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Ausflugsziele & Sehenswürdigkeiten

Geheimtipps an der Mosel: fünf Ziele im Kreis Cochem-Zell

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Rekonstruierter gallorömischer Umgangstempel mit Säulenhalle und rotem Ziegeldach auf dem Martberg über Pommern
Foto: Warburg, CC BY-SA 3.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Auf dem Martberg über Pommern gelten zwei Zeiten nebeneinander: Das Parkgelände ist ganzjährig frei zugänglich, der Lenus-Mars-Tempel öffnet 2026 nur samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr und nur bis zum 31. Oktober.
  • Der Kulturweg Dortebachtal bei Klotten führt in 5 Kilometern und 240 Höhenmetern an einem Wasserfall vorbei, der im Winter zu einer Eiswand gefriert.
  • Der Landkreis trägt zwei gallorömische Höhenheiligtümer. Eines ist rekonstruiert und begehbar, das andere steht in der Sehenswürdigkeitenliste der Ortsgemeinde Bremm, ohne dass sie es beschreibt.

Die bekannten Ziele des Kreises Cochem-Zell stehen alle am Wasser oder darüber: Reichsburg, Calmont, Moselschleife. Die interessanteren Orte liegen ein Stück daneben und haben dafür Zeitfenster, die man kennen muss. Fünf davon, von Klotten bis Bremm.

Martberg bei Pommern: ein Tempelbezirk mit Wochenendöffnung

Auf dem Berg über Pommern lag in vorrömischer Zeit ein Oppidum der Treverer und später ein ausgedehnter römischer Tempelbezirk, in dem der Gott Mars Lenus verehrt wurde. Der Bergname geht auf ihn zurück: Mons Martis. 2004 wurde der Tempelbezirk teilweise wieder aufgebaut und ist seither zusammen mit Rekonstruktionen der keltischen Siedlung im Archäologiepark begehbar.

Beim Besuch zählen zwei Zeiten, und sie sind verschieden. Das Gelände des Parks ist ganzjährig frei zugänglich. Der Lenus-Mars-Tempel und das Martberg-Café dagegen öffnen 2026 nur vom 1. Mai bis zum 31. Oktober, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr; vom 1. November 2026 bis zum 30. April 2027 sind beide in der Winterpause. Ein Dienstagnachmittag im September führt also auf einen offenen Berg mit geschlossenem Tempel.

Anfahrt über die A 48, Abfahrt Kaifenheim, dann Richtung Treis-Karden; von Koblenz aus über die B 49. In Pommern führt ein Fahrweg zu einem Wanderparkplatz im Wald, von dort ist es noch ein Kilometer zu Fuß bis zur Tempelanlage. Die Wege und Termine im Ort selbst stehen im Ortsporträt Pommern. Viele Fundstücke vom Berg liegen nicht dort oben, sondern im Stiftsmuseum Treis-Karden und im Landesmuseum Koblenz.

Kulturweg Dortebachtal: Wasserfall nach 700 Metern

Das Naturschutzgebiet Dortebachtal ist ein Mosel-Seitental bei Klotten, das die Ortsgemeinde selbst als alpin anmutend beschreibt. Der Kulturweg dorthin beginnt am Wanderparkplatz an der Mosel an der B 49 und ist mit einem Eidechsen-Logo beschildert. Nach 700 Metern steht man am Wasserfall. Im Sommer ist er eine Abkühlung, im Winter wächst er zu einer Eiswand an, und das ist der eigentliche Grund, diesen Weg nicht auf den Frühling zu verschieben.

