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Ausflugsziele & Sehenswürdigkeiten

Grenderich im Hunsrück: Barfußpark, Rundwege und Ortskern

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Das Lindenhäuschen bei Grenderich: ein weiß getünchtes Kapellchen unter einer Linde am Feldweg zwischen reifem Getreide
Foto: WolWel, CC BY-SA 3.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Grenderich liegt auf 420 Metern über Normalnull auf den Höhen des Hunsrücks, rund 10 Kilometer von Zell entfernt, und hat etwa 400 Einwohner. Das Ausflugsziel des Orts ist der Barfußpark am südlichen Ortsrand: ein Barfußpfad mit 12 Stationen auf 1,8 Kilometern, acht Stationen mit Fitnessgeräten, ein Kinderspielplatz, Parken und Nutzung kostenfrei.
  • Bewirtet wird im Ort nur das Blockhaus in diesem Park, und das von Mai bis Oktober an Sonntagen und Feiertagen wetterabhängig ab 14 Uhr. An allen anderen Tagen gehört die Verpflegung ins Gepäck.

Grenderich gehört zur Verbandsgemeinde Zell und damit zum Landkreis Cochem-Zell, steht aber nicht an der Mosel. Die Ortsgemeinde liegt auf 420 Metern über Normalnull auf den Höhen des Hunsrücks, rund zehn Kilometer von der Stadt Zell entfernt. Etwa 400 Menschen leben hier. Im Ortskern gruppieren sich nach Angaben der Zeller Land Tourismus GmbH restaurierte Fachwerkhäuser um die Pfarrkirche St. Matthias.

Der Barfußpark: zwölf Stationen auf 1,8 Kilometern

Am südlichen Rand des Orts, etwas außerhalb, liegt der Barfußpark. Er verbindet auf einem Wiesengelände drei Dinge: einen Barfußpfad mit 12 Stationen auf einer Strecke von 1,8 Kilometern, acht Stationen mit Fitnessgeräten und einen großzügig angelegten Kinderspielplatz. Dazu kommen ein Wasser- und Matschbecken und ein großes Blockhaus. Die Zeller Land Tourismus GmbH führt die Anlage als Mehrgenerationenpark und nennt Tannenzapfen und Kneippsches Wassertreten als Teil der Strecke.

Die Barfußstrecke ist ganzjährig nutzbar, die Nutzung der Strecke, der Sport- und Spielgeräte und das Parken sind kostenfrei und geschehen auf eigene Gefahr.

Zwei Einschränkungen gehören in die Anfahrtsplanung. Hunde sind auf der Barfußstrecke, dem Kinderspielplatz, im Bereich des Wasser- und Matschbeckens und im Blockhaus verboten. Und das Blockhaus samt Kiosk, Toiletten, Grill und Sitzgelegenheiten lässt sich nicht für private Feste und geschlossene Gesellschaften mieten; die Ortsgemeinde stellt das auf ihrer Seite ausdrücklich klar.

Zwei Rundwege, beide ab dem Barfußpark

Vom Ort aus führen mehrere Wanderwege weg. Zwei davon beschreibt die Ortsgemeinde selbst, und beide starten und enden am Barfußpark.

Weg Länge Höhenmeter Charakter nach Angabe der Gemeinde
Flaumbergweg (H2, Fichtenrundweg) 5,6 km 120 m sichere, gut begehbare Wege, leichter sportlicher Anspruch
Mühlenweg 9,3 km 220 m geschichtlicher und etwas sportlicher Charakter

Der Flaumbergweg beginnt am Stamm der alten Eiche und zieht nordwestlich in den Senheimer Laub-Mischwald. Nach rund 300 Metern kommt die erste Wegegabelung, ab dort geht es gut einen Kilometer lang und 60 Höhenmeter abwärts am Abelsbach entlang, der sich stellenweise ein recht tiefes Bachbett gegraben hat. Nach etwa 2,5 Kilometern beginnt die Gegensteigung. Ab dort laufen Flaumbergweg und Mühlenweg ein Stück weit auf derselben Trasse, die vor dem Ort auf die des Keltenwegs trifft.

Kurz vor dem Ziel trennen sich die beiden wieder. Für den Flaumbergweg beschreibt die Ortsgemeinde den letzten Abschnitt hinunter zum Barfußpark als abschüssig und oft feucht; der Mühlenweg kommt über einen absteigenden Waldweg zurück. Bei Nässe zählt auf diesem Schlussstück festes Schuhwerk. Gekennzeichnet und begehbar gehalten werden die Strecken in der Ortslage von der Gruppe „Wanderwege Grenderich“ der örtlichen Initiative Miteinander-Füreinander, die seit Herbst 2009 besteht.

