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Hauroth bei Kaisersesch: Eifeldorf auf 520 Metern Höhe

 · 8 Min. Lesezeit

Verwittertes Steinkreuz vor einer dunklen Bruchsteinmauer an der Kapelle St. Bartholomäus in Hauroth
Foto: Palauenc05, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Kurzzusammenfassung

  • Hauroth liegt auf 520 Metern in der Osteifel und zählt 339 Einwohner auf 3,94 Quadratkilometern (Stand 31. Dezember 2025).
  • Der Eifel-Schiefer-Radweg erreicht hier seinen höchsten Punkt. Die Rundtour ab Monreal misst 30,7 Kilometer und 456 Höhenmeter und ist nicht mit dem Rennrad befahrbar.
  • Die Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz führt für den Ort zwei Kapellen, eine davon aus dem 18. Jahrhundert nordwestlich der Bebauung.
  • Der Ortskern ist förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet. Die Vereinbarung mit der Ortsgemeinde muss dort vor dem ersten Auftrag an eine Firma unterschrieben sein.

Hauroth liegt auf 520 Metern über dem Meeresspiegel in der Osteifel, im nördlichen Teil der Verbandsgemeinde Kaisersesch. Die Postleitzahl lautet 56761, die Vorwahl 02653, das Kennzeichen COC oder ZEL. Zur Gemeinde gehören außer dem Dorf selbst die drei Wohnplätze Sonnenhof, Tannenhof und Wiesenhof.

Auf der Radkarte steht der Ort zwischen Monreal und Kaisersesch, und genau diese Lage auf der Höhe ist der Grund, warum Radfahrer hierher kommen.

339 Einwohner auf 3,94 Quadratkilometern

Zum 31. Dezember 2025 waren 339 Menschen in der Ortsgemeinde gemeldet, verteilt auf eine Gemarkung von 3,94 Quadratkilometern. Das ergibt 86 Einwohner je Quadratkilometer. Zum Vergleich: Düngenheim, nach Wikipedia die einwohnermäßig größte Ortsgemeinde derselben Verbandsgemeinde, zählt 1.294 Einwohner auf 9,31 Quadratkilometern und liegt 90 Meter tiefer.

Die eigene Website des Ortes nennt „ca. 300 Bürgerinnen und Bürger“. Die genauere Zahl steht in der Fortschreibung des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz auf Grundlage des Zensus 2022.

Der Gemeinderat besteht aus acht Ratsmitgliedern, gewählt am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl, dazu kommt der ehrenamtliche Ortsbürgermeister als Vorsitzender. Der Gemeindeschlüssel lautet 07 1 35 040. Vereinsleben tragen nach Angaben der Ortsgemeinde vor allem der Sportverein, die Freiwillige Feuerwehr und der Junggesellenverein.

Der höchste Punkt des Eifel-Schiefer-Radwegs

Der Eifel-Schiefer-Radweg ist eine Rundtour von 30,7 Kilometern Länge mit 456 Höhenmetern im Anstieg und derselben Zahl im Abstieg. Start und Ziel liegt in Monreal, einsteigen lässt sich ebenso in Kaisersesch. Von Monreal führt die Strecke aus dem Tal des Elzbaches hinauf zu den Buchenhöfen von Bermel, weiter nach Kalenborn und zum höchsten Punkt der Tour bei Hauroth. Die zweite Hälfte geht bergab: erst nach Kaisersesch mit der Kirche St. Pankratius und dem schiefen Turm, dann dem Steinbach folgend nach Urmersbach.

Den Namen hat die Tour aus der Wirtschaftsgeschichte. Bis 1959 war Kaisersesch nach Angaben des Touristik-Büros eines der Zentren des deutschen Schieferbergbaus. Was von den Gruben übrig ist, steht im Porträt von Leienkaul.

Das Touristik-Büro Schieferland Kaisersesch stuft die Tour als mittelschwer ein und schreibt dazu zwei Sätze, die vor der Fahrt zählen: Die gesamte Runde erfordert wegen einiger starker Anstiege geübte Radlerkräfte, und der Weg ist nicht mit dem Rennrad befahrbar. Als einfache Alternative nennt das Büro die 11 Kilometer von Kaisersesch nach Monreal durch das Tal des Urmersbaches, bergab, mit der Bahn zurück oder hin als Aufstiegshilfe.