Danach geht es über Serpentinen aufs Bergplateau in den Klottener Neuwald und zum Annischerhof, an Streuobstwiesen vorbei zum Aussichtspunkt Kasteschkopp mit Blick über das Moseltal und die Weinbergsterrassen, dann wieder in Serpentinen hinunter zum Ausgangspunkt. Die Runde misst 5 Kilometer bei 240 Höhenmetern und ist mit zwei Stunden angesetzt. Festes Schuhwerk verlangt die Ortsgemeinde ausdrücklich, und bei dieser Einstufung ist das keine Floskel. Für Familien mit kleinen Kindern liegt der Wild- und Freizeitpark im selben Ort und ist die verlässlichere Wahl.

Klosterruine Stuben: 100 Frauen, eine Reliquie, ein Konzertsaal

Gegenüber dem Calmont, auf einer Landzunge bei Bremm, stand ab dem 12. Jahrhundert ein großes Nonnenkloster. Ein Adliger namens Egelolf übergab dem Abt von Springiersbach auf Wunsch seiner Tochter sein Burghaus, eine Kapelle und weitere Besitzungen; 1137 hatte sich hier ein Frauenkonvent niedergelassen, den der Trierer Erzbischof Albero in seiner Gründungsbestätigung desselben Jahres auf 100 Frauen begrenzte.

Berühmt wurde Stuben durch eine Reliquie. 1208 übergab ein Ritter von Ulmen seiner Schwester als Vorsteherin des Stifts die Staurothek mit Kreuzpartikeln, die er vom vierten Kreuzzug aus Konstantinopel mitgebracht hatte; sie steht heute im Diözesanmuseum Limburg an der Lahn. Um 1275 entstand dafür eine eigene Kreuzkapelle. 1788 wurde das Stift in ein freies Damenstift umgewandelt, 1802 aufgehoben, 1820 wurden die Gebäude auf Abriss versteigert. Sichtbar ist heute allein die Ruine der 1685 bis 1687 neu erbauten Klosterkirche. Sie dient als Kulturforum, und die Ortsgemeinde empfiehlt von sich aus die Musikveranstaltungen darin. Die Schleife selbst ist im Beitrag zur Moselschleife Bremm beschrieben.

Bremmer Kehr: ein Kreuzweg, gemessen in Doppelschritten

Der zweite Bremmer Fund steht am Bergweg und heißt Kreuzweg „Bremmer Kehr“. Er wurde 1912 an seiner alten Stelle neu errichtet, die neugotischen Rahmungen und die Terrakotta-Reliefs sind 1998 bis 1999 erneuert worden, die Kreuzkapelle zur selben Zeit. Die Strecke bildet den Kreuzweg Christi von der Pfarrkirche bis zur Kapelle nach und enthält nach Angabe der Ortsgemeinde 1064 „Gäng“, also Doppelschritte. Eine Länge in Metern nennt sie nicht, und für einen Bergweg ist das die ehrlichere Angabe.

Am Ortseingang steht dazu die Michaelskapelle, ein verputzter Bruchsteinbau von etwa 1690, errichtet in Erinnerung an Kriegs- und Notzeiten. Der Altar mit der Darstellung des Erzengels Michael kam 2005 nach seiner Erneuerung an seinen ursprünglichen Platz zurück; daneben steht die 1997 rekonstruierte Kreuzigungsgruppe aus dem 17. Jahrhundert.

Ediger: ein Dorf mit Stadtrechten seit 1363

Ediger sieht aus wie ein Weindorf und ist rechtlich einmal eine Stadt gewesen. 1363 verlieh Kaiser Karl IV. dem Ort auf Bitten des Trierer Erzbischofs Cuno von Falkenstein die Stadtrechte: Er durfte sich mit Mauern und Gräben umgeben, einen Wochenmarkt einrichten, die Blutgerichtsbarkeit ausüben und bekam die Freiheiten der Stadt Cochem. Die Ringmauer ist 1459 erstmals erwähnt und bis heute weitgehend erhalten. Erste Erwähnungen reichen weiter zurück, bis 639 im Zusammenhang mit König Dagobert und 765 zu einem Wingert im Dorf „Ederiga“.