Was im Flaumbachtal von den Mühlen übrig ist

Der Mühlenweg trägt seinen Namen von drei Gebäuden an der Talsohle, und ihr Zustand ist sehr verschieden. Unten am Flaumbach steht die „Grendericher Bauernmühle“, auch Hornsmühle genannt, in recht gut renoviertem Zustand; an dieser Stelle mündet der aus dem Ort kommende Abelsbach in den Flaumbach. Weiter talwärts liegt die „Altenwegsmühle“ in Flur 10, die nach dem Verkauf im Jahr 1966 mehrfach den Besitzer wechselte und heute als bewohnter Altersruhesitz beschrieben wird. Die letzte Mühle dieses Abschnitts ist die „Holzpetersmühle“, im 18. Jahrhundert auch als „Links Mühle“ bekannt.

Eine vierte fehlt in der Reihe. Auf dem Weg zur Altenwegsmühle passiert der Rundweg das Areal, auf dem bis zum endgültigen Abriss im Jahr 1900 die „Ölmühle Altenweg“ stand. Die Mühlenkette am Flaumbach war einmal dichter, als der heutige Weg sie zeigt.

Einkehr, Übernachtung und die Termine des Restjahres

Gastronomie gibt es in Grenderich nach der Gastgeberliste der Ortsgemeinde an genau einem Ort und zu genau einer Zeit: im Barfußpark, in den Sommermonaten Mai bis Oktober, an Sonntagen und Feiertagen, wetterabhängig ab 14 Uhr. Für eine Samstagswanderung auf dem Mühlenweg heißt das: Brote einpacken. Die E-Bike-Ladestation im Park hängt an derselben Bedingung, sie steht nur zur Verfügung, wenn das Blockhaus geöffnet ist.

Zum Übernachten führt die Ortsgemeinde sechs Adressen im Ort, alle mit der Postleitzahl 56858: ein Ferienhaus und fünf Ferienwohnungen, verteilt auf Bergstraße, Südstraße, Schulstraße und Quellenweg. Ein Hotel steht nicht auf der Liste.

Der Terminkalender der Ortsgemeinde ist für das Restjahr 2026 gefüllt. Die Kirmes läuft von Freitag, 4., bis Sonntag, 6. September rund um das Feuerwehrhaus, ausgerichtet von der Freiwilligen Feuerwehr. Am 27. September folgt der Wandertag der Spielgemeinschaft Grenderich-Moritzheim, am 18. Oktober ein Abschluss am Barfußpark, am 25. Oktober der Bosselermarkt im Gemeindehaus, am 13. November Martinsumzug und Martinsfeuer. Im Advent stehen der Seniorentag am 29. November um 11.30 Uhr, die Nikolausfeier am 6. Dezember und das Adventsfenster am 19. Dezember um 14 Uhr in der Hauptstraße 9. Eine Uhrzeit nennt der Kalender nur beim Seniorentag und beim Adventsfenster.

Die Kirmes hat dabei ein anderes Format als früher. Nach dem Bericht der Ortsgemeinde zum 100-jährigen Bestehen der Wehr richtete der Feuerwehrverein sie über 35 Jahre hinweg fünf Tage lang in einem großen Festzelt aus; seit 2022 dauert sie drei Tage und findet rund um das Gerätehaus statt.

Kirche, Ortskern und die zwei Großbrände

Die katholische Pfarrkirche St. Matthias an der Hauptstraße ist eine neugotische Halle von 1870/72 mit neuzeitlichem Kampanile und steht als Kulturdenkmal in der Denkmalliste des Landes, Stand 28. März 2011. Es ist der dritte Kirchenbau des Orts. Im 15. Jahrhundert stand eine dem heiligen Matthias geweihte Kapelle mit kleiner Sakristei auf der Wiese „Oben im Dorfe“; weil sie zu klein und baufällig geworden war, beschloss die Gemeinde 1738 einen Neubau mitten im Dorf, der am 26. März 1747 konsekriert wurde. Auch dieser Bau lag sehr tief, Holzarbeiten und Mauerwerk vermoderten. 1870 begann der Abbruch, gebaut wurde nach Plänen des Kreisbaumeisters Schmitt aus Cochem, eingesegnet wurden Kirche und drei Glocken zwei Jahre später. Die Orgel kam 1904 dazu, der Chorraum wurde 2004 umgestaltet. Kirchlich gehört Grenderich zur Pfarreiengemeinschaft Blankenrath.