Zwei praktische Hinweise stehen ebenfalls auf der Tourenseite. Die Straße vom Heunenhof bis zur Querung der L 96 ist eine Anliegerstraße, die Anwohner haben freie Zufahrt zu ihren Häusern. Parkplätze am Startpunkt sind kostenfrei. Einen Busfahrplan gibt es nicht zum Download, er muss beim Touristik-Büro angefragt werden. Eine GPX-Datei steht dagegen bereit (Stand 22. August 2026).

Durch den historischen Ortskern führt die Strecke hindurch. Als Rastpunkt nennt die Ortsgemeinde den Dorfbrunnen, dazu eine neue Grillhütte, die sie für Familienfeste und Veranstaltungen zur Verfügung stellt.

Zwei Kapellen, ein Steinkreuz und der Blick vom Heiligenhäuschen

Die Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz führt mit Stand vom 21. September 2023 zwei Kulturdenkmäler in Hauroth.

Denkmal Lage Datierung
Kapelle St. Bartholomäus, Saalbau Kirchstraße 2 1950/51
Kapelle mit Dreifaltigkeitsrelief, davor ein Grabkreuz nordwestlich des Ortes 18. Jahrhundert

Das ist eine kurze Liste, und sie sagt etwas über den Ort: Die Dorfkapelle ist ein Nachkriegsbau, das ältere Bauwerk steht draußen im Feld. An der Kapelle St. Bartholomäus steht außerdem ein verwittertes Steinkreuz vor einer Mauer aus dunklem Bruchstein, auf einem Feld aus Granitpflaster. Seine Inschrift ist nur noch in Teilen zu erkennen.

Der bekannteste Aussichtspunkt ist jünger als alles davon. Das Heiligenhäuschen wurde 2006 gebaut. Von seinem Eingang aus geht der Blick nach Nordosten, gerahmt von Hochbermel und Oberbüsch, über das Kümpelbachtal zu den Bergen von Monreal, zum Vulkankegel Hochsimmer bei Mayen und bis zu den Vulkanbergen des Laacher Sees. Bei klarer Sicht sind nach Angaben der Ortsgemeinde auch die Höhen des Westerwaldes zu erkennen.

1103 zum ersten Mal genannt, Hochgericht in Masburg

Die erste urkundliche Erwähnung fällt ins Jahr 1103. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zum kurtrierischen Amt Monreal und zum Hochgericht Masburg, das ein Lehen der Grafen von Virneburg war. Im Trierer Feuerbuch von 1563 sind für „Huroden“ 14 Feuerstellen verzeichnet, also 14 Haushalte.

1794 annektierten französische Revolutionstruppen das linke Rheinufer. Von 1798 bis 1814 lag Hauroth im Kanton Kaisersesch, der zum Arrondissement Koblenz des Rhein-Mosel-Departements gehörte. Nach dem Wiener Kongress kam die Region 1815 zum Königreich Preußen, die Gemeinde zur Bürgermeisterei Kaisersesch im Kreis Cochem. Seit 1946 gehört sie zu Rheinland-Pfalz, seit 1968 zur Verbandsgemeinde Kaisersesch und seit 1969 zum Landkreis Cochem-Zell.

Zur Ortsgeschichte gibt es eine eigene Monografie: Ingeborg Scholz, „Hauroth und seine Geschichte. Zur 900-Jahr-Feier eines Eifeldorfes“, erschienen 2003 unter der ISBN 3-89801-301-4.

Sanieren im Ortskern: die Vereinbarung kommt vor dem ersten Auftrag

Der Ortskern ist förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet nach § 142 Baugesetzbuch. Für Eigentümer bedeutet das erhöhte Absetzungen: Nach § 7h Einkommensteuergesetz lassen sich im Jahr der Herstellung und in den folgenden sieben Jahren jeweils bis zu 9 Prozent und in den vier Jahren danach jeweils bis zu 7 Prozent absetzen. Bei Nutzung zu eigenen Wohnzwecken erlaubt § 10f über zehn Jahre jeweils bis zu 9 Prozent als Sonderausgaben.

Die Richtlinie der Ortsgemeinde dazu datiert vom 29. September 2021. Sechs ihrer Bestimmungen ändern eine Planung:

  • Die Modernisierungsvereinbarung muss vor Baubeginn geschlossen sein. Als Baubeginn gilt bereits die konkrete Beauftragung von Leistungen oder die Aufnahme von Eigenleistungen; reine Planungsleistungen bleiben davon unberührt.
  • Eine Zustimmung zum förderunschädlichen vorzeitigen Baubeginn hilft nicht. Für die steuerliche Betrachtung zählt allein das Datum der rechtsverbindlichen Vereinbarung.
  • Das Baujahr des Gebäudes muss grundsätzlich vor dem Jahr 2000 liegen.
  • Die Restnutzungsdauer soll nach der Sanierung in der Regel mindestens 30 Jahre betragen.
  • Photovoltaikanlagen sind ausdrücklich nicht begünstigt.
  • Für unterlassene Instandsetzung wird vorab ein Pauschalbetrag von 10 Prozent der anerkannten Kosten abgezogen, sofern der Eigentümer sie zu vertreten hat.

