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Photovoltaik Ulmen: Projektpartner stellt Insolvenzantrag

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Niedrige Reihe dunkler Solarmodule über hohem Wiesengras mit Wildblumen, im Glas spiegelt sich ein bedeckter Himmel
Beitragsbild: KI-generiert

Kurzzusammenfassung

  • Die Enerparc AG, die in der Verbandsgemeinde Ulmen die geplanten Freiflächen-Photovoltaikanlagen errichten und betreiben sollte, hat beim Amtsgericht Hamburg einen Insolvenzantrag gestellt.
  • Die Verbandsgemeinde hat das am 8. September 2026 mitgeteilt und schreibt, zu den konkreten Auswirkungen auf den Projektverlauf lasse sich derzeit nichts sagen.
  • Es geht um rund 100 Hektar in neun Gemeinden; stellen alle neun ihre Flächen bereit, wären daraus 131 Megawatt geworden.
  • Verträge bestanden im April mit sechs der neun Gemeinden, und die angekündigte Bürgerbeteiligung war als Crowdinvesting mit Nachrangdarlehen angelegt.

Die Enerparc AG mit Sitz in Hamburg sollte die geplanten Freiflächen-Photovoltaikanlagen im Gebiet der Verbandsgemeinde Ulmen errichten und anschließend betreiben. Am 8. September 2026 stellte die Verwaltung dazu eine Mitteilung online: Das Unternehmen hat beim Amtsgericht Hamburg einen Insolvenzantrag gestellt, und die Verbandsgemeinde sei darüber am selben Tag informiert worden.

Was die Verbandsgemeinde sagt, und was nicht

Die Mitteilung ist kurz, und sie räumt ein, dass das Wesentliche offen ist. Die Verwaltung stehe bereits im Austausch mit dem zuständigen Ansprechpartner, heißt es. Zum jetzigen Zeitpunkt aber ließen sich keine Aussagen darüber treffen, welche konkreten Auswirkungen das Insolvenzverfahren auf die geplante Umsetzung der Anlagen und den weiteren Projektverlauf haben werde.

Angekündigt sind zwei Dinge. Die Bürgerinnen und Bürger sollen informiert werden, sobald neue und verlässliche Informationen vorliegen. Und das Thema soll in den anstehenden Sitzungen der zuständigen Gremien beraten werden, wobei auch mögliche weitere Maßnahmen und Handlungsschritte erörtert werden sollen. Ein Datum für eine dieser Sitzungen nennt die Mitteilung nicht, ebenso wenig einen Zeitpunkt, zu dem mit einer Aussage zu rechnen wäre.

Eine Woche später steht der Text unverändert auf der Seite der Verbandsgemeinde. Nachgeschoben wurde bis zum 15. September nichts: Die jüngste Pressemitteilung der Verwaltung datiert vom 9. September und behandelt ein anderes Thema, nämlich die Realschulstandorte Ulmen und Lutzerath.

100 Hektar, neun Gemeinden, 131 Megawatt

Wie groß das Vorhaben ist, steht in der Mitteilung vom 8. September nicht. Es steht in einer zweiten, die die Verwaltung am 23. April 2026 veröffentlicht hat. Danach haben der Verbandsgemeinderat und die kommunale Energiegesellschaft Vulkanenergie Ulmen AöR in ihren jüngsten Sitzungen entschieden, wie der Ausbau laufen soll.

Rund 100 Hektar Fläche sollen für Freiflächen-Photovoltaik bereitgestellt werden, und das ermittelte Flächenpotenzial verteilt sich auf neun Gemeinden. Stellen alle neun ihre Flächen zur Verfügung, ergibt das nach dieser Rechnung eine installierte Leistung von 131 Megawatt und voraussichtliche Erträge von etwa einer Million Euro. Unterzeichnet waren im April Verträge mit sechs der neun Gemeinden. Sämtliche vorgesehenen Flächen stehen im kommunalen Eigentum, sodass die beteiligten Gemeinden nach Darstellung der Verwaltung unmittelbar finanziell profitieren.