Im Ortskern stehen ehemalige Kloster- und Adelshöfe des 18. Jahrhunderts, darunter Domprobstei, Springiersbacher und Steinfelder Hof, dazu das Steinrelief „Christus in der Kelter“. In der Rathausstraße 1 liegt die ehemalige Synagoge, vor gut hundert Jahren neugotisch unter Verwendung eines um 1500 entstandenen Hauses errichtet; seit 2009 heißt sie „Haus der Psalmen“. Weinfeste und Wanderwege des Doppelortes stehen im Porträt Ediger-Eller.

Das zweite Höhenheiligtum, das niemand beschreibt

Der Martberg ist nicht das einzige gallorömische Höhenheiligtum im Kreis. Die Ortsgemeinde Bremm führt in ihrer Liste der Sehenswürdigkeiten neben Klosterruine, Michaelskapelle, Zehnthaus und Storchenhaus einen eigenen Punkt „Gallorömisches Höhenheiligtum“. Die Seite dahinter besteht am 8. August 2026 aus zwei Wörtern: „Text folgt…“. Weder Lage noch Zuweg noch Zeitstellung stehen dort. Damit ist das der einzige Punkt dieser Liste, zu dem sich vor Ort nichts planen lässt, und zugleich der einzige, der den Namen Geheimtipp wörtlich verdient. Bis der Text folgt, steht der begehbare Tempel über Pommern.

Welches Ziel sich für wen lohnt

Ziel Ort Was einen erwartet Bestes Zeitfenster
Archäologiepark Martberg Pommern Gelände ganzjährig frei, Tempel und Café Sa/So 11–17 Uhr 1. Mai bis 31. Oktober
Kulturweg Dortebachtal Klotten Rundweg, 5 km, 240 hm, 2 Std. Hochsommer oder Frost
Klosterruine Stuben Bremm Kirchenruine von 1685/87, genutzt als Kulturforum zu einem Konzert
Kreuzweg Bremmer Kehr Bremm Bergweg von der Pfarrkirche zur Kreuzkapelle trockener Tag
Ortskern Ediger Ediger-Eller Rundgang, Ortsführung möglich ganzjährig

Für einen einzelnen Nachmittag ist der Martberg die klarste Empfehlung, aber nur an einem Samstag oder Sonntag zwischen Mai und Oktober, sonst steht man vor einem geschlossenen Tempel. Mit Kindern und bei Hitze ist das Dortebachtal die bessere Wahl, weil der Wasserfall nach 700 Metern erreicht ist und der Rest der Runde freiwillig bleibt. An einem Regentag taugt keines der fünf Ziele besonders; dann ist Ediger der einzige Ort auf dieser Liste, an dem man zwischen zwei Häuserzeilen bleibt.

Angaben nach den Ortsgemeinden Pommern, Klotten, Bremm und Ediger-Eller sowie dem Förderverein Pommerner Martberg 1997 e. V., Stand 8. August 2026.

Wann ist der Tempel auf dem Martberg bei Pommern geöffnet?

Das Gelände des Archäologieparks ist ganzjährig frei zugänglich. Der Lenus-Mars-Tempel und das Martberg-Café öffnen 2026 vom 1. Mai bis 31. Oktober, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Vom 1. November 2026 bis zum 30. April 2027 sind beide geschlossen.

Wie lang ist der Kulturweg Dortebachtal bei Klotten?

Fünf Kilometer bei 240 Höhenmetern, angesetzt mit zwei Stunden. Der Wasserfall liegt 700 Meter hinter dem Wanderparkplatz an der Mosel. Die Ortsgemeinde verlangt festes Schuhwerk.

Kann man die Klosterruine Stuben bei Bremm besichtigen?

Sichtbar ist die Ruine der 1685 bis 1687 erbauten Klosterkirche; sie wird als Kulturforum genutzt. Die Staurothek, für die das Stift bekannt war, steht heute im Diözesanmuseum Limburg an der Lahn.