Altstrimmig im Hunsrück: Layensteig, Dorfleben, Anfahrt
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Kurzzusammenfassung
- Altstrimmig liegt auf 356 Metern im Vorderhunsrück und hat 356 Einwohner (Stand Juli 2023). Die Gemarkung misst 8,9 Quadratkilometer, davon 485 Hektar Wald.
- Die Traumschleife Layensteig Strimmiger Berg hat hier eines ihrer drei Wanderportale. Geparkt wird am Friedhof, Navigationsadresse Waldstraße.
- Der Rundweg misst 13,8 Kilometer und hat drei umgehbare Kletterpassagen; der Wegbetreiber stuft ihn als schwer ein.
- Eine Gaststätte gibt es im Ort nicht mehr. Statt dessen lädt die Dorfmühle zu Pizza- und Musikabenden.
Altstrimmig ist ein Dorf im Vorderhunsrück, 356 Meter über dem Meer, und gehört zur Verbandsgemeinde Zell an der Mosel. Zusammen mit Forst, Liesenich und Mittelstrimmig bildet es den Strimmiger Berg; die Verbandsgemeinde schreibt diesen vier Orten unter ihren Hunsrückgemeinden eine besondere Stellung zu. In Altstrimmig leben 356 Menschen. Gesucht wird der Ortsname meist wegen eines von zwei Wanderwegen: der Traumschleife Layensteig oder der 19. Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs.
Die Traumschleife Layensteig
Der Rundweg führt um Altstrimmig, Mittelstrimmig und Liesenich herum, mit einem Wanderportal in jedem der drei Orte. Von Altstrimmig aus beginnt er am Parkplatz am Friedhof; fürs Navigationsgerät genügt Waldstraße, 56858 Altstrimmig. Am Portal stehen eine überdachte Hütte mit Grillmöglichkeit, eine öffentliche Toilette und ein neu angelegtes Feuchtbiotop.
Die Schleife misst 13,8 Kilometer mit 291 Höhenmetern im Auf- und im Abstieg; für die Gehzeit sind 4:15 bis 5 Stunden zu rechnen. Der Wegbetreiber Saar-Hunsrück-Steig stuft sie als schwer ein und vergibt 90 Erlebnispunkte. Höchster Punkt sind 404 Meter, tiefster 156 Meter.
Die drei Kletterpassagen heißen Burgberg, Schinnkaul und Höhlenschlucht; die dritte führt über eine Leiter hinunter zu den alten Schieferstollen. Alle drei lassen sich umgehen, der Umgehungsweg ist ausgeschildert und trifft nach wenigen Minuten wieder auf die Hauptstrecke. Schwindelfrei muss also nur sein, wer klettert; Trittsicherheit und feste Wanderschuhe verlangt der Betreiber von allen. Bei Eis und Schnee ist die Schleife nach seiner Angabe nicht begehbar, und das ist auf 400 Metern Höhe keine theoretische Einschränkung.
Sehenswert ist unterwegs weniger die Aussicht als der Untergrund. Der Weg läuft an Schieferstollen, Abraumhalden und den teilweise rekonstruierten Wohnhäusern der früheren Stollenarbeiter vorbei. Die Stollen dienten im Zweiten Weltkrieg als Zufluchtsorte. Oberhalb des Mittelstrimmiger Startpunkts steht die Schockkapelle, die im Ort auch Armesünderkapelle heißt; davor ist auf einer Schiefertafel eingezeichnet, welche Punkte in der Eifel von dort aus zu sehen sind.
Der Saar-Hunsrück-Steig führt mitten hindurch
Die 19. Etappe des Fernwanderwegs läuft von Blankenrath über Mittelstrimmig und Altstrimmig nach Mörsdorf: 13,32 Kilometer, rund 5 Stunden, Schwierigkeit mittel. Nach der Überquerung der L 202 verläuft sie ein Stück parallel zur Traumschleife, geht dann ins Tal des Bildbachs hinunter und folgt dem Mörsdorfer Bach.
Das Etappenende ist für viele der eigentliche Grund zu kommen. Über einen 1,5 Kilometer langen Zuweg geht es hinauf nach Mörsdorf, und parallel dazu läuft die Geierlayschleife, ein Rundweg von gut sechs Kilometern über die Hängeseilbrücke Geierlay. Zwei Tagesetappen also, die sich verbinden lassen: Traumschleife am ersten Tag, Steig und Brücke am zweiten.
Im Ort isst man in der Mühle, oder gar nicht
Eine Gaststätte hat Altstrimmig nicht mehr, und auch in der näheren Umgebung ist auf eine Einkehr kein Verlass.