Der Zuschnitt ist dabei bewusst solidarisch. Über die Vulkanenergie Ulmen AöR sollen alle Gemeinden der Verbandsgemeinde an den Einnahmen beteiligt werden, unabhängig davon, ob sie selbst Flächen bereitstellen. Nach Darstellung der Verwaltung ist Ulmen damit nach der Verbandsgemeinde Zell die zweite im Landkreis, die ein solches Modell umsetzt. Und dieselbe Mitteilung führt als Referenz der Enerparc AG ausgerechnet vergleichbare Großprojekte in der Verbandsgemeinde Zell an.

Verplant waren die Einnahmen ebenfalls schon: Sie sollten in die Verbesserung der kommunalen Infrastruktur fließen, insbesondere in die Ausstattung und Weiterentwicklung der Einrichtungen, die in der Trägerschaft der Verbandsgemeinde stehen. An dem Verfahren in Hamburg hängt damit mehr als ein Solarpark.

Erörtert wurden die Konzepte vorab in einem gemeinsamen Termin mit der Verwaltung, einer eigens gegründeten Arbeitsgruppe, dem Ältestenrat und den Ortsbürgermeistern der Standortgemeinden. Eingebunden waren nach Darstellung der Verwaltung auch eine Raiffeisenbank und das Büro WeSt.

Die Bürgerbeteiligung bleibt unerwähnt

Zum Konzept gehörte eine Bürgerbeteiligung in Form eines Crowdinvestings. Über eine Online-Plattform sollten sich Bürgerinnen und Bürger schon mit kleineren Summen am Solarpark beteiligen können. Die Form, die die Mitteilung vom April dafür nennt, ist ein Darlehen mit qualifiziertem Nachrang, mit fester Laufzeit und fester Verzinsung.

Die Mitteilung vom 8. September sagt dazu nichts. Sie schreibt weder, dass die Beteiligung begonnen hätte, noch, dass sie ausgesetzt wäre. Damit steht für jeden, der auf die Ankündigung aus dem April gewartet hat, an dieser Stelle keine neue Auskunft, sondern der Hinweis auf die Beratung in den Gremien.

Angaben nach den Pressemitteilungen der Verbandsgemeinde Ulmen vom 8. September 2026 („Photovoltaikprojekte in der Verbandsgemeinde Ulmen: Insolvenz des Projektpartners Enerparc AG“) und vom 23. April 2026 („Verbandsgemeinderat stellt Weichen für den Ausbau von Freiflächen-Photovoltaik in der Verbandsgemeinde Ulmen“), beide abgerufen am 15. September 2026. Was es in Ulmen sonst zu sehen gibt, steht im Ortsbeitrag; wofür der Kreis seine Klimamittel ausgibt, in der KIPKI-Bilanz.

Sind die Solaranlagen in der Verbandsgemeinde Ulmen damit abgesagt?

Das sagt die Verbandsgemeinde nicht. Sie teilt mit, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen über die konkreten Auswirkungen des Insolvenzverfahrens auf die geplante Umsetzung und den weiteren Projektverlauf möglich sind, und kündigt eine Beratung in den zuständigen Gremien an.

Um wie viel Fläche und wie viel Leistung geht es?

Nach der Mitteilung vom 23. April 2026 um rund 100 Hektar, verteilt auf neun Gemeinden. Stellen alle neun ihre Flächen bereit, ergäbe das 131 Megawatt installierte Leistung und voraussichtliche Erträge von etwa einer Million Euro. Verträge bestanden im April mit sechs der neun Gemeinden.

Was wird aus der angekündigten Bürgerbeteiligung?

Dazu äußert sich die Mitteilung vom 8. September 2026 nicht. Geplant war nach der Mitteilung vom April ein Crowdinvesting über eine Online-Plattform, in Form eines Darlehens mit qualifiziertem Nachrang, fester Laufzeit und fester Verzinsung.

Wann informiert die Verbandsgemeinde wieder?

Ein Datum nennt sie nicht. Angekündigt ist eine Information der Bürgerinnen und Bürger, sobald neue und verlässliche Informationen vorliegen, sowie eine Beratung in den anstehenden Sitzungen der zuständigen Gremien.

Die Bilder in diesem Beitrag sind KI-generiert.