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1455, als das Dorf an die Grafen von Virneburg verkauft wurde. 1548 übernahm Kurtrier die landesherrlichen Rechte; Laubach gehörte zum Amt Monreal und zum Hochgericht Masburg, das seinerseits ein Lehen der Virneburger war. Das Trierer Feuerbuch von 1563 verzeichnet 15 Feuerstellen, also 15 Haushalte, unter dem Namen „Laupach“. Der Name selbst geht wahrscheinlich auf das mittelhochdeutsche „lôbach“ zurück: „lôb“ steht für Wald, die Endung für sumpfiges Gelände.
Danach wechselten die Herrschaften im üblichen Takt der linksrheinischen Eifel. 1794 annektierten französische Revolutionstruppen das linke Rheinufer, von 1798 bis 1814 gehörte Laubach zum Kanton Kaisersesch im Rhein-Mosel-Departement. Nach dem Wiener Kongress kam der Ort zu Preußen, zur Bürgermeisterei Kaisersesch im Kreis Cochem, ab 1822 zur Rheinprovinz. Seit 1946 liegt Laubach in Rheinland-Pfalz, seit 1968 in der Verbandsgemeinde Kaisersesch und seit 1969 im Landkreis Cochem-Zell.
Getragen hat den Ort jahrhundertelang nicht die Landwirtschaft, sondern der Schieferbergbau. Urkundlich belegt ist er ab 1695, kleinere Gruben bestanden früher. 1959 wurde die letzte Grube nach einem Wassereinbruch stillgelegt. Für die Region war das ein Einschnitt: Das Touristik-Büro Schieferland Kaisersesch bezeichnet die Schieferregion um Kaisersesch bis 1959 als eines der Oberzentren des deutschen Schieferbergbaus.
Der zweite Einschnitt kam viel später und wird selten als einer beschrieben. Bis 2004 war Leienkaul ein Ortsteil von Laubach. Seit der Verselbständigung des Nachbarorts liegen das Kloster und die Wallfahrtskirche Maria Martental, deren Gründung auf 1140 zurückgeht, jenseits der Gemeindegrenze. Am Gelände hat sich dabei nichts bewegt, und der Zugang zum Tal ist Laubach geblieben.
Drei Denkmäler und eine Denkmalzone, die über die Gemarkung hinausreicht
Die Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz führt für Laubach mit Stand vom 21. September 2023 eine Denkmalzone und drei Einzeldenkmäler. Die Denkmalzone „Bereich Schieferabbau und -verarbeitung Kaulenbachtal“ südlich des Ortes umfasst die von 1695 bis 1959 betriebene Anlage mit Gruben, Stollen, Abraumhalde und Betriebsgebäuden und liegt teilweise auf den Gemarkungen von Leienkaul und Müllenbach. Der Schieferbergbau ist hier also kein abgeschlossenes Kapitel, sondern rechtlich geschütztes Gelände.
Die drei Einzeldenkmäler sind unauffällig und liegen auseinander:
| Denkmal | Lage | Baujahr |
|---|---|---|
| Schulhaus, Putzbau | Hohlweg 2 | traufständiger Teil 1842, giebelständiger Teil um 1900 |
| Wasserbehälter, Buckelquaderkubus | südöstlich des Ortes an der K 14 Richtung Breitenbruch | 1915 |
| Wegekreuz aus Basalt | südöstlich des Ortes an der K 14 Richtung Breitenbruch | 17. Jahrhundert |
Wasserbehälter und Wegekreuz liegen an derselben Kreisstraße und lassen sich in einem Gang mitnehmen. Die Kirche St. Josef mit ihrem steilen, weit heruntergezogenen Schieferdach steht nicht darunter; sie ist kein eingetragenes Kulturdenkmal.
Der eigene Weg heißt Walscheid, der große fängt im Nachbarort an
Für Laubach gibt es zwei Sorten Wege, und sie haben wenig miteinander zu tun. Der eigene ist der Waldlehrpfad um das Waldstück Walscheid, mit Liegebänken und einem Aussichtsturm.