Vom älteren Ortsbild ist wenig übrig, und die Ortschronik nennt dafür zwei Daten. Am 16. September 1765 brannte fast das ganze Dorf ab, 1781 fielen einem zweiten Großbrand 59 Häuser mit Scheunen und Stallungen zum Opfer. Sechzehn Jahre lagen zwischen beiden. Aus der Zeit danach führt die Denkmalliste ein einzelnes Wohnhaus, das Quereinhaus Hauptstraße 34 aus dem 19. Jahrhundert, dazu das Friedhofskreuz von 1860. Der Wiederaufbau kam voran: 1835 zählte man 100 Häuser und über 600 Einwohner, 1881 waren es 650, also deutlich mehr als heute.

Die Schanzen von 1795 und ein Gründungsjahr, das nicht feststeht

1794 zogen französische Revolutionstruppen von Trier aus über den Hunsrück und zogen, wie die Ortschronik schreibt, die Bevölkerung arg in Mitleidenschaft. 1795 und 1796 entstanden oberhalb des Dorfes zwei Schanzen, die die von den Truppen bevorzugten Heerstraßen südlich der Mosel absichern sollten. Wie weit der Bau griff, zeigen die überlieferten Kontributionslisten der Eifelgemeinde Schmitt: Deren Einwohner mussten mit Vieh und Wagen Spanndienste an den Grendericher Schanzen leisten. Die Ortschronik nennt die Lagen genau: Die eine, westlich der alten Straße nach Senheim und Beilstein an der Höhe 448,9, wurde nur teilweise fertig; die zweite, unmittelbar östlich der Straße bei Höhe 395, wurde zu Ende gebaut. Beide stehen als Naturdenkmal in der Liste, Stand 17. August 2013, dort in den Distrikten „Auf der Heide“ und „Auf der Heide unter Schanz“.

Wer sie sucht, sollte die Himmelsrichtung selbst prüfen: Der Chroniktext der Gemeindeseite verortet die Schanzen südöstlich der Ortslage, die Denkmalliste eine Seite tiefer südwestlich von Grenderich. Die Wegbeschreibung mit der alten Straße nach Senheim spricht für Südwest. Zwei weitere Naturdenkmale nennt dieselbe Liste: eine Linde in der Lindenstraße und den Preisbaum in der Flur Preishohl, eine Eiche südöstlich des Orts.

Auch das Alter des Dorfes steht weniger fest, als die Jubiläen vermuten lassen. Der Ortsname ist keltoromanischen Ursprungs: Grender(us) ist ein keltischer Familienname, die Endung geht auf -iacum für Hof oder Siedlung zurück. Eine Urkunde vom 2. März 1238 gilt als erste Erwähnung, ist nach der Ortschronik aber umstritten, weil dahinter ein gleichnamiger, im Dreißigjährigen Krieg zerstörter Ort bei Wadrill vermutet wird. Sicher belegt ist Grenderich erst 1249 im Güterverzeichnis des Stiftes St. Paulin bei Trier. Gefeiert wurde 1989 das 750-jährige und 2016 das 777-jährige Bestehen. Beide Zahlen rechnen von 1239, also von der umstrittenen Urkunde, nicht von der sicheren Erwähnung elf Jahre später.

Was kostet der Eintritt in den Barfußpark Grenderich?

Nichts. Die Ortsgemeinde nennt die Nutzung der Barfußstrecke, der Sport- und Spielgeräte und das Parken kostenfrei; die Nutzung geschieht auf eigene Gefahr. Die Barfußstrecke ist ganzjährig nutzbar (Stand August 2026).

Sind Hunde im Barfußpark erlaubt?

Nein. Auf der Barfußstrecke, dem Kinderspielplatz, im Bereich des Wasser- und Matschbeckens und im Blockhaus sind Hunde nach Angabe der Ortsgemeinde verboten.

Wann kann man in Grenderich einkehren?

Nur im Blockhaus des Barfußparks, von Mai bis Oktober an Sonntagen und Feiertagen wetterabhängig ab 14 Uhr. Weitere Gastronomie führt die Gastgeberliste der Ortsgemeinde nicht. An anderen Tagen bleibt nur eigene Verpflegung.

Welcher Rundweg ab Grenderich ist der kürzere?

Der Flaumbergweg mit 5,6 Kilometern und 120 Höhenmetern. Der Mühlenweg misst 9,3 Kilometer bei 220 Höhenmetern und führt zusätzlich an drei Mühlengebäuden im Flaumbachtal vorbei. Beide starten am Barfußpark.

Angaben nach den Seiten der Ortsgemeinde Grenderich (Startseite, Barfußpark, Wanderwege und Ziele, Mühlenweg, Flaumbergweg, Ortsgeschichte, Kirche und Kirchengeschichte, Gastgeber, Terminkalender, Bericht zum Feuerwehrjubiläum) und der Ortsseite der Zeller Land Tourismus GmbH, Stand 9. August 2026.