Eigene Arbeitsleistung ist nicht bescheinigungsfähig, Lohnkosten für eigene Arbeitnehmer, Material und Betriebskosten dagegen schon. Verbindlich ist außerdem die vom Ortsgemeinderat beschlossene Gestaltungsfibel. Zuständig ist die Verbandsgemeindeverwaltung Kaisersesch unter 02653 9996-315.

Termine: im Netz steht fast nichts

Die Seite „Aktuelles“ der Ortsgemeinde trägt die Überschrift „Aktuelles : 2025“, und ihr jüngster Eintrag ist der Martinsumzug vom 15. November 2025. Der eigene Veranstaltungskalender zeigt für August 2026 keinen einzigen Eintrag. Der Veranstaltungskalender der Verbandsgemeinde Kaisersesch meldete am 22. August 2026 „Keine Termine vorhanden“.

Wo Termine aus dem Dorf tatsächlich auftauchen, ist die Gottesdienstordnung der Pfarrei Kaisersesch, die über die Nachbargemeinde Masburg veröffentlicht wird. Dort steht für Sonntag, den 23. August 2026, um 10 Uhr ein Kirmeshochamt in Hauroth. Ein Programm der Kirmes steht weder auf der Seite der Ortsgemeinde noch im Kalender der Verbandsgemeinde.

Wer Genaues braucht, fragt bei der Ortsgemeinde: Behlesheck 5, 56761 Hauroth, Telefon 02653 912216. Ein Anruf ist hier keine Verlegenheitslösung, sondern der schnellste Weg.

Quellen: Wikipedia zu Hauroth und Liste der Kulturdenkmäler in Hauroth nach der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz (Stand 21. September 2023), Internetauftritt der Ortsgemeinde Hauroth, Verbandsgemeinde Kaisersesch (Ortsgemeinde Hauroth, Sanierungsgebiet Hauroth samt Modernisierungsrichtlinie vom 29. September 2021, Veranstaltungskalender), Touristik-Büro Schieferland Kaisersesch (Eifel-Schiefer Radweg) und die Gottesdienstordnung der Pfarrei Kaisersesch auf masburg.de. Abgerufen am 22. August 2026.

Wo liegt Hauroth?

In der Osteifel auf 520 Metern über dem Meeresspiegel, im nördlichen Teil der Verbandsgemeinde Kaisersesch im Landkreis Cochem-Zell. Die Postleitzahl ist 56761, die Vorwahl 02653. Zur Gemeinde gehören die Wohnplätze Sonnenhof, Tannenhof und Wiesenhof.

Wie lang ist der Eifel-Schiefer-Radweg und wie schwer?

Die Rundtour ist 30,7 Kilometer lang und überwindet 456 Höhenmeter, Start und Ziel ist Monreal. Das Touristik-Büro Schieferland Kaisersesch stuft sie als mittelschwer ein, nennt einige starke Anstiege und weist darauf hin, dass der Weg nicht mit dem Rennrad befahrbar ist. Als einfache Variante gilt die 11 Kilometer lange Bergabstrecke von Kaisersesch nach Monreal durch das Tal des Urmersbaches.

Welche Kulturdenkmäler gibt es in Hauroth?

Zwei. Die Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz führt mit Stand vom 21. September 2023 die Kapelle St. Bartholomäus in der Kirchstraße 2, einen Saalbau von 1950/51, und eine Kapelle aus dem 18. Jahrhundert nordwestlich des Ortes mit einem Dreifaltigkeitsrelief im Innern und einem Grabkreuz davor.

Wo finde ich Termine aus Hauroth?

Kaum im Netz. Die Seite „Aktuelles“ der Ortsgemeinde endet beim Martinsumzug vom 15. November 2025, ihr Kalender ist für August 2026 leer, und der Veranstaltungskalender der Verbandsgemeinde Kaisersesch meldete am 22. August 2026 „Keine Termine vorhanden“. Auskunft gibt die Ortsgemeinde unter 02653 912216.