Für eine Wanderung heißt das: Einkehr nicht einplanen. Verpflegung gehört in den Rucksack, und der Kaffee danach in eine andere Ortschaft. Das Dorf hat aus dem Wegfall etwas Eigenes gemacht: In der voll funktionsfähigen Dorfmühle finden Pizza- und Musikabende statt. Feste laufen im Bürgerhaus, das sich auch privat mieten lässt, darunter der Bürgertag, der Weiberdonnerstag und die Antonius-Kirmes. Die Grillhütte am Waldrand hat Sanitäranlagen und ist ein üblicher Ort für Familien- und Vereinsfeiern; von dort starten mehrere Wanderwege. Neben dem Bürgerhaus liegen ein großer Spielplatz und ein Jugendraum, und den alten Stierstall, der zwischenzeitlich das Feuerwehrhaus war, haben sich die Rentner für ihre wöchentlichen Treffen hergerichtet.
Gewerbe gibt es drei: eine Unternehmensberatung, einen Reha-Service und eine Zimmerei mit Bedachungen. Ein Laden ist nicht darunter.
85 Menschen an einem Tag: die Auswanderung von 1852
Die Zahl, die das Dorf am besten erklärt, steht in seiner eigenen Ortschronik. Am 26. Mai 1852 verließen 85 Personen Altstrimmig in Richtung New York, 36 von ihnen bis 14 Jahre alt. Am 13. Juni gingen sie an Land. Ihre neuen Wohnorte lagen in Wisconsin, in Green Bay, Sheboygan, Milwaukee, Germantown, Farmington, Cedarburg und Appleton.
Gemessen an den 356 Einwohnern von heute ist das fast ein Viertel des Dorfes, an einem einzigen Tag. Zwischen 1829 und 1890 gingen weitere 36 Menschen nach Nord- und Südamerika, letztere in die Gegend um Porto Alegre und Santa Cruz do Sul. Die Reisekosten trugen die Heimatgemeinden: 22.015 Taler für alle Auswanderer aus Mittelstrimmig, Altstrimmig, Liesenich, Grenderich und Senheim zusammen, davon 3.156 Taler allein auf Altstrimmig.
Der Rest der Ortsgeschichte ist die des Hunsrücks: erste urkundliche Erwähnung 1357, bis 1780 dreiherrisches Gebiet zwischen Kurtrier, Sponheim und Braunshorn, ab 1794 französisch, ab 1815 preußisch, ab 1816 zur Bürgermeisterei Senheim. Das Wappen zeigt genau diese Dreiteilung: das rote Balkenkreuz für Kurtrier, das rot-silberne Schachmuster für Sponheim, das silberne Hifthorn für Braunshorn. Zur Verbandsgemeinde Zell kam Altstrimmig erst am 7. November 1970, als die kurzlebige Verbandsgemeinde Senheim aufgelöst wurde.
Was der Strimmiger Berg gemeinsam betreibt
Die vier Orte teilen sich, was ein Dorf mit 356 Einwohnern allein nicht trägt. In Mittelstrimmig stehen die Grundschule und die Kindertagesstätte „Strimmiger Berg”; für Kindergarten und Mehrzweckhalle führt die Verbandsgemeinde je einen Zweckverband Strimmiger Berg. Auch die Vereine sind überwiegend gemeinsam: Feuerwehr, Sportverein, Karnevalverein, Gesangverein und Jugendclub tragen den Zusatz Strimmig oder Strimmiger Berg im Namen. Eigenständig in Altstrimmig bleiben der Musikverein, der Heimat- und Verkehrsverein und der Möhnenverein.
In Mittelstrimmig steht außerdem das Heimatmuseum in einer alten, um einen Anbau erweiterten Mühle, entstanden aus einer Initiative des dortigen Heimat- und Verkehrsvereins. Der Wegbetreiber gibt den Besuch als Autorentipp zur Traumschleife an.
Ein neues Baugebiet mit rund 20 Bauplätzen ist in Planung. Die Gemeindeverwaltung sitzt Im Wiesengrund 10 in 56858 Altstrimmig, Telefon 06545 1868; die Sprechstunde des Ortsbürgermeisters läuft nach telefonischer Vereinbarung.
Wanderwege, Einkehr und Ortsdaten: Stand August 2026.
Wo startet die Traumschleife Layensteig in Altstrimmig?
Am Parkplatz am Friedhof, Navigationsadresse Waldstraße, 56858 Altstrimmig. Dort steht das Wanderportal Altstrimmig mit überdachter Grillhütte, öffentlicher Toilette und einem Feuchtbiotop. Zwei weitere Portale liegen in Mittelstrimmig und Liesenich.
Wie schwer ist der Layensteig Strimmiger Berg?
Der Wegbetreiber stuft ihn als schwer ein: 13,83 Kilometer, 291 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, drei Klettersteige, die sich aber umgehen lassen. Für die Gehzeit sind 4:15 bis 5 Stunden zu rechnen. Bei Eis und Schnee ist die Schleife nicht begehbar. Stand August 2026.
Gibt es in Altstrimmig eine Gaststätte?
In Altstrimmig gibt es keine Gaststätte mehr, und auch in der näheren Umgebung ist auf eine Einkehr kein Verlass. Gesellige Abende mit Pizza und Musik finden in der Dorfmühle statt, Feste im Bürgerhaus. Für eine Wanderung heißt das: Verpflegung mitnehmen.
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