Der große Weg gehört dem Tal. Der Rundwanderweg Schieferregion Kaulenbachtal misst 14,2 Kilometer und lässt sich in jedem der drei Orte Müllenbach, Laubach und Leienkaul beginnen. Die kurze Variante, der Digi-Pfad mit elf App-Stationen, misst 4,0 Kilometer mit 140 Höhenmetern und dauert rund zwei Stunden; Start und Ziel liegen offiziell in Leienkaul. Für Laubach zählt eine Kleinigkeit in der App: In „Actionbound“ liegen unter dem Suchwort „Kaulenbachtal“ zwei Bounds, einer mit Einstieg Leienkaul und einer mit Einstieg Müllenbach/Laubach. Der Parkplatz am Landhotel Eifelperle in der Eifelstraße 34 ist einer der drei kostenfreien Startpunkte.
Auskunft zu den Wegen gibt das Touristik-Büro Schieferland Kaisersesch, Am Römerturm 2 in Kaisersesch, Telefon 02653 9996-502. Geführte Wanderungen durch das Tal bietet der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte am Holzweg in Müllenbach an, Telefon 02653 6099. Was im Tal selbst zu sehen ist, steht ausführlich im Porträt von Leienkaul.
Was im Dorf steht
Laubach ist kein Ausflugsort mit Kasse am Eingang, sondern ein Wohn- und Gewerbedorf, das seine Infrastruktur beisammen hat. Es gibt zwei Spielplätze, einen Bolzplatz und eine Sportplatzanlage, dazu am Gemeindehaus einen Bouleplatz und ein Dame- und Schachspielfeld. Die Kinder gehen in den Kindergarten Müllenbach-Laubach und danach auf die Schieferland-Grundschule Laubach-Masburg; beide Einrichtungen teilt sich der Ort also mit den Nachbarn, was bei 655 Einwohnern niemanden überrascht. Für Bauwillige weist die Gemeinde ein Neubaugebiet mit 60 Bauplätzen aus, von denen 30 voll erschlossen sind. Dazu kommen sieben Vereine.
Das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz zählt zum 31. Dezember 2025 genau 655 Einwohner, das sind 183 Menschen je Quadratkilometer.
Termine stehen im Veranstaltungskalender der Verbandsgemeinde Kaisersesch.
In der Nachbarschaft liegen Masburg, mit dem Laubach sich die Grundschule teilt und zu dessen Hochgericht der Ort im Alten Reich gehörte, und Kaifenheim östlich von Kaisersesch.
Einwohner, Denkmäler und Wanderwege: Stand 2. September 2026.
Wo liegt Laubach in der Eifel?
Fünf Kilometer westlich von Kaisersesch im Landkreis Cochem-Zell, auf 485 bis 550 Metern über Normalnull an der Quelle des Kaulenbachs. Die Gemarkung misst 3,58 Quadratkilometer, der Ort liegt an der A 48.
Wie viele Einwohner hat Laubach?
Das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz zählt zum 31. Dezember 2025 genau 655 Einwohner.
Kann man das Kaulenbachtal von Laubach aus erwandern?
Ja. Der 14,2 Kilometer lange Rundwanderweg Schieferregion Kaulenbachtal lässt sich in Müllenbach, Laubach oder Leienkaul beginnen. Für den kurzen Digi-Pfad gibt es in der App Actionbound einen eigenen Bound mit Einstieg Müllenbach/Laubach; kostenfrei geparkt wird am Landhotel Eifelperle in der Eifelstraße 34.
Welche Kulturdenkmäler gibt es in Laubach?
Nach der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz mit Stand 21. September 2023 die Denkmalzone Bereich Schieferabbau und -verarbeitung Kaulenbachtal südlich des Ortes sowie drei Einzeldenkmäler: das Schulhaus im Hohlweg 2 von 1842, ein Wasserbehälter von 1915 und ein Wegekreuz aus Basalt aus dem 17. Jahrhundert, beide an der K 14 Richtung Breitenbruch